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Da seid Ihr also doch alle wieder. Zwei Abstiege, eine magere Regionalligasaison, vereinsinterne Querelen at it’s best, Stadionverbote, Retterkampagnen... und Deutschlands größte Masochistengemeinde kauft doch wieder so emsig Dauerkarten, dass jeder Zweitligist neidisch herüberblick und sich fragt, warum er den Rasen nicht verpachtet bekommt. Selbst 4 Erstligisten haben weniger Dauerkarten verkauft. Also ist alles super, alles schön, die Zukunft kann kommen? Ja, fast ist man geneigt dem zuzustimmen. Was war hier denn so los, im sonst immer so dramatischen Sommerloch? Da war die Rasenpaten-Aktion. Und damit nicht genug, sie ist immer noch, und soll auch während der Saison mit kleinen Aktionen am Leben gehalten werden (siehe auch Interview mit Frank Fechner). Ja, natürlich... ein Hauch von "Retterkampagne II“ wehte über die Patenkinder, doch nüchtern betrachtet handelt es sich hierbei um ganz normale Merchandise-Produkte. Ob ich mir nun einen Schal kaufe, oder ein Stück Rasen pachte, wo ist der Unterschied? Ja, einen Schal kann ich mir um den Hals binden, wenn es kalt ist, oder ums Handgelenk, wenn ich eines an der Waffel habe... Den Rasen kann ich virtuell besuchen, wenn ich will, oder mit Freunden kleine Parzellen bauen, wenn ich einen an der Waffel habe oder mich sonst wie auf die angekündigten Aktionen freuen. Hat also sicher ebenso seine Berechtigung wie andere Fanartikel, überraschenderweise wird ja auch hier niemand gezwungen Pate zu werden. Dann gab es Unmut in Teilen des Aufsichtsrats über die Informationspolitik des Präsidiums bei der Vergabe der Catering- Lizenz, außerdem ein bisschen Gezeter von Herrn Helbing, der sich seinerseits in der MOPO darüber beschwerte, dass er als Aufsichtsratsmitglied relevante Infos nur aus der Presse erhalte, was ja nun gar nicht ginge, da müsse doch mehr intern kommuniziert werden... in dem Moment sind wohl ganze Straßenzüge aus Glashäusern vom Steinschlag befallen worden. Tja... und das war’s! Keine Hiobsbotschaften, keine Lizenzentzüge, niemand der sich über den Verkauf des AFM-Hauses aufregt, keine Skandale. Es herrscht relative Ruhe, die Neuverpflichtungen scheinen sinnvolle Ergänzungen, wenn nicht gar Verstärkungen, zu sein, der Verein integriert ehemalige Spieler (wenn man auch bei der A-Jugend gespannt sein darf, mit welchem Vorsprung sie die Kartenstatistik in der Bundesliga anführen wird, wo Herr Schlindwein nun seine fußballerischen Fähigkeiten weitergeben will), man munkelt gar von langfristigen Vertragsabschlüssen mit Stammspielern, selbst die Stadionverbote wurden größtenteils zurückgenommen und es mehren sich die Meldungen von einem neuen Verständnis im Präsidium für Fanbelange, die Mannschaft gewinnt (auswärts!) das erste Saisonspiel mit so etwas wie einer Taktik, bei den Rasenpatenschaften denkt man an Nachwuchsförderung und den Fanladen, die Vermarktung hat mal wieder ne revolutionäre Idee ausgegraben, die für Aufsehen sorgt (was ja zunächst mal das wichtigste ist, allen recht machen kann man es eh nie)... stellt sich doch tatsächlich die Frage, ob dies noch unser aller FC St.Pauli ist, und wenn nicht,was man mit dem charmanten Chaosklub sonst gemacht hat? Nee, sorry Leute, so kann ich nicht arbeiten, das muss wieder anders werden hier. Nachdenkend, ob es sich nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt. Frodo |
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