„Ihr Nein Sager! Euch kann man ja am Aussehen erkennen!“Und wenn schon Herr Littmann, eher fallen die Reissäcke in China um!Mal locker so vorneweg: Wieso erscheint der „blickpunkt 05/2007“ erst einige Tage nach der JHV am 18. November im CCH? So wäre doch durch eine rechtzeitige Zustellung in der Woche vorher noch mehr Vereinsöffentlichkeit zu erreichen gewesen, als bloß über das Internet. Vielleicht würden bei einer ausgiebigen Vorstellung darin auch mal wieder mehr Mitglieder im CCH erscheinen, um den demokratischen Entscheidungen noch mehr Gewicht zu verleihen, denn je mehr von ca. 7550 Mitgliedern sich diesen Marathonsitzungen stellen, umso mehr Nachdruck bekommen auch die durchgebrachten Anträge. So einfach ist das. Wenn dann von erst angegebenen 891 um 17.20 Uhr später dann 939 (also ca. 12.5% aller Mitglieder) stimmberechtigteanwesend sind, was in der Summe dann letztlich 768 (erst 430 Ja - später dann 525 Jastimmen, erst 27% Neinstimmen - dann 183 Nein, erst 9% Enthaltungen dann 60 gezählte) sich an einer Wahl beteiligen, dann kann das schon als eine kniffelige Rechenaufgabe bezeichnet werden. Fest steht nur, dass 123 Anwesende die Wahl schlichtweg boykottiert haben, unverständlich eigentlich. Es wird kompliziert und unübersichtlich. Diese Zahlen erheben auch keinen Anspruch auf Richtigkeit, denn bei so viel Kauderwelsch ist es schwer den Überblick zu behalten, was bei so wichtigen Entscheidungen, wie einer Präsidentenwahl für vier Jahre wohl eigentlich besser ist. So schwankten dann in der Pause die kumulierten Hochrechnungen im Podium pro/contra Littmann von gefühlten 50 65%, um letztlich doch in den knappen 70er v. Hundert Bereich vorzustoßen... Je aus welchem Lager die Mathematiker und Algebraspezialisten stammten, okay zugegeben, wir haben an dieser Stelle den Überblick verloren! Jedenfalls ist das kein sozialistisches Ergebnis trotz nur eines Kandidaten. ![]() Was dann schon nicht mehr so einfach daher kommt, ist die Erstellung einer satzungsgemäßen Tagesordnung durch den Versammlungsleiter Felix Wanke. Nicht nur, dass der Punkt „Beschluss der Tagesordnung“ gänzlich fehlte, nein es sollte dann auch erst der Präsident gewählt werden, ohne vorher einmal alle Berichte der Gremien und Abteilungen zu hören. Wie soll man denn guten Gewissens, was hier vorausgesetzt wird, einen Menschen wählen, ohne vorher über seine Taten informiert worden zu sein? Bevor gewählt werden kann ist es doch sehr interessant ob bspw. die Rückzahlungsmodalitäten an einzelne Abteilungen eingehalten worden sind. Auf diverse Missstände wurde der Herr Wanke freundlichst aufmerksam gemacht. So begann der Marathon mit ein wenig Verspätung bis klar war, wer wann dran sei und was zu Wählen und zu beschließen es galt. Allgemein muss positiv angemerkt werden, das die Wogen sich nach der letzten Schlacht sich zwar geglättet haben, was der Ablauf der Versammlung bestätigte, aber eines ist erneut klar geworden, das was sich zeigt ist Realität, eine Trennung der Mitglieder in 2 politische Lager. Das Pro- und Contra Littmann Zeitalter ist in voller Blütenpracht wieder aufgeblüht. Diese pari/pari Situation ist nicht förderlich, wird vorerst nicht zu beheben sein und je nachdem, wer mehr seiner Anhänger mobilisiert gehen dann auch die Wahlen aus, falls niemand im Wahlausschuss beim auszählen ganze Kartonladungen Stimmen übersieht, vergisst, oder eine Stunde nach der Wahl wieder findet. So bemühten sich dann die beiden Führungsgremien, Stummel-Aufsichtsrat und Rest-Präsidium, sichtbar um Kommunikation und Dienlichkeit in der Sache anstatt Konfrontation um jeden Preis - Obwohl es doch trefflich viele Meinungsverschiedenheiten gibt: „Wir haben es in der Sportbranche teilweise mit knallharten Geschäftsleuten zu tun, die in der Wahl ihrer Mittel nicht immer wählerisch sind. Es geht hier um teilweise viel Geld und Macht.