VERFLIXTES ACHTES JAHR
WARUM UNSER FANBEAUFTRAGTER HEIKO SCHLESSELMANN PLÖTZLICH DAS HANDTUCH WIRFT

heikoIn der Tat, es ist ein echter Interview-Marathon, durch den ihr euch jetzt seitenweise zu lesen habt. Aber eine Quälerei wie über die gut 42 Kilometer wird das mitnichten, denn Wanderfreund Heiko redet offen und spannend über die vielen Gründe seines Rücktritts und weiß dennoch auch die schönen Momente seiner Arbeit in den letzten Jahren zu beleuchten. Wer also wissen möchte, was regelwütige Ordnungshüter, unterirdische Fußballfans, ein beratungsresistenter Vereinsangestellter, die Kommerzialisierung des Fußballs an sich und beim FC im Speziellen sowie das Thema Gewalt mit dem freiwilligen Rückzug Heikos ins Halbprivate zu tun haben, sollte sich jetzt einen Sixpack Bier oder eine fette Kanne Tee oder Kaffee neben die Couch stellen und gemütlich losschmökern...

ÜS: Heiko, kürzlich wurde bekannt, dass Du nach siebeneinhalb Jahren den Fanladen verlassen möchtest und auch als Fanbeauftragter zurücktrittst. Warum?
Heiko: Das stimmt, wobei die Entscheidung schon früher gefallen ist. Wer mich gut kennt weiß, dass ich schon länger mit dem Gedanken gespielt habe. Allerdings erst mit dem Auswärtsspiel in Osnabrück Ende September 2007 war für mich der absolute Tiefpunkt erreicht, und ich habe am Montag darauf im Fanladen-Team meine Kündigung zum Ende der Saison bekannt gegeben. Es gibt da sehr viele Gründe. Im Endeffekt waren es diverse „Sargnägel“, die zu meiner Entscheidung beigetragen haben.

ÜS: Welche waren diese „Sargnägel“ und was führte beim VfL Osnabrück zu deiner endgültigen Entscheidung?
Heiko: Na ja, es war immer so, dass ich schon vorher öfters genervt war, besonders an Spieltagen und noch mehr bei Auswärtsspielen. Zu den Gründen komme ich gleich. Aber meistens hat mir die allgemeine Arbeit von Montag bis Freitag soviel Spaß gemacht, dass ich die Spieltage damit ausgleichen konnte. Irgendwann war das nicht mehr der Fall, und das Spiel in Osnabrück war der letzte Tropfen zum Überschwappen. Vorher hatte ich mich schon mit der Polizei rumgeärgert, mit voll gesoffenen St. Pauli-Fans am Stadioneingang und auf der Hinfahrt aufgrund ihres Verhaltens angelegt, das Spiel ging verloren, und vor dem Stadion versuchten ein paar St. Pauli-Fans, normalen Mittvierziger-Osnabrück-Fans von hinten die Schals abzunehmen und diese zu provozieren. Da habe ich mich zu verbalen und physischen Gewaltakten gegen diese St. Pauli-Fans hinreißen lassen und auf der Rückfahrt war klar, dass ich auf so was keinen Bock mehr habe.

HEIKOS KURZ-VITA

Heiko Schlesselmann, 28. Juni 1972, in Sasel aufgewachsen, gelernter Hotelfachmann. Seit 1985 bei den Spielen des FC St. Pauli, seit 1987 Dauerkarte, seit 1991 auch auswärts regelmäßig dabei. Artikelschreiber beim legendären SPLITTER-Magazin, Ex-Präsident des leider aufgelösten Fanclubs Karo-Family, Mitbegründer von Ballkult e.V., Fanräume e.V. und Mitglied bei BAFF seit mehr als 10 Jahren. Seit 1. Januar 2001 im Fanladen tätig und seit Juli 2001 auch Fanbeauftragter des Vereins. Seit Herbst 2007 im Ehrenrat des FC St. Pauli.

ÜS: Und die weiteren Gründe?
Heiko: Ich bin auch ausgebrannt, mir geht so vieles auf die Nerven, und ich bin oftmals müde, gegen manche Erscheinungsformen des modernen Fußballs, gegen die unsinnigen Aktionen und Einsätze der Polizei, gegen den Ausverkauf meiner Werte als St. Pauli-Fan, gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs und insbesondere der St. Pauli-Fanszene anzukämpfen. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen, und ich fühlte und fühle mich sehr oft ohnmächtig, da man dagegen nicht ankommt bzw. ignoriert wird. Ich habe gemerkt, dass ich mehr und mehr abstumpfe, viele Beschwerdebriefe oder Gespräche gar nicht mehr angehe, „da es eh nix bringt“. Für mich war klar, dass ich hier nicht die Fanbetreuung nur verwalten will, sondern dass Einsatz, Motivation und Engagement nötig ist. Also war für mich auch klar, dass ich rechtzeitig die Bremsleine ziehe und einem neuen, hoch motivierten und engagierten Menschen den Platz frei mache.

ÜS: Kannst du die Punkte noch etwas ausführen, was du mit den Windmühlen meinst. Was genau führte zum Ausbrennen in den letzten Monaten?
Heiko: Wie viel Platz habt ihr für dieses Interview eingeräumt?! Fangen wir mit dem Lieblingsthema an, den Ordnungsbehörden rund um den Fußball. Als ich vor siebeneinhalb Jahren im Fanladen angefangen oder auch früher als ich ab 1985 privat die Spiele besucht habe, wurde der Fußballfan noch nicht als Sicherheitsrisiko behandelt. Es sind so viele Probleme erst durch die überzogene Anwesenheit der Polizei entstanden. Der Fan darf nicht mehr früh in einer Stadt ankommen und irgendwo was essen oder trinken. Man wird gekesselt, vors Stadion gefahren und muss dann in den Block. Das haben wir gerade aktuell wieder in Paderborn in einer entwürdigenden und übertriebenen Art erlebt. Verbote, Einschränkungen und Repressalien. Das führt zu vielen negativen Begleiterscheinungen und wenn es nur der fehlende Kontakt zu anderen Fangruppen ist. Viele jugendliche St. Pauli-Fans wachsen mit diesem Bild der Fantrennung auf und wollen gar keinen freundlichen Kontakt zu anderen Fußballfans mehr. Bei jedem Spiel bekommt man unsinnige Einsätze oder Anweisungen der Polizei mit, Fans werden oftmals geduzt, werden beschimpft und somit provoziert. Die „szenekundigen“ Beamten haben von der Szene soviel Ahnung wie ich vom Karpfenfischen und konstruieren wirre Voraussagen in die Städte unserer Auswärtsspiele, dramatisieren Begebenheiten und haben persönliche Fehden mit einzelnen St. Pauli-Fans, die die Stimmung an Spieltagen beeinträchtigt. Es ist fatal, wie sich das Bild der Polizei in den letzten Jahren geändert hat. Heutzutage führt das Auftauchen von einem Polizeiwagen oder nur eines einzelnen, bürgernahen Beamten schon zu Unmut. Die Polizei wird nur noch als problemsuchend und -machend empfunden. Und das ist leider oft auch so. Viele Schwierigkeiten entstehen erst durch die Unkenntnis von Fankultur durch die Polizei und durch überzogene Präsenz oder Einsätze. Das ist nicht nur in Hamburg so, sondern auch in anderen Fanszenen und Bundesländern. Man bekommt oftmals den Eindruck, dass die Fußballfans als Versuchskaninchen für neue Methoden oder Ausbildungsmaßnahmen herhalten müssen. Viele Sachen, die später beim G8-Gipfel umgesetzt wurden, waren schon bei diversen Fußballspielen ausprobiert worden. Fußballfans haben in der Gesellschaft keine Lobby, und mit denen kann man es ja machen. Da macht es irgendwann keinen Spaß mehr, vermitteln zu müssen. Wir schütteln oft den Kopf über das Vorgehen der Beamten und müssen uns trotzdem zwischen die Fronten stellen, wir müssen für die Sichtweise der Polizei vermittelnd eingreifen und die Emotionen runterfahren. Das fällt allerdings mehr und mehr schwer, und ich habe da jetzt keine Lust mehr zu. Nach dem Betreten des Fanladens durch die Polizei im November 2006 war ich schon so abgegessen, dass ich keinen Beschwerdebrief mehr schreiben wollte. Nur dank Daniela, die beharrlich blieb, kam es erst zu den öffentlichen Protesten. Was sich Schäuble im Globalen und die Zentraldirektion in Hamburg oder Tresp auf St. Pauli im Lokalen erlauben, sprengt mein Verständnis unserer Verfassung samt der Grundrechte des Menschen und führt zu einem, mindestens gefühlten, Polizeistaat.

