Forza Squadra Azzura
Mühsam war der Weg zur Qualifikation.
Lange mußten die Italiener zittern, ob sie tatsächlich an der WM in Frankreich teilnehmen werden. Zwar mußten die Italiener in der WM-Qualifikation nur einen Gegentreffer über sich ergehen lassen, doch drei Mal 0:0 gegen Polen, Georgien und England zu spielen, reichte halt nicht aus. So mußte die Squadra Azzura in der Relegation gegen Rußland nochmals ran. Diese gewannen die Jungs in Blau dann mit 1:1 und 1:0 im Rückspiel in Italien. Ravanelli war der beste Stürmer, alle drei Tore gingen auf seine Kappe. Nochmal Glück gehabt, aufatmen in Italien - es war vollbracht.
Der italienische Fußballverband wurde 1889 gegründet und ist 1905 der FIFA beigetreten. Bis heute nahm die italienische Nationalmannschaft an 13 Weltmeisterschaften teil und errang in den Jahren 1934, 1938 und 1982 jeweills den Titel, 1968 wurde Italien Europameister. Nach dem glorreichen WM Jahr 1982 nahm die Qualität der Spielweise rapide ab. Unter dem neuen Trainer Sacci konnte die Mannschaft lange nicht an alte Erfolge anknüpfen. 1992 hatte die Mannschaft nicht mal die Qualifikation zur Europameisterschaftsendrunde in Dänemark überstanden. In der letzten WM in den USA waren sie dann zwar im Finale, scheiterten aber dann gegen Brasilien. Die alte Form und das schöne schnelle Spiel sind Vergangenheit, erst 1996 konnten sie an einstige Spielgröße anknüpfen, schieden aber unglücklich gegen den späteren Europameister Deutschland aus. Dies führte dazu, daß es sogar Morddrohungen gegen Sacci gab, wenn er es wagen sollte, die italienische Grenze zu überschreiten. Er überschritt sie, er überlebte und ist heute nicht mehr Nationaltrainer. Übernommen hat das Training Cesare Maldini, Vater des Nationalspielers Paolo Maldini. Auch seine Arbeit ist in Italien nicht unumstritten, es heißt, das Spiel der Italiener sei langweilig geworden. Die Mannschaft spiele zu sehr auf Nummer sicher und nach vorne würde nicht mehr allzuviel passieren. Siehe Qualifikation, man hatte zwar nicht verloren, jedoch hielt sich die Anzahl der Tore in Grenzen.
Star der jetzigen Mannschaft ist eindeutig Del Piero, auf den Maldini, mir unverständlich, lange nicht zurückgegriffen hat. Der Torschützenkönig von Juventus Turin, dem italienischen Meister (ich möchte das hier noch mal anmerken), verspricht hoffentlich mehr Tore, als sie in der Vergangenheit gefallen sind. Auch wenn er noch nicht hundertprozentig auf dem Leistungsniveau des Vorjahres ist. Eine weitere wichtige Stütze der Mannschaft ist Albertini, der Spielmacher von AC Mailand, der wegen Verletzung in der Qualifikation länger ausfiel. Di Matteo und Dino Baggio (ein alter Bekannter) sollen ihn sichern. Fraglich war vor kurzem noch der Einsatz von Roberto Baggio (den verschossenen Elfmeter gegen Brasilien verzeihe ich dir nie), doch halte ich dies für sehr unwahrscheinlich. Weitere Spieler im Aufgebot: Vieri, der mit Del Piero die Spitze bildet, Moriero und Maldini spielen rechts- und linksaußen. Die noch sehr jungen Spieler Cannevaro (23) und Nest (21) bilden das Schlußlicht zusammen mit Costacurta. Italien spielt in eioner Gruppe mit Österreich, Chile und Kamerun, Gegner, die laut italienischer Presse zu schlagen sind. Für die WM hoffe ich natürlich, daß mein favorisiertes Team den WM-Titel holt und damit wieder mit Brasilien gleich auf ist. So bin ich wenigstens nicht den Sticheleien des Brasilien-Modefans in der Redaktion ausgesetzt.
AV
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