Corny, Nazis, Hallo JHV!Der sportliche Erfolg der letzten Wochen, die Genesung des Patienten FC St.Pauli auf der Intensivstation, eine verhältnismäßig ruhige Jahreshauptversammlung, selbst der Fanladen zeigt sich handzahm. Also alles „supi dufte“ beim sympathischen Hamburger Stadtteilverein im November 2005? Na, da wollen wir die Kirche doch mal lieber in Stellingen lassen, so weit ist es dann doch noch lange nicht. Who is part of Bergmanns army? Fangen wir mal mit dem Sportlichen an. Vor dem Spiel in Kiel sprach Stani davon, dass man sich das Verhalten der Mannschaft genau anschauen werde, bevor man sich zu Entscheidungen hinreißen lassen würde. Nach einer gespielten halben Stunde und vier schönen Gegentoren (die vielleicht nicht gefallen wären, wenn man einen Torwart dabeigehabt hätte, der realistisch sein körperliches Befinden einschätzen kann) erreichten die Daheimgebliebenen seltsame SMS wie „Bin schon mal in die Kneipe, magst Du uns bitte das Endergebnis schicken?“ und die kommende Entscheidung bezüglich des Arbeitsplatzes von Andreas Bergmann schien klar. Warum es dann doch nicht zur Beurlaubung kam, mag verschiedene Ursachen haben. Die wahrscheinlichste: Der Verein hat sich so sehr über das (lange Zeit ja nicht mehr aufgetretene) Durchsickern von Internas an die Öffentlichkeit geärgert, dass man sich gegen eine Trennung entschieden hat, um der Presse ein Schnippchen zu schlagen. Wie dem auch sei, die Mannschaft zeigte in der Folge nicht nur Gesicht, sondern endlich auch guten Fußball. War am Saisonbeginn noch mit nackten Ergebnissen über die oft mageren Spiele hinweggetäuscht worden (selbst beim Spiel in Emden hatte man nicht überzeugt, ohne die zwei roten Karten für die Kickers hätte man auch dort Probleme bekommen), so kam jetzt zu den Erfolgen auch noch die lang vermisste spielerische Überlegenheit, die nach dem Sieg gegen den Unsympathen Wollitz mit seinen Osnabrückern sicher in der Galavorstellung gegen Bochum gipfelte, als man den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer der zweiten Liga wahrlich an die Wand klatschte. Danach wurden bei betandwin zwar hohe Summen auf ein Versagen in Wattenscheid oder auch beim Tabellenletzten aus Köln gesetzt, doch beide Spiele, in denen wir typischer Weise eigentlich als Aufbaugegner hätten glänzen müssen, wurden gewonnen. Aus „sieben Punkte Rückstand plus ein Spiel mehr“ ist inzwischen „nur noch zwei Punkte!“ geworden, selbst der erste Punktspielsieg in der AOL-Arena ist geglückt. Trotz der unnötigen Niederlage in Erfurt (wenn wir gegen Hertha nen Elfer kriegen, grätscht hoffentlich rechtzeitig jemand den Dinzey um), wird es sportlich sicher ein ruhiges Weihnachtsfest und man kann gelassen abwarten, wen wir denn im Pokalviertelfinale am Millerntor begrüßen dürfen. Oder zweifelt wirklich jemand daran, dass wir so kurz vor Weihnachten den Brasilianern aus Berlin zur Begrüßung mal gehörig auf die Zehen steigen, um dann bei widrigen Platzverhältnissen durch einen unberechtigten Handelfmeter in der Nachspielzeit gewinnen? Nazis sind doof wenn wir es vermarkten können Zum Heimspiel aus Jena wurden viele friedliche Gästefans angekündigt, schließlich genießt Carl-Zeiss hier einen sehr guten Ruf. Die Realität bestätigte dies dann auch, viele Gästefans waren tatsächlich nicht nur nett, sondern auch friedlich. Allerdings traf es dann doch bei weitem nicht auf alle zu, einige konnten neben „latente Ausländerfeindlichkeit“ auch noch „Hang zur Gewalt“ unter Hobbies im Poesiealbum vermerken. Nun kann man sich an der Endlos-Diskussion der politischen Linken ergötzen, wie viel Gewalt denn zur Erziehung derartiger Arschlöcher erlaubt sei, freilich führt dies an dieser Stelle zu weit. Unstrittig hingegen dürfte sein, dass die Polizei sich derzeit über jede noch so kleine Streitigkeit im Rahmen eines Fußballspiels freut, sichert dies doch, gerade im Blick auf die WM, diverse Arbeitsplätze und rechtfertigt auch noch so überflüssige Repressionen seitens der Staatsmacht. Und natürlich ist auch der Verein besorgt, denn das Damoklesschwert des „Alkoholverbots“ kreist ja doch recht regelmäßig und Umsätze schmälernd überm Millerntor. Hier wird es jetzt interessant, mal die Hintergründe dessen zu beleuchten, was in den folgenden Tagen und Wochen passierte Zunächst veröffentlichte das Abendblatt ziemlich unreflektiert am Montag eine Pressemitteilung der Polizei, in der man den Eindruck bekommen musste, dass sich bürgerkriegsähnliche Zustände rund ums Heiligengeistfeld abgespielt haben müssten, nach Aussagen der Polizeiführung haben einige Polizisten derartiges noch nie gesehen und sich quasi zum Schutz des eigenen Lebens durch die brandschatzenden Massen prügeln müssen. Wie viel Tote und Verletzte es denn wohl bei diesen Gewaltorgien auf beiden Seiten gegeben hat, die sicher mindestens auch so viele brennende Autos wie in Paris hervorgebracht haben? Ach komisch weder Polizisten noch „Hooligans“ auf beiden Seiten seien verletzt worden, Autos seien auch nicht zu Schaden gekommen, lediglich ein Fahrrad-Besitzer beschwerte sich, dass ein Aufkleber von seiner Schutzblech abgepult worden sei? Na dann ist ja gut fragt sich nur, was die Polizisten denn nun genau „noch nie gesehen“ hätten, oder ob „Team Grün-Weiß“ vielleicht jetzt auch blinde Mitbürger einsetzt und sich hier einen sehr makabren Scherz bei der Wortwahl geleistet hat? Die Antwort des Vereins auf das Hochspielen der Lappalien ließ nicht lange auf sich warten, allerdings von unerwarteter Seite. In der VIVA ST.PAULI erschien zum nächsten Heimspiel ein Text des Fanladens, in der die Gewalttätigkeiten beim Jena-Spiel verurteilt wurden und um Differenzierung gegenüber Trägern von Thor Steinar Klamotten gebeten wurde. Mag, wenn man den vom Fanladen mit unterzeichneten Demo Aufruf gegen den Laden in der Talstraße im Hinterkopf hat, etwas ungewöhnlich erscheinen, insbesondere wenn man sich bisherige Verhaltensweisen und Aussagen des Fanladen in Erinnerung ruft. Zugegeben, in Ermangelung offizieller Aussagen des Fanladens zu diesem Thema bewegt man sich hier schnell in die Bereiche der Spekulation, doch ohne große wahrsagerische Fähigkeiten zu haben, reimt man sich schnell zusammen: die Polizei droht mit Alkoholverbot, der Verein bekommt es mit der Angst zu tun und erinnert den Fanladen an seinen Träger, den Verein Jugend und Sport und den sozialen Auftrag als Jugendprojekt. Von Erpressung zu sprechen, würde uns hier natürlich nicht einfallen, aber dass der Aufruf zwar im offiziellen Medium des Vereins auftaucht, nicht aber in den normalen Verbreitungskanälen des Fanladens, wie der eigenen Homepage oder den Fanzines spricht sicher Bände. Wenn es ein ernstes Anliegen gewesen wäre, hätte man sicher diese Kanäle auch genutzt. Natürlich muss der Fanladen sich gegen Gewalt aussprechen, wie es also auf einer der Besprechungen mit Herrn Littmann und der Polizei