ÜS: Aber manche Ordnungsdienste sind ja auch nicht ohne, oder?
Heiko: Richtig! Denn dazu kommt dann manchmal der „Hilfspolizist“, die Spezies Mensch, die gern Polizist geworden wäre, aber es nur zum Ordner schaffte. Es gibt selten Spiele, wo man anschließend den Kollegen des Gastvereins zu ihrem Ordnungsdienst gratulieren kann. Eine Vielzahl der Ordner, auch beim FC St. Pauli besonders im Gästeblock anzutreffen, genießen ihre vermeintliche Macht so sehr, dass sie nicht an kooperativem oder vermittelndem Verhalten interessiert sind. Man muss mit Rechtsradikalen in Ordnerjacke über die Verfassungsmäßigkeit und Genehmigung von durchgestrichenen Hakenkreuzen diskutieren, Ordner rennen in den Gästeblock, um eine Fahne vom Zaun zu rupfen, verbieten am Stadioneingang erstmal alles, auch wenn es in der Vorbesprechung genehmigt wurde. Dazu kommen diese ganzen sinnlosen Verbote durch Sicherheitsbeauftragte der anderen Vereine. Das eine ist brennbar und darf nicht mit, am Zaun darf nichts hängen, da man ja zündeln könnte und die Fahnenstäbe sind zu lang. Neuerdings soll man Personalausweise kopieren, um seine Fahne, Megaphon oder Trommel mit in den Block zu bekommen, usw. Wir immer in der Mitte, versuchen zu vermitteln und das Beste für die Fans zu erreichen. Da geht es uns beim FC St. Pauli sehr gut mit den vorbildlichen Genehmigungen für Fan-Utensilien, aber bei anderen Vereinen muss man sich schon sehr wundern, was alles verboten und als Problem betrachtet wird. Irgendwann darf man nicht mal mehr einen Schal mitbringen, da man mit diesem jemanden erwürgen könnte.

heiko

ÜS: Das klingt alles ziemlich pessimistisch...
Heiko: Sargnagel Numero 3 waren und sind Teile der Vereinsführung. Der FC St. Pauli hat immer noch eine Ausnahmestellung in Deutschland bzw. Europa. Die Wege zum Verein sind kurz, ehemalige Fanbetreuer arbeiten als Sicherheitsbeauftragte oder beim Merchandising, und man ist sich teilweise seiner sozialen Rolle und Verantwortung für die Fanszene und den Stadtteil bewusst. Aber auch dort gibt es immer mehr eine Veränderung der Werte, und viele neuere MitarbeiterInnen, die aus anderen Vereinen oder Städten kommen, kennen den FC St. Pauli und seine Fans nur als Mythos der Medien und von außen. Dazu kommt ein Präsident, der sowieso alles am besten weiß. Und genau dieser Widerspruch ärgert mich so und hat auch bei meiner Entscheidung mitgespielt. Ich bin 1985 zum Verein gekommen, bin seit 1993 Mitglied und bin politisiert worden von der Fanszene und des Einflusses und Mitbestimmung ihrer Protagonisten. Die Fanszene und damit auch der FC St. Pauli können so stolz auf das Erreichte sein. Da ärgere ich mich dann doppelt, wenn diese Erfahrungen der MitarbeiterInnen oder Institutionen nicht genutzt oder mit Füßen getreten werden. Littmanns Erfolge sind unbestritten, aber er wäre nicht umstritten, wenn er nicht so eine unmögliche Art hätte, mit Leuten umzugehen und Erfahrungen zu ignorieren. Zeitweise wurde der Sicherheitsbeauftragte nicht angehört, und der Fanladen mit seiner 18-jährigen Historie der Fanbetreuung und Wahrnehmung der Faninteressen wird bis heute ignoriert. Ob Millerntaler, Eintrittspreise, Gewalt beim Fußball, soziale Situation im Viertel, Umsetzung von Fanwünschen beim Stadionbau, Preise des Caterings, Entscheidungen bei Sicherheitsspielen oder Verhängung von Stadionverboten. Littmann wusste und weiß alles besser. In vielen Sitzungen habe ich mich mit ihm und seiner Art angelegt, teilweise haben selbst Außenstehende nur den Kopf geschüttelt über seine Aus- und Ansagen und auch diese „Kämpfe“ zu führen, kann ich nicht mehr. Wer einen Fußballverein mit dieser Fanszene und dem dort vorherrschenden Know-How wie ein Theater führt, wer Frauen nicht als Gesprächspartner akzeptiert und der Polizeiführung Hamburgs mehr glaubt als den Fan-Vertretern des Vereins, der macht sich Probleme, die unnötig sind. Bei vielen Themen rennt man immer wieder gegen die Wand, und das hat mich am Ende zermürbt. Genauso wie mich dort auch das Lemming-Verhalten und die Lethargie der Fanszene zermürbt hat. Littmann erzählt bei der einen Mitgliederversammlung das, verspricht das und bei der nächsten Versammlung ist wieder alles ganz anders, und er hätte das nie so gesagt. Ich kann nicht verstehen, dass es da nicht mehr Proteste gibt und er zu einem demokratischeren Umgang gezwungen wird. Der tritt die Satzung mit Füßen, tritt die Werte vieler St. Pauli-Fans mit Füßen, ist in vielen Bereichen beratungsresistent und das Gros der Fans und Mitglieder nimmt das hin. Wie gesagt, unbestritten sind auch seine Verdienste, aber genau deswegen ärgere ich mich, dass er mit diesem Verhalten und seiner Art der Vereinsführung vieles wieder kaputt macht und damit Unfrieden in den Verein und die Fanszene bringt. Ich möchte allerdings auch noch mal auf etwas hinweisen, da ich nach dem Kurzinterview bei Vierteltakt darauf angesprochen wurde. Der Verein macht für seine Fanszene viel, viel mehr als andere Vereine, und nicht alles ist schlecht. Aber das ist auch mein Anspruch an den Verein. Vielleicht meckere ich auf einem hohen Niveau, aber ich kann mich nur an meinen Werten und Wünschen orientieren. Und da liegt noch einiges im Argen. Deshalb blieb für mich nur die Wahl, weiterzukämpfen oder mich zurückzuziehen und jemand anderen den Weg frei zu machen. Aber wenn man schon an den Gesichtszügen eines Menschen erkennt, ob er normalen Argumenten zugänglich ist oder nur ob meiner Person dicht macht, dann macht es auch keinen Sinn mehr, sich für andere einzusetzen.

