„Bielefeld ist klasse…“

Eine beliebte italienische Restaurantkette in Hamburg-Rotherbaum. Einer derjenigen, die zur Mittagszeit dem Lokal einen ersten Besucherandrang bescheren, ist Matthias Hain. St. Paulis Torwart kehrt hier öfter ein, wenn es sich zwischen zwei Trainingseinheiten am Tag anbietet. Dirk HainIn seiner Wohnung im Schanzenviertel wird er schließlich selten bekocht, seine Familie zieht es aus der heimischen niedersächsischen Provinz des Vorharz nicht fort. Matthias selbst hat dort auch bereits gebaut. Obwohl sie heute im Training „ordentlich was getan haben“, begnügt sich Matze mit einem Salat garniert mit Putenbruststreifen.

Matthias, bei ausländischen Neuzugängen macht man ihre Integrationsbereitschaft gerne an Fortschritten in der Sprachbeherrschung fest. Für dich gilt ein kleiner Hamburg-Test. Aber vorab gefragt, kanntest du die Stadt bereits gut, bevor du im Sommer hierher zogst?
Ich war schon ein paar Male hier, wenn wir mit Bielefeld beim HSV gespielt haben oder zu Besuch. Aber zu behaupten, dass ich die Stadt gut kenne, wäre übertrieben.

Zum Test: Sagen dir die „Gebrüder Wolf“ [Hamburgs Hymne "An de Eck steiht´n Jung mit´n Tüdelband" geht auf diese Gesangshumoristenpaar zurück] etwas?
Nein, sagt mir nichts. Geht schon gut los…

Auf was ist der Name Reeperbahn zurückzuführen?
Reeperbahn… (überlegt lang). Wahrscheinlich hat das irgendwas mit Spielbuden zu tun…

Na ja, Volker Ippig und Klaus Thomforde sagen dir mehr?
Die kenne ich, sicher, ja.

Wie heißt der kleine Hamburger Verein an der Müllverbrennungsanlage?
Wahrscheinlich ist es der HSV.

Richtig. Hören wir mal auf mit dem Testen. Zu St. Pauli bist du aus Bielefeld gewechselt. Gibt es Bielefeld eigentlich wirklich?
Ja, die gibt’s wirklich. Ich verstehe auch überhaupt nicht, dass die Stadt in der allgemeinen Wahrnehmung so schlecht wegkommt, weil sie wirklich schön ist. Natürlich nicht vergleichbar mit Hamburg, schon von der Größe nicht und einen großen Fluss haben wir auch nicht. Dennoch hat die Stadt ne Menge zu bieten, eine große Uni mit sehr schöner Kneipenszene, in der ich auch mein studentisches Stammlokal gehabt habe. Bielefeld ist klasse, du hast unheimlich, eine super Verkehrsanbindung nach Berlin, Hamburg und ins Ruhrgebiet und ne schöne Gegend mit viel Grün und vielen Baggerseen.

Wird es nächste Saison ein Wiedersehen geben mit den alten Kollegen aus Bielefeld durch zwei Punktspiele mit St. Pauli?
Wenn, dann müssen wir schon aufsteigen. Bielefeld möchte ich wirklich nichts Schlechtes wünschen, vor allem nicht meinen ehemaligen Mitspielern, von denen ich die meisten noch kenne. Auch wenn es gerade sehr schwierig aussieht, glaube ich trotzdem, dass sie es schaffen werden.