“ (AR) Zum einen wäre da für das vergangene Geschäftsjahr ein ordentlicher Negativbatzen aufgelaufen. Wo uns noch im letzten Jahr 2,41 Mio. Euro Überschuss präsentiert wurden, finden sich heutzutage Verluste, gerne auch als negativer Gewinn bezeichnet von 613 TEUR. Die G/V Rechnung konstatiert sogar 824 TEUR Defizit. Wenn man so will 3,02 (bzw. 3,23) Mio. Euro, die sich in diversen Bereichen des Vereins tummeln. So schlagen 183 TEUR für die unendliche Nascimento „Transfair“ Geschichte zu Buche, leider kostet auch der Aufstieg Prämien von 532 TEUR, okay das ist verdient, aber eine Gehaltserhöhung der Spielergrundgehälter um 22% von 1,0 auf 1,22 Mio. Euro ist doch unter Lokführersolidaritätsaspekten eine beachtliche Summe für einen notirisch klammen Verein. Grundsätzlich konnten zwar Verbindlichkeiten abgebaut werden, jedoch hat der Herr Präsident immer noch Forderungen gegen den Verein von 240 TEUR offen. Die Kassenprüfer wussten ebenfalls von weiteren Präsidiumsmitgliedern zu berichten, die dem Club weitere 80 TEUR geliehen haben. Es wird höchste Zeit, dass dieses Spiel endlich beendet wird, sonst platzt die Bombe bald mal wieder gewaltig. „Das Stadion ist und bleibt trotz aller Fortschritte ein heikles Thema. ... die Kontrollorgane des Vereins haben hierbei nur marginale bzw. keine Überwachungsfunktionen mehr ... und das obwohl unser Club für die Millionen-Risiken, die in der MSB stecken, haftet.“ (AR-Bericht) So sagte denn auch ein ehemaligen Kassenprüfer, dass man dem AR nun nach Prüfung dafür recht geben müsse, dass die durch das Präsidium geschlossenen Verträge mit der MSB zu Recht vom Kontrollgremien moniert wurden sind! Sie hätten allesamt der Zustimmung bedurft. Zu spät. Die Mitglieder wollten es im Frühjahr nicht wissen! Das kann eine ganz düstere Angelegenheit werden, wenn dieser nunmehr ebenfalls ausgegliederte Geschäftsbereich, die Vereinsfinanzen mit in die weiten Tiefen reißt! Für die MSB haftet im übrigen die ebenso neu gegründete Millerntorstadion Verwaltungs GmbH. Wer sind noch einmal die Gesellschafter/Geschäftsführer dieser Konstrukte? „Das Wirtschaftsjahr ist, ... , trotz aller Versprechungen mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen worden.“ (AR) Tja ist dann wohl so, und wenn die finanziell äußerst erfolgreiche Teilnahme (+1,6 Mio. Gewinn) an DFB Pokalwettbewerben der Vergangenheit nicht gewesen wäre, dann: Ein Schelm der böses denkt. Wie dieses Jahr gesehen, kann man nicht regelmäßig auf diese außerordentliche Einnahmequelle zurückgreifen. Die Gesamtleistung, die aus Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen zusammengesetzt ist sinkt entsprechend von 13,96 Mio. Euro im Vorjahr auf 7,36 Mio. Euro. Das „Dreiseiter-Millerntor“ stand bekanntlich lange ohne Einnahmen aus der Südtribüne so in der Gegend umher. Nicht auszudenken, welche Konsequenzen ein erneuter Abstieg in die 3. Liga nach sich ziehen würde. Zum anderen erscheint uns einfachen Mitgliedern die in der Wahlkampfrede des CL getätigte Aussage ebenso merkwürdig, dass er sich darüber echauffiert und sichtlich verwundert zeigt, dass im Falle des Verkaufs der Upsolut Sports AG (mit ihren Merchandising Rechten am FC St. Pauli) an den