NEUES VON DEN ALTEN
Seit der letzten NVDA-Kolumne im Übersteiger Nr. 75 hat sich einiges getan auf dem Transfermarkt für ehemalige Spieler des FC St. Pauli. So ist beispielsweise Steffen Karl nach Geständnis in Sachen Hoyzer-Wettskandal nicht nur zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden, sondern hat inzwischen das Traineramt beim sächsischen Fünftligisten VfB Fortuna Chemnitz übernommen, wo er vor seiner Sperrung durch den DFB im letzten Dezember (bis 22. April 2006) bereits als Libero aktiv war. Ein neues Spielfeld hat auch unser Ex-Marketingchef Götz Weisener gefunden: Der 44-Jährige wird zweiter Geschäftsführer beim Football-Vizemeister „Blue Devils“. Teuflisch gut ist immer noch Andreas Jeschke, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Boller“, der mit seinen 39 Jahren für seinen Club TuRa Harksheide (Staffel 6 der Kreisliga Hamburg) immer noch einen Bude nach der anderen macht. Rund die Hälfte aller geschossen Tore gehen auf das Konto des „Bücherwurms“. Nur noch eine Jokerrolle hat ein weiterer ehemaliger Sympathieträger vom Millerntor inne: Beim Spitzenreiter (Stand: 30. März) der württembergischen Bezirksliga (Rems/Murr) stochert aber dennoch Markus Sailer den einen oder anderen entscheidenden Ball in die Maschen. "Unser Slalom-„Toni“, inzwischen zum Vereinswirt geworden, wird’s schon richten mit dem Aufstieg... Der Kongolese Jean Clotaire Tsoumou-Madza ist bei LR Ahlen gelandet ist, nachdem dieser ablösefrei zunächst von der Frankfurter Eintracht zum Erstligisten MPPJ Selangor FC nach Malaysia (!) gewechselt war und von dort nun Anfang des Jahres den Weg zurück nach Deutschland fand. Tsoumou ist also wieder da! Was auch von Cory Gibbs behauptet werden kann, denn US-Nationaltrainer Bruce Arena berief den 26-Jährigen kürzlich in den Kader gegen Deutschland. Und in der Tat erledigte Gibbs seine Aufgaben mehr als zufrieden stellend, was ihm durchaus die Tür für die WM offen hält. Auf Vereinsebene kickt der Amerikaner mittlerweile bei ADO Den Haag, nachdem er zuvor für Feynord Rotterdam die Fußballschuhe geschnürt hatte. Seinen Rucksack schnüren musste im November nach Querelen mit der Vereinsführung auch Frank Böse beim VfR Neumünster. Inzwischen hat der Keeper einen neuen Kontrakt bei VfL 93 unterschrieben. Kurz danach musste auch unser ehemaliger Amateur-Trainer Kurt Hesse wegen Erfolglosigkeit Abschied aus Club-88-City nehmen, hat aber schnell einen neuen Arbeitgeber gefunden den schleswig-holsteinischen Bezirksoberligisten TSV Heiligenstedten, der gute Chancen hat, in die Verbandsliga aufzusteigen. Ein weiterer ehemaliger Millerntor-Coach ist ebenfalls mit neuem Job gesegnet: Michael Lorkowski übernahm diese Tätigkeit beim vom Abstieg bedrohten niedersächsischen Verbandsligisten SSV Vorsfelde. Apropos VfL 93: Das rotiert das St.Pauli-Karussell gerade richtig: Neben Böse hat Trainer Bernd Hollerbach nämlich auch noch Davide Pedroso-Bussu in seinen Kader aufnehmen dürfen, der vom SV Wilhelmshaven zurück an die Elbe kam. Als Abgang hingegen musste der Stadtpark-Club „Goalgetter“ (neun Saisontore) Jörn Schwinkendorf verzeichnen, der es vorzog, zum sächsischen Landesligisten FSV Zwickau zu wechseln, nachdem „Schwinke“ erst im August vom FC Teningen (Verbandsliga Südbaden) an den Borgweg gekommen war. Und auch Artur Maxhuni hat den VfL verlassen unterschrieb im Januar beim SC Concordia. Dort bleibt übrigens auch Piotr Staczek, den eigentlich die aufstrebende Eintracht aus Norderstedt (Präsident: Reenald Koch) auf dem Zettel hatte. „Peter“ verlängerte seinen Vertrag im Marienthal. Norderstedt die Letzte: Torsten Fröhling, Trainer der dortigen Eintracht-A-Jugend und Jugendwart, hat die offizielle DFB-Trainerlizenz in der Tasche. Herzlichen Glückwunsch! Gratulieren dürfen wir auch Brigitte Meyer (Ja, das ist Clubheim-Brigitte), die seit Dezember das „St. Pauli Eck“ in der Hein-Hoyer-Straße führt. Nicht gleich um die Ecke, aber immerhin an der Elbe hat Rico Hanke einen neuen Verein gefunden. Der 30-jährige Stürmer unterschrieb bis Saisonende beim Oberligisten FV Dresden-Nord. Und siehe da: Gleich im ersten Spiel sorgte Hanke mit zwei Treffern für den ersten Heimsieg (3:2) der Elbstädter. Auch Hanke-Wechsel Nummer Zwo vollzog sich von Hamburg Richtung Osten der Republik: Routinier