Wäre ein Aufstieg realistisch? Wir haben uns mal zwei Sachen herausgesucht: In einem Kicker-Interview sagtest Du, ihr wollt mindestens Neunter werden und auf der St. Pauli-Homepage wirst Du mit den Worten zitiert: „Jeder der hier im Kader steht, hat den Anspruch, mindestens in der zweiten Liga zu spielen.“ Klingt nach Aufstiegsambitionen…
Also, ich will nicht sagen, dass es nicht machbar wäre. Die Zweite Liga ist schwer auszurechnen, schwierig da ne Prognose anzugeben. Man hat es im letzten Jahr auch gesehen: Bis zu den letzten drei, vier Spieltagen spielt die Hälfte um den Aufstieg und die Hälfte um den Abstieg. Ein Mittelfeld gibt es gar nicht. Die letzten paar Spieltage bleiben so sechs, sieben Mannschaften übrig, die um den dritten Platz spielen. Es wäre natürlich nicht schlecht, wenn du unter denen erstmal dabei wärest und dir die Möglichkeit offen hältst, wenigstens Dritter zu werden. Wenn du zwischendurch einen guten Lauf hast, auswärts anfängst zu punkten und die Heimstärke beibehältst, dann hast du ne große Chance das auch zu schaffen, zumindest oben dran zu bleiben. Aber klar ist auch: Das geht nicht ohne Auswärtspunkte, weil du nicht erwarten kannst, dass du jedes Spiel am Millerntor gewinnst. Durch die Auswärtspleiten setzt du dich immer wieder unter Druck, was dazu führt, dass du irgendwann den Blick eher nach unten richten musst als nach oben.

Du sprichst die Heimstärke an. Man kennt die Reden vom „Potential“ einer Mannschaft und sieht es bei euch in den Heimspielen. Wenn es erstmal rollt, was drinsteckt in der Truppe.
Ja, ganz klar! Die Traute, die auswärts noch ein bisschen fehlt, der Mut zum Risiko, den wir in den Heimspielen von der ersten Minute an an den Tag legen, wie wir viel offensiver agieren, Pressing spielen, das geht der Mannschaft auswärts noch so ein bisschen ab. Aber das ist ein Lernprozess. Das war letzte Saison nicht anders. Wir müssen die Lehren draus ziehen, ansonsten wirst du als Mannschaft aber auch als Spieler auf der Strecke bleiben. Dann werden die Verantwortlichen sehen, o.k., mit dem einen oder anderen kommst du nicht weiter und dann ist es ganz normal, dass du ausgetauscht wirst.

Ist Erstligapotential in der Mannschaft vorhanden?
Ich habe zu Bundesligazeiten viele Spieler kommen und gehen sehen, die auch teils jetzt noch Bundesliga spielen, bei denen ich sage: Sie haben weniger Potential als die, die hier sind, aber die begriffen und nur die Chance haben, in der Liga zu bleiben, wenn sie bei einem Verein wie Arminia Bielefeld spielen und dass sie einfach mehr tun müssen als eigentlich bessere, talentiertere Leute. Ein Rüdiger Kauf z.B. schafft das, weil er das weiß und ehrlich zu sich selber ist.

Vermittelst du das deinen jungen Kollegen?
Ja, natürlich, ich versuche das. Es gibt Situationen, in denen ich das Gefühl habe, dass ich jemandem mal meine Sicht der Dinge darlegen muss. Ich habe richtig gute Fußballer scheitern sehen, die normalerweise mit Mitte 20 schon 30, 40 Länderspiele haben müssten und dann von der Bildfläche verschwinden, weil sie sich lange Zeit nur auf ihrem Talent ausgeruht haben. Wenn du das nicht pflegst und nicht dran arbeitest, bleibst du stehen und dann ist Feierabend. Man muss aber darauf achten, wen man auf dem Platz verbal richtig runterpfeifen kann, damit er marschiert, und wer dadurch einknickt, vielleicht die ganze Woche.

Gehörst du in die Erste Liga?
[kurzes Nachdenken, dann, sehr ernst] Ich denke schon, ja.

Sind die unterschiedlichen Leistungen in Heim- und Auswärtsspielen eine psychologische Sache, liegt es an der Unterstützung der Fans am Millerntor oder woran liegt es?
Natürlich, das Fanpotential am Millerntor und die Gesänge sind für die Heimmannschaft gigantisch. Das sind die Prozentpunkte, die du vielleicht brauchst, um so Spiele wie gegen Aachen oder gegen 1860 noch zu gewinnen. Überragend, wenn du wie gegen 1860 kurz Spielschluss „You´ll never walk alone“ hörst und das ganze Stadion singt mit. Es ist so und der einzelne Spieler nimmt es auch genauso wahr, es kitzelt noch das an Leistung aus dir heraus, ohne das du vielleicht nur unentschieden spielst, in den letzten Minuten den Ausgleich bekommst oder sogar noch verlierst. Auswärts ist es, denke ich, weniger ein Kopfproblem, sondern man muss auch sehen, dass wir häufig Gegner gehabt haben, die Richtung Erste Liga gehen: Greuther Fürth sowieso, als absolute Führungskraft der Zweiten Liga, die jedes Jahr um den Aufstieg spielen und auch dieses Jahr wieder eine sehr gute Mannschaft haben. Die Lauterer genauso, die sehr gut auf uns eingestellt wurden und an Leuten aufgestellt sind. Und Rostock hat noch mal ein ganz anderes Potential und Niveau in der Mannschaft. Das muss man mit berücksichtigen.

