Der 50 %-Gastgeber

   Es war einmal vor langer Zeit, als im letzten Jahrtausend ein paar kluge Menschen sich Gedanken drüber machten, wie man denn den eigenen Staat in der Weltöffentlichkeit besser präsentieren könnte, nachdem man doch die Olympischen Spiele 1988 so "gut" ausgerichtet hatte (Ben Johnson lässt grüßen).

   So beschloss man den damals boomenden Fußball als Mittel zum Zweck zu nutzen und sich um eine Fußball-Weltmeisterschaft zu bewerben.

   So wie es der Zufall natürlich wollte, hatte der östliche Nachbarstaat die selbe Idee.

   Beide Staaten, seit Jahren im ewigen Streit wegen Krieg, Macht und Geld (natürlich) um Ruhm, Macht und Geld (natürlich), sollten Darsteller eines bis dahin nicht geahnten Projektes werden. Ja, ja liebe Leser. Sie steht vor unserer Haustür. Wir könne uns nicht wehren. Die Anziehungskraft ist zu groß, um diesen Spektakel zu entgehen, FUßBALL-WELTMEISTERSCHAFT.!!!

Zwei Staaten - ein Ball

   Südkorea und Japan werden ZUSAMMEN Mittelpunkt für fünf Wochen dieses Sommers werden. Dass es nun zwei Staaten sind, die die WM 2002 ausrichten dürfen, hätte wohl keiner der beiden vorher geglaubt, aber die FIFA wollte es nicht anders.

   Es lagen zwei einzelne Bewerbungen vor, aber Korea und Japan hatten bis dahin solo keine Chancen auf die WM, so rauften die sich zusammen, tauschten ein paar Koffer aus der Schweiz aus oder ließen die gleich bei der FIFA in Zürich und schon war der Deal perfekt. Korea und Japan dürfen die WM 2002 zusammen austragen.

   So interpretiere ich die WM als Versuch europäischen Spitzenfußball, amerikanisches Marketing, südamerikanisches Temperament und asiatische Kultur unter einen Hut zu bringen und dass mit dem ärgsten Feind zusammen.

Geschichte

   Die koreanische Halbinsel wurde vor ca. 500.000 Jahren besiedelt. Das erste Königreich Ko-Choson (das Land der Morgenstille oder -frische) wurde vom Halbgott Tangun 2333 v. Chr. gegründet. Es gab drei Fürstentümer Koguryo, Paekche und Shilla. Nach mehreren Versuchen verschiedener Stämme die Herrschafft in Korea und der Mongolei an sich zu reißen, schafft es Schilla 668 n. Chr. seine Rivalen zu besiegen und ruft das Groß-Schilla aus 676 n. Chr. Groß-Schilla war die erste Vereinigung der Halbinsel überhaupt.

   In der Zeit um 600 n. Chr. wurde der Buddhismus eingeführt. Die Vereinigung von Koguryo, Paekche und Schilla brachte Korea eine Kunst- und Kulturblüte.

   Nach dem Zerfall Groß-Schillas vereint Wang Kon die Halbinsel erneut und ruft das Koryo-Reich aus. Während der Koryo-Dynastie 918-1392 n. Chr. wird Buddhismus Staatsreligion und beeinflusst nachhaltig Politik und Verwaltung. Der Name Korea leitet sich von Koryo ab.

   Die Choson-Dynastie 1392-1910 war die letzte vor der japanischen Invasion 1910.

   Gegründet wurde sie von Yi Song-Gye später König Taejo. Gleich zu Beginn seiner Herrscherzeit entstand 1394 Hanyang als Reichshauptstadt, welches das jetzige Seoul ist.

   Der Konfuzianismus (Definition erspar ich mir an dieser Stelle) wurde Staatsideologie und die Sprache Hangul ca. 1418 (gespr. Hangl) wurde eingeführt.

   Nach erfolglosen mongolischen (1627-1637) und japanischen (1592-1593) Invasionen wurde Korea von den Japanern 1910 eingenommen.

   Während in Deutschland ein kleiner Verein mitten in Hamburg gegründet wird, beginnt in Korea eine Zeit des Grauens.

   Die Japaner schlugen jeglichen Widerstand blutig nieder, raubten Familien und Bauern ihr letztes Hab und Gut, vergewaltigten Frauen bis sie an ihren Schmerzen oder am Blutverlust starben.

   Dies mag zwar dumm klingen, aber das ist der schwarze Fleck, den die Japaner auf ihrer weißen Weste haben. Dennoch möchte ich eine weitere Erläuterung aus Respekt vor dem WM-Partner auslassen. Wer mehr über die japanische Invasion wissen möchte, kann sich aus zahlreichen Medienbibliotheken Informationen beziehen.

