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Wäre doch diese außerordentliche Mitgliederversammlung bloß ein Lied gewesen, es hätte dem Interpreten die sonst so gut geölte Stimme verschlagen. Am Sonntag, den 26.03. , im CCH, da hat das Herz von St. Pauli einen tiefen Riss bekommen, der so schnell nicht heilen wird. Nichts hätten wir uns lieber gewünscht, als weit weg auf einem Schiff mit einem bekannten Sänger in den Sonnenaufgang zu segeln. Es war dann das Grausen und ein schlechtes Gefühl, das uns beschlich, denn es lag so viel im Argen. Also zogen wir bei herrlicher Sonne los, um im Namen der Demokratie doch recht merkwürdig anmutende 6 Stunden miteinander zu verleben. Das Herz von St. Pauli, das ist meine Heimat, in Hamburg, Oh Nein, wir sind dem Herrn Littmann dank seiner rhetorisch gut aufgezogenen Rede zu großem Dank verpflichtet. Unser aller Oberdemokrat brillierte mit Anspielungen und Uraltwitzchen über Sexualität. Wir im Saal waren so beeindruckt und mussten zum ersten Mal ganz dolle Lachen. Wir kennen das zwar schon, mit den pikanten Privatdetails, macht aber immer wieder Spaß. Und da er so unschuldig wie ein Engel die Anrede „meine lieben Freunde“ mit so ruhigem Ton durch und durch in unsere Köpfe bringt, dass wir um des Himmels Willen nicht ihn den Spielern zum Fraß vorwerfen werden. Nein, wie könnte es uns denn überhaupt in den Sinn kommen, wo doch alles schon so lecker angerichtet ist für seinen Neubau! Ohjemine Nein auch! War es nicht der uns vielen Demokraten verhasste Aufsichtsrat, ja das Wort Hass passt hier einmal hin, obwohl es doch nichts zu suchen haben soll in unserem Verein guter Demokraten. In gut gemeinter Absicht, die ihm die Satzung vorschreibt, übt er nur Kontrolle aus, die wir gar nicht wollen! Wahrscheinlich kann das die Zeitungslandschaft doch eh besser, außerdem haben wir ja unser ganz basisdemokratisches Forum! Der Hafen, die Lichter, die Sehnsucht begleiten Der Folienvortrag des AR war schnell an die Wand geworfen, um uns johlend und pfeifend fun zu bereiten, den nur wir Demokraten haben können! Leider so unverständlich, dass wir dem Rhetorikpräsidenten Wasser unter den Bug spülten. Da stärkte uns ein Aufsichtsrat, der weismachen musste, dass er sich nicht vor uns zu rechtfertigen brauche. Na wozu auch: Wir sind das gespaltene Volk! Das können wir schon ganz alleine. Nein, alle unsere Funktionäre waren es nicht, die unser Herz so nachhaltig gespalten haben. Es war die Art und Weise, wie wir selber die Demokratie oder das, was wir darunter verstehen mit Füßen getreten haben. Das Gefühl der FC St Pauli tritt bei „MTV celebrated Death Match!“ auf, wurde immer stärker. Wir wollen ein Messer und stechen den Gegner ab, alle Klatschen Beifall, wir brauchen mehr Blut, immer mehr privaten Dreck. Es war die Regie des Abends, einem Drama gleich, die der Demokratie die Niederlage beibrachte. Jedes Volk sucht sich seine dümmste Regierung schon noch selber aus! Das Herz von St. Pauli das ruft dich zurück, Eine Mitgliederversammlung ist das höchste demokratische Gremium, das haben wir wohl nicht ganz realisieren wollen. Es geht in so einer Form von parlamentarischer Regierung eines Volkes nicht darum, durch Beleidigungen und Applaus eine Entscheidung herbeizuführen. Demokratie sollte bedeuten, unter gewissen Regeln des Anstandes miteinander zu diskutieren, um zu einer Meinungsbildung zu gelangen. Dann erst wird abgestimmt. An diesem Abend haben wir das leider vergessen. Von daher verwundert es nicht dass der Abend als „Sieg der Demokratie“ dargestellt worden ist. Wenn wir den gesamten Verein