Skandal!

Die AFM verzichtet auf Kassenprüfer!

   Was sich zunächst einmal wie ein hausgemachter, typischer Vereinsskandal anhört, ist eigentlich nur eine ulkige Geschichte um einen Zettel, einem Husumer und einer nicht gerade Erfolg versprechenden Spontankandidatur, der aber (der Skandal) nahezu einstimmig von den Mitgliedern beendet werden konnte. Ansonsten kann man eigentlich von der harmonischsten Mitgliederversammlung seit Bestehen der AFM sprechen, die am Freitag, den 11. August im Trainingsclubheim an der Kollaustraße stattfand.

Erfolg macht sexy

   Was so ein paar zusätzliche Pokalspiele pro Saison doch für Effekte für einen Verein haben können. Der Verein steuert einer schuldenfreien Zeit entgegen, Bundes- und Zweitligaspieler trauen dem Verein den Aufstieg zu und wechseln freiwillig ans Millerntor und die AFM meldet 200 neue Mitglieder innerhalb eines Jahres. Noch erstaunlicher finde ich, dass selbst der Trend, aktiv an der Vereinspolitik teilzunehmen wieder steigt. Die Anzahl der an der Versammlung teilnehmenden Mitglieder stieg von der AFM-MV 2005 auf der AFM-MV 2006 um satte 50%,was nur dadurch relativiert wird, dass es trotzdem noch unter 100 interessierte Mitglieder waren, die Andreas Kahrs zum Abschied die letzte Beichte abnehmen wollten. Und so war es auch der Auswanderer (Andi geht für sein Studium ein halbes Jahr nach Krakau),der als Noch-Vorsitzender die Ehre hatte, den Bericht der Abteilungsleitung zu präsentieren. Der auf der letzten MV angekündigte Buskauf wurde bisher noch nicht vollzogen (man sucht noch Sponsoren für die Busse), der Verein hat sich an die Rückzahlungsvereinbarung der Abteilungsgelder gehalten, die AFM entwickelt neue Imagebrochüren (gehen wohl in den nächsten Wochen per Post raus) und auch Herbert W. hält sich an seine Rückzahlungsmodalitäten.

Sportlich wir – beruflich Sie

   Unter diesem Slogan präsentierte Torsten Lessing das bereits gestartete, neue Projekt, das unserem Nachwuchs beim Finden und Besetzen von Ausbildungsplätzen tatkräftig unter die Arme greifen soll. Ziel dieser Börse soll es sein, jugendliche Vereinsmitglieder aller Abteilungen beim Bewerben (durch gezieltes Erstellen von Profilanalysen) und Durchlaufen der Ausbildung zu unterstützen. Dieses Projekt wurde bereits kurz nach der Initialisierung von der Hamburger Wirtschaft so gut aufgenommen, dass Torsten bereits zum Ausbildungsstart am 01.08.namhafte Unternehmen wie Blohm + Voss, Hochbahn und SAGA GWG als Partner gewinnen konnte. Schon in den ersten Wochen erzielte die Homepage www.fcstpauli-ausbildung.de täglich zwischen 1100 und 1200 Klicks. Demnächst soll das Projekt durch den Auswurf von 60.000 Edgar-Cards einer größeren Anzahl an Personen in Hamburger Kneipen publik gemacht werden. Leider wird dieses Projekt rein aus AFM-Geldern finanziert. Hier würde ich mir schon ein monetäres Engagement aus interessierten Unternehmen wünschen, die aus dieser Aktion neben gut betreuten Azubis auch einen erheblichen Imagegewinn erhalten würden.

Neues vom Claus und seinem Jugendhaus

   Als nächster Redner trat Claus Teister als Vertretung von Dirk Zander ans Mikro und bedankte sich für die von der AFM bereitgestellten Gelder. Obwohl unsere A-Junioren den Sprung in die Bundesliga verpassten, können wir wieder frohen Mutes in die Zukunft unserer Jugend schauen. Immerhin stellt der 92er Jahrgang zur Zeit drei Junioren-Nationalspieler ab (hoffen wir mal, dass dieses Team ähnlich erfolgreich wird, wie das Team um Ivan, Zlatan, etc.).Da die AFM nicht in der Lage ist, Jugendliche über hoch dotierte, langfristige Verträge an den Verein zu binden, hat sie sich andere Ideen zur Motivation der Junioren einfallen lassen. So gibt es neben der Ausbildungsbörse für die Juniorenmannschaften noch ein Trainingslager in Florida (eventuell sogar in der Football Academy von Nick Bolletieri) und man versucht weiterhin, Spieler aus den Jugendmannschaften am Training der „Profis“ teilnehmen zu lassen, was leider trotz Zusagen seitens Trulsen und Bergmann noch nicht erfolgte.