   1945 nach den amerikanischen Atombomben gaben die Japaner auf und Korea war nun Zankapfel der Sowjets und Amis. Fünf Jahre später begann der Koreakrieg zwischen den beiden Landeshälften bis 1953, wo in Panmunjom Waffenstillstand (kein Friedensvertrag) vereinbart wurde. Das Resultat der sowjetisch-amerikanischen "Bemühungen" ist bis heute zu sehen. Die schwer bewachte Grenze der Welt entlang des 38. Breitengrads, zwei Landeshälften, die unterschiedlicher nicht sein können. Im Norden Armut, Hunger und ein kommunistisches Regime. Im Süden Wohlstand, Korruption und Demokratie.

Und Jetzt?

   Koreas jetziger Präsident Kim Dae-Jung (aka DJ) begann als erster Präsident offiziell mit der politischen Öffnung zu Nordkorea. Seine "Sonnenscheinpolitik" brachte Erfolge in politischen Verhandlungen. Dies führte zum historischen Treffen zweier koreanischer Präsidenten nach über 50 Jahren im Juni 2000 in Pjöngjang (Nordkorea) zwischen DJ und Kim Jong Il (gespr. Gim) sowie mehrerer Familienzusammenführungen an der Grenze.

   Endgültiges Ziel ist natürlich die Wiedervereinigung, nur der Weg dorthin ist nicht leicht, da der Weg steinig ist. Am steinigsten ist gerade Herr Bush.

Und Japan?

   Naja, man richtet halt die WM zusammen aus, aber mehr ist da nicht.

   Noch immer haben sich die Japaner nicht offiziell auf koreanischer Seite für die Greueltaten entschuldigt. In Japan schafft es sogar Staatspräsident Koizumi im August 2001 an einer Gedenkstätte 14 hingerichteter Kriegsverbrecher zu gedenken, woraufhin sich drei Koreaner vor laufender Kamera in Yakuza-Manier die Fingerkuppen abschnitten.

   Eine international erhoffte Verbesserung der Beziehung zwischen Korea und Japan auf Grund der gemeinsamen Austragung wird die WM zeigen, bislang blieb sie aus.

   Dennoch hoffe ich, dass die koreanischen und japanischen Fußball-Begeisterten Grenzen auflösen werden. In Frankreich z.B. unterstützen sich während der WM 98 koreanische und japanische Fan-Gruppierungen gegenseitig. Z.B. in Lyon, wo Korea 3:1 von Blanco (Mexiko) abgeschossen wurde.

Die (Süd-)Koreaner

   Es gibt ca. 47 Mio. Einwohner, verteilt auf 99.313 km? (Dt. 311.855). Von denen sind ca. 47% Christen (Prot. u. Ev.) und 49% Buddhisten. Die größten Städte sind Seoul (11 Mio.), Busan (3,8 Mio.) und Taegu (2,5 Mio.).

   Die Tracht der Koreaner heißt Hanbok und wird zu wichtigen Anlässen (Geburtstag, Hochzeit etc.) angezogen. Taekwondo ist die beliebteste Sportart in Korea. Jeder Schüler muss in der Schule Taekwondo betrieben haben. Jahrelang galten die Koreaner als die Bastion in Sachen Taekwondo, dies hat sich nach den Erfolgen der Europäer geändert. Trotzdem gilt, wer einen internationalen Titel im Taekwondo gewinnt, braucht sich als Koreaner keine Sorgen um seine Rente mehr machen, da der Staat bereit ist zu zahlen.

   Weiterhin stehen beim Sport Tischtennis, Baseball (Kulturimperialismus), Badminton und seit einigen Jahren Short-Track, wo die Koreaner nahezu alles abräumen konnten (siehe WM 2002, wo Kim Dong-Sung in allen fünf Einzeldisziplinen Gold geholt hat).

   Traditionell gerne gezeigt werden auch der Fächertanz und die koreanische Trommelkunst (Samul-Nori), deren Rhythmus Trommler wie Zuhörer in Ekstase versetzen kann. Eine der wichtigsten Grundregeln ist die Hierachie. Hierarchien - ob beruflich oder privat - sind das A und O des koreanischen Lebens, da diese den eigenen Status bestimmt.

   Emanzipation ist kaum vorhanden, da die Regeln durch Konfuzianismus seit Jahren verwurzelt sind. Sogar der westliche Einfluss hat es nicht geschafft, diese Einstellung zu ändern.