ÜS: Kannst du hier mal ein konkretes Beispiel nennen?
Heiko: Das Verhältnis mit Littmann war mit dem ersten Treffen eine Woche nach Beginn seiner Interims-Amtszeit getrübt. Es gab ungeheuerliche Vorwürfe seitens der Polizei gegen meine Person und er hat der Polizei mehr geglaubt als mir - einem Mitglied des FC St. Pauli und Fanbetreuer seit langer Zeit. Er war auch Argumenten nicht zugänglich und hat immer wieder auf das Schreiben der Polizei verwiesen. Später war es immer wieder so, dass er eine vorgefertigte Meinung hatte und man diskutieren konnte wie man wollte. Er war nicht zu überzeugen. Was sich durch die letzten 5-6 Jahre gezogen hat, ist z.B. unsere Kritik an der jährlichen Erhöhung der Eintrittspreise. Wir sind ein Stadtteilverein in einem sozial schwachen Umfeld. Es gibt eine Kontingentierung an ermäßigten Dauer- und somit auch Einzelkarten und über Jahre zu wenig Stehplätze, und die Preise für diese Bereiche werden immer wieder fleißig erhöht. Jahr für Jahr haben wir gegen die Erhöhung gekämpft, Statistiken der anderen Standorte vorgelegt und dargestellt, dass wir die teuersten Karten der jeweiligen Ligen haben – aber es war nichts zu machen. Mal gab es das Argument der fehlenden Fernsehgelder in der dritten Liga, und wenn wir aufsteigen, würde alles anders werden; dann sind wir aufgestiegen und trotzdem wurden die Preise noch einmal erhöht, da wir jetzt mehr Geld für gute Spieler bräuchten. Das ist nicht sozialverträglich, und es ist für einen jungen Menschen schwierig, ab und zu ein Spiel zu besuchen und Fan von diesem Verein zu werden. Weitere Themen, bei denen wir immer wieder aneinander gerasselt sind, war bei der Verhängung von Stadionverboten, jedenfalls in den ersten Jahren seiner Amtszeit, und beim Umgang mit Gästefans. Littmann hätte am liebsten bei manchen Spielen Gästefans verboten oder auf ein Minimum reduziert, um Probleme am Spieltag zu verhindern.

ÜS: Du sprachst vorhin auch den modernen Fußball an, die Kommerzialisierung der Fanszene? Was genau ist gemeint?
Heiko: Ich bin wohl einer, der von Littmann als „Sozialromantiker“ geadelten St. Pauli-Fans. Mir ist schon bewusst, dass der FC St. Pauli einen Spagat eingehen muss zwischen erfolgreichem Fußball, den Gesetzen des Marktes und den Interessen eines Teils der Fanszene. Aber ich sehe da den Bogen schon überspannt. Eine sehr lange Zeit war ich erschrocken, wie wenig Gegenwehr es in der Fanszene gibt und eigentlich nur Ultrà Sankt Pauli und der Übersteiger sich noch gegen die fortschreitende Veränderung des Vereins und der Fanszene kämpfen. Doch seit der versuchten Einführung des Millerntalers und der vorherigen Ablehnung des Verkaufs des Stadionnamens durch die Mitglieder habe ich wieder neuen Mut geschöpft. Das Kapital des FC St. Pauli sind seine Fans. Wir sind in der ganzen Welt bekannt, die Leute kaufen sich dumm und dusselig mit unserem Merchandising, und das machen die nicht, weil der Verein so erfolgreich, die Spieler so sexy oder die Tradition so riesig ist. Das machen die Leute nur aufgrund des Rufes, den die Fanszene sich erarbeitet und der Verein mit umgesetzt hat. Deshalb darf man auch nicht jeden Scheiß mitmachen. Verkauf des Stadionnamens, Glitzer-Anzeigentafel, bargeldloses Bezahlsystem, Maskottchen, Verbote von Fankultur oder Verzicht auf Platz für Faninteressen für mehr Werbe-Wirksamkeit. Wir haben viel erarbeitet und werden von diversen Fanszenen in Deutschland und darüber hinaus dafür beneidet. Aber wenn wir die weiteren Schritte gehen würden und für Geld alles verkaufen, werden wir irgendwann genauso langweilig wie MSV Duisburg, VFL Wolfsburg oder VFB Stuttgart. Dann werden die Zuschauerzahlen zurückgehen, die Leute werden nicht mehr aus halb Europa anreisen und damit einhergehend auch die Sponsoreinnahmen wieder zurückgehen. Diese Weitsicht haben die MitarbeiterInnen der Vermarktung oder der Geschäftsführung leider oftmals nicht. Dem schnöden Mammon werden Werte zum Verkauf gegeben, die uns irgendwann fehlen werden. Damit meine ich die verheerenden Verkäufe der Rechte am Catering, Ticketing oder Bierverkauf für lange Zeiträume oder den Verkauf der lebenslangen Dauerkarten, der uns in ein paar Jahren jedes Jahr viel Geld kosten wird.

ÜS: Und welche Rolle spielte negatives Fanverhalten bei deinem Entscheidungsprozess?
Heiko: Nach siebeneinhalb Jahren habe ich nicht mehr die Ruhe und Toleranz, mich mit voll gesoffenen, asozialen und teilweise homophoben Fans abzugeben. Die Auswärtsfahrten sind teilweise der Horror für mich, da ich mich für die Fanszene und ihr Verhalten auch verantwortlich fühle. Da werden Lieder gesungen, die so dumm und asozial sind, dass ich die von einer aufgeklärten und innovativen Fanszene nie erwartet hätte. Wir haben Leute angezogen, die die Entwicklung des FC St. Pauli und seiner Fanszene zu einem stinknormalen Fußballverein mit allen Facetten forcieren. Es gibt auch Gewalt-Tendenzen in dieser Fanszene, denen ich ohnmächtig gegenüber stehe. Es gab viele Gespräche mit den Protagonisten, der Versuch der Verhaltensänderung, aber man rennt da gegen Windmühlen. Es gibt Leute in der Fanszene, für die die Gewalt so wichtig geworden ist, dass auch normale Fans in Mitleidenschaft gezogen werden und die Gastfreundlichkeit, die ich als St. Pauli-Fan immer gelebt habe –außer selbstverständlich gegen Rechtsradikale oder bei Angriffen von Hooligans– wird mit Füßen getreten. Das ist natürlich nur ein verschwindend kleiner Personenkreis von maximal 20 Personen, aber der nervt mich, und ich habe keine Kraft mehr, mich damit rumzuärgern. Fanprojekt-Arbeit heißt, mit allen Fans zu arbeiten, aber das kann ich nicht mehr. Die Leute auszugrenzen, bringt auch nichts; aber ich bin zu wenig Pädagoge, als dass ich mir da viel Hoffnung auf eine Verhaltensänderung mache.