Und diesmal langte keiner rein

   Nun war es (Yorck) Niclas Prehms Aufgabe, den versammelten Mitgliedern endlich wieder Vertrauen in die Kassenführung zu geben. Erstmals wurde in der AFM-Geschichte ein elektronisches Kassenbuch und die doppelte Buchführung, sowie weitere Kontrollinstanzen bei hohen Einnahmen/Ausgaben eingeführt, um weitere Desaster der Marke Selbstbedienung auszuschließen. Die Mitglieder erhielten in diesem Jahr eine Bilanz und eine GuV-Übersicht des letzten Geschäftsjahres, mit deren Hilfe sie nachverfolgen konnten, wohin die größten Summen ihrer Beiträge geflossen sind. So konnten auf der Einnahmenseite neben den Mitgliedsbeiträgen säumige Beträge durch eine gelungene Mahnaktion, Spenden, Einnahmen aus Bierausschank und sogar ein Zinsertrag in dreistelliger Höhe erzielt werden. Die Erträge wanderten hauptsächlich in die Bereiche Jugendförderung (Jugendtalenthaus, Brummerskamp, Trainingslager, Jugendabteilungen), Verwaltungs- und Veranstaltungskosten, sowie das neu eingerichtete Live-Streaming von Spielen der ersten Mannschaft. Durch den zusätzlichen Rückfluss der Mitgliedsbeiträge durch den Verein verfügt die AFM zur Zeit über ein Bankguthaben in Höhe von 63.694,33 ?. Für das Geschäftsjahr 2006/2007 sind zur Zeit Ausgaben für den Fuhrpark (zur Not auch ohne Werbung), ein 48 seitiges Jahresmagazin über unsere Jugend, die bereits erwähnte Image-Brochüre eingeplant. Und natürlich geht der Großteil der finanziellen Mittel weiterhin in die Förderung unserer Jugendabteilungen, insbesondere dem Jugendfußball.

Die AFM grundsolide

   Als nächster Tagesordnungspunkt standen die Entlastungen und die Nachwahl eines neuen Vorstandsmitgliedes an. Ulli Reuss, bis zu diesem Abend Kassenprüfer hatte in seiner Analyse nichts zu beanstanden und lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Niclas und der neu eingeführten Buchhaltung. Er empfahl, den Kassenwart und den kompletten AFM-Vorstand zu entlasten, was auch durch nahezu alle Mitglieder erledigt wurde. Danach wurde auf der Versammlung ein wenig geschädelt. Da Andi Kahrs den Vorstand verließ, musste ein neues Vorstandsmitglied berufen werden. Vorgestellt hat sich Johann Hinrich Boe, der vielen besser als Schädel bekannt ist. Schädel wurde nach einer über seine Kindheit philosophierenden Rede mit einer an Sozialismus grenzenden Quote in den neuen AFM-Vorstand gewählt, der nun aus Alex Gunkel als erstem Vorsitzenden, den eben gewählten „Hanner“ Boe, Niclas Prehm mit dem Schwerpunkt Kasse und Anja Hütte besteht.

Kassenprüfen – mehr als gucken,
ob die Kasse funktioniert

   Nun musste noch ein neuer Kassenprüfer für den ausscheidenden Ulli Reuss gefunden werden. Für dieses Amt bewarben sich im Vorfeld Fried Schröder (?), dessen Rede wegen Abwesenheit vorgelesen wurde und Axel Brand, der sich morgens bei Tommy telefonisch anmeldete, sich auch als „anwesend“ in die Versammlungsliste eintrug, aber im entscheidenden Moment kniff. So hatten die Mitglieder die Wahl zwischen einem aus Husum stammenden, nicht anwesenden Bankkaufmann und einem kneifenden, eventuell anwesenden Phantom. Das Murren gegen so eine Wahl war unüberhörbar. Tay Eich war dann der erste der aufsprang und aussprach, was alle dachten. Nachdem sich die AFM bzgl. ihrer Finanzen in den letzten Jahren regelmäßig blaue Augen einfing, kann man die Prüfung nicht Leuten überlassen, die man nicht mal gesehen hat. Sollte es nun zu keiner Wahl kommen, würde dies laut Satzung zu einer Kassenprüfung durch den Prüfer des Vereins führen. Dies wollte nun Sebastian mit aller Macht verhindern. Er sprang auf und bewarb sich spontan freiwillig für das Amt des Kassenprüfers. So spontan, dass er natürlich keine rhetorisch überzeugende Rede vorbereitet hatte, sondern frei nach Schnauze, von der Leber weg erzählte, wer er sei und wie er das Amt so sieht. Er erzählte den Mitgliedern, dass er zur Zeit Hotelsoftware installiert, keine kaufmännischen Hintergründe besitzt, wenig Zeit hat, aber trotzdem das bisschen Prüfen gewuppt bekommt. Noch bevor es zu einer Wahl kommen konnte setzte sich der von Uwe Doll gestellte Dringlichkeitsantrag durch, das Amt des Kassenprüfers in die Obhut des Gesamtvereins zu geben. Dieser Antrag (bzw. ob der Antrag zugelassen wird) als auch die Abstimmung pro Kassenprüfer des Gesamt-Vereins fielen positiv aus.

Alles peacig in der AFM

   Am Ende hielt Alex Gunkel eine Laudatio für Andi Kahrs, Klaus Rummelhagen überreichte Andi in Vertretung für Herrn Littmann die Goldene Ehrennadel des Vereins (gibt es nur goldene Ehrennadeln oder bekommt man die schon, wenn man 5 Jahre im AFM-Vorstand ist? ), Uwe Doll erinnerte Klaus Rummelhagen noch mal daran, dass Herr Littmann ruhig mal einen Schritt auf die Fanszene zugehen soll und schließlich hatten sich alle an diesem Abend lieb. Mir als Schreiberling dieses Artikels bleibt noch, Andi für die Zeit in Polen (und natürlich auch danach) alles Gute zu wünschen und mich für sein Engagement in der AFM zu bedanken. Zwar war er Anfangs noch etwas grün hinter den Ohren und hat sich von unserem Präsidium ab und zu mal über den Tisch ziehen lassen, letztendlich hat er aber den Kurs von der Burggraafschen Supporters-Service-Abteilung in eine richtige Fördervereinigung entscheidend mitgeprägt.

Allet Jote

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