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Vier aktuelle Stadionverbote gegen Mitglieder von Ultra St. Pauli sind nur die Spitze des Eisberges beim Thema Repression gegen Fußballfans.Waren schon die Umstände der Verhängung der Stadionverbote in den meisten Fällen mehr als fragwürdig, so offenbaren sich immer mehr Hintergründe dieser Maßnahmen. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Fußballfans von Seiten der Polizei und des DFB/DFL mit immer mehr Misstrauen begegnet wird. Für einige sind sie sogar eine Gefahr für die öffentliche Ordnung bei und im Umfeld von Fußballspielen. Besonders im Fokus der Repressionsorgane sind jene Fans, die als kreativer Reflex auf ordnungspolitische Maßnahmen und Disziplinierungen des Fanseins organisiert und unangepasst in Erscheinung treten. Beim FC St. Pauli sind dies überwiegend - wenn auch nicht nur - Mitglieder von USP. Wie weit die Entwicklung der Repression schon fortgeschritten ist, soll hier an einigen Beispielen verdeutlicht werden. Bespitzelung von USP Mitgliedern vom Stadion bis vor die Haustür: Beinahe schon regelmäßig werden einzelne USPler nach Heimspielen von Zivis bis zur Kneipe, zum Fanladen oder bis nach hause verfolgt. Observation durch Zivilbeamte bei allen Spielen Drohung mit Ingewahrsamnahme bei Aufenthalt hinter der Südkurve Provokationen bei Spielen durch Eindringen in den USP-Block wie zuletzt geschehen beim Odsetpokal-Halbfinale in der AOLA. Anrufe beim Fanladen mit Warnungen gegenüber USP Verstärkter Einsatz von Zivilbeamten (u.a. auch aus der Abteilung Staatsschutz) bei Fußballspielen Empfehlungen von Stadionverboten an St. Pauli und den HSV ohne stichhaltige Gründe Aufnahme von mindestens 30 USP-Mitgliedern in die Gewalttäter Datei Sport (GDS) Wer sich schon einmal etwas näher mit USP beschäftigt hat, wird sicherlich auch zu dem Ergebnis kommen, dass es sich hierbei weder um eine gemeingefährliche Bande marodierender Hooligans handelt noch um eine wie auch immer geartete Terrorgruppe. Es liegt dennoch im Verhalten von USP begründet, dass ausgerechnet sie als Gruppe in den Fokus der Repression geraten sind. Fußballfans, die entgegen dem allgemeinen Trend der Eventkultur sich zusammenschließen um kreativ und laut ihr Team zu unterstützen; die hierbei auch noch politisch korrekt auftreten und das Stadion auch für politische Manifestationen nutzen, sind heute nicht mehr erwünscht. Wer außerdem dann noch versucht, sich der totalen Überwachung und Kontrolle zu entziehen, gelegentlich auch mal die eng gesetzten Grenzen bürgerlichen Verhaltenskodex überschreitet, ist sehr schnell auf der Liste der Hüter von Recht und Ordnung. Dies ist zunächst einmal nichts besonderes in der heutigen Zeit und nicht etwa St. Pauli typisch. Dennoch gibt es keinen Grund Rückfälle in die Repressionspolitik der 80er Jahre einfach hinzunehmen.Vor allem vor dem Hintergrund, dass oben geschilderte Beispiele durchaus ernste Konsequenzen für die Betroffenen haben können. Stadionverbote über viele Jahre hinweg aus nichtigen Anlässen,Ausreise Untersagungen auch für private Fahrten, wenn irgendwo zufällig ein Fußballspiel stattfindet, Meldeauflagen bei sportlichen Großereignissen, erhöhte Gefahr von Ingewahrsamnahmen bei Fußballspielen, totale Bespitzelung auch im privaten Bereich und so weiter und so weiter. Erschreckend in diesem Zusammenhang ist leider auch, dass nicht nur von Seiten des Vereins (der inzwischen immerhin Gespräche sucht, sich informiert und im Rahmen seiner Möglichkeiten im Sinne der Betroffenen interveniert) leichtgläubig Angaben der Polizei geglaubt wird. Getreu dem Motto: "Wenn die Polizei so etwas sagt, muss auch irgendetwas dran sein", wird der Entsolidarisierung Tür und Tor geöffnet. Viel zu viele in der Fan- und BesucherInnenszene des FC St. Pauli lassen sich von ihrer allgemeinen Abneigung gegen USP leiten und leisten hierdurch den Machenschaften der Repression Vorschub.v Wie Blauäugig hier mit der weiter voranschreitenden Entrechtung von aktiven Fußballfans umgegangen wird, zeigen auch Äußerungen wie "Wer nichts getan hat, hat auch nichts zu befürchten". Diesen Damen und Herren sei wärmstens empfohlen, sich einmal etwas näher mit den betroffenen Personen auseinanderzusetzen oder einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen. Alle anderen sind aufgefordert USP nicht alleine im Regen stehen zu lassen und gemeinsam gegen staatliche Repression und DFB-Kommerzialisierung vorzugehen. Denn heute ist es USP, gestern waren es die Skinheads und morgen bist es vielleicht Du. Gastartikel von Roger |
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