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Peter Thomsen, der Geschäftsführer der Firma „Förde Show Concept“ die das Catering im Millerntorstadion betreiben, konnte unsere Fragen leider nicht in einem Gespräch beantworten, wir schickten ihm die Fragen am 18.02. per E-Mail zu, er antwortete uns daraufhin am 28. Februar.
ÜS: Hat der Verein als eurer Geschäftspartner euch über die besondere Fanszene und ihre „Besonderheiten“ informiert?
PT: Ja, wir haben das Projekt von Anfang an mit dem Verein und dem Fanbeauftragten besprochen. Wir sind informiert gewesen, das die Fans im Sinne des Vereins denken, aber das es zu solchen Reaktion kam hat uns überrascht, da wir der Meinung sind im Sinn von allen Fans und des Verein zu handeln.
ÜS: Die Fanszene blickt auf fast 20 jährige Tradition der Beteiligung am Vereinsleben und an vielen Entscheidungen zurück und ist die ökonomische Basis des Erfolges. Wieso hat das Projekt „Millerntaler“ innerhalb kürzester Zeit für so viel Unmut gesorgt?
PT: Das ist eine gute Frage, wir können nur vermuten, dass der Millerntaler der Impuls war, der zu dieser starken Reaktion führte und noch andere Themen mit dem Millerntaler verarbeitet wurden. Es machte für uns den Anschein, als wenn der Millerntaler zum Prellbock anderer, in der Vergangenheit, nicht gehörter Themen wurde.
ÜS: Was sind eure Ziele beim FC? Wollt ihr euch langfristig engagieren?
PT: Ja auf jeden Fall. Investitionen und persönliches Engagement setzen eine langfristige Planung voraus. Es ist für uns eine große Herausforderung für alle Fans des FC St. Pauli in dieser räumlichen und logistisch nicht einfachen Situation ein flexibles und funktionierendes Catering langfristig aufzubauen.
ÜS: Auf der Veranstaltung am 05.02. Wart ihr zu Dritt von FSC, Jan Heldt Du und ... Den dritten Mann habt ihr gar nicht vorgestellt, oder habe ich seinen Namen nicht gehört.
Anmerkung ÜS: Auf diese Frage wurde von PT keine Antwort gegeben.
ÜS: Seht ihr realistische Chancen das Projekt noch wie geplant umzusetzen?
PT: Wir stehen zu dem Projekt Millerntaler und der Tatsache, dass ein Alternatives Zahlungsmittel die Servicegeschwindigkeit erhöht. Sicherlich ist auch die Tatsache, dass sich die Wartezeiten verkürzt ein positiver Effekt für, ein zu erwartenden erhöhten Umsatz, der allen Beteiligten zu Gute kommt.
ÜS: Immerhin habt ihr sicherlich schon eine große Menge „MTs“ produzieren lassen. Das sind sicherlich schon Ausgaben und Vorleistungen gewesen?
PT: Es ist richtig, dass wir dieses hatten, denn sonst hätten wir keine Einführung des Millerntalers angestrebt.
ÜS: Wenn ich ein Geschäftpartner des FC und damit seiner Verantwortlichen Herren wäre, hätte ich mich schon geärgert in welcher Art und Weise ein gemeinsames Projekt so dargestellt wird, das ihr nun den Unmut der Fans ausbaden müsst.
PT: Ja, sicherlich haben wir und die Verantwortlichen des Vereins bei der Durchführung der Kommunikation Fehler gemacht. Wären wir im Vorfelde durch den Fanbeauftragten des Vereins über mögliche Reaktionen informiert worden, so hätten wir eine Arbeitsgruppe mit Fanvertretern gebildet, um das Projekt Millerntaler erfolgreich im ersten Schritt umzusetzen.
ÜS: Corny Littmann (C.L.) sagte ja öffentlich, dass er überrascht war, wie schnell die Umsetzung sich vollzog als er vom Flyer während des Hannover Spiels davon erfuhr. Ihr hattet doch bestimmt eine Vorlaufzeit von einigen Monaten? Lügt er denn? Hat er Recht? Immerhin steht der FC St. Pauli als Mitverantwortlicher auf dem Flyer. Er ist ja immerhin Präsi, er sollte es also wissen?