Matthias geht inzwischen so sehr in Auskunftsfreudigkeit auf, dass er nur noch sporadisch dazu kommt, seine Salatschüssel zu leeren. Während wir noch überlegen, wann er das letzte Mal in den Schlussminuten gequält fünfzehn Meter zurückackern musste, verrät er uns, dass Stanislawski der Truppe statt Nachmittagstraining frei gegeben hat. Schön für uns und ein entsprechend langes Gespräch sowie für Matzes Wohnung, deren Reinlichkeit er sich noch widmen wollte.

Nochmal nachgefragt: Bewirkt die Heimunterstützung mehr Mut zum Risiko oder sorgt sie eher dafür, dass man sich insgesamt mehr reinhängt?
Ich glaube, von allem etwas. Es bringt mehr Mut, Risiko zu gehen, weil man weiß, es werden einem bei uns am Millerntor auch Fehler verziehen, vielleicht auch leichten Fehler, wenn die Leute sehen, die Mannschaft rennt, der Einsatz und der Kampf stimmen. Da gehst du als Spieler dann auch einfacher drüber weg. Es ist das Gleiche, wenn du das Vertrauen des Trainers spürst und weißt, du kannst dir auch mal ein Schlechtes Spiel oder Fehler erlauben, ohne dass du im Hinterkopf haben musst, es ist jetzt bereits das zweite Spiel in Folge, in dem ich einen schlimmen Fehlpass spiele, passiert das jetzt noch mal, dann bin ich direkt draußen. Das wäre dann ja auch ein psychologischer Druck, der noch dazu kommt.
Natürlich hilft es auch gegen Ende, wenn du einen Vorsprung zu verteidigen hast und obwohl du im Prinzip total übersteuert bist und alles wehtut, diese fünfzehn Meter doch noch mal zurückackerst und den Gegner behinderst. Da hilft die Unterstützung von außen ungemein.

Würdest du mit St. Pauli in die Dritte Liga gehen?
Also …[kurze Pause] grundsätzlich bin ich keiner, der davon läuft, wenn er was mit verbockt hat, und sagt, ich mache jetzt woanders weiter. Man sollte versuchen, es zu reparieren und sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Das war in Bielefeld nicht anders, als wir in die Zweite Liga abgestiegen sind. Anders sieht es aus, wenn der Verein einen totalen Umbruch wünscht.

Was machst du nach der aktiven Karriere und wie lange wird diese noch andauern?
Ich will so lange, wie es geht, weitermachen, mindestens bis Vertragsschluss 2010. Von altersbedingter Belastung spüre ich zum Glück noch nichts. Ich brauche das Training und muss dort an meine körperlichen Grenzen gehen. Nach Trainingseinheiten, in denen viele taktische Dinge trainiert werden, in denen du viel herumstehst, fahre ich nicht zufrieden nach Hause. Fußball ist das Beste, was ich kann, es ist also naheliegend, dass ich Trainer werde. Den B- und A-Schein mache ich zunächst auf jeden Fall.