Essen

   Das koreanische Essen ist sehr umfangreich. Das warme Klima und die Meere sind Gründe für die kulinarische Vielfalt.

   Die Spezialität-man glaubt es kaum- ist Kim-Chi. Eingelegter Chinakohl, der durch verschiedene Gewürze seinen Pepp kriegt. Das Zubereiten von Kim-Chi geht von Generation zu Generation. Jede Familie hat ihren eigenen Kim-Chi-Stil. Gegessen wird traditionell im Schneidersitz an einem sehr flachen Tisch. Jeder hat eine Schüssel Reis (Milchreis, kein Langkorn oder Onkel Ben's) und bedient sich nach Belieben von den Beilagen auf dem Tisch. Meist wird noch Suppe oder Eintopf dazu gereicht.

   Zum Ausprobieren empfehle ich Bi-Bim-Bab (Reis mit sehr vielen Beilagen gemischt, auch vegetarisch), Bulgogi (Rindfleisch mariniert), Sap-Zäh (Glasnudelsalat, auch vegetarisch), Zä-Zang-Mjen (Nudeln mit schwarzer Bohnenpaste) und für alle Mutigen Yug-Ge-Zang (sehr scharfe Suppe). Bekommen tut man dies z.B. in der Emilienstraße und in der Großen Bergstraße. Jeweils auf die letzen Seiten der Speisekarte gucken oder nach den Gerichten fragen.

   Die Koreaner essen auch Hundefleisch, dies ist allerdings schwer zu bekommen und vor allem teuer.

   Nur den reichen und wichtigen Menschen ist das Hundefleisch vorbehalten. Meist wird Hundefleisch in Edel-Gastronomien verkauft und mit viel Alkohol gegessen.

   Anders als bei der Olympiade 1988 in Seoul dürfen die Restaurants Hund verkaufen, was ich begrüße, da es immer noch ein Teil der Kultur ist. Mal gucken ob nicht eine Prominenz beim Hundeessen erwischt wird.

Die Austragungsorte

   Es gibt für 64 Spiele insgesamt 20 Stadien. In Korea sind es Seoul (gespr. So-Ul), Incheon (In-Zn), Suwon (Su-Wuon), Daejeon (Däh-Zn), Jeonju, Daegu (Däh-Guh), Gwangju (Gwang-Dschu), Ulsan (scharfes s), Busan (scharfes s) und Seogwipo auf Cheju (Zä-Zu).

Seoul (So-Ul)

   Seoul ist die Hauptstadt Südkoreas. Hier kommt alles aus dem ganzen Land zusammen. Verwaltung, Politik, Wirtschaft - einfach alles.

   Seoul ist einfach die Stadt der Städte in Korea. Mit 11 Mio. Einwohnern versinkt die Stadt im Verkehr. Wer also versuchen sollte mit dem Auto zu fahren, sollte sehr viel Zeit mitnehmen.

   Das Seouler Sangam-Stadion fasst 64.677 Plätze (davon 832 Vips, kotz) und ist damit (man glaubt es kaum) Asiens größtes Sportstadion. Die Mehrzweckhalle - in der auch die Eröffnung stattfindet - hat eine Grundfläche von 150.784 qm. Das Dach ist einem traditionellen Dach nachgeahmt und symbolisiert einerseits den Drachen und andererseits ein koreanisches Tablett. Zum Glück hat man in Korea nicht mit Seifenblasen experimentiert.
(Eröffnungsspiel, Türkei-China, Halbfinale)

Incheon (In-Zn)

   Die Hafenstadt liegt ca. eine Stunde von Seoul mit der U-Bahn entfernt und ist für seine Meeresspezialitäten aus dem gelben Meer bekannt. In Incheon docken alle Schiffe an, die Waren für Seoul haben.

   Der Bau in Incheon dauerte 7 Jahre. Das Munhak-Stadion hat 51.000 Plätze und eine Fläche von 441.628 km2. Es wurde dort ein Sportkomplex errichtet mit u.a. einem Baseballkomplex (merda Kulturimperialismus).

   Das Dach überspannt 98% des Stadion und ist mit einer lichtdurchlässigen Membran versehen. Das Dach soll an Segel erinnern.
(Dänemark-Frankreich, Costa Rica-Türkei, Portugal-Korea)

Suwon (Su-Wuon)

   Suwon liegt 50km südlich von Seoul und hat 755.000 Einwohner.
Die Stadionform lehnt an die Hwaseong Festung an, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und nach 200 Jahren immer noch im guten Zustand ist.

