Teile des Clubheims virtuell zu erwerben

   Hamburg - Nun können beim FC St. Pauli auch Patenschaften für Teile des Clubheims gekauft werden. So können für nur 50,- Euro 50 Quadratzentimeter Tresenfläche erworben werden. Der Clou dabei: Jeder Quadratzentimeter kostet somit 1 Euro (Der Präsident: An diesem Konzept haben wir mehrere Monate getüftelt). Die 50 Quadratzentimeter ergeben sich aus der Gleichung: Fläche = Pi mal Radius einer Flasche Astra zum Quadrat. Jede zu erwerbende Fläche ist also so groß wie der Platz, den man braucht um eine Flasche Astra abzustellen. Und wer Pate eines Tresenstücks ist, von dem Zeugwart Bubke einen kräftigen Schluck nimmt, darf ihm gleich noch ein Bier ausgeben. Die Chancen dafür stehen 2:1.

   Nachdem die Rückholaktion Gruszka (wechselt in die Süperliga) scheiterte, tragen die Kinder ihre Spardosen nun zu Brigitte. Aber nicht etwa, um Bubu zu unterstützen, sondern um am Sommercamp von Ex-Profi Pröpper teilzunehmen.

   Der zeigt den Kiez-Kids auf der Fläche hinter der Südtribüne, wie man gegen einen Baum pinkelt, ohne sich von Ordnern erwischen zu lassen. Das Camp kostet pro Kind 270,- Euro, Geschwister zahlen das Doppelte. Nach dem Camp sollen Patenschaften für die Baumrinden unter dem hochtrabenden Namen "Mein Freund der Baum ist tot" versteigert werden (Der Präsident: "Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt"). Die Anmeldungen für das Camp lagen vorletzte Woche bei 4, letzte Woche bei 6 und heute schon bei 3 Kindern.

   Der absolute Renner unter den Patenschaften ist jedoch, virtueller Besitzer eines Stücks vereinseigener Toilette zu werden. Sollte der Pate das große Glück haben, dass ein Lizenzspieler auf Zweitliganiveau seine Notdurft genau auf dem Toilettenstück seiner Patenschaft verrichtet, darf er das Klo hinterher putzen. Die Patenschaften für die Kloschüsseln waren innerhalb weniger Minuten nach Bekanntwerden der Aktion ausverkauft. (Fechner: "Das hatten wir nicht erwartet, wir dachten das ist eher etwas für den internationalen Markt.")

   Auch wir wunderten uns sehr über den Andrang und fragten bei einem Toilettenpaten nach, woher der Wille kommt, die Clubklos zu putzen. Pate Daniel S. (Name geändert): "Es ist ja nicht der Reiz das Klo zu putzen, aber man kann sich lustige Bilder von Präsidiumsmitgliedern in seine Schüssel kleben und ein Zielscheißen veranstalten. Das ist die Patenschaft wert."

Gastglosse von Sven

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