ÜS: Gab und gibt es nicht seit jeher auch beim FC St. Pauli eine latent gewaltbereite Minderheit?
Heiko: Definitiv. Es gab „früher“, also in den 90er Jahren immer Gewalt beim Fußball und bei St. Pauli. Es gab manchmal Zeiten, wo es jeden Spieltag irgendwo schepperte, aber mein Empfinden ist, dass die Gewalt anders war. Man stand vor seiner Kneipe, ging zum Bahnhof und wenn Rechte auftauchten oder Hooligans meinten, den Lauten zu machen, gab es Ärger. Aber keiner hat diesen Ärger gesucht, und es gab keine Gewalt aufgrund der falschen Vereinsfarben. Heute gehen Leute regelmäßig nach den Spielen los und suchen Ärger. Manchmal reicht der falsche Schal aus oder überhaupt mit einem Vereinsschal des Gastvereins in „unserem“ Viertel rumzulaufen. Dazu kommt die „Ultra-Gewalt“ mit Fahnenklau und gegenseitigen Angriffen, wenn man aufeinander trifft. Das ist für mich völlig unverständlich und nervt mich.

ÜS: Wenn die Bereitschaft zur Gewaltanwendung, wenn auch im mäßigen Rahmen, in der hiesigen Fanszene tatsächlich peu a peu zugenommen hat, haben der Fanladen und der Fanbeauftragte der letzten Jahre das Thema Gewalt beim FC St. Pauli dann nicht doch möglicherweise unterschätzt? Hätte nicht hier auch präventivere Arbeit Schwerpunkt eurer Arbeit sein müssen?
Heiko: Unterschätzt würde ich nicht sagen. Die Arbeit gegen Gewalt ist unheimlich kompliziert und undankbar. Viele Fanprojekte in Deutschland stehen der Gewalt ratlos gegenüber, und es gibt kein Patentrezept für gewaltpräventive Arbeit mit Fußballfans. Die Arbeit gegen Gewalt findet auch nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern mit den beteiligten Gruppen direkt. Deshalb wirkt es oft für Außenstehende, das wir nichts tun. In der Fanszene wird Gewalt immer sehr schnell relativiert, bzw. es wird nach Rechtfertigungsgrundlagen gesucht. Mal haben andere angefangen, auf jeden Fall hatte immer mindestens einer eine Thor-Steinar-Jacke an. Die Legitimation für Gewalt gegen Rechte ist bei St. Pauli sehr groß, und da gibt es keine Berechtigung für Kritik an derselben. So wird mehr und mehr die Gewalt zum Begleiter der Spiele und die Suche nach Legitimation immer schwammiger. Wir sind in den letzten Monaten immer ohnmächtiger geworden und wissen manchmal nicht mehr, wie wir mit Situationen umgehen sollen. Dann passiert wieder ein halbes Jahr nix, und unsere Pläne, mehr gewaltpräventiv zu arbeiten, rücken im Rahmen der Alltagsarbeit in den Hintergrund. Ist schwierig zu beantworten, ob wir oder ich hätten mehr machen können, aber wir wollen uns auch nicht zu Erfüllungsgehilfen der Polizei machen und arbeiten lieber im Hintergrund und ohne in der Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, was wir jetzt direkt gegen Gewalt machen. Da kommt schnell der Vorwurf der Tatenlosigkeit. Wenn wir uns dann mal öffentlich oder in einem öffentlicheren Rahmen äußern, heißt es meist von Fanseite, dass wir übertreiben. Im Gegensatz zu anderen Fußball-Standorten ohne Fanprojekt oder mit nur einem Mitarbeiter geht es bei uns noch ganz gesittet ab, und das ist sicherlich auch zum Teil ein Verdienst unserer Arbeit und der vielen Projekte, die wir rund um das Jahr anbieten.

ÜS: Worin, glaubst du, liegen die Veränderungen in der Fanszene begründet, die du ansprichst?
Heiko: Die engagierten und ehemals aktiven St. Pauli-Fans werden älter, ziehen sich zurück, gründen Familie und haben zeitintensive Jobs. Die Jugendlichen, die nachwachsen, bekommen aus der Gesellschaft andere Werte vermittelt. Die Jugendkultur der Ultras ist eine andere Kultur als die, die ich als Teenie bis Mittzwanziger gelebt habe. Ohne Ultrà Sankt Pauli würde es aber am Millerntor in vielen Bereichen ganz düster aussehen. Deren Engagement ist der Hammer. Bringen Fanzines raus, die Kurvenflyer, betreiben das Flüchtlingsprojekt, das antirassistische Einladungsturnier, dass wir inzwischen mit denen und dem Frauen-Team des FC St. Pauli zusammen durchführen, die Identifikation mit dem Verein und Viertel. Das ist schon herausragend. Aber es gibt auch einige Sachen, die ich als langjähriger Fußballfan nicht nachvollziehen kann. Mit der Art des Supports kann ich in manchen Spielsituationen nichts anfangen. Da steht es 0:0, wir bekommen eine rote Karte, der Mannschaft muss der Rücken gestärkt werden durch brachial laute St. Pauli-Rufe, und die ergehen sich in langatmige Gesänge, die auf mich einschläfernd wirken. Dazu kommen ein paar andere Nebengeräusche der Ultrakultur –bspw. Fahne muss vor dem Block hängen, andere Ultragruppen gelten erstmal als Gegner und dürfen angegangen werden, überzogenes Territorialverhalten–, mit denen ich absolut nicht einverstanden bin. Trotzdem werde ich hier sicherlich kein USP-Bashing veranstalten. Das kommt in der Fanszene viel zu oft vor. Ich mag USP, die halten viele meiner Werte hoch, die respektieren einige Errungenschaften, die es seit 20 Jahren gibt, die leben unseren Verein und einige sind über die Jahre hinweg richtig gute Freunde geworden. Trotzdem wünsche ich mir seitens der Ultras oftmals ein bisschen mehr Leichtigkeit und Humor in Sachen Anfeuerung und Vereinsliebe, weniger Gewalt bei Spielen in Richtung „gegnerischer“ Ultra-Gruppen und weniger Ablehnung von Leuten, die den Ultra-Style nicht leben. Andererseits ist die Ignoranz des Restes der Fanszene und das Bashing von USP im Stadion oder Internet noch unverständlicher. Ich habe nie verstanden, warum nicht alle gemeinsam leben und existieren können und gemeinsam für den FC leben. Jeder auf seine Art, in seinem Style, in seiner Art des Fanlebens. Das nennt man Toleranz, aber die ist bei vielen St. Pauli-Fans leider nicht vorhanden. Da muss man sich manchmal sinnloser Aktionen oder Diskussionen stellen und vermitteln. Auch da merke ich für mich selbst, dass ich nicht mehr die Ruhe habe und mit Leuten, die ihren Frust ins Stadion tragen und gegen alles hetzen, nicht mehr arbeiten möchte. Viele Fans konsumieren nur noch oder kritisieren. Anstelle selber was auf die Kette zu kriegen, wird erstmal kritisiert. Da wird geschaut, was andere machen, und das wird dann kritisiert. Und wenn andere nichts machen, wird das auch kritisiert. Die Spielbesuche beim FC St. Pauli sind für viele ein Event, bei dem man unterhalten werden will, aber es gibt weniger Engagement.