PT: Nein CL hat nicht gelogen, denn wie er schon auf der Podiumsdiskussion sagte, steht er nicht im Tagesgeschäft... Zeitpunkt, Layout des Flyers und Vorgehensweisen wurden jedoch mit den Verantwortlichen des Vereins besprochen. Schon im Vorfelde der Saison 2007/2008 haben wir über die Möglichkeiten alternativer Zahlungssysteme gesprochen. Von allen Möglichkeiten erschien uns allen das System der Taler für die Situation am Millerntor und den Verein St. Pauli am sinnvollsten. ÜS: Ihr tragt das finanzielle Risiko alleine?
PT: Ja, das Risiko liegt bei uns, und der Verein trägt kein Risiko.
ÜS: Seht ihr Möglichkeiten, sich mit den Interessen der Fans weiterhin konstruktiv auseinander zusetzen?
PT: Wir hoffen dieses sehr, da es unsere Arbeit am Millerntor sehr erleichtern würde. Erste Gespräche mit Vertretern der Fans lassen dieses hoffen. Sicherlich können wir nicht alle Argumente nachvollziehen, es gab jedoch bereits konstruktive Gespräche in alle Richtungen,
ÜS: Wie laufen die Verhandlungen mit der Fan Initiaitve? Die haben euch ja nun ein Ultimatum gesetzt bis zum nächsten Heimspiel.
PT: Es gab Gespräche mit Fanvertretern und wir haben zusammen beschlossen, dass wir nur mit der Einführung des Millerntalers beginnen, wenn wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben.
ÜS: Die Idee zum „Millerntaler“ kam von euch?
PT: Wie bei vielen anderen Projekten auch gab es viele Väter dieser Idee.
ÜS: Ihr habt die Rechte ja bekanntlich vom Schweizer Investorenduo Biert /Schuler erworben, das war doch bestimmt schon nicht billig?
PT: Wir haben einen fairen Deal und am meisten von dieser neuen Situation profitieren der Verein und hoffentlich auch die Fan-Gemeinde.
ÜS: Wenn wie CL sagte der Verein mit „FSC“ einen guten Caterer hat und der Club mit 30% am Umsatz und 70% am Gewinn beteiligt ist, was...
PT: Es sind 30% vom Umsatz und hierbei spielt es keine Rolle für den Verein mit welchen baulichen und logistischen Situationen wir uns als Caterer auseinandersetzten müssen.
ÜS: bleibt dann für euch noch übrig...?
PT: Kurzfristig gesehen wäre es auf Grund der großen Investitionen zufriedenstellend, Langfristig gesehen wird es für uns hoffentlich ein gutes Geschäft geben.
ÜS: ... wenn für den Ballsaal und das Vereinsheim auch noch eine Bad Segeberger Firma (PT: eine andere Firma) das VIP Catering übernommen hat?
PT: Momentan wird das VIP- Catering durch den Verein und andere Dienstleister bewältigt, sicherlich wäre es für uns angenehmer, wenn wir das Catering im gesamten Stadion inkl. VIP innehätten. Vorteile in der Logistik und der Zusammenarbeit wären der Effekt.
ÜS: ... wenn Biert /Schuler auch noch Beteiligungen und Rendite sehen wollen?
PT: Auch dieses haben wir bei der Übernahme des Caterings berücksichtigt. Alle Planungen gehen im Moment von einem langfristigen Projekt aus.
ÜS: Es sollte doch eine 2. Preiserhöhung auf 4, € geben? Kompensiert der „MT“ diese fehlenden Einnahmen über einen gesteigerten Umsatz?
PT: Nein, Kompensationen waren nicht geplant und eine solche Preiserhöhung ist uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
ÜS: Und einen Kredit, den ihr durch Vorrausleistungen der Fans quasi erhaltet?
PT: Nein.
ÜS: So wie es ist, scheint ihr ja fast draufzuzahlen?
PT: Ganz so kann man das nicht darstellen, weil wir wie schon vorher erwähnt ein langfristiges Interesse haben.
