Oh, ein Vorwort schreiben...

   So, verirren wir uns ein weiteres Mal in lyrisches Unterholz des Vorworts und geben uns einem heimlichen Flüstern mit dem Leser hin. Schreiben wir ein Vorwort über Vorwörter und beginnen.

   Ein Vorwort ist Stimmung... „Jaaa, super, heut kommt die alte Schlampe Hertha; hoffentlich knocken wir sie wech, und überhaupt alles tutti bei der Mutti, uns scheint die Sonne ausm Arsch, ich liebe alle Menschen und Weihnachten is die schönste Zeit des Jahres; alle kommen zusammen und wollen nur eins: Beschenken. Also Hertha, lass die Hosen runter!“

   Ein Vorwort heißt gleichsam die Sense wetzen, gleichsam die Gitarre stimmen, gleichsam mit einem Kinde plaudern, gleichsam aus dem Fenster spucken... „Habt ihr gehört, ihr Gesindel, legt euch ja nich mit dem verlängerten Arm der Junta an; eure scheiß Repression – egal auf welcher Ebene – begegnen wir mit subversiver Scheiße, die um Längen stärker stinkt, als eure krummen Riechkolben imstande sind zu ertragen.Alles klar, ihr Schmalspurpisser?“

   Ein Vorwort schreiben heißt gleichsam die Türglocke eines Mannes ziehen, um ihn zu foppen, gleichsam am Fenster einer jungen Maid vorbeigehn und das Pflaster begucken; gleichsam den Hut schwenken, obschon man niemanden grüßt... „Euch guck ich mit dem Arsch nich an; und wenn ich mal überkandidelt freundlich bin, dann dreht mir ja den Rücken zu, dass ich so richtig rostfreies Stahl in euren erbärmlichen Corpus reinrammen kann. Kapiert?“

   Ein Vorwort schreiben heißt gleichsam etwas getan haben, das dazu berechtigt, eine gewisse Aufmerksamkeit zu beanspruchen, gleichsam auf dem Gewissen haben, das die Verantwortung reizt... „Habt ihr verstanden, ihr dämlichen Zangengeburten? In diesem Heft steht rein gar nichts,was euren kläglich weichen Verstand zu Luftsprüngen animieren könnte. Nada!“

   So, o ja, so ist es mit dem Schreiben eines Vorworts; und wie ist es nun bestellt mit dem Penner, der es schreibt? Er geht unter den Menschen aus und ein, des Winters ein Geck, des Sommers ein Narr, er ist ‚guten Tag und Lebe wohl’ in einer Person, jederzeit vergnügt und wieder nicht, mit sich zufrieden und wieder nicht, so recht ein leichtsinniger Taugenichts, ja eine unmoralische Person, denn er geht nicht auf die Menschen zu, sondern durch sie hindurch... „Ey Präsi, alter Kumpel; lass uns Spassss haben, dass unser Arsch zum Urmund wird und wir unsere Kotze Tausende von Kilometern rumseiern. Das groovt. Scheiß auf Werte!“

   Der Vorwortschreiber spricht nicht auf Mitgliederversammlungen, weil die Luft da zu eingeschlossen ist; er bringt kein Lebehoch in irgendeiner Gesellschaft aus, weil dieses Geblubber unerträglich vor Schmalz trieft; er besorgt keine Geschäfte für das System, er zahlt die Staatsschuld nicht ab, ja er wird nicht einmal ihretwegen ernst!

   „So, ihr Vollpfosten, macht was ihr wollt - und das möglichst nicht in meiner Nähe! Auf das euch der Braten im Halse stecken bleibt für so viel Heuchelei und diktatorischen Humanismus!!!“

Es grüßt die Verwirrung der Verwirrten

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