ÜS: Du scheinst wirklich sehr gefrustet zu sein.
Heiko: Nein, gefrustet, finde ich, ist das falsche Wort. Ich bin abgegessen, müde, ausgelaugt. Ich habe nicht mehr die Kraft, gegen die genannten Erscheinungen anzukämpfen. Frustriert klingt so nach Rückzug, und das ist überhaupt nicht der Fall. Ich werde weiter beim FC sein, werde auch weiter meine Interessen –und dann sind das meine privaten Interessen– vertreten und ein unbequemer Fan und Mitglied des FC sein. Ich will mein Erlebnis Fußball, meine Leidenschaft für St. Pauli wieder privat ausleben und mich nicht mehr in die Sozialarbeit und die fußballerischen Zwänge des Profifußballs klemmen lassen. Und ich möchte noch mal betonen, dass es ein absoluter Traumjob war. Ich liebe diesen Verein, ich war immer mit dem Herzen dabei, und es hat Riesenspaß gemacht mit und für die Fanszene zu arbeiten. Aber irgendwann muss man ehrlich zu sich sein, wenn es viele Sachen gibt, die einen ankotzen aber gegen die man nicht mehr ankämpfen kann. So erhalte ich die Selbstachtung vor mir selbst und freue mich auf das Privatleben als St. Pauli-Fan und mein ehrenamtliches Engagement für Fanräume e.V. oder im Ehrenrat.

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ÜS: Gut, kommen wir nun etwas mehr zu dir. Was ist Dein Resümee nach nahezu acht Jahren Fanladen?
Heiko: Das war die beste Phase meines Lebens bisher. Ich hatte eine tolle Zeit, es war wirklich ein Traumjob, und ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt, konnte viel rumreisen, konnte mein Hobby zum Beruf machen und hatte immer die Freiheit, Ideen und Projekte umzusetzen, auf die ich als Fan auch schon immer Lust hatte. Ich möchte keine einzige Minute missen!

ÜS: Was waren denn die Highlights in deiner Amtszeit?
Heiko: Oha, die waren zahlreich. Vom Verein her ganz klar der Aufstieg 2001 in die erste Liga, der Run im DFB-Pokal vor zwei Jahren und der Aufstieg letzten Sommer. Wobei der Aufstieg in die erste Liga um einiges lustiger war. Die Fahrt nach Nürnberg, die Rückfahrt im Sonderzug und die Champagner-Sause im Fanladen am Dienstag nach dem Spiel mit Spontan-Freuden-Umzug auf der Reeperbahn. Beruflich waren die Highlights die Durchführung der insgesamt fünf antirassistischen Einladungsturniere mit bis zu 600 TeilnehmerInnen im letzten Jahr. Es war immer ein Traum von mir, antirassistische Fußballfans bei uns in Hamburg und auf St. Pauli begrüßen zu dürfen und dank des Vereins und den vielen HelferInnen, besonders von USP und dem Frauen-Fußballteam sowie meiner zahlreichen Kontakte zu ausländischen Fangruppen, gelang es 2004 erstmalig, dieses Turnier durchzuführen. Seitdem wurde es von Jahr zu Jahr besser. Durch die Teilnahme von USP und Frauen-Team in der Organisationsgruppe 2005 wurde es breiter, es kamen mehr Teams und es wurde professioneller. Heute ist es einmal im Jahr ein unverzichtbarer Termin für antirassistische Fangruppen in Europa. Ein weiteres Highlight waren die Feierlichkeiten zum 15jährigen Jubiläum des Fanladens, wo sehr viele St. Pauli-Fans der verschiedenen Fanladen-Generationen vorbeikamen und wir ein Buch verwirklichen konnten, dass auf 20 Jahre Fanszene zurückschaute. So ein Buch muss man auch erstmal machen, aber das gelang dank Unterstützung der damaligen Redaktionsgruppe ganz gut. Ansonsten gibt es viele kleine Highlights, die mir immer wieder aufgezeigt haben, was für einen Klassejob ich hier habe und für was der Fanladen und der FC St. Pauli eigentlich stehen. Die Unterstützung der Fanszene bei unseren Projekten, bei der Finanzierung des neuen 9-Sitzer-Busses im letzten Jahr oder auch die Unterstützung nach dem Übergriff der Polizei auf den Fanladen im Herbst 2006 waren immens und haben mich immer sehr gefreut und motiviert.

ÜS: Und die negativsten Erlebnisse?
Heiko: Natürlich der Abstieg in die Regionalliga, die finanzielle Situation damals, die Angst vor der Insolvenz, vor fehlender finanzieller Unterstützung für den Fanladen. Außerdem natürlich der Einsatz der Polizei im Fanladen, die Vorwürfe seitens der Polizei gegen meine Person gegenüber der Vereinsführung, die schlimmen Szenen auf der Rückfahrt im Sonderzug von Schalke 2002, bei der fast einer gestorben wäre. Da wird einem die Tragweite seiner Verantwortung auf einer Auswärtsfahrt erst bewusst. Auch der Busfahrer, der auf einer Fahrt am Steuer eingeschlafen ist, und den ich durch lautes Rufen wieder aufwecken musste, gehören nicht gerade zu meinen Lieblings-Erinnerungen. Schlimm waren auch die zahlreichen St. Pauli-Fans, die ihr Leben lassen mussten – an erster Stelle natürlich Nils von den St. Pauli Skinheads, den ich sehr geschätzt habe. Das war eine furchtbare Zeit, und die Fanszene war kurzzeitig traumatisiert. Aufgestiegen in die erste Liga, die Nacht vor dem heiß erwarteten Beginn des Dauerkartenverkaufs für die erste Liga und Nils verunglückt. Da tritt der Fußball ganz klar in den Hintergrund.

