|
Sololäufe sind doch was schönes. Da
schnappt sich jemand beherzt den Ball am
eigenen Strafraum, hetzt übers gesamte
Spielfeld, umkurvt die gesamte gegnerische
Abwehr, lässt seine eigenen Mitspieler links
und rechts wie Statisten stehen und netzt
den Ball durch die Beine des Torwarts ein,
oder aber semmelt den Ball 15 Meter neben
das Gehäuse.Was im Sport über eine Berufung
ins Nationalteam oder aber zur Gruppenkloppe
im Duschraum führt, ist im Vereinsleben
des FC St.Pauli eine Frage über
Führungsqualität und satzungskonformer
Handlungsweise. Das Jugendhaus des FC St.
Pauli ist nun schon zum zweiten Mal geprägt
durch einen Alleingang.
Die Vergangenheit kennt man.
Wir blicken zurück und erinnern uns, dass
der AFM-Vorstand im Zuge der Retter-
Kampagne 270.000 EUR (200.000
vom erspartem und die Mitgliedsbeiträge
4.Quartal
April-Juli 2003) an den
Hauptverein (HV) FC St.Pauli
überwies. Diese Entscheidung
trug das Rumpfpräsidium um Andreas
Kahrs, ohne den kaltgestellten Scharf und
den angeblich irrelevanten Finizio, allein.
Mitglieder wurden erst auf der Abteilungsversammlung
2003 von dieser Verwendung
ihrer Mitgliedsbeiträge unterrichtet . Es
wurde ebd. auch versichert, dass es eine
schriftliche Vereinbarung gebe, die besagt,
das sich der HV verpflichtet, die Kosten für
das Jugendhaus (270.000 EUR) zu tragen,
wenn die Raten des Hauskaufes fällig werden.
Interessanterweise wurde aber erst
weit nach der AV, eine Vereinbarung unterschrieben,
in der vom HV zugesichert wurde,
das Haus, welches ja in seinen Besitz ist,
auch in der Jugendförderung zu belassen.
Tja, lieber spät als nie.Wurde sich vorher auf
mündliche Zusagen verlassen, dass das
Haus schon seinem eigentlichen Zwecke
zugeführt würde, musste die Abteilungsleitung
dies wohl unter Druck der AV schnell
schriftlich fixieren. Auch
ein weiteres Detail
lässt aufhorchen:
Während fast
alle Abteilungen
des Vereins
bis heute
auf eine
Zurückzahlung ihrer
Abteilungsgelder zur
Rettung warten, wurde
einen Tag vor der JHV 2003, also am
04.12.2003, der erste zugesicherte Betrag
von 200.000 EUR vom Hauptverein an die
AFM zurückgeführt. Ein Nörgler der denkt,
dass dies was mit Ruhigstellung zu tun hätte.
Der Restbetrag von inzwischen ca. 63.000
EUR ist der HV bis zum heutigen Tage schuldig.
Dieses Geld wird von der AFM-Abteilungsleitung
zur Deckung des laufenden
Jugendetats dem HV zur Verfügung gestellt.
Doch dazu mehr im nächsten Übersteiger.
Die Gegenwart will man wissen.
Oder eher nicht?
Seit dem 01.01.2004 ist der HV Besitzer des
Jugendhauses und sichert der AFM schriftlich
zu, dass Haus im Rahmen von Jugendförderung
zu benutzen. Claus Theister wird
auf die Gehaltsliste der AFM gesetzt und
Andreas Bergmann wird durch die AFM
bezahlt. Natürlich nur bis zu seiner Einsetzung
als Spielübungsleiter der 1. Mannschaft.
Doch bald tauchen wieder im HV
Finanzengpässe auf und ein schlauer Vize-
Präsident Schulz kommt auf eine prima
Idee: In einem Telefonat mit
Andreas Kahrs, inzwischen wieder
alleine als Vorsitzender
unterwegs, da der
gewählte 2. Vorsitzende
bereits
zurückgetreten
war, teilt
er diesem folgenden
Plan mit:
Um Geld in die Kassen
des Vereins zu spülen, was
nach mehreren gescheiterten
Kreditanfragen bei Geldinstituten,
sehr nötig sei, könne man folgendermaßen
verfahren: Der FC St.Pauli überlässt
das Jugendhaus der FC St. Pauli Beteiligungs
GmbH zum Preis von 270.000 EUR. Diese
Beteiligungs GmbH wiederum kann aufgrund
ihrer Betriebsform dann einen Kredit
aufnehmen. Der dann wiederum als Bargeld
in den HV fließt. Nämlich als Kaufpreis des
Jugendhauses. So einfach so genial, stimmt
Kahrs diesem Plan zu.Wohl gemerkt: Ohne
jegliche schriftliche Vereinbarung zur weiteren
Nutzung seitens der Beteiligungs GmbH,
sondern am Telefon im vollsten Vertrauen,
dass unser aller Präsidium aus lauter rechtschaffenden
Leuten besteht und Verträge
doch nur was für Spiesser sind. Auch hielt
Kahrs es jetzt in klassischer Chef-Manier es
nun für nicht mehr für nötig, seine Abteilungsleiter-
Kollegen zu informieren! Aufgrund
dieses Telefonates wurde der Plan in
die Tat umgesetzt, so dass das Jugendhaus
nun im Besitz der FC St. Pauli Beteiligungs
GmbH ist. Diese GmbH nahm daraufhin
einen Kredit bei der Vereins und Westbank
in Höhe von 160.000 EUR auf. Verzinst mit
5,5% Zinsen, wobei die Laufzeit uns leider
nicht bekannt ist. Diese 160.000 EUR überwies
die Beteiligungs GmbH an den FC St.