ÜS: In der Fanszene geht das Gerücht um, dass Bierbecher nicht bis zum Eichstrich vollgeschenkt werden, was bei großen Mengen Ausschank das ein oder andere Fass mehr sparen würde, bzw. mehr Becher aus einem herausbekommt ?
PT: Diese Gerüchte sind uns bekannt, es kann jedoch nicht davon die Rede sein, dass es auf unser Geheißen hin geschieht.
ÜS: Gibt es Alternativen um den Bierabsatz an den 28 Ständen zu erhöhen?
PT: Alternativen zum Millerntaler wären Plastikkarten, logistisch stoßen wir jedoch langsam an unserer Grenzen. Wir haben zur Vorsaison die Tresenlängen um ca.60 % verlängert, durch die Umstellung auf Einheiten, die von mehreren Seiten zu bedienen sind. Mobile Verkaufseinheiten, die Caddys, sowie unsere neuen Zapfanlagen haben die Absätze erhöht. Um die Qualität der Getränke jedoch zu erhalten, müssen wir immer auf frisch gezapftes Bier zurückgreifen. Bei einem Stoßgeschäft wie diesem werden Schlangen vor den Bierständen sicherlich nie ganz zu vermeiden sein, wir hoffen diese jedoch durch all unsere bevorstehenden Veränderungen zu reduzieren.
ÜS: Ihr seit auf Großveranstaltungen schon lange im Geschäft, kann man Verkaufsituationen auf Konzerten Festivals mit der in Fußballstadien vergleichen?
PT: Ja, bei allen Veranstaltungen, die über Bühnenwechsel oder Pausen verfügen, da auch dort dann eine große Anzahl von Menschen in kurzer Zeit eine Dienstleistung erwartet. Auch in unserer Flensburger Halle kommt es durch die Pausen zu solchen Situationen.
ÜS: Bei Veranstaltungen der SG Flensburg-Handewitt sprich in den Handballhallen funktioniert es doch auch ohne Chip Taler usw.?
PT: Noch, denn auch in den genannten Kreisen findet die Idee des bargeldlosen Zahlens ein großes Interesse und auch die Möglichkeit eine Alternative zu Chipkarten zu nutzen. Bei verschiedenen Veranstaltungen haben wir schon mit Chip-Systemen gearbeitet und können dadurch auf durchaus positive Erfahrungen zurückgreifen.
ÜS: Euer Hauptargument ist die schnellere Versorgung der Fans im Stadion?
PT: Vollkommen richtig, und natürlich ist der Millerntaler eine Alternative zum Euro, um das Wechselgeschäft an den Bierständen zu verkürzen.
ÜS: Auf den Fragenkatalog der Faninitiative zum 5.02. seit ihr weniger eingegangen, warum? PT: Es wurden alle für uns relevanten Fragen beantwortet, zusätzlich wurde darauf hingewiesen, dass wir weitere Fragen in der angestrebten kleineren Runde beantworten werden.
ÜS: Ist bei der Logistik auf und in der neuen Südkurve aus eurer Sicht alles auf dem neuesten Stand, CL sagte ja schon, dass alles zu klein geraten ist? Konntet ihr dort mitreden bei Planung und Versorgungseinheiten /logistischen Anforderungen?
PT: Zur Zeit noch nicht, da wir baulich noch nicht so weit sind, wir wurden aber über Planungen informiert.
ÜS: Ihr spracht davon, dass 85% des Umsatzes mit Bierabsatz erwirtschaftet werden. Sicherheitsspiele ohne Verkauf müssen ein Graus sein für euch? PT: Ob 85% oder weniger, diese Spiele sind für alle Beteiligten keine große Freude.
ÜS: Hand aufs Herz - wo wird mehr getrunken beim Handball oder Fußball, die Fans des FC gelten als sehr durstige Astratrinker?
PT: Im Fussball wird sicherlich mehr Bier getrunken, da die Verweildauer länger ist und die Stadien gegenüber einer Halle im Vorteil sind.
ÜS: Abschließend mal was ganz anderes: Habt ihr einen Kontakt zur Flensburger Firma ORION hergestellt Die ja nun neuer Sponsor sind?
PT: Nein, dass haben wir nicht.
ÜS: Wir bedanken uns sich für die schriftliche Beantwortung unserer Fragen.
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