Lieber Reden als aussperrenEitel Sonnenschein aller Orten, unser Fanpräsident ist inzwischen auch über den Großteil der Kritik erhaben: sportlich alles super, finanziell erscheint alles solide, die Sonne scheint uns allen aus dem Hintern. Und nicht mal mehr die Rostocker Vollpfosten sollen uns ärgern können! Nun haben wir mehrere Hefte hintereinander herausgegeben, in denen wir uns nicht über unseren Präsidenten geärgert haben. Ja, ja, die Süd steht, an der neuen Haupttribüne wird tatsächlich gebaut. Also alles im Lot? Nicht so ganz, denn Corny sorgte zwischendurch doch mal wieder für Kopfschütteln. Neben der Nötigung zum kostenpflichtigen Konsum im Clubheim auf der Holocaust Gedenkveranstaltung (siehe dazu das NACHGETRETEN an anderer Stelle im Heft) warf der Auftritt unserer Spezis aus Rostock seine Schatten voraus. Hansa ohne Rauch und Feuer?Die Terminierungen der Bundesligaspiele gehen genau bis zu unserem Heimspiel gegen den FC Hansa. Der Spieltag 28 hat es nämlich in sich und die DFL wartet lieber noch, ob unser Spiel gegen die Ostseestädter wirklich ein Hochsicherheitsspiel wird. Nach den ersten Plänen unseres Präsidenten wären wir nämlich fast unter uns geblieben. Corny Littmann versuchte das Rostocker Präsidium davon zu überzeugen, dass die ihre Fans mal lieber zu Hause lassen und das Millerntor Hansa-frei wird. Zwar klang das Einsparen der zu erwartenden Strafgebühren seitens des DFB durchaus verlockend, da die Vereinsführung von Hansa ihre Pappenheimer auch genau kennt. Aber genauso wussten die natürlich, dass es Ärger in den eigenen Reihen gibt, wenn sie diesem Vorschlag zustimmen. Corny soll also abgeblitzt sein an der Ostsee. Die Polizeiführung in Hamburg hingegen war da wohl aufnahmefreudiger bzgl. eines Fernbleiben der MeckPommer. Es gab zunächst einen Antrag an die DFL, nach Rostock KEINE Gästekarten zu schicken. Die DFL hielt sich bedeckt und schob die Verantwortung auf den Verein zurück, der dann eben umgekehrt ähnliche Konsequenzen bei seinen Auswärtsspielen ertragen müsse. Reden statt aussperrenEin Heimspiel gegen Rostock ohne Stress. Ohne Rauch, ohne Feuer, ohne Kloppereien, ohne Wasserwerfer. Gerade die letzten beiden Punkte trugen sich eh immer außerhalb des Stadions zu und da wird auch ein Zutrittsverbot zum Stadion nichts dran ändern. Dann streifen die erlebnisorientierten Rostocker durch die Straßen von St. Pauli und es knallt an jeder Ecke. Es wird nicht einmal zwei Stunden Ruhe geben, wenn das Spiel läuft. Der FC St. Pauli hätte damit einen Präzedenzfall für den Ausschluss von Gästefans schaffen. Das erste Spiel in Deutschland, mit einem Verbot für Gästefans! Auf St.Pauli! Am Millerntor! Doch auch wir wollen noch mal nach Hannover, Chemnitz, Dresden, Mannheim, Essen, zur Hertha oder in der kommenden Saison zum Derby in die Stellinger Arena. Daher hat auch das Präsidium eingesehen, dass Aussperren nichts bringt und den Antrag zurückgezogen. Im Vorfeld des Spiels möchte der FC St. Pauli nun gemeinsam mit seinen Fans mit dem FC Hansa Rostock und dem DFB und der DFL in einen Dialog treten, um das Schlimmste - den Ausschluss von Gästefans – zu verhindern. Natürlich hat Corny Recht, wenn er sagt, der DFB habe uns auf dem Kieker. Jede Verfehlung wird hart bestraft. Dass der DFB kein objektiver Ankläger und Vollstrecker ist, ist klar. Wenn Hansa bei uns zündelt, gibt es ordentlich Stress mit den Frankfurtern und der FC St. Pauli darf zahlen. Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass es nicht so weit kommen muss. Nehmt den Dialog an und verhindert somit den Ausschluss bei Auswärtsspielen und die permanente Personalisierung von Tickets! Auch wir mögen die Idioten von der Ostsee gar nicht. Aber Gästefans aussperren mögen wir noch weniger! // Die Redaktion |
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