ÜS: Zur Aufklärung unserer LeserInnen – welche Vorwürfe seitens der Polizei gegen dich waren denn das?
Heiko: Nach der Bildung der rechtspopulistischen Regierung durch von Beust und Schill gab es diverse Einschnitte in die alternative Kultur Hamburgs und St. Paulis. Der Bauwagenplatz „Bambule“ sollte geräumt werden, und es fanden diverse Demonstrationen statt, u.a. auch nach Heimspielen des FC. Die Polizei hat in einem zweiseitigen Brief aufgezählt, wie viele Demos es gab und dass ich dafür verantwortlich sei… Das war ein Riesenschwachsinn, aber davon waren die fest überzeugt. Ebenso gab es im Herbst 2006 die Äußerung, dass „der Schlesselmann nach dem Spiel auf sein Fahrrad steigt, davon fährt und danach der Krawall beginnt“. Erstens bin ich niemals mit dem Fahrrad am Stadion und zweitens ist diese Unterstellung der Organisation von Gewalt rund um den Fußball eine verleumderische Unterstellung. Aber die Polizei ist ja auch der Meinung, dass wir nur mit den Fingern schnippen müssen, und es kommen tausende St. Pauli-Fans und machen, was wir wollen; oder wir heben die Hand, und alle gehen friedlich nach Hause. Fehlt nur noch, dass sie behaupten würden, dass wir auch das Meer teilen könnten.

ÜS: Viele sagen, du wirst nun eine große Lücke hinterlassen, und es wird sich einiges ändern im Fanladen.
Heiko: Ich hoffe, dass sich einiges ändern wird! Stillstand und Verwaltung der Fanbetreuung wäre fatal. Bezüglich der Lücke bin ich anderer Meinung, und die Geschichte hat auch gezeigt, dass jeder Wechsel im Fanladen immer etwas Positives mit sich gebracht hat. Als ich damals im Fanladen anfing, gab es viele negative Stimmen, wie das nur weitergehen soll; und mir sagten Leute, sie hätten keinen Respekt vor mir. Man muss sich so einiges erarbeiten, aber im Endeffekt hat das dann ganz gut geklappt. Eine Lücke würde bedeuten, dass etwas fehlt, aber ich bin der festen Überzeugung, dass Justus als neuer Mitarbeiter und meine hochgeschätzten KollegInnen Cathrin, Stefan und Carsten die Arbeit auch in Zukunft perfekt meistern werden. Es wäre gelogen, wenn ich mir nicht wünschen würde, dass ich den Leuten fehle, aber als Lücke würde ich das nicht empfinden. Jede „Generation“ im Fanladen hat Schwerpunkte gehabt und die Fanszene vorangebracht. Sven Brux hat damals mit seinem Team Aufbauarbeit gemacht, Strukturen aufgebrochen und den Fanladen und die Fanszene zu dem gemacht, was sie heute ist. Hendrik Lüttmer hat mit Imme und Michi das weitergeführt, die Organisation perfektioniert und das Merchandising ausgebaut. Ich habe dann andere Schwerpunkte gesetzt wie die internationale Vernetzung, die etwas politischere Ausrichtung und Bildungsarbeit, und so entwickelt sich der Fanladen und die Nutzer auch mit den dort tätigen Personen. Ich bin sehr gespannt und werde dem Fanladen natürlich verbunden bleiben. Das ist so ein großer Faustpfand, den die Fanszene hat. Diese einmalige Errungenschaft in Europa muss man weiterhin unterstützen, damit der kritische Fan nicht zahn- und antriebslos wird.

ÜS: Gibt es auch Sachen, die du im Nachhinein anders machen würdest oder besser hättest machen können? Und gibt es Projekte, die nicht umgesetzt worden sind?
Heiko: Natürlich. Niemand ist vollkommen und die Fanarbeit immer ausbaubar. Was definitiv gelitten hat in den letzten Jahren, ist die Verwaltung der Fanclubs. Der Fanclub-Sprecherrat als gewähltes Gremium war in den letzten Jahren oft tatenlos und überfordert von den vielen Verwaltungsaufgaben. Es gibt viele Karteileichen, die Fanclubs werden nicht betreut, bekommen kaum Rückmeldungen. Da hatte ich oft den Wunsch und das Vorhaben, mich diesem anzunehmen und alles anders zu organisieren. Das fiel dann in der Alltagsarbeit aber leider immer hinten über, bzw. die Fanclubs sind wie der Rest der Fanszene auch oft lethargisch, und zu den Delegiertenversammlungen kommen von 220 Fanclubs dann 25. Weiterhin ärgere ich mich im Nachhinein, dass ich mich 2004 vor den Karren von Stephan Beutel habe spannen lassen. Daraus habe ich gelernt, dass ich nie wieder Partei ergreife für Funktionäre, da diese dich sowieso nur verarschen und für ihre Interessen missbrauchen. Besser machen hätte ich bestimmt noch viel mehr, aber dafür haben jetzt ja andere Gelegenheit. An Projekten fallen mir ansonsten nur die Pläne für ein jährliches „Fan-Saisoneröffnungs-Fest“ mit allen sozialen Einrichtungen und politischen Initiativen des Viertels am Stadion mit Freundschaftsspiel und Konzerten ein, die wir jedes Jahr wieder machen wollten aber aus Arbeitsüberlastung nie weiter angehen konnten. Das ist immer noch ein Traum - so ähnlich wie damals das Benefizspiel für Kiezkick mit der ersten Mannschaft und den Prominenten. Ein interessantes Testspiel im Stadion, die Einrichtungen des Viertels stellen sich vor, Einnahmen des Caterings und Teile der Eintrittseinnahmen gehen genau an die Initiativen, und es gibt auf dem Vorplatz Party und Konzert. Zu Guter letzt ist unsere Internetseite überarbeitungsreif, aber auch das ist immer wieder vertagt worden. Man muss sagen, dass die Arbeitsbelastung in meiner Amtszeit immer größer geworden ist. Als ich 2001 anfing, war ich meist um 13.00 Uhr im Fanladen und das von Dienstag bis Freitag plus Spieltage. Heute sind wir meistens ab 10.00 Uhr morgens da inklusive Montag und können trotzdem nicht alle Projekte, Anfragen oder Arbeiten erledigen. Ohne die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen HelferInnen, der engagierten Fanclubs und Gruppen würde es allerdings noch schlimmer aussehen. Ein Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt, ist Fanräume e.V. Es war mit Beginn der Stadion-Rekonstruktion mein Wunsch, Räumlichkeiten für Fans wie auch in Wolfsburg und Bremen im Stadion unterzubringen. Im Rahmen der Lenkungsgruppe war der Wille der Vereinsführung dazu spürbar. Es wurde aber auch von Anfang an gesagt, dass dafür kein Geld da ist. Da habe ich dann auf einer Auswärtsfahrt mit Norbert die Idee entwickelt, das Geld selber zusammen zu bringen. Daran arbeiten wir jetzt noch mit insgesamt zehn AktivistInnen, und wenn das klappt, wäre das mal wieder weltweit einmalig. Fans bauen ihre eigenen Räumlichkeiten im Stadion und sind dafür an der Stadion-Besitzgesellschaft beteiligt.

