Kommentar zum letzten Derby - Wirr anmutend, aber durchaus ernst gemeint!
Warum erinnert mich die
ganze Diskussion, die zur
Zeit die Vorkommnisse in
der aola umrahmt, so an
den Refrain eines Songs von
Slime. Da heißt es "Ihr seid
nichts als linke Spießer, ich
frag’ mich, was wart ihr früher.
Ihr seid nichts als linke
Spießer, ihr habt nichts
dazugelernt. Ihr seid nichts
als linke Spießer, eigentlich
wart ihr es schon immer. Und werden wir mal aggressiv,
seid ihr auf einmal konservativ"
Mal ehrlich: kaum einer heißt die Zünd-
Aktion auf der Südtribune für gut. Fast alle
sind da einer Meinung und sagen, muss
eigentlich nicht sein und den Übeltätern wie
der Ultra’ - Gruppierung muss klar werden,
dass es so nicht gehen kann und immense
Probleme heraufbeschwört werden. Aber
jetzt den Holzknüppel rauszuholen und die
Höchststrafe Stadionverbot zu erteilen mit
all den sonstigen möglichen strafrechtlichen
Verfolgungen, ist einfach ´ne Nummer zu
überzogen und kickt jungen Menschen in
den Allerwertesten.
Ich wiederhol das noch mal: junge Menschen.
Warum scheint die Meinung vorzuherrschen,
dass nur harte Strafen bzw. Sanktionen
Besserung zukünftigen Verhaltens
versprechen. Ist dieser Ansatz eigentlich
tragbar? Ich meine Nein, denn schaut auch
mal in eure Heranwachsenden-Zeit.Waren
da die harten Strafen die vermeintlich Besseren?
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Aber können wir uns nicht mehr darauf verständigen, dass in erster Linie Wir das lösen?
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Ist man dadurch nicht noch trotziger,
ja rebellischer geworden? Ja, ich hab auch
mal als ich jung war eine Haltestelle
"geraggt" (wie wir das nachträglich
genannt haben). Ich war voll, ich war jung,
ich war naiv (und bin es vielleicht noch),
vielleicht da gerade ein wenig gefrustet und
jeder Ältere, der das hätte sehen können,
wäre entweder kopfschüttelnd weitergegangen
oder hätte den Regenschirm erhoben.
Gleichaltrige hätten sich vielleicht
eher amüsiert oder hätten gesagt, "treibt es
nicht zu dolle, ihr könntet ja erwischt werden"
oder so ähnlich. Aber es ist nicht zu
meinem Hobby geworden, das Zerstören.
Trotzdem, wer jung ist, führt neben dem
Schalk im Nacken auch immer eine Portion
Unbedarftheit mit und kann sich nicht von
den Begleitumständen freimachen, in die er
hinein wächst. Und auch der Umgang mit
Gefühlen muss gelernt sein. Ich brenn ja
auch nicht gleich aus Wut über `ne Kündigung
den Laden nieder. Obwohl..., lassen wir
das!
Ja, und jetzt sind wir Erwachsen geworden
und fordern drastische Maßnahmen im
Umgang mit heranwachsenden "Missetätern"?
Anstatt den Dialog zu suchen und
sich darüber vielleicht Besserung zu erhoffen,
werden junge Leute "rausgeworfen".
Aus den Stadien, aus den Klassen, aus den
Esszimmern, aus der Gesellschaft. Wir verlassen
uns meiner Meinung nach immer
noch zu sehr auf ordnungsrechtliche Instrumente,
anstatt Kooperation und Netzwerkbildung
als eine wichtige Neuerung zu
leben. Und damit meine ich auch gewisse
Loslösung von Hierarchien. Man muss sich
nur darüber im Klaren sein, in welcher Rolle
man sich befindet. Ich denke, das reicht.
Und man muss auch mal Druck von anderen
Rollenträgern aushalten und dabei auch die
behutsamere Herangehensweise solcher
internen Probleme verteidigen bzw. rechtfertigen
können. Und das muss verstanden
und akzeptiert werden. Die Zukunft wird
dann zeigen, ob dass das richtige Konzept
war. Jetzt auch noch den bösen Jungs die
Rote Karte hinzuhalten und Stadionverbot
zu erteilen, gleicht einem Rauswurf und Verzicht
auf den Grossteil dessen, was das
Leben ausmacht. Das halte ich für gefährlich
und unwürdig!
Ich weiß, man kann nicht über alles Geschehene
nur reden und sich dadurch Besserung
erhoffen, aber muss das Strafmaß wenigstens
so halten, dass es nachvollziehbar
bleibt. Ich weiß auch, die Meinungen darüber
divergieren, auch in unserem Club. Aber
können wir uns nicht mehr darauf verständigen,
dass in erster Linie Wir das lösen? Es
reicht doch schon, wenn so eine Geschichte
mächtig Wirbel macht, da muss man doch
nicht noch zusätzlich Stürme entfachen
Eine Textzeile von Aufbruch besagt "...Politiker,
wenn ihr den Krieg haben wollt, dann
sät nur weiter Wind. Der Sturm kommt zu
euch zurück, wenn wir wieder ohne Wohnung
sind...!" Heißt eigentlich nix anderes
wie die Redensart, wer Wind sät wird Sturm
ernten. Und das ist vermeidbar!
Auch ich muss vielleicht mehr reden und
nicht nur den Tastatur-Zeigefinger heben
und ärgere mich dabei, nicht schon letzten
Donnerstag mal vorgefühlt zu haben, was
für Maßnahmen besprochen werden. Da
hätte man schon mal auf die Bremse treten
können. Die Chance war da. Aber vieles im
Leben ist halt meist nachgeschaltet. Im
Umweltmanagement eines Unternehmens
z.B. spricht man vom integrierten vs. nachgeschalteten
Umweltschutz in der Produktion.
Ist das nicht durchaus auch übertragbar
auf "unser" Unternehmen?!? Uns selber
zu produzieren, heißt auch glaubwürdig bleiben,
und das ist meiner Meinung nach
bedroht...

pelstinho
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