zu dieser Stellungnahme kam, kann man sich auch ohne Insiderwissen schnell zusammenreimen, Gespräche vor Ort können ebenfalls zum Verständnis beitragen. Interessant dabei die Aussagen des Vereins, wie z.B. am 28.10. im Abendblatt: „Jeder weiß, dass Nazis bei uns im Stadion keine Chance haben", so Corny, während Stani sogar noch einen draufsetzt: „Bei uns gibt es einen Selbstreinigungsprozess, unsere Fans regeln den Kampf gegen Rechts selbst - wenn sie Sprüche hören oder Plakate sehen sollten." War ja klar, in der bundesweiten Aktion „Laut gegen Nazis“ kann man den gelebten Antifaschismus der eigenen Fanszene medial ausschlachten und auf dicke Hose machen, wenn es aber unangenehm zu werden droht, versucht man den Fanladen zu instrumentalisieren und erneut mit der Polizei einen Keil in die Fanszene zu treiben. Wie gesagt, warum sich der Fanladen hier instrumentalisieren lassen ließ, liegt im Dunkeln. Den Keil allerdings wird weder der Ex-Fanpräsident noch die Polizei zwischen aktive Fanszene und den Fanladen treiben können, wie auch die Stellungnahme von USP oder auch die Antifa-Info zeigte, in der ebenfalls die „eigentlichen Urheber“ kritisiert werden. Das Bashing des Fanladens blieb aus, Versuch gescheitert, liebe Polizei. All Cops are beautiful Jaja, ich höre sie schon, die empörten Rufe... ich gebe zu, es gibt auch hässliche Polizisten, aber das ist hier eh nicht Thema. Ich spinne mal folgendes Szenario an die Wand: Eine St.Pauli FanIn zwischen 16 und 99, wohnhaft in Deutschland, regelmäßiger Besuch der Heimspiele, ab und an bis immer auch mal ne Auswärtsfahrt. Ihr kennt so jemanden oder passt gar selbst in diese völlig frei erdachte Rolle? Danke, dann bitte kurz aufgepasst. Wie gerne hättet Ihr die Polizei mal zu Hause zu Gast, die (am besten noch in Eurer Abwesenheit) den Eltern, dem Mitbewohner oder dem/der PartnerIn mal so richtig schön Zeit geben, von Euch zu berichten? Die gucken sich mal Eure Wohnung an, blättern interessiert in Fotoalben und besuchen und erzählen allen die es hören wollen gerne davon, dass Ihr ja auch schon länger „zur Szene“ gehört, was auch immer das dann so genau heißen soll. Da kommt man dann nichts ahnend nach Hause und die Mutter / der Freund / die Mitbewohnerin etc. fragen einen mit Tränen in den Augen, wie lange das schon gehe, ob man denn kein Gewissen habe, wie man sich denn sein Leben so für die Zukunft vorstelle, wo man doch eigentlich gar keine mehr habe, wenn man nicht schleunigst was ändert. Und während man selbst ein großes Fragezeichen über dem Kopf schweben sieht, faselt der Gegenüber was von „Du also auch im Hooligankrieg!“ oder so ähnlich und man fällt aus allen Wolken. Noch schöner, wenn einem vergleichbares am Arbeitsplatz passiert, weil auch der Chef mal nen Besuch bekommen hat. Blödsinn, passiert alles nicht? Von wegen, fragt mal im Fanladen nach. In der jüngeren Vergangenheit ist es vermehrt zu derartigen Hausbesuchen seitens ziviler Polizeibeamter bei St.Pauli Fans gekommen, diese betrafen auch nicht nur eine Gruppe. Die Kartei „Gewalttäter Sport“ sollte wohl inzwischen der geneigten ÜS-LeserIn ein Begriff sein, mit diesen Besuchen ist aber eine neue Dimension erreicht. Wie ein TAZ Artikel vom 26.09.2005 zeigt, ist diese Vorgehensweise nicht alleine auf den Fußball begrenzt, auch Platzverweise bei Antifa-Demos haben bereits zum fröhlichen Vorbeischauen der Beamten geführt, daher auch an dieser Stelle ein paar Hinweise, was