Pauli, der seines Zeichens auch für die fällige
Miete gerade steht, um so mtl. Kleckerbeträge
zur Zinstilgung an die Beteiligungs
GmbH zu überweisen. Der AR im Namen von
Kay Teich stimmt diesem Prozedere in Gänze
zu. Kleine Notiz am Rande: Vize-Präsi
Schulz hinterlegt als Absicherung des Kredites
eine Bürgschaft über 100.000 EUR. Ob
Schulz dafür irgendwelche Zusagen gekriegt
hat, damit das Geld wieder an ihn zurück
fließt ist nicht bekannt. Doch da war doch
mal was, von wegen Weisener und Co, aber
hier verlassen wir den Weg sorgfältig recherchierter
Artikel. Es bleibt folgendes festzuhalten:
1. Der Vorsitzende Andreas Kahrs
scheint blindes Vertrauen in die mündlichen
Zusagen seitens Präsidiums, zur weiteren
Zweckerhaltung des Jugendhauses zu besitzen.
2. Das Jugendhaus gehört in voller
Pracht der FC St. Pauli Beteiligungs GmbH
mit dem Geschäftsführer Marco Hopp (ex
UPSOLUT) , der auch denselben Posten bei
der Vermarktung inne hat 3. Mit dem
Jugendhaus wird spekuliert, um Geld in den
Hauptverein zu pumpen. 4. Mitglieder der
AFM, die das Geld dafür gaben, sind wie in
besten NO1-Zeiten außen vor.
Zukunft??? Wenn ja wie viele?
Um das Jugendhaus wieder in den HVzu
kriegen muss also schätzungsweise 15 Jahre
Miete an die Beteiligungs GmbH gezahlt
werden. Oder aber, und das wurde zwischen
Kahrs und Schulz abgesprochen, also nicht
schriftlich fixiert, der FC St.Pauli steigt z.B. in
der nächsten Saison auf und kann dann aufgrund
der höheren Einnahmen das Haus der
Beteiligungs GmbH wieder abkaufen, die
dann wiederum ihren Kredit in einem Schlage
ablösen kann. Oder aber Herr Nascimento
wird für viel Geld verkauft, aber wer
glaubt denn daran? Wer dann allerdings für
die dann anfallende Vorfälligkeitsentschädigung
aufkommt, ist ungeklärt. Ebenso wer
die für die Zinsen des Kredites gerade steht.
Stichwort Misswirtschaft.
Auf der anderen Seite ist es durchaus vorstellbar,
dass das durch Mitgliederbeiträge
finanzierte Jugendhaus in irgendeiner Form
gänzlich verkauft, veräußert oder sonst was
wird, sollte dem HV mal wieder das nötige
Kleingeld fehlen. Who knows, ist doch ein
Gesellschafter der GmbH u.a. Corny Littmann.
Bewundernswert ist hier allerdings, das Vertrauen
des AFM-Vorsitzenden in das Präsidium
des FC St.Pauli und in seine eigene Verantwortung
über die Mitgliedsbeiträge von
vielen tausend Mitgliedern. Da sagen wir
doch mal: "RESPEKT, DIGGER. Selbstüberschätzung
war gestern, jetzt geht’s um
Nägel mit Köpfen in bester Burggraf
Manier."
Gegenwart führt Vergangenheit ad absurdum.
Es hat sich durch die Gründung der AFM und
deren aktueller Vereinspolitik wenig geändert:
Das Geld zur Jugendförderung steckt
wieder im HV und die AFM lässt sich wie die
NO1 behandeln. Die Jugendabteilungen
warten immer noch auf Rückzahlungen und
statt dessen werden in bester FC-Manier
zwielichtige Rechtsgeschäfte gemacht. Klassenziel
zur Gründung der AFM, nämlich das
Geld zur Jugendförderung besser zu händeln
und den Daumen drauf zu haben, wurde
verfehlt. Ob die Versetzung der Verantwortlichen
bei der nächsten Abteilungsversammlung
erfolgt, liegt in der schlafenden
Masse der AFM-Mitglieder und daran ob die
Abteilungsleitung diesmal selbst in der Lage
ist kritische Fragen zu beantworten oder
aber wieder Cornelius Littmann, Frank Fechner
und Kay Weich die Antworten überlässt.
Wir schließen mit folgenden Worten: Das
war das Haus vom Theister Claus, es ging mit
Schwung an die Beteiligung. Aber vielleicht
ist dies nun die Chance der AFM sich um
andere Satzungszwecke, wie z.B. der Mitgliederwerbung
zu kümmern. Das wäre
doch ´ne Show! Wir glauben an Dich, Andi
auch wenn Du wieder mal nicht ins Tor
triffst!
In diesem Sinne
frechdax
PS: Es versteht sich von selber, dass ein Präsidium,
welches solche Spielchen mit den
Satzungsgebundenen Mitgliedsbeiträgen
spielt, ebenfalls mit Platzverweis und St.Pauli
-Verbot nicht unter 5 Jahren belegt werden
muss. Als kurze prägnante Formel zum mitdenken:
LITTMANN RAUS!
|