franz. Rüstungs- und Mischkonzern Lagardère der Verein nicht im Vorfeld unterrichtet worden sei und man schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt worden ist. Nebenbei angemerkt: Womit will unser Club einen möglichen Rückkauf den eigentlich bezahlen? Und der Herr Präsident höchst selbst wurde schon am 29. Oktober in der „Welt-online“ zitiert, es sei lächerlich eine Verbindung vom FC St. Pauli zu Waffenhändlern herzustellen. Er fände diese Diskussion, ob so etwas für den Verein politisch anrüchig sei hanebüchen, er könne sich über so viele Dinge moralisch empören und von daher könne ebenso gut in China ein Sack Reis umfallen! Padautz CL passt nicht ganz mit den ihrigem Wort am Sonntag überein! Da äußerten sie sich doch ein wenig anders und brüskiert. Auch erwähnenswert das Ergebnis der Neuwahlen des Vizepräsidiums und die ebenso fällige Aufsichtsratsnachwahl. Das Präsidium stellt sich weiterhin Richtung Kommerz und Geschäft auf (Gernot Stenger, Bernd Georg Spies, Stefan Orth und Marcus Schulz),was angesichts der finanziellen Lage sicherlich angesagt ist. Wieso haben die ausgeschiedenen Vizen Carsten Pröpper und Andreas Wasilewski sich eigentlich nicht zu ihren Rücktritten geäußert? Konträr demgegenüber ist der neue AR mit eher präsidiumskritischen Mitgliedern (Roger Hasenbein, Uwe Doll) nach besetzt worden, die auf einem langen Weg durch die Institutionen des Vereins über AFM, Fanclubsprecherrat, AGiM. etc. ihren Weg in den AR fanden und eher eine Art „Fan-Vertretung“ mit direktem Kontakt zur Basis darstellen. Dazu gesellt sich der ehemalige Kassenprüfer Lars Sörensen, der in Sachen Zahlen sehr kompetent daherkommt. Es ist keine leichte Aufgabe, die da nun auf alle Beteiligten zukommen wird. Interessen im Sinne des Gesamtwohls des Vereins zu lenken, erfordert einen Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit des „Profivereins“ und den traditionalen- und sozialen Verpflichtungen des Gesamtvereins mit all seinen sporttreibenden Abteilungen zu vollziehen. So bleibt abzuwarten, wie dabei tragfähige Kompromisse zu Stande kommen werden. „Wenn schon keine Einigkeit zu erzielen ist, Die Uneinigkeit der Mitglieder zeigte sich in einigen Satzungs-änderungsanträgen, die offensichtlich die erforderliche 3/4 Mehrheit verfehlten. Von zentraler Bedeutung kann hier der Antrag erwähnt werden, in dem es darum ging, gemäß der Satzung eine einheitliche Spielkleidung in braun-weiß durchzusetzen. Am Thema spaltete sich die Meinung im Forum und ein sichtlich entnervter Vizepräsident S. Orth sah für den Fall der Antragsannahme die Sponsorenverträge mit den Ausrüstern die Elbe abwärts schwimmen und reagierte daraufhin nicht wirklich diplomatisch den Mitgliedern gegenüber. Es entstand ein wenig Verwirrung darum, wer den über die Spielkleidung entscheidet, der Sponsor oder der Verein? Ist Herr Orth nicht von beidem ein bisschen? Was erschien sonst noch wichtig aus der Perspektive der vorletzten Reihe im Saale Eines viel positiv auf, die oft üblen Pöbeleien der Mitglieder auf der vergangenen AOMV waren fast vergessen, eine unrühmliche Ausnahme bildeten hier die Herren der Rugbyabteilung, die ob des lobenswerten sportlichen Erfolges einer Norddeutschen Meisterschaft derart Freudetrunken die lange Zeitspanne bis zur ihrer Ehrung damit totschlugen, durch eben jene Pöbeleien und vom alkoholischen Einfluss beeinflusst überwiegend negativ aufzufallen. Sie begrüßten freudig ihr Neumitglied CL, die werden schon noch merken, wer da zu ihnen ins Boot gestiegen ist. Wenn man dann nach