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Mist, warum habe ich nicht das letzte Vorwort geschrieben? Statt euphorisch "Drei Spiele, neun Punkte und sechs zu null Tore!" zu schreiben, bleibt mir mal wieder der Griff in den Fäkal-Topf vorbehalten. 4 Stunden Fahrt (davon 3, 5 in PVG-Bussen) für 100 km, um sich in eine proppevolle Gästekurve zu quetschen, einem Kieler Viererpack binnen 35 Minuten reinzupfeifen und auf dem Weg zum Dönerladen St. Pauli, Sieg Heil!-Gegröhle lauschen zu dürfen, hinterlässt echt Spuren. Naja, irgendwas ist ja immer. Wenn nicht das Präsidium / Geschäftsführung für negative Schlagzeilen sorgt, ist es eben die Mannschaft oder das Fan-Umfeld, an diesem Wochenende halt mal beides. Ich will hier keine Diskussion anzetteln, ob es früher alles besser war, schon gar nicht, ob wir noch ein anderer Verein sind, doch so langsam möchte ich mal wieder montags mit einem breiten Lächeln zur Arbeit gehen können und mich nicht schämen müssen, St. Pauli-Fan zu sein. Vielen Dank für Eure Treue!Genug geweint! Schließlich sind wir ja immer noch beim Vorwort. Und hier haben wir dann doch mal eine positive Nachricht. Unser Redaktionskollektiv hat Euch eine bunt gemischte, nahezu unpolemische Jubiläumsausgabe zum 75. Erscheinen zusammengeschrieben, in der mehr drin ist, als nur Lobhudelei auf uns (aber nur fast! Anm. d. L. ). Wisst Ihr noch, was in welcher Ausgabe stand? Die Chronik eines Fanzines verschafft Euch einen Überblick und soll Euch auch zum Erwerb älterer Hefte animieren. Wo wir zur Zeit den Verstand einiger unserer Fans bemängeln, bemängeln die Salzburger Fans das Verständnis für Tradition auf Seiten der Austria-Geschäftsführung, die für ein paar schnelle Taler nicht nur den Vereinsnamen, sondern auch gleichzeitig Ihre Vereinsfarben verschacherten. Selbst die Lichtgestalt des Deutschen Fußballs hat da wieder seine Weißwurstfinger im Spiel. Wo wir gerade bei Tradition sind: Wir wollen Euch mal ein wenig über den Amateur-Tellerrand hinausschauen lassen und erzählen Euch die Geschichte vom ehemals ruhmreichen FTSV Lorbeer, der sowohl im Frauen-, als auch im Herrenfußball einstmals auf sich aufmerksam gemacht hat. Fußball, Frikadellen, Alkohol! Besonders die Frikadellen bei den Eisernen Berlinern haben es unserem Kollegen angetan, der hauptsächlich wegen der leckeren Hackfleisch-Bratlinge in die Hauptstadt fährt, nebenbei aber auch noch über die grünweiße Staatsmacht beim Derby gegen den BFC berichtet. Die Staatsmacht ist zwar auf unserem Cover nicht zu sehen, trotzdem war sie auf der Fan-Demo gegen den Nazi-Laden zahlreich und mit einigen bulligen, mit Wasser werfenden Fahrzeugen präsent. Auf dieser Demo hatte jeder Teilnehmer seinen eigenen Polizisten, weil ein Großteil der Fans den Arsch zum Demonstrieren nicht mehr hochbekommt. Ist schon geiler, sich um 16. 00 Uhr nach Abpfiff umzubuppen, als einmal für eine Stunde zu zeigen, dass man eine Abneigung gegen eine fremdenfeindliche Gesinnung hat. Wie war das Gegröhle in Kiel noch gleich? Ne, is klar! Was Euch sonst noch in diesem Heft erwartet:Wollt Ihr wissen, wie sich ein kleiner Rheinländer über sein erstes Mal freut? Boah, ey, wat ging dem einer ab, wa? Und das auch noch auf Grand vor einer JVA! Ach, lest einfach selbst. Ansonsten gibt es die allseits geliebten Plattenrezensionen, Neues von den Alten, einen 1a-Comic, die beliebte Party-Seite und noch andere Evergreens, die Euch in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe, dass Ihr, wir, die Mannschaft und der Trainer nach den heutigen 90 Minuten gegen Osnabrück wieder ruhiger schlafen können und uns zum nächsten Heimspiel kein Fascher, kein Ede Geyer, weder Trapper-Toni noch der Franzl von der Trainerbank zuwinkt, sondern die Mannschaft sich jetzt endlich den Arsch aufreißt, um mein Trauma der letzten Woche ein wenig zu mildern. Noch ist der Aufstieg in Sicht! (muuuuaaahahahahaha!) Eure Übersteigers |
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