man tun kann, darf und sollte, wenn diese Situation eintritt. Diese „Gefährderansprachen“ seitens der (oft zivilen) Beamten sind rechtlich nicht legitimiert, man kann und sollte also (höflich, aber bestimmt) den Zutritt zur Wohnung verweigern, denn auch für Euch belanglose Details (Fotos, Notizen, Namen) werden von der Polizei gesammelt. Sollte der Besuch in Eurer Abwesenheit erfolgt sein, sprecht mit den betroffenen Personen und erklärt ihnen ruhig und sachlich die Lage. Auch der Fanladen steht Euch hierbei gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wer nähere Informationen oder Hilfestellung benötigt, kann sich gerne an das Fanladen-Team wenden, welches hier auch eng mit der Roten Hilfe zusammenarbeitet. JHV Resignation pur Immerhin 415 Mitglieder hatten sich am Geburtstag unseres Präsis in seinen Tivoli bewegt. Drei davon wollten ihm, nachdem der Versammlungsleiter seinen Ehrentag bekannt gab, auch ein Ständchen bringen, scheiterten aber kläglich mangels Masse und Stimmkraft. Das wäre USP sicher nicht passiert, aber die hätten ihm wohl eher was anderes gesungen... Während man insgesamt sicher von einer relativ ruhigen JHV sprechen kann, zeigte aber bereits diese kleine „Unstimmigkeit“, dass Erfolg eben nicht jede Kritik tötet und insgesamt verfinsterte sich Cornys Miene im Verlauf des Abends doch stetig. Bei den Ehrungen (der ÜS gratuliert hierbei noch mal Patrick Minx zum „Verkniffenen Grinsen des Monats“ bei Cornys Händedruck und dem Frauen Rugby-Team zu den schönen „Angst und Geld haben wir nicht“ T-Shirts) ragen sicherlich die 75jährigen Mitgliedschaften von Günther Peine und Kurt Knuth heraus, der ÜS verbeugt sich vor dieser Vereinstreue. Corny schaffte es dann in seiner Rede auch wieder, populistisch von „politischer Verantwortung“ zu sprechen, an die man ihn dann sicher gerne erinnern darf, wenn es mit der Polizei bezüglich nonverbaler Kommunikation mit Nazis Stress gibt, oder? Gefallen hat mir persönlich sein Marathon-Vergleich zum Ende der Rede, auch wenn ich seit seiner Regentschaft bezogen auf den FC St.Pauli mich ständig am Kilometer 35 fühle und ihn als Personifikation des „Mannes mit dem Hammer“ empfinde. Ersten Unfrieden gab es bei der Rede von Rummelhagen (der später zum neuen Vizepräsidenten für den ausgeschiedenen Guntram Uhlig nachgewählt wurde), als dieser erneut die schlechte Kommunikation bei der Einbehaltung von Abteilungsgeldern anmahnte. Dürfte wirklich kein schönes Gefühl sein, wenn man als Abteilung Rechnungen bezahlen will, das Konto aber gesperrt ist und der Verein es nicht für nötig erachtet, es einem wenigstens mitzuteilen, wenn er schon Geld einbehält. Wie im Missbilligungsantrag der AFM war es auch Rummelhagen wichtig zu betonen, dass es weniger der Fakt war, der hier sauer aufstieß, sondern die (nicht vorhandene) Kommunikation seitens des Präsidiums mit den Abteilungen. Ähnliches hatte wenigstens Markus Schulz in seiner Rede bereits eingeräumt und bedauert. Auch Andreas Kahrs begründete seinen, im Auftrag der AFM Abteilungsversammlung eingereichten, Antrag ausführlich und legte Wert auf den Unterschied zwischen Notwendigkeit und Art und Weise. Bei der Aussprache zum Bericht der AFM kam dann eine Frage, die eher an das Präsidium gerichtet war und Corny ergriff nicht nur die Möglichkeit, auf die Frage zu antworten, sondern gleich auch noch einen flammenden Appell gegen den Antrag zu starten, in dem er anderen durch die