ÜS: Du hast ja schon gesagt, du würdest dem FC erhalten bleiben. Also zieht es dich nicht zum AFC wie manch andere, vom FC St. Pauli abgenervte Fans. Oder gehst du gar den Schritt von Sven Brux und Hendrik Lüttmer und fängst beim Verein an?
Heiko: Zweimal Nein. Zum AFC gehe ich bestimmt nicht. Die Leute, die dahin gehen und sich vom FC abgrenzen, sind für mich verlogen. Beim AFC gibt es genauso viel Kommerz wie beim FC St. Pauli - nur in kleineren Dosen. Außerdem, wenn man abhaut, kann man auch nix mehr ändern. Eigentlich ist mir das ja egal, soll jeder machen, wie er will. Aber dann sollen die Leute im Nachhinein ihr Fanleben auch nicht mit der Abgrenzung zum FC St. Pauli als zentralen Mittelpunkt ihres Daseins, sondern vor der eigenen Tür kehren, und es bei sich besser machen. Das sehe ich dort aber nicht. Genauso geht es mir mit Schalke. Keinen eigenen Stil aber sich in der Abgrenzung von den antirassistischen Errungenschaften der St. Pauli-Fanszene profilieren. Ich finde es positiv, wenn es überall Faninitiativen gegen Diskriminierung oder Kommerzialisierung gibt aber empfinde nur Unverständnis, wenn diese sich über die Ablehnung des FC St. Pauli profilieren wollen. Beim Verein werde ich sicherlich auch nicht arbeiten. Ich ziehe meinen Hut vor Sven, der das solange aushält in dieser Position. Mit einem „normalen“ Sicherheitsbeauftragten, wie bei den meisten anderen Vereinen, würde uns der Wind viel mehr ins Gesicht blasen, und durch seine Vorgeschichte wiegelt er auch schon viele Sachen ab bzw. hat immer ein Ohr für Faninteressen. Andererseits hat er auch seine Rolle zu spielen, und damit macht man sich auch viele Feinde. Aufgrund meiner Ausbildung als Hotelfachmann hätte ich gern die Veranstaltungsorganisation und –durchführung im neuen Ballsaal und den Logen gemacht, aber solange Littmann Präsident ist und über Einstellungen entscheidet, sehe ich da wenig Chancen und habe es mir auch abgeschminkt.

ÜS: Was machst du denn dann jetzt? Privatier? Zurück ins Hotel?
Heiko: Genau weiß ich das noch nicht. Erstmal gehe ich zum 1. Juni auf eine Wanderhütte in den Alpen Österreichs. Dort arbeite ich vier Monate, werde abschalten, neue Kraft und Lust für St. Pauli sammeln. Danach werde ich mal sehen. Gutbezahlte Jobangebote bitte an mich.

ÜS: Deine Wünsche für die Zukunft, für den Fanladen?
Heiko: Alles Gute, viel Erfolg weiterhin, viel Unterstützung, wenig Stress und Nerv! Fanladen rulez!

ÜS: Für den Verein?
Heiko: Ich wünsche mir, dass der FC St. Pauli den Spagat schafft und sich nicht noch mehr von den Idealen und Werten der Fanszene löst. Ich wünsche mir, dass wir in der ersten Liga spielen, ohne uns aufgeben zu müssen und zu viele Zugeständnisse machen zu müssen. Und zu guter letzt wünsche ich mir nichts mehr als einen Derbysieg gegen den HSV in einem Pflichtspiel der beiden ersten Mannschaften.

ÜS: Für die Fanszene?
Heiko: Tja, das ist schon schwieriger. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt untereinander. Das klappt zwar in der „aktiveren“ Fanszene, die regelmäßig zu Auswärtsspielen fährt, Veranstaltungen organisiert oder Fanzines herausgibt, sehr gut, aber ansonsten gibt es zuviel Nicklichkeiten. Dann hoffe ich, dass die Protestkultur niemals aufhört und mehr Leute sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen - egal, ob die Tänzer von der Polizei, DFL, DFB oder dem eigenen Verein kommen. Weiterhin wünsche ich mir natürlich, dass die Werte der Fanszene, wie der Kampf gegen jegliche Art der Diskriminierung, die Mitsprache-Forderungen, der Kampf gegen Willkür, Ungerechtigkeiten und Repression, fortgeführt werden und der Fanladen auch in Zukunft so unterstützt wird, wie in den letzten 18 Jahren.

ÜS: Es wird gemunkelt, dass die Position des Fanbeauftragten nicht mehr im Fanladen, sondern möglicherweise direkt beim Verein angesiedelt werden soll. Was ist da dran, und was für Vor- und Nachteile hätte das für die Fanszene, den Fanladen und den Verein?
Heiko: Unser Konstrukt mit der gemeinsamen Rolle von Fanbeauftragten und Fanprojekt/Fanladen ist so in Deutschland einmalig (Anm. d. Red.: siehe Infokasten!). Der DFB in der Regionalliga-Zeit und die Hamburger Polizei waren eine Zeitlang sehr dahinterher, das auch bei St. Pauli zu trennen. Diese wünschen sich einen Fanbeauftragten direkt beim Verein angesiedelt und damit von diesem auch weisungsbefugt. Dann kann der Verein, die Polizei, der DFB verlangen, dass der Fanbeauftragte auch Sachen oder Meinungen der Fanszene verklickern muss, die gegen die Fans ist. Das würde bei uns nie passieren. Wir sehen uns als Anwalt der Fans und nicht als Büttel für Interessen der anderen am Spielbetrieb beteiligten Organisationen. So ist man natürlich unbequemer und unkontrollierter, und das passt vielen nicht. Die DFL hingegen sieht das ganz entspannt und Teile des Vereins auch. Der FC St. Pauli müsste viel Geld bezahlen, wenn sie einen hauptamtlichen Fanbeauftragten einstellen, denn die Arbeit, die wir leisten, kann nicht ehrenamtlich übernommen werden. Außerdem macht es auch Sinn, die Fanbetreuung einheitlich zu belassen, die Erfahrung und die Netzwerke sind alle im Fanladen, und es gibt auch nicht so viele unterschiedliche Ansichten zwischen Verein und Fans. Wenn es die gibt, dann wird diskutiert, und niemand will gleichschalten. Das ist bei anderen Verein anders. Bisher gibt es aber vom Präsidium in dieser Sache noch keine Entscheidung, hoffe aber, dass sie unseren Wünschen und den Empfehlungen von Sven Brux folgen werden.

ÜS: Und in diesem Zusammenhang: Magst du kurz erläutern, wer deinen Nachfolger bestimmt und wie dieses Auswahlverfahren aussieht. Es soll ja 70 Bewerber gegeben haben. Und ist die Entscheidung schon gefallen?
Heiko: Die Nachfolge als MitarbeiterIn im Fanladen haben wir als bestehendes Team mit dem Geschäftsführer vom Verein Jugend und Sport, unserem freien Träger der Jugendhilfe, getroffen. Wir haben die Position in Zeitungen und auf Internetseiten ausgeschrieben, und es gab in der Tat 70 Bewerbungen, darunter 15 weibliche. Wir hatten sechs Leute zum Vorstellungsgespräch eingeladen und fünf sind gekommen. Aus diesen fünf, die alle sehr qualifiziert für diesen Job gewesen wären, mussten wir uns für einen entscheiden. Bei dieser Entscheidung hatten alle von uns eine gleichberechtigte Stimme. Jetzt wird es Justus, langjähriger St. Pauli-Fan und BAFF-Aktivist aus Bremen. Im Team, mit Dieter Bänisch, dem Geschäftsführer des Vereins Jugend und Sport, und auch in Absprache mit dem neuen Mitarbeiter Justus haben wir uns dann auf die Nennung von Stefan Schatz als Fanbeauftragten geeinigt. Eigentlich machen alle im Team die selben Aufgaben bzw. jeder macht Teile der dem Fanbeauftragten zugewiesenen Arbeiten, deshalb wäre es ehrlicher alle zu benennen, aber die Lizenzierung der DFL schreibt die Nennung einer Person vor.

