Uwe S. sacht mal: Die Österreicher haben immer gute Nationalmannschaften gehabt, was das Spielerische angeht. Fußballspielen können sie, aber ob sie über die Länge eines Turnieres bestehen können, wage ich zu bezweifeln. Die erste Runde traue ich ihnen zu, aber dann...

Österreich
"Land der Berge, Land der Seen und Flüsse"...

...oder so ähnlich lauten die ersten Zeilen der Nationalhymne unseres heißgeliebten Nachbarlandes. Schön und gut, doch was bringen Berge, Seen und Flüsse bei einer Fußball-WM? Ich glaube, gar nichts. Überhaupt, wie soll eine Nationalmannschaft, dessen Land es noch nicht einmal schafft, einen Titel für den Grand Prix beizusteuern, die Vorrunde einigermaßen bestehen, geschweige denn, Weltmeister werden??? Der gemeine Kölner würde jetzt wohl mit"die haben doch Toni!" antworten, doch Anton Polster ist bei weitem nicht alles, was die Österreicher an fähigen Fußballern aufbieten können. Hier ein paar Beispiele:

Kommen wir zuerst zu den Bundesliga-Legionären. Da wäre zum einen der Dortmunder Wolfgang Feiersinger, der bei den Schwarz-Gelben immer da war, wenn man ihn brauchte, sei es als Libero-Ersatz, in der Abwehr, im Mittelfeld - ein typischer Allrounder halt. Leider hat ihn Dortmund nicht allzu häufig gebraucht, und dementsprechend wenig konnte er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen

Zwischendurch ein paar Worte zu einem, der wohl nicht seine Chance in Frankreich bekommen wird. Franz Wohlfahrt heißt er, spielt beim VfB Stuttgart einen mehr als ordentlichen Stiefel, besser gesagt, hält einen mehr als ordentlichen Handschuh, und gilt für mich als bester Torhüter der Bundesliga. Seine Bodenständigkeit und die zurückhaltende Art zeichnen ihn menschlich aus - ich glaube, Franz Wohlfahrt hat in mir einen neuen Fan gefunden. Vielleicht wird's ja doch noch was mit der WM - wer weiß!?

Der österreichische Doppelpack aus Bremen sorgte ebenfalls in der abgelaufenen Saison für Furore. Heimo Pfeifenberger, in Saison 96/97 noch zweite Wahl, avancierte in Saison 97/98 zum Stammspieler und bildet nun mit Landsmann Andreas Herzog eine ordentliche Mittelfeldachse. Wo wir dann auch gleich beim komplettesten Spieler Österreichs wären. Andreas Herzog ist nicht nur Mittelfeldmotor, begnadeter Techniker und ein Freistoßspezialist par excellence, sondern hat auch ein sehr lebendiges Mundwerk, aus welchem nach schlechten Spielen ein ganzer Haufen Schmäh rauskommt - absolut"ran"-tauglich der Mann. Nicht zu vergessen sind seine Torjubelszenarios. Entweder läuft er einmal quer übern Platz (laut schreiend natürlich), oder er pöbelt Richtung Meckerecke auf der Bremer Haupttribüne, wenn diese Leute sich vorher über seine Leistung beklagt haben. Ein stinknormaler Fußball-Asi eben.

Da Franz Wohlfahrt ja wohl nicht zum Zuge kommen wird, hält halt Roma-Keeper Michael Konsel den Kasten sauber, welcher eine recht ordentliche Saison in der Serie A gespielt hat. Zwar ist er nicht so gut, wie mein Lieblingstorhüter, aber er wird das schon machen.

Abschließend sei noch Peter Stöger zu erwähnen. Stöger, eigentlich Mittelfeldspieler, ist immer gut für ein Tor und hat dies bei Länderspielen schon des öfteren bewiesen. Vielleicht beweist er seine Torgefährlichkeit ja auch bei meinem ganz persönlichen Traumfinale Österreich vs. Deutschland, indem er, wie Hans Krankl 1978, in der letzten Minute das 3:2 markiert. Utopie, werdet ihr jetzt sicher denken. Doch für mich ist dieser Tip gar nicht mal so weit hergeholt. Wenn die Mannschaft um Trainer "Schneckerl" Prohaska ein wenig Konstanz in ihre Leistungen bringt und in den entscheidenen Situationen die Übersicht behält, könnte am Ende weitaus mehr herausspringen, als so ein klägliches Vorrundenaus, wie bei italia novanta. Geheimtip Österreich - warum nicht!?

T.A.C.S.

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