Du hast eine sehr große Bundesligaerfahrung [152 Erstliga- und 137 Zweitligaspiele]. Wie macht sich der Unterschied zwischen Zweit- und Erstligastürmern für einen Torhüter bemerkbar?
Die Unterschiede liegen in der individuellen Stärke einzelner Spieler, durch die dann knappe Spiele gewonnen werden. Ein Van der Vaart beispielsweise hat die Qualität, dass wenn er die eine Chance bekommt, er sie auch nutzt. Man entwickelt sich aber auch weiter, stellt sich auf den Gegner ein und passt sich dem Niveau des Gegners an. Wichtig ist es, in Situationen, in denen klar ist, dass der Gegner schießt, oder in Eins-Zu-Eins-Situationen, dass du aggressiv zum Ball gehst. In der einen hundertstel Sekunde musst du die eine richtige Entscheidung treffen. Bei Flanken ist es ähnlich: Kommen diese flach in Kopfhöhe und sehr scharf geschossen in den Strafraum, ist es für dich als Torwart unheimlich schwer. Da gibt es Situationen, in denen ich mich entscheide, rauszukommen, dann merk ich aber schon beim Hinlaufen, es war die falsche Entscheidung, ich habe den Ball falsch berechnet. Dann ist die Frage, was machst du, bleibst du stehen oder ziehst du durch. Das sind so Situationen, in denen es Unterschiede zwischen den Ligen gibt. In der Ersten Liga gibt es eher Spieler, die das Spiel durch eine gut getretene Standardsituation oder einfach, weil sie handlungsschneller sind, entscheiden. Wirklich Geändert hat sich mein Torwartspiel zwischen Erster und Zweiter Liga aber überhaupt nicht.

Bereitest du dich auf Stürmer wie Angelos Charisteos, der immerhin Griechenland 2004 zur Europameisterschaft geköpft hat, besonders vor? Und wie viele wird er dir einschenken?
Ich hoffe gar keinen, ist klar. Natürlich weißt du auch um die Stärken der einzelnen Spieler. Nürnberg ist offensiv sehr gut aufgestellt: Die haben Mintal noch, Eigler, den ich aus Bielefeld noch kenne und der ganz klar gehobenes Erstliganiveau hat. Da heißt es: im Teamverbund gut verschieben, nicht anfangen, da gegen den Mann zu spielen. Ich schau mir auch die vermeintlichen Elfmeterschützen des Gegners an. Das sind aber nur Anhaltspunkte. Es gibt Spieler, die können nur mit rechts schießen, legen sich den Ball von hundert, achtundneunzig Mal auf rechts, du stellst dich darauf ein und auf einmal schießt der doch mit dem linken. Du kannst als Torhüter halt nur reagieren. Du hast wenig Möglichkeiten zu agieren. Das kannst du mal, wenn du mit gezielten Abschlägen das Spiel schnell machst und vorne einen schnellen Spieler wie Hoilet hast, der wirklich von keinem aufgehalten werden kann, weil er so schnell ist.

Du sprichst David Hoilet an. Bleibt er über die Saison hinaus [Leihspieler von den Blackburn Rovers]?
Ich denke schon. Er hat eine Odyssee hinter sich. In England durfte er nicht spielen, weil er keine Arbeitserlaubnis hatte, insofern hilft er Blackburn auch nicht. Er bekommt hier das Vertrauen und hat mit Mannschaft und Trainerteam die richtigen Leute um sich herum. Ich denke, so schätze ich ihn ein, dass er das in seine Entscheidung mit einbezieht.

Ist dir bewusst und was bedeutet es dir, dass du es bei St. Pauli mit einer politischen und linken Fanszene zu tun hast?
Klar kriegt man das mit, auch wenn ich mich noch nicht so sehr damit beschäftigt habe. Ich bin selbst politisch sehr interessiert. Man sollte dem rechten Lager so wenig Chancen geben wie möglich. Wenn man eine Weltmacht wie die USA sieht, die 24 Stunden im Irak Krieg führen kann, es aber in einer Woche nicht schaffen, die Leute in New Orleans nach dem Wirbelsturm mit Lebensmitteln zu versorgen und zu evakuieren, dann wirst du doch verrückt.

Was denkst du über die Krawalle in Rostock?
Es ist eins der Spiele, die man vielleicht als „Derby“ durchgehen lassen kann. Es rührt aber sicher auch daher, das hat die nähere Vergangenheit gezeigt, dass im Rostocker Umfeld der Rechtsradikalismus relativ groß ist und von daher mit der linksgerichteten Hamburger zwei gegensätzliche Szenen aufeinander prallen. Wir haben das schon deswegen mitbekommen, weil wir im Bus fast zwei Stunden warten mussten, nicht abfahren durften, weil Straßen gesperrt wurden.

