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Schalke 04 und der FC St. Pauli: Zwei Vereine, zwei verschiedene Ligen - eine Erfolgsstory. Während sich die Königsblauen unerwartet in der Spitzengruppe der Bundesliga behaupten, mischt unser FC das Unterhaus auf. Besser könnten die Voraussetzungen für einen echten Pokalknaller im restlos ausverkauften Stadion am Millerntor kaum sein. Dabei waren sich die "Experten" vor Saisonbeginn doch einig, dass der FC Schalke 04 im Bundesliga-Niemandsland zwischen Hoffen und Bangen anzusiedeln sein wird - und der FC St. Pauli erst gar nicht für eine erneute Zweitligasaison planen braucht. Aber beide Teams zeigten den sogenannten Fachleuten eine ganz lange Nase und siegen sich momentan munter durch die laufende Spielzeit. Dabei sah es noch im Vorjahr alles andere als rosig für Spieler und Verantwortliche beider Clubs aus: Die Knappen schafften erst kurz vor Saisonende 1999/2000 den Klassenerhalt - viel zu wenig für die ambitionierten Schalker und ihre "erfolgsverwöhnten" Fans, die sich noch vor etwas mehr als 3 Jahren über den Gewinn des UEFA-Cups freuen durften und insgeheim hofften, dass die Königsblauen in Zukunft um die Meisterschaft mitspielen würden. Ein Sündenbock für das bescheidene Abschneiden war schnell gefunden: Trainer Huub Stevens, vor gar nicht so langer Zeit noch auf Händen getragen, geriet immer mehr in den Mittelpunkt der Kritik. Neben verfehlter Einkaufspolitik wurden ihm erhebliche Defizite im taktischen Bereich und die Demontage einiger S04-Ikonen (Anderbrügge, Büskens, Eigenrauch) vorgeworfen. Als dann auch noch im Sommer vom Trainer-Manager-Duo Stevens/Assauer Andreas Möller verpflichtet, und später Publikumsliebling Marc Wilmots in die Wüste flüchtete, hatten die Buchmacher ihren Favoriten auf die erste Trainerentlassung des neuen Spieljahres bereits sehr früh gefunden. Alles Schnee von gestern! Schalke startete so gut wie Jahrzehnte nicht in die Saison, Stevens wird wieder mit Sprechchören gefeiert und selbst den Andi haben sie alle lieb, den Rudi sowieso. Über die Katastrophensaison des FC St. Pauli, die glücklicherweise nicht in der Drittklassigkeit endete, möchte ich an dieser Stelle keine weiteren Worte verlieren, sondern viel lieber nach vorne schauen - z.B. aufs Spielfeld: Ein "Head-to-Head"-Vergleich beider Mannschaften soll euch nicht nur die Akteure näher bringen, sonder auch wichtige Aufschlüsse über den Ausgang des Spiels liefern. Hier wir gehen: Heinz Weber vs. Olli ReckSo langsam mausert sich Weber zum sicheren Rückhalt im Tor, kann Urgestein Olli Reck (35), der mittlerweile seine 15. Bundesligasaison spielt, allerdings nicht das Wasser reichen. Der ehemalige Werderaner erlebt auf Schalke momentan seinen 746. Frühling und gehört augenblicklich zu den besten und sichersten Torhütern der Liga, der bislang nur sehr wenige Gegentore zugelassen hat (fragt mal die ran-Datenbank!) - Punkt für Schalke 0:1 Holger Stanislawski vs. Tomasz WaldochDie Binde scheint beide zu beflügeln. Während "Stani", neben Andre Trulsen dienstältester St. Paulianer, umsichtig als Libero die Abwehr organisiert und als kämpferisches Vorbild der Mannschaft immer an die Schmerzgrenze geht, ist der zweikampfstarke polnische Nationalspieler das Herzstück der neuformierten, erfolgreichen Dreierkette der Schalker - unentschieden 1:2 Zlatko Basic vs. Tomasz HajtoUnser "Zladdi" ist die Zuverlässigkeit in Person: Immer nah am Mann, immer dort wo