   Das Stadion fasst 44.000 Zuschauer und kostete 228 Mio Euro.
(Senegal-Uruguay, Usa-Portugal, 1/8-Finale)

Daejon (Däh-Zn)

   Daejon liegt im zentralen Korea und ist Mittelpunkt der Hightech-Industrie. Hier sitzen viele Firmen aus dem IT-Sekor. 1993 fand hier die Expo statt, die - wie in Deutschland - ein finanzielles Desaster war.

   Das sehr stilvolle Stadion ist an einem koreanischen Innenhof angelehnt. Das halbgeschlossene Dach - in Anlehnung an das traditionelle koreanische Dach - ist in Daejon zum ersten Mal aufgetreten. Es hat 42.176 Sitzplätze. Der gesamte Stadionkomplex hat u.a. Internetcafé, Supermarkt, Jugendherberge, Disco und ein Fitnesscenter. Diese Mehrzweckhalle ist ein Kommerztempel-DeLuxe, was durchaus imposant wirken kann, aber kein "wahrer" Fußball-Fan braucht.
(Südafrika-Spanien, Polen-USA, 1/8-Finale)

Busan

   Busan liegt im Süden des Landes und ist die wichtigste Hafenstadt Koreas.

   Als zweitgrößte Stadt stellt sie den "gewichtigsten" Gegenpol zum monopolistischen Seoul dar. Das tiefe Meer und die exzellente Wasseranbindung zu Japan und dem restlichen Asien macht diese Stadt so strategisch wertvoll. Busan ist auch durch die Dumpingpreise im Schiffsbau in die Schlagzeilen geraten.
Vom 19.9.-14.10. finden hier die 14. Asia Games statt.

   Das Stadion fasst 54.534 Sitzplätze. Das Dach (was sonst) ist kreisrund und wird durch verlängerte Drähte gehalten. Wem das stressige Seoul nicht bekommt, wird sein Glück in Busan finden. Busan ist mein Geheimtipp.
(Frankreich-Uruguay, Paraguay- Südafrika, Korea-Polen)

Daegu (Däh-Gu)

   Daegu war die Textil-Hochburg Koreas. Hier wurden viele der edlen Stoffe für Trachten hergestellt. Seit der Wirtschaftskrise in den 90ern hat es Daegu schwer, sich wirtschaftlich zu halten.

   Sehr cool ist hier der Markt aus der Joseon-Dynastie. Ihn gibt es seit über 300 Jahren. Es werden dort hauptsächlich Heilmittel verkauft.

   Der Stadionbau verschlang 295 Mio Euro. Das Resultat dafür lässt sich aber sehen. Ein futuristisches Sportstadion mit zwei halben Dächern, was die Erde darstellen soll. Ein sehr schönes neues Stadion deren Architektur einzigartig ist.

Ulsan

   Ulsan ist eine Hafenstadt an der Südost-Küste Koreas. Die Arbeiterstadt war Zentrum der industriellen Entwicklung. Fast alle großen Großkonzerne (Zä-Bols) hatten ihre Fabriken hier errichtet. Spezialität ist roher Fisch direkt aus dem Wasser. Besonders ist es, wenn der Tintenfisch lebendig vor den Augen des Konsumenten in Stücke geschnitten wird, dann räkeln sich noch die Tentakel-Stückchen auf dem Teller.

   Das Stadion in Ulsan hat 43.512 Plätze. Neben dem Stadion ist auf dem Sport-Kulturkomplex noch ein Openair-Theater gebaut, vielleicht kann der eine oder andere Spieler dort seine Fallkünste unter Beweis stellen.
(Uruguay-Dänemark, Brasilien-Türkei, 1/4-Finale)

Jeonju (Zän-Zu)

   Jeonju ist bekannt für seine Geschichte, denn dort wurde Yi Song-Gye geboren (König Taejo). Heute ist es Zentrum der uralten Kalligraphie. Die hohe Kunst der Papierherstellung ist hier verankert, da das traditionelle handgemachte Papier Hanji (Han-Dschi) bereits in den Anfängen der Papierherstellung produziert und auch nach China exportiert wurde.

   Das Stadion fasst 42.477 Plätze und sieht scheiße aus, da es offene Ecken hat und jede Tribüne isoliert von den anderen steht.
(Spanien-Paraguay, Portugal-Polen, 1/8-Finale)

Seogwipo (Säng-Wie-Poh)

   Die Stadt liegt auf der Chiller-Insel Cheju-Do (Szä-Szu-Doh) südlich der koreanischen Halbinsel. Die beliebte Urlaubsinsel wird vor allem wegen des erloschenen Vulkans Hallasan und deren Flora besucht. Im Frühling ist Cheju-Do von einem Blumenmeer bedeckt. Hier findet man noch die koreanische Natur in seiner vollen Pracht.