für ein blödes Stadion opfern. Vielleicht auch nur für die eine neue Tribüne. Es zeigte uns, dass rationale Entscheidungsfindung so schwer sein kann. Wir sollten uns möglichst vorurteilsfrei beide Positionen anhören, um aufgrund der Fakten erst eine eigene Meinung und anschließend auch unseren gemeinsamen Volkswillen zu bilden. Welch Trugschluss als ob der FC St Pauli mehr als gesellschaftliche Realität ist. Nein, wir sind zu einer Spaßbude für Fußballkultur auf dem Markt der Eitelkeiten verkommen! Hurra, wir sind bestechlich. Das Herz von St. Pauli, das ist meine Heimat, Und wir lieben Mitglieder, wenn unser Ehrenrat, der sich noch niemals in solcher Schärfe zum aktuellen Tagesgeschehen geäußert hat, uns anstatt Sand dann Salz in die Augen streut und wir aufwachen könnten, dann sind wir ganz angespannt ruhig. Wir hören von eklatanten Satzungsverstößen, handwerklichen Fehlern und einem unwürdigen Verhalten der präsidialen Rechtanwälte gegenüber den Mitgliedern des Ehrenrates, dass man es als widerlich bezeichnen muss! Und uns Jubelpersern fehlt Mut, die Realität zu sehen und so ein unwürdiges Präsidium mit solch skrupellosem Verhalten zur Rede zu stellen. Wir treten die Demokratie mit Bolzerbewehrten Füßen anstatt Präsidenten nach Rom zur Buße zu jagen oder zum Teufel! Wenn unser „Kutter Club“ untergeht, dann mit Kapitän. Wir opfern alles. Wenn dieser lauwarme Kompromiss im Namen der Demokratie als deren Sieg verkauft worden ist, dann bleibt die Frage, was ist da geschehen, waren wir alle umnebelt, so blind brav zu folgen? Wir könnten unsere Schuld ja beim Versammlungsleiter abladen, weil er ein wenig ungeschickt agierte. Er wird uns nicht auf den rechten Weg bringen, denn er wusste besser was er zu tun hatte. Frieden herstellen, über allen Gräben hat Ruhe zu herrschen. Die Elbe, der Michel der Kurs ist immer gut St. Pauli, Verscherbeln wir doch den ganzen Quatsch vom Mythos, und den gleich mit! Nun warten wir 15 Jahre auf eine neue Heimat und haben nicht einmal die 5 Minuten Geduld zu warten. Unser Präsident hat immer Recht, wir folgen ihm gehorsam! Wir huldigen seinem Großmut, sich überhaupt mit uns abzugeben! Wir retten uns selber, wenn der Regen kommt! Demokratie ist weit mehr als wir darunter verstehen zum Glück! Bloß in die verkorkste Zeitungslandschaft in Hamburg rein zu lesen ist zu wenig. Anonym in einem Forum Stimmung zu machen ist so leicht und befreiend! Zur Demokratie gehört auch, dass wir einer Minderheit gestatten, ihre Meinung zu vertreten. Falls wir gar keine Minderheit haben wollen, dann schmeißen wir sie doch raus und leben gut damit, eine Diktatur des angepassten Pöbels zu sein! Wir sind der FC St. Pauli zu unseren Bedingungen! Minderheiten, die sich einbilden, eine andere Meinung zu den Abläufen und Dingen zu haben, wollen wir gar nicht hören! Wir wollen etwas anderes hören und sehen. Und hat das Lebensschiff ein Leck, in Hamburg bleiben wir an Deck, Aber wir sollten so konsequent sein, uns eine neue Hymne für unser schmuckes 3/4-Stadion suchen, denn das, worüber der Herr Albers und solche Punker da gesungen haben, das haben wir niemals wirklich verstanden! Das ist die Freiheit, die Demokratie garantiert, es sind die Rechte und Pflichten, die auch dazu gehören. Dieser Verein mit seiner langen Geschichte und dieser Stadtteil haben uns nicht verdient in dieser Form. Schade eigentlich, ein tolles Aufstiegsjahr kommt nicht alle Tage vor und wir sind mit uns selbst beschäftigt. Walk on, ... with hope JanEcke (T/M: Jary/Herz, interpret. von H. Albers) |
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