es brennt und stets gefährlich in der Offensive. Die als Einwürfe getarnten Brandbomben von Hajto sind zwar unglaublich und führten schon zu so manchem Tor, ansonsten ist er aber nur als übles Rauhbein bekannt: In den letzten 4 Jahren sammelte er fast 40 Gelbe Karten (!) - Punkt für St. Pauli 2:2 Daniel Scheinhardt vs. Nico van KerckhovenWenn "Scheini" in Zukunft auf intensive Umarmungen seiner Gegenspieler im eigenen Strafraum verzichtet, ist er ein ganz großer - und ähnlich zuverlässig wie der kopfballstarke van Kerckhoven, der sich in der Abwehrformation der Schalker sehr viel wohler fühlt als auf der linken Außenbahn - unentschieden 3:3 Andre Trulsen vs. Jiri NemecDie Oldies im defensiven Mittelfeld sind echte Goldstücke. Zusammen sind beide fast 70 Jahre alt, haben zusammen mehr als 400 Bundesligaspiele bestritten und sind beide mit allen Wassern gewaschen. Der Torgefährlichere von beiden ist aber unser "Truller" - Punkt für St. Pauli 4:3 Henning Bürger vs. Niels Oude-KamphuisEin Jahr lang suchte Bürger auf Schalke sein Glück, sein Talent wurde dort allerdings vom damaligen Trainer Aleks Ristic verkannt: Er kam in der Saison 1991/92 nur auf 5 lächerliche Kurzeinsätze in der Bundesliga. Heute hat er endlich die Möglichkeit, sich auf seine Art zu rächen! Bei soviel Wut im Bauch kann Oude-Kamphuis nicht mithalten - Punkt für St. Pauli 5:3 Markus Lotter vs. Radoslav LatalIm Falle Lotter müssen einige meiner Blutsbrüder aus der "Turbojugend" kräftig Abbitte leisten (Hallo Willi!!!) - mit seiner sensationellen Wandlung vom Saulus zum Paulus war allerdings nicht zu rechnen. Der neue Markus Lotter ist zweikampfstark in der Defensive, im Spiel nach vorn nur mit unfairen Mitteln zu bremsen und kaltschnäuzig vorm Tor. "Das Latal" ist Kult - unentschieden 6:4 Christian Rahn vs. Jörg BöhmeUnser "Chrischi", ist er nicht wunderbar? Seine Ecken, seine Freistöße, seine Pässe, seine Übersicht - ich gerate ins Schwärmen. Kein Wunder, dass er der erfolgreichste Torvorbereiter in der Zweiten Liga ist. Jörg Böhme ist zwar alles andere als sympathisch, strahlt aber viel Torgefahr aus, übernahm auf Anhieb Verantwortung und sorgt dafür, daß die einstige Problemzone (linke Außenbahn) inzwischen zur Schalker Schokoladenseite mutiert ist - unentschieden 7:5 Thomas Meggle vs. Andreas MöllerFernando Redondo, Roy Keane, Juan Veron, Edgar Davids - sicher klangvolle Namen und überdurchschnittlich begabte Spielgestalter. Aber tauschen gegen unseren "Meggie"? Niemals! Und wer ist eigentlich dieser Möller? - Punkt für St. Pauli 8:5 Ivan Klasnic vs. Ebbe SandAuf den ersten Blick ein totes Rennen. Na ja, sein wir ehrlich: Auch wenn die halbe Bundesliga hinter "Uns Ivan" her ist, der Ebbe sorgt schon für Sturmflut im Schalker Angriff und gewinnt mit Nasenlänge Vorsprung - Punkt für Schalke 8:6 Nico Patschinski (Marcel Rath) vs. Emile MpenzaDer Emile bildet ja zusammen mit dem Ebbe das beste Sturmduo der Bundesliga. "Patsche" oder unser "Kampfschwein" zusammen mit Ivan ein kongeniales Trio, äh Quartett meine ich natürlich. Da der Emile aber ein ganz schlimmer, schwer auszurechnender Finger ist, der selbst nach Belieben trifft und in entscheidenden Momenten auch den Blick für den besser postierten Mitspieler besitzt, geht der Punkt an die Gäste aus Gelsenkirchen 8:7 Damit wären wir auch schon beim Tip angelangt: 8:7 - natürlich nach Elfmeterschießen!!! Käpt'n Braunbär |
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