Blume mal wieder mitteilte, nichts zu kapieren. Doch während die Versammlung, wie sich bei der Abstimmung später mit überwältigender Mehrheit und kaum einer Hand voll Gegenstimmen zeigte, den Antrag sehr wohl kapiert hatte, schoss sich Corny mal wieder auf die Notwendigkeit ein, statt sich (wie vorher Schulz) wenigstens einmal für die Kommunikation zu entschuldigen. Damit spielte er auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Burmester in die Karten, der später in seiner Rede von einem in vielen Dingen „beratungsresistenten“ Präsidium sprach. Böse Zungen könnten in diesem Auftritt Cornys ja auch wieder seine „Begriffsresistenz“ bewiesen gesehen haben. Drum prüfe, wer die Kasse plündert Beim Bericht des Kassenprüfers, gehalten von Martin Plotzki, zeigte sich dann erneut die finanzielle Schieflage des Vereins. Von einer „Kassenprüfung“ könne man kaum sprechen, die Aufgabe sei eher eine „Etat und Liquiditätsüberprüfung“. Neben dem Aufreger „Steuerschuld“, die sich unterm Strich auf 902.000,- € summiere, seien auch zwei Veruntreuungen aufgefallen. Zum einen die bei der AFM (der ÜS berichtete), zum anderen eine Veruntreuung in Höhe von 11.600,-€, die allerdings inzwischen ohne Schaden für den Verein geklärt sei, die Beträge seien verrechnet worden, wie auch immer dies geschah. Das ganze Elend des Abends spiegelte sich dann in seiner Aussage zur Gemeinnützigkeit wieder, die durch die nicht vorhandene Rückzahlung der Abteilungsgelder aus Sicht der Kassenprüfung (außer Plotzki noch Lars Sörensen) weiterhin gefährdet sei: „Wir stehen hier jetzt im dritten Jahr in Folge und weisen auf die Gemeinnützigkeitsproblematik hin, aber ob wir das sagen oder nicht, das scheint ja niemanden zu interessieren, also ist das wohl müßig!“ Resignation beim Kassenwart, beim Aufsichtsrat, Resignation bei der gesamten Versammlung? Dürfte nur wenig geben, was für einen Verein in der Situation des FC gefährlicher ist. Plotzki zeigte der Versammlung auch, dass die so hoch gelobten Rasenpatenschaften und die Kunstaktionen mehr als gefloppt sind, ohne die Unterstützung durch Mobilcom wären beide sogar zu einem Minusgeschäft für den Verein geworden. Da beide in der Planung aber deutlich mit Gewinn kalkuliert waren, ist die Lücke im Etat in die neue Saison übernommen worden, so Plotzki. Um so erschreckender, wenn man bedenkt, dass auch die Einnahmen durch die Lebenslangen Dauerkarten (803.000,-€ nach Abzug der Mwst.) bereits komplett in den letzten Etat geflossen sind. Nichts also mit der Investition in einen Aufstiegskader, lediglich Schuldentilgung. Vor zwei Jahren, also RETTER, letzte Saison LDK, diese Saison der DFB Pokal als außergewöhnliche Einnahme, die uns der Insolvenz hoffentlich von der Schippe springen lässt. Dann kann man wohl nur hoffen, dass wir über Berlin nach Europa fahren und in der nächsten Saison der UEFA Pokal die außergewöhnliche Etat-Position ist, sonst ist hier ganz schnell zappenduster, zumindest in der Regionalliga. Bereits im Sommer hätte man übrigens schon Insolvenz anmelden müssen, wenn man die reine Überschuldungssituation betrachtet, allerdings zog der Verein da auch schon die normalen Dauerkarten für diese Saison heran, da ein Teil dieser ja bereits im vergangenen Geschäftsjahr verkauft worden waren. Immer wieder erschreckend, wie tief wir tatsächlich in der Scheiße sitzen. Positives gebe es immerhin vom Clubheim zu vermelden, in den letzten sieben Monaten hätte