   Das Stadion hat 42.256 Plätze und ein Dach, das das Stadion zur Hälfte bedeckt. Es besteht aus Teflon beschichtetem Fiberglas und (München-Style) ist lichtdurchlässig. Der Bau kostete 100 Mio Euro
(Slowenien-Paraguay, Brasilien-China, 1/8-Finale)

Gwangju

   Gwangju ist unter koreanischen Studenten noch bekannt. Gwangju war eins der Studentenhochburgen, wo es regelmäßig mit dem Staat Auseinandersetzungen gab. Der traurige Höhepunkt war das Massaker 1980, wo sich die Stadt von der Militärdiktatur und der zentralen Verwaltung lossagte. Daraufhin schickte der Diktator Chun Do-Hwan mit amerikanischer Zustimmung seine Soldaten in die Stadt und metzelte ca. 2000 Zivilisten nieder.

   Das neue Stadion in Gwangju ist angelehnt an den Berg Mudeung, dessen Form an eine weibliche Brust und Schulter erinnert (dies ist eine Hommage an die Frau und kein Sexismus!!!). Das Stadion hat 42.880 Sitzplätze.
(Spanien-Slowenien, China-Costa Rica, 1/4-Finale)

Fußball

   Fußball wird auch noch gespielt.
Nach dem zahlreichen Hickhack um die ganze WM, kommen wir jetzt zum wichtigsten Teil, dem Fußball.

   Die koreanische Nationalmannschaft wird seit neuestem von Guus Hiddink betreut, der der erste nicht-koreanische Trainer ist. Er trainierte Real Madrid und die holländische Nationalelf bei der WM98 und EM2000. Man erhofft sich europäischen Einfluss auf die Spielkultur, die bisher nur von eingemachten Trainern in den Gruppenspielen jeder WM hängen blieb.

   Man erinnere sich nur an das legendäre 0:5 gegen Holland oder 1:3 gegen Mexiko bei der WM 98.

   Korea ist jetzt zum sechsten Mal bei der WM dabei, zum fünften mal hintereinander, trotzdem hat es nie gereicht, um entscheidend weiterzukommen.

   Man will sich mit dem Heimrecht im Rücken nun von diesem Bann lossagen, um endlich die Lücke zwischen Asien und Europa zu schließen. Ein hartes Unterfangen, wo sich Hiddink sicher sein kann bei einem dritten Platz einen neuen Arbeitsplatz zu suchen, da auch die Politiker Erfolge sehen möchten, statt ewig als Hinterländler zu gelten. Zu Häufig gab es die "Gut-gekämpft-aber-trotzdem-nichts-gewonnen-Kritiken" für das koreanische Team, das immer noch hervorragende Laufeigenschaften besitzt, dennoch die spielerischen Mittel bedingt eingeschränkt sind. Z.B. hat man es nicht geschafft, einen großen Torwart zu finden oder die Kopfballschwäche auszugleichen.

   Die Liga ist einfach mit den 10 Mannschaften zu schwach besetzt, selbst Spieler im Ausland bringen es nicht - siehe Shim Jae-Won (Eintracht Frankfurt) oder Lee Dong-Gook (Werder Bremen), die schneller von der Bildfläche verschwunden, als sie aufgetaucht sind.

   Anders als Paradebeispiel Seol Ki-Hyun, der von Royal Antwerpen den Sprung zum RSC Anderlecht geschafft und schon ein Tor in der CL erzielt hat. Kann sich denn noch jemand an Kim Joo-Sung erinnern? Der Ex-Bochumer spielte 13 x 1. und 21 x 2. Bundesliga und wurde in einem Skandal-Spiel wegen einer Tätlichkeit von der Bank in die Kabine geschickt (wenn jemand noch ein Video hat, bitte beim ÜS melden!).

   Bei Polen und Portugal wird der Gang Koreas sehr schwer werden. Wer der bessere Gastgeber sein wird, muss das Turnier zeigen. Momentan sehe ich ein leichtes Übergewicht bei den Japanern, da sie die erfolgreicheren Spieler haben (z.B. Nakata).

   Also, hoffen wir auf eine friedliche WM ohne Doping, Korruption, Abfangjäger und von Mafiosi erschossene Fußballspieler.

   Lasst euch überraschen von Korea und Japan, genießt die neue Erfahrung mit der asiatischen Kultur und denkt dran: Ih-Gjäh-Rah!!!

Gastartikel von Däh-Han-Min-Gug aka Han-Solo alias Han-Nu-Ri

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