ÜS: Wäre es nicht endlich auch einmal Zeit für eine Fanbeauftragte? Der TSV 1860 München hat nach unseren Informationen diese Position bereits mit einer Frau besetzt.
Heiko: Eine Frau ist schon seit langem wünschenswert. Wir haben das oft Cathrin angeboten, auch dieses Mal. Aber sie wollte nicht. Von der Akzeptanz sehen wir da absolut keine Probleme. Bisher gibt es weibliche Fanbeauftragte bei 1860 und beim Chemnitzer FC.

ÜS: Im Interview mit dem St.Pauli-Online-Radio Vierteltakt (Anm. d. Red.: www.vierteltakt.com) neulich hast du moniert, dass du endlich mal deine echte Meinung sagen möchtest, das aber bislang nicht möglich war. Ist das mit dem heutigen Gespräch jetzt alles raus, oder musstest du teilweise noch hinter dem Berg halten?
Heiko: Na ja, ich sagte, dass ich manchen Leuten dann Sachen persönlich sagen werde. Es gibt einige Leute in der Fanszene und rund um den FC St. Pauli, die ich als Brandherde, hinterhältige Spalter unserer Fanszene und einfach gesagt als Arschlöcher sehe. Das konnte ich als Fanladen-Mitarbeiter nicht sagen, da dann der Fanladen und nicht ich als Privatperson in einem negativen Licht gestanden hätte. Jetzt werde ich mir bei Gelegenheit, wenn ich die Leute zufällig antreffen, die Zeit nehmen, ihnen meine Meinung darzulegen, nicht beleidigend, aber begründend, was mir an ihnen und ihrem Verhalten rund um den FC nicht passt. Das ist aber nicht so, dass mir das auf der Seele brennt und ich das in den nächsten Monaten machen werde, um mich von irgendwas zu befreien. Ich sehe oft Leute, denke mir „Du Sack, du machst hier alles kaputt!“ und sage es dann nicht. Das wird in Zukunft anders sein. Wann ist noch mal eure nächste Redaktionssitzung (lacht)?

ÜS: Ganz zum Schluss noch was Persönliches. Im Hamburger Abendblatt vom 27. März war zu lesen, dass du bald eine Familie gründen und eine Herberge für Rucksacktouristen eröffnen willst. Magst du das konkretisieren? Und vor allem: was kommt zuerst?
Heiko: (lacht wieder) Darauf werde ich viel angesprochen seitdem. Besonders auf das mit der Familie. Der Redakteur vom Abendblatt hatte mich gefragt, was er schreiben solle. 35 Jahre, verheiratet, Kinder? Da habe ich gesagt „Nö, nix von beiden“. Da war er verdutzt und fragte warum ich mit 35 noch Single sei und ob ich nicht Kinder haben wolle und eine Familie. Da habe ich geantwortet „Klar will ich das mal, aber bisher noch nicht!“. Daraus wurde der Familien-Gründungswunsch. Auch dafür bitte schriftliche Bewerbungen an mich… Die Herberge für Rucksacktouristen ist schon länger ein Wunsch, und ich schaue mit einem Freund seit einigen Jahren nach einem passenden Objekt. Ist allerdings sehr schwer auf St. Pauli. Vielleicht forcieren wir die Suche, wenn ich von den Bergen wieder heil herunterkomme.

ÜS: Lieber Heiko, vielen Dank für das Interview und natürlich auch für deine nach unserem Augenschein sehr gute Arbeit in den letzten Jahren. Möchtest Du unseren LeserInnen noch irgendwas mitteilen?
Heiko: Ich glaube, ich habe genug Platz eingenommen und würde euch nur langweilen mit meinen Danksagungen, die sicherlich noch mal eine ganze Seite ausmachen würden. Ich danke allen, die zu siebeneinhalb wunderschönen Jahren beigetragen haben. Das mache ich aber dann aber besser persönlich bei meiner kleinen Abschlussparty. Also alle, die irgendwas mit mir verbinden, mit denen ich in den letzten knapp acht Jahren zu tun hatte, sind herzlich eingeladen, am 31. Mai im und vor dem Jolly Roger in der Budapester Straße 44 mit mir zu feiern. Ich wünsche mir keine Geschenke, aber eine tolle Abschlussfeier!

heiko

FANLADEN, FANPROJEKT & FANBEAUFTRAGTE

In den ersten vier Ligen gibt es 36 Fanprojekte, die sozialpädagogisch und im Rahmen des Nationalen Konzepts für Sport und Sicherheit arbeiten. Diese Arbeit wird vom DFB/DFL, der Städte und Gemeinden bezahlt. Der Fanladen St. Pauli mit seinen drei SozialarbeiterInnen ist eines dieser 36 Projekte. Der Fanladen St. Pauli ist allerdings mehr als ein Fanprojekt. Er wurde 1990 als Fan-Initiative gegründet und ist bis heute eine Initiative von Fans und für Fans. Ohne die Mitarbeit vieler Fans und Fangruppen wären die vielen Projekte und Aktionen nicht durchführbar, die rund um den FC St. Pauli und seine Spiele stattfinden. Es gibt sehr viele Aktionen und Projekte, die Organisation von Auswärtsfahrten und des antirassistischen Einladungsturniers, die andere Fanprojekte nicht machen. Seit 1990 ist auch der offizielle Fanbeauftragte des FC St. Pauli beim Fanladen angesiedelt. Erst war es Sven Brux, dann Hendrik Lüttmer und jetzt Heiko Schlesselmann. Der DFB und die DFL wünschen eine Trennung von Fanprojekt und Fanbeauftragten, und bei allen anderen Vereinen ist es auch so. Bei St. Pauli macht die jetzige Lösung aber mehr Sinn, da der Fanladen schon immer Aufgaben der Fanbetreuung übernommen hat, die ein Fanbeauftragter machen sollte. Bei uns hängen die Aufgaben nicht an einer Person, sondern alle gemeinsam arbeiten für die Fanbetreuung. Es kann allerdings nur eine Person als Fanbeauftragter gemeldet werden und nicht das Kollektiv Fanladen. Wenn man vom Fanbeauftragten spricht, spricht man allerdings nur von einer Person, die im Fanladen arbeitet. Der Fanbeauftragte soll für den Verein Fanarbeit machen und Vereinsinteressen den Fans erklären und umsetzen. Bei Bayern München wäre eine gemeinsame Linie nicht möglich, bei St. Pauli aber sehr gut, da Fan- und Vereinsinteressen meistens nicht sehr weit auseinander liegen.

Bisher ist noch keine Entscheidung gefallen, ob der Fanbeauftragte auch in Zukunft beim Fanladen angesiedelt ist. Wir wünschen uns das allerdings so und sind der Meinung, dass diese Lösung das Beste für den Verein und die Fans ist.

// pelstinho und Ronny

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