„Nachgeteten“

... Oh ihr wunderbaren Stadionplaner, zu ew´gen Dank verpflichtet, der Fan vorm neuen Kartencenter!

NachgetretenDas ist nun endlich mal zugegeben der große Wurf: Eine tolle Südtribüne aus Backstein und so, die Lust und Laune auf mehr neues Stadion macht, aber wie konnte es nur passieren, dass das neue Kartencenter einen Charme versprüht, wie ein alter Grenzübergang in die DDR? Wenn davor noch einige Hamburger Gitter oder sogar Stacheldrähte installiert werden würden, oh dann kommen Erinnerungen an Abschiebeknäste in einem kaufwilligen Kubakarten Fan hoch. So erinnern wir einen gewaltigen, exemplarischen Wortwechsel:

„8 Karten für Kuba“
„Wofür?“
„Kuba!!!“
„sitzen oder stehen?“
„was gibt es denn?“
„Kuba!!!!!!“

   Nicht nur, dass die Freundlichkeit einiger Mitarbeiter an einen Amtsstubenton der konservativen Adenauer Arä erinnert, oder besser noch: Kundenorientierung in der Argentur für Arbeit, da kann man ja etwas dazulernen über kommunikativen Service anstatt schnöder Dienstleistung oder Kundenfreundlichkeit oder so...

    Nein, besser noch die bauliche Voraussetzungen, die einem zur Freundlichkeit und Nähe bemühtem Mitarbeiter gar keinen direkten Kontakt zum Fan mehr ermöglichen, wozu auch, der könnte es ja schön finden zu quatschen, einen von der anstrengenden Verkaufsarbeit abzuhalten, oder sogar den Versuch wagen, ob des vielen vorhanden Bargeldes einen Griff über den Tresen zu wagen. So doch lieber im Container, als hinter 25mm kugelsicherem Verbundglas, dass garantiert Wärme in die Hütte reinläßt und somit Unfreundlichkeit nach draußen produziert, da zu viel Hitze schädlich für Eiweißmoleküle ist. Selbst in der unbeliebten „meine Bank trinkt Astra“ Filiale ist der Bargeldbereich nicht so gut gesichert wie hier. Ein Schelm wer böses dabei denkt, Griff in schwarze Kassen, oder einfach nur: Wo so viel Bargeld vom DK Verkauf lagert, da die heutzutage in Mode gekommene Plasikkartenlesegeräte anfänglich einfach nicht zum Kunden gelangen können, da könnte ja etwas zu holen sein, in diesem Pöbelstadtteil.

    Zu kleine Schubladen eben, oder zu große Geräte ... Fan hat es sich schon immer gewünscht die Kommunikation, die zum Karten kaufen nun mal notwendig ist, durch eine Gegensprechanlage zu steuern, dass selbst den „Funk Füchsen“ das Ohrwachs in der Muschel gefriert. Welch Übertragungsqualität, boah Aller ey! Dieser angenehme leise Ton, der im Baulärm vor der Hütte einfach im Staub Nirvana verschwindet. „Wie bitte? Eine Karte für die Hauptgrade?! Hamm wir nicht!“- „Was? Ich verstehe nichts!“ Wie wäre es als Innovationsvorschlag mit LED Laufbändern und Tastaturen, wo der Wunsch eingetippt werden kann? Hätte doch was, das verkürzt dann die Wartezeit enorm, wenn zusätzlich noch ein Kasten mit Abreißnummern wie im Finanzamt installiert werden würde. Das wäre „Pauli Kult“, weil einzigartig im Bolzbusiness.

    Oh - und all ihr Rentner und Geh- und Hörbehinderten, die schön lange in der Sonne brutzeln und sich die Hüftgelenke in den Bauch stehen, immer schön in der Schlange bleiben, so wie im Konsum, Nein! - da ist sie wieder die DDR, dieser böse Staat, sonst drängele ich mich mal vor, Stühle und Schatten bitte nächstes mal selber mitbringen. Irgendwo in der Schlange muss doch ein Bekannter stehen, der mich schnell vorläßt, meine Mittagspause ist halt zu kurz um Tickets zu ersteigern. Vielleicht könnte man kultmäßig auch einen „einarmigen Banditen“ zwischen all die modernen Funkempfänger setzten, wenn drei mal das Vereinslogo oder der Totenkopf auftaucht, gibt es die Karte sofort.

    Was auch gelungen ist, sind die schön abwaschbaren leicht zu desinfizierenden Edelstahleinschübe, die für Langlebigkeit und beste Laufeingenschaften, nicht nur unter Tischlern wohl bekannt sind. Nein sie wecken darüber hinaus doch die ein oder andere Erinnerung an einen x-beliebigen Nachtschalter jeder ordentlichen Provinztankstelle zwischen Lurup und der Horner Rennbahn. Mal sehen ob die halten, wenn der erste pappvolle Fan da reingekotzt hat. Na herrlich, hoffentlich fragt keiner ob das hier das neue Pissoir ist, da gibt es nämlich welche auf Autobahnparklätzen, die eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Ja mal nicht zu negativ und abwarten wie 3-4 Schalter mit tollen neuen Computersystemen im Liga Alltag funktionieren, beim „Länderspiel“ hat ob des unerwarteten Massenandrangs schon mal super funktioniert. Letztlich gab es vor der Gegengrade noch Billets von Fans für Fans die nicht konnten, das ging vielleicht schnell. Ob Gästefans auch in den Genuß unseres „Karten DriveIn“ kommen dürfen?

Spiegel
//JanEcke

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