Stephan Hanke wechselte zu Jahresbeginn von der Zweiten des HSV zum Drittliga- und Abstiegskonkurrenten Rot-Weiß Erfurt. Ohnehin haben Ex-Braunweiße wohl nie so recht gute Karten bei unseren Nachbarn. Zuletzt traf es bspw. auch Joachim Philipkowski, der als Trainer der HSV-Nachwuchself nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte. Im November gab man dem 45-Jährigen den Laufpass. Dieses Schicksal mussten zuletzt allerdings auch einige andere Übungsleiter erleiden, die ehedem am Millerntor ihre Brötchen verdienten: Jan Kocian wurde im Februar in Siegen entlassen, Dietmar Demuth musste schon im Dezember nach nur neun Monaten seinen Hut beim Chemnitzer FC nehmen, Gerhard Kleppinger wurde beim FSV Frankfurt der Stuhl ebenfalls im Dezember vor die Tür gestellt, und Willi Reimann und Peter Nogly scheiterten gemeinsam in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Zum Jahreswechsel hieß es also Abschied nehmen vom Erstligaverein Al-Sha’ab... Nach einem wahren Probetraining-Marathon (u. a. in Siegen und Aue) hat Eric Agyemang im SC Pfullendorf (Regionalliga Süd) endlich einen neuen Club gefunden. Unser ehemaliger Amateur-Kicker spielte zuletzt bei Kickers Emden und hat in seinen ersten beiden Spielen gleich jeweils eine Bude gemacht. Die kann Richmar Siberie für seinen neuen Verein zwar noch nicht vorweisen (Stand: 30. März), aber „Rocky“, der zuletzt bei NK Maribor (Slowenien) angestellt war, wird schon noch den einen oder anderen Abstauber für den Wuppertaler SV versenken. Ein anderer begnadeter Ex-Kiezstürmer findet sein Auskommen inzwischen in der Schweiz: Marcos Antonio Aparecido Cipriano, kurz Marcao, kickt dort seit Jahresbeginn für den Erstligaaufsteiger „Yverdon-Sport FC“ zuvor in seiner brasilianischen Heimat bei Guarani FC. Nicht Brasilien, aber immerhin Bayreuth war zuletzt die fußballerische Heimat von Martin Driller. Der exzentrische Stürmer, der erst zu Saisonbeginn beim Süd-Regionalligisten anheuerte, verließ die SpVgg bereits wieder zur Jahreswende und unterschrieb beim Bayernliga-Spitzenteam FC 04 Ingolstadt einen Vertrag bis zum 31. Juni 2007. Hauptgründe: Driller hat dort berufliche Perspektiven (ihm soll ein Anschlussvertrag für einen Trainerjob versprochen worden sein) und wird nebenher seinen A-Trainerschein machen. Durchgefallen wegen mangelnder Fitness ist Adolphus Ofodile beim Probetraining des 1. FC Eschborn, dem Tabellenletzten der Regionalliga Süd. Hingegen zufrieden scheint Eintracht Frankfurt mit Chris zu sein, denn dessen Vertrag wurde bis 2009 verlängert. Und schneller als erwartet konnte der Transfer von Terry Galloway vollzogen werden: der ehemalige Kiez-Amateur konnte bei der zweiten von Hannover 96 nie Fuß fassen und spielt nun beim VfL Pinneberg (Verbandsliga). Von 1975-1977 hütete Peter Kilian das Tor der Braunweißen. Nun ging der 49-Jährige als Liga-Obmann zum Duvenstedter SV. Noch viel früher, nämlich von 1941-1943, spielte Herbert Sempf als linker Verteidiger am Millerntor. Am 23. Februar verstarb der Sportler 88-jährig. Den Angehörigen unser Beileid. Traurig ist es auch immer irgendwie, wenn altgediente Kicker ihre Stiefel endgültig an den Nagel hängen. Diesen Schritt hat nun Dirk Zander angekündigt, der mit Saisonende fast 40-jährig dem VfL Maschen den aktiven Rücken kehren will. Davon ist beim 35-jährigen Daniel Scheinhardt offensichtlich noch nicht die Rede, denn der Torgelower Oberligist SV Greif sicherte sich die Dienste des Abwehrrecken zunächst bis Saisonende. Scheinhardt war zuletzt beim Berliner Oberligisten AK Berlin unter Vertrag. Nach Österreich hat es Heinz Weber verschlagen, der dort beim Zweitligisten FC Gratkorn im Tor steht. Nikhil Erlebach kehrt zur Saison 06/07 aus den USA zurück (spielte dort für die „ Cal Poly Mustangs“) und unterschreibt für ein Jahr bei Concordia. Und dann war da noch Mario Steinhauer, Trainer beim SSV Rantzau, unser Oddsetpokalgegner aus dem Dezember. Wie, kennt ihr nicht? Der 34-Jährige war in der Saison 89/90 im Profikader des FC St. Pauli hat allerdings nie gespielt... Um am Ende auch der Chronistenpflicht genüge zu tun, sei noch die Rückkehr von Jens Scharping erwähnt, der zum 1. Januar ablösefrei von Alemannia Aachen kam. „Gerdl“ unterschrieb bis 2008.
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