diversen Wahlen und Stunden einzelne Exemplare auf der Toilette trifft, die a) nicht so genau Wissen wo sie sind, und b) die Fragestellung wie viele Wahlzettel sie noch in der Hand halten formulieren, und c) dann Antworten erwarten wozu die Wahlunterlagen denn wohl da sind, sollte man sich grundsätzlich Fragen, ob der Klassenerhalt denn so zu erreichen ist? Zum Ende hin wurde es dann aus Fansicht noch einmal spannend. So wurden drei nicht unwichtig scheinende Anträge mit jeweils überwältigender Mehrheit, die nicht unbedingt so zu erwarten war, durchgebracht. Einer von Dreien sogar gegen die Stimmen des gesamten neuen Präsidiums! Wenn man möchte, darf man dies getrost als politisches Aufbruchssignal werten! Zu einem wurde der Antrag des neu gegründeten Vereins „Fanräume e.V.“ bei nur einer Enthaltung angenommen. Dieser wird mit einem ausgeklügelten Finanzierungskonzept den Versuch unternehmen, Fanräumlichkeiten für diverse Anlässe in der neu zu bauenden Gegengrade einzurichten, die dann allen Fans und Mitgliedern zur Verfügung stehen werden. Man kann nur für alle hoffen, dass dieses Vorhaben nicht erst 2020 Realität wird, denn es ist sehr begrüßenswert und kann auch ein Stück altes St. Pauli im neuen Verein werden. Ein Grundsatzantrag Richtung veränderte Anstoßzeiten im Profifußball wurde nach kurzem hin und her sogar mit den Stimmen des zugegeben eher widerwillig wirkenden Präsidiums verabschiedet, so dass ein eindeutiger Arbeitsauftrag von der Basis an die neue Führungsriege erteilt worden ist. Immerhin ein demokratisch ausgehandelter Kompromiss. „Ich sage euch Nein! Weitaus am spektakulärsten muss man dann den Finalantrag bewerten, hier zeigte sich noch einmal, welch großes Kino eine JHV sein kann, wenn Mitglieder rhetorisch gut vorbereitet und mit Ruhe und Kraft einen Antrag wohl begründet vortragen. Nicht auszudenken was geschehen wäre, wenn der AR im März zur AOMV am Rednerpult so brilliert hätte, genug Ansatzpunkte wären ja immer noch vorhanden. So wurde in einer viertelstündigen Begründung alles aufgezählt, was dafür spricht, dass ein Stadion ein Stadion mit traditionellem Namen bleibt, und schlicht ein unverkäufliches Symbol für die Fanszene ist! Geschickt wurde einmal mehr widergespiegelt, in welch trügerischen Absichten unser Präsident sich verstrickte und was er für guten Geschmack hält dass er diesen so gerne in der Medienöffentlichkeit bestätigt sieht, wurde ihm nun zum rhetorischen Verhängnis. Punkt für Punkt wurden seine Verfehlungen aufgelistet und seine Gegenrede verpuffte in den überzeugenden Argumenten der beiden gut vorbereiteten Antragsteller. Hätte er geahnt, das sie das von ihm zur Verteidigung angeführte Forum betreiben - er wäre nicht mit einer merkwürdig unrepräsentativen Umfrage in die Bütt gestiegen und knüpfte seine Hoffnung auf eine mögliche Mitgliederbefragung zu einem späteren Zeitpunkt! Mit Verlaub Herr Präsident, die 87,5 % der nicht anwesenden Mitglieder haben von ihrem demokratischen Recht einfach kein Gebrauch gemacht, vielleicht können Sie darüber nur froh sein. So fiel dann, wider erwarten der Antrag eindeutig aus! Einige Gegenstimmen, die meisten kamen vom Podium des geschlossenen Präsidiums sahen sich einer gewaltigen Mehrheit der Fürsprecher der Unverkäuflichkeit gegenüber, so dass sogar der AR in diesem heiklen Thema nicht anders als mit Ja Stimmen konnte. „Niemand siegt am Millerntor!“ Außer die Fans des FC St. Pauli! Auf ein neuen Versuch im nächsten Herbst. JanEcke |
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