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Das Boxen auf St. Pauli hat eine lange Tradition, auch abseits der Reeperbahn und gängigen Touristen-Klischees. So waren es z.B. Boxer aus St. Pauli die den Deutschen Boxverband gründeten, der bis 1914 sogar seinen Sitz im Viertel hatte! Und heute gibt es neben dem am Holstenwall trainierenden BC Sportmann, der mit Dieter Kottysch u.a. einen Olympiasieger hervorbrachte, auch noch den jungen BC Hanseat in der Seilerstraße. Nie war das Sprichwort „wie die Faust auf´s Auge“ also treffender. Ähnlich sah das auch der freie Journalist und Boxfanatiker André Wiechens, der sich gleich beim Verein informierte, als ihm das Gerücht zu Ohren kam, dass der FC St. Pauli eine Boxabteilung mit eigenem Box-Gym in der neuen Südtribüne eröffnen wollte. Das entpuppte sich jedoch schnell als Ente, aber man blieb nach diesem ersten Gespräch in Kontakt und so war der Anfang dann doch irgendwie gemacht. Eine kuriose Geschichte (siehe auch Blickpunkt Ausgabe 02/2007), die nach regem Gedanken- und Infoaustausches am 10.04.2007 schlussendlich dazu führte, dass an jenem Dienstag Abend die erste Amateurboxabteilung des FC St. Pauli unter dem Namen BC BARRACUDA gegründet wurde. ![]() Als absolute Box-Laien besuchten wir André und die Anfängergruppe beim Training im Karoviertel und schauten den Boxern und Boxerinnen mal über die ihre breiten Schultern... Erste Übung: AufwärmenDer sympathische Abteilungsleiter, Ex-Boxer der HBC Heros und ehemalige Vizepräsident des Hamburger Box-Verbandes (HABV) begrüsste uns herzlich und beantwortete zunächst ein paar allgemeine Fragen, während die an diesem Abend insgesamt 18 anwesenden Mitglieder anfingen, sich individuell mit Lauf- und Dehnübungen oder dem Springseil aufzuwärmen. Inzwischen zählt die Abteilung bereits 47 Mitglieder, darunter überwiegend Frauen und Männer zwischen 20 und über 35, die Gesamtspanne reicht von 11 bis 48 Jahren. Das Training besuchen durchschnittlich in etwa ein Drittel der Aktiven. Als Amateurboxer darf man übrigens laut neueren Statuten nur bis zu einem Alter von 36 Jahren offizielle Wertungskämpfe bestreiten und das auch nur dann, wenn man bereits vor dem 30. Lebensjahr seinen ersten Kampf hatte! Das ist für manch eine_n der Mitglieder_innen schon problematisch. Zweite Übung: Gemeinsames Lauftraining mit Liegestützen Neben André leitet auch stets noch ein weiterer, ausgebildeter Trainer (u.a. sein Chefcoach Thomas Bernhardt, seiner Zeit ehemaliger Übung 3: Schlag- und VerteidigungsübungBei der ersten Trainingsübung heute geht es darum dem Gegenüber (ohne Handschuhe) mit der flachen Hand auf die Schulter zu schlagen bzw. ihn davon abzuhalten. Auffällig ist dabei, daß sämtliche Übungen zeitlich begrenzt sind (genau: 2 min. plus 1 min. Pause, um Körper und Kopf auf die Rundenzeiten beim Wettkampf zu gewöhnen) und dies immer wieder durchgesagt wird, also Übung kurze Pause Übung etc. Wenn sich jemand übrigens während der Verschnaufpause mal hinsetzt, wird er gleich von einem der Trainer freundlich darum gebeten, sich wieder zu bewegen, um Kreislaufprobleme und Muskelverletzungen zu verhindern. Insgesamt ist jede_r also durchgehend auf den Beinen! Es folgt… Übung 4: Schattenboxen Unsere nicht ganz ernst gemeinte Frage nach den ersten Schachbox-Kursen wurde mit Verweis auf die „Faustnacht 2008“ beantwortet, Übungen 5 und 6: Führungshand- und AngriffsübungenErst jetzt werden die Hände bandagiert und Boxhandschuhe geschnürt, die Pärchen regelmäßig gewechselt. Beide Trainer beobachten die Aktiven dabei sehr genau, unterbrechen immer wieder, kritisieren, feuern an und geben Tipps. Der exotische Name BARRACUDA ist übrigens bewusst gewählt worden, auch wenn sich diese Fische wohl niemals ins Hafenbecken verirren werden. „Aber der Bezug zum Wasser und Eigenschaften wie Aggressivität, Team- und Kampfgeist sind Dinge die wir mit dem FC St.Pauli und unserer Abteilung durchaus verbinden!“, klärt uns André auf. Übungen 7 und 8: Haken ins Ziel bringen!Bei den letzten Übungen wird trainiert, durch gezielte (Doppel-)Haken auf Leber, Herz und Kopf, Treffer zu landen bzw. diese abzuwehren. Der Schweiß fließt inzwischen bei allen Beteiligten in Strömen, während wir uns über das Verhältnis der Abteilung zum Gesamtverein unterhalten. Probleme mit dem FC hat es laut André nicht gegeben, das Gegenteil war eher der Fall: „Klar gibt es seitens der Marketingabteilung zurecht strenge Auflagen bezüglich des geschützten Wappens, aber die allgemeine Unterstützung, ganz besonders von der AFM und Jugendabteilung, hat uns ehrlich gesagt umgehauen! Wir wurden sehr gut aufgenommen und alle haben sich für uns interessiert!“ Übung 9: Jeder wie er willJede_r hatte dann nochmal ein paar Minuten Zeit für freies Training, bevor wieder alle wie zu Beginn im Kreis zusammenkamen und gemeinsame Gymnastikübungen machten. Wir stellten dann natürlich noch die Frage nach der Zukunft, die er uns aber auf die schnelle gar nicht so einfach beantworten konnte. Dafür erreichte uns einen Tag später aber diese Mail.. Schlussübung: Gymnastik „Was die Frage nach unseren Zielen betrifft, habe ich lange nachgedacht. Es gibt natürlich viele Wünsche und Träume (eigenes Box-Gym, Bundesligamannschaft, große Veranstaltungen) und natürlich wollen wir auch sportlich erfolgreich sein, aber viel wichtiger als das sind mir tatsächlich die Menschen, die bei uns trainieren. Ein wenig ist der Box-Club BARRCUDA auch ein „Social Club“, eine kleine Familie geworden. Wenn Menschen bei uns eine neue Heimat gefunden haben in der sie sich wohl fühlen, ist das mehr wert als alles andere und vor allen Dingen hat es auch mehr Bestand; denn so hält man sich auch die Treue wenn's mal nicht ganz so erfolgreich läuft - ganz im Geiste des FC St. Pauli eben...“ Dem ist nichts hinzuzufügen und wir können wirklich nur allen Boxinteressierten St.Paulianern empfehlen, mal online auf www.bc-barracuda.de vorbeizuschauen! Genaue Infos gibt natürlich auch direkt bei André unter boxen@fcstpauli.com.Vielen Dank für die Lehrstunde und für die Zukunft alles Gute... Stemmen & ds |
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