es neben einer Miete in Höhe von 28.000,-€ von der Service GmbH an den Verein bei der Service GmbH auch noch einen Gewinn in Höhe von 11.000,-€ gegeben. Dumm, dass sich das Präsidium auch noch diese mühsam erarbeitete Erfolgsmeldung mit dem eigenen Hintern umstieß, denn der Mietvertrag, der dieser Miete zu Grunde lag, wurde dem Aufsichtsrat nicht vorgelegt, einer von zwei Satzungsverstößen die Burmester in seiner Rede anprangerte. Womit wir denn auch beim AR wären. Burmester begann seine Rede mit einem Rückblick auf die letzte JHV, auf der der AR-Bericht in der Nachberichterstattung auf die Aussage „wir werden bis zur Amtsenthebung gehen!“ reduziert worden sei, was nicht die Intention des AR war. Neben der erwähnten Beratungsresistenz des Präsidiums sprach er auch die Außendarstellung des Präsidenten selbst an, ein wohl noch höflicher Hinweis auf die Vorfälle auf Kuba. Anschließend kam er dann auf die Kommunikation mit dem Präsidium zu sprechen, dem er ein „inhaltliches Unverständnis gegenüber den satzungsgemäßen Aufgaben des AR“ vorwarf, unterfüttert mit dem schönen Zitat: „Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst, er gibt auch anderen die Chance dazu.“ Mag sein, dass Littmann gewisse Voraussetzungen für das Befolgen dieses Ratschlags nicht erfüllt. Wenigstens gab es ein wenig Hoffnung auf Besserung, denn mit dem neuen Geschäftsführer Michael Meeske hätte der FC aus Sicht des AR endlich einen fähigen Mann in der Position. Der ÜS hofft, dass der AR im nächsten Jahr dann auch jemand Fähigen für die Position des Präsidenten vorschlägt, wir geben die Hoffnung ja nicht auf. Sowohl Kassenwart als auch AR empfahlen „trotz der Verstöße“ der Versammlung dann die Entlastung des Präsidiums. Stellt sich die Frage, wie oft man sich dieses „trotz“ noch anhören muss, denn im letzten Jahr war es ja nichts anderes. Die Entlastung der beiden Präsidien (einmal mit Uhlig, einmal ohne) erfolgte daher auch mit einigen Gegenstimmen, während Ehrenrat, Amateurvorstand und Kassenprüfer nahezu einstimmig entlastet wurden. Der Antrag der AFM Versammlung (gestellt von Andreas Kahrs) bzgl. des nicht satzungsgemäßen Verhaltens des Präsidiums wurde dann wie erwähnt deutlich angenommen, leider dürfte dieser über die Bedeutung einer kleinen Ohrfeige nicht hinauskommen, denn wirkliche Konsequenzen wird auch der AR wohl leider nicht daraus ableiten womit wir wieder beim Thema Resignation wären. Kein Alkohol für Alle Für den versöhnlichen Abschluss sorgte dann Sportskamerad Frank S., der sich um die Leberwerte der Haupttribünenbesucher sorgte und den sozialen Aspekt des FC St.Pauli gefährdet sah, wenn weiterhin die einen während bestimmter Spiele Alkohol verzehren dürfen, andere hingegen nicht. Wo bleibt da die Gleichbehandlung? Und überhaupt, wieso gibt es Spiele mit und Spiele ohne Alkohol im Bier, da wünscht man sich als Fan doch deutlich mehr Transparenz! Nachdem Markus Schulz bei der Beantwortung der Fragen ins Schleudern kam („Ich bin ja im Präsidium nicht für das Bier zuständig!“) war klar, dass nur Corny hier helfen konnte. Nach einem lustigen Dialog unterbrach dann leider der Versammlungsleiter das Zusammenspiel der beiden. Für den ÜS ist Frank in jedem Fall ein heißer Kandidat für den Präsidentenjob, denn schlechter kann es eh kaum werden und wer solche Probleme beherzt anpackt, der schafft auch alles andere mit Bravour! Frodo |
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