Sind Themen der Fans ein Thema in der Mannschaft, was z.B. Auswärtsfans manchmal auf sich nehmen oder die ein oder andere Plakatierung im Stadion?
Klar. Man kriegt sicher nicht alles mit. Gerade im Stadion ist man natürlich sehr fokussiert. Die Entfernung nach Kaiserslautern z.B., die wir ja auch auf der Rückfahrt mit dem Bus zurücklegen, oder die Sprit-, Bahn- und Eintrittspreise – das ist uns aber schon bewusst. Dass man das nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt. Auch wenn man den einen oder anderen der Mannschaft mal darauf aufmerksam machen muss. Es ist wichtig, dass die Leute davor Respekt zeigen und man versucht, sich in ihre Lage zu versetzen.

Gibt es etwas, was dich an der Fanszene stört?
Bei St. Pauli eigentlich nichts. Was mich in Bielefeld oft gestört hat, waren persönliche Beschimpfungen, die unter die Gürtellinie gingen – ob nun gegen Spieler, Fans oder Gastverein gerichtet. Ich finde, so etwas gehört sich nicht, das hat mit Support nichts zu tun. Wenn irgendwelche Verbalpfeile abgeschossen werden, bin ich damit ja nicht gemeint, werde dadurch nicht angefeuert. Das habe ich immer als Humbug empfunden, dann hab ichs lieber, dass die Mannschaft unterstützt wird oder, dass man einfach mal schweigt…

Du hast dich in eine Wohnung im Schanzenviertel einquartiert, ein sehr belebtes Viertel. Wonach hast du das ausgewählt?
Eigentlich bin kein Stadtmensch, habe aber auch in Bielefeld schon im Zentrum gelebt. Ich möchte, wenn ich alleine wohne, alles zu Fuß erledigen können. In der Schanze ist es noch mal eine Nummer besser. Wenn du im Sommer raus gehst, denkst du, du bist im Urlaub. Du kannst überall draußen sitzen, hast schöne Kneipen, viele Nationalitäten. Selbst wenn mich Leute erkennen, bekomme ich dennoch meine Ruhe, ohne dass ich dafür auf Distanz gehen würde. Ich habe schon gerne Kontakt zu den Leuten, sonst würde ich auch nicht in so ein Viertel ziehen. Wenn ich mir ne Premiere-Kneipe suche, kommt man irgendwann ins Gespräch, diskutiert z.B. über St. Pauli, übers Spiel, das gerade läuft oder den Fußball an sich. Das mach ich ganz gerne, weil du so die Sichtweise der Fans oder der Leute, die sich allgemein für Fußball interessieren, mal kennenlernst. Man hört auch nett gemeinte Ratschläge von Leuten über Dinge, die sie nicht beurteilen können, weil sie die professionelle Seite des Fußballs nie kennengelernt haben. Ohne das abwertend zu meinen, muss ich manchmal ein bisschen Schmunzeln, wenn sie dann Patentrezepte haben, weil es gerade mal nicht so läuft oder ich selber gerad ne scheiß Phase habe.

Zum Abschluss würden wir gerne noch von dir erfahren, welche gegnerischen Stürmer dich am meisten beeindruckt haben.
Wer gegen mich viel getroffen hat war Cacau, der aufgrund seiner Schusstechnik auch aus der Entfernung sehr, sehr gut schießt. Kevin Kuranyi ist als Torwart sehr schwer zu spielen, weil er komplett ist, ein gutes Kopfballspiel hat, sehr schnell und eigentlich auch fußballerisch stark ist. Dazu bewegt er sich noch sehr gut.

Dirk Hain

Wirklich beendet war das Interview damit noch nicht. Matthias machte keinerlei Anstalten, aufbrechen zu wollen, was nicht nur daran liegen konnte, dass er keine Lust auf Hausputz verspürte. Denn auch er wollte noch einiges von uns wissen. Ob es Dinge gebe, die uns am Klub (gerade) stören. Ob wir St. Pauli genauso wie er als besonderen Verein wahrnehmen. Und was wir von der neuen Südtribüne und den restlichen Stadionplänen halten. Die neue Süd schaut Matthias sich immer wieder gerne an, besonders, wenn er an das Grau in Grau anderer Stadien denkt, hat man erst die Glitzerfassade hinter sich gelassen…

KoSta/Frederic Kieper

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