Dran, Drauf, Drüber

Erinnert sich noch jemand an das Heimspiel gegen Ulm vor ca. 4 Jahren? Der FC spielte in der zweiten Liga (Oh, Du selige Zeit) gegen den Abstieg und kriegte vom SSV schön einen eingeschenkt. Zwischen der Gegengeraden und dem Block 1 gab es mächtig Ärger, von wegen, die einen sind St. Pauli und die anderen nicht.

   Fäuste flogen und neben der damaligen sportlichen Talfahrt, taten sich innerhalb der Fanszene große Risse auf. Dass die Fan-Szene des FC St.Pauli keine von den Medien heraufbeschworene homogene Jubel-Masse ist, konnte man zu diesem Zeitpunkt sehr gut beobachten. Dieses Bild des Gegeneinanders kommt einem in den Sinn, wenn man sich die Ereignisse der letzten Tage und Wochen vor Auge führt.: Brennende Sitzschalen in der aola, Stadionverbote, Stimmungsboykott. Trotzdem gibt es einen schwerwiegenden Unterschied: Waren bisherige Dissonanzen innerhalb unserer Szene immer das Ergebnis von unterschiedlichen Anschauungen innerhalb der einzelnen Fangruppierungen, scheint es diesmal so zu sein, dass eine Spaltung der Szene von oben herab betrieben werden soll. Dass dabei die Umstände und das Zustandekommen der ausgesprochenen Stadion-Verbote nur der vorläufige Höhepunkt einer schon länger betriebenen Kampagne seitens des Präsidiums und der Geschäftsführung des FC St.Pauli ist, kann und darf vermutet werden. Im Zuge der Rette-sich-wer-kann-Aktionen wurde seitens des Präsidiums sehr wohl zwischen Retter (eigentlicher Fan-Szene, nach Gustus des Präsidenten) und dem Rest unterschieden. So kam es z.B. bei einem Treffen verschiedener Fangruppierungen (FL, USP, ÜS, Fan-Clubs, etc) zu einem sehr klaren Statement seitens des von Littmann eingesetzten Geschäftsführers Fechner. Nach der in diesem Gespräch geäußerten Kritik an den Retter-Aktionen mit Freiherr Beust, Mc Donalds und einem halbherzigen Benefiz- Spiel gegen die
"Wenn Euch das nicht passt, ist mir das egal. Hier kommen auch andere 20.000 Leute zu den Aktionen."
Rauten-Heinis, wurde von dem Geschäftsführer klar und deutlich formuliert: "Wenn Euch das nicht passt, ist mir das egal. Hier kommen auch andere 20.000 Leute zu den Aktionen." Dass Herr Fechner einen anstrengenden Job hat und dadurch evtl. neben sich steht, kann ein Grund sein,warum er fast die komplette aktive Fan-Szene so vor dem Kopf stößt. Dass dahinter aber Schikane steckt, zeigt sich bei einer anderen Gelegenheit: Der Fanladen und seine Mitarbeiter besitzen im Zuge ihrer Arbeit DFB-Ausweise, damit sie sowohl bei Polizei, als auch bei Ordner-Diensten verifizieren können, dass sie im Fanauftrage unterwegs sind. Als nun zu Beginn der laufenden Saison der Geschäftsführer dies mitkriegte, schlug dieser vor, doch einen dieser Ausweise dem AFM-Vorsitzenden zur Verfügung zu stellen: "Schließlich sei auch diese eine Fanvertretung." Dies hätte zur Folge gehabt, dass dem Fanladen ein Ausweis abgezogen und damit seiner im Verein fest verankerten Aufgabe streitig gemacht werden sollte. Dass diese Schwachmaten- Aktion nicht durchgezogen wurde, lag an vereinsinternen Kräften, die Frank Fechner auf sein Fehlverhalten aufmerksam machten. ZUFALL??? Das wäre doch ein Großer. Schließlich gab Fan-Präsident Littmann die Richtung vor: In einem Interview mit der "1/4 nach 5", hatte Littmann kein Verständnis für die Bambule-Demonstranten, sinngemäß würden die Demo-Teilnehmer, die St.Pauli-Fanuntensilien tragen, dem Verein Schaden zuführen. Gleichzeitig wurde massiv Druck seitens des Präsidiums auf den Fanladen ausgeübt, da er die Fans "nicht unter Kontrolle" hätte. Und das, nachdem eine Mitgliederversammlung des FC St.Pauli,
Sie haben fast alles vernichtet was hier über Jahre, ja fast Jahrzehnte aufgebaut wurde und es riecht nach Betrug und Bilanzfälschung.
die polizeilichen Übergriffe bei diversen Demonstrationen mit über 80 % als völlig überzogen verurteilte. Auch auf der Abteilungsversammlung der AFM im letzten Jahr kann der zweit berühmteste Hütchenträger nach Udo Lindenberg seine Vorbehalte gegenüber dem Fanladen nicht zurückhalten. Hier bezeichnete er doch die AFM als Faninteressen- Vertreter und liegt damit völlig neben Satzung und Wirklichkeit. Dummer Fehler? Alles nicht so gemeint? Selbst wenn, machen alle diese Aktionen klar, und dies sind bei weitem nicht alle, dass die Akteure sehr wohl wissen was sie tun. Es reicht also bei weitem, um endlich den Kopf zu zu machen und Stille zu bewahren. Doch nein, bei nächster Gelegenheit wird wieder mit dem Knüppel auf Fan-Szene und deren Organisationen eingedroschen. Es regnet Stadion-Verbote, wüste Drohungen und nach Fan-Protesten wird sich entschuldigt und Besserung gelobt. Nun, das Vertrauen ist verspielt und es ist sehr klar wo die Stoßrichtung des Präsidenten und seiner Untergebenen liegt. Lange Zeit hatte man Verständnis dafür, dass eine gewisse Einarbeitungszeit nötig ist, um zu verstehen wie wir sind. Aber sind es nicht gerade Sie, Herr Littmann, der schon jahrelang auf der Gegengeraden stand? Da müssen Sie aber ganz schön hacke gewesen sein, um nicht mitzubekommen,was St.Pauli ausmacht. Und titulieren Sie sich selbst nicht als Fan-Präsident? Nun, dann bin ich gespannt auf Ihre Fansein-Kriterien.Vielleicht doch nur Zeitung gelesen und sich mit erlogenen Statements beliebt gemacht. Ihr Vereinseintritt lag ja auch erst ein paar Wochen vor Ihrer Wahl zum Präsidenten zurück. Aber wir wollen ja nicht böse Verschwörungstheorien in die Welt setzten. Interessant darf man auch ihre Aufgabenwahrnehmung in Punkto Führung des Vereins, der Mitarbeiter und die Finanzierung des Etats nennen. Mitarbeiter werden entlassen, um Kosten zu sparen und gleichzeitig verdient sich ihr Anwalt beim FC St.Pauli eine goldene Nase. Sie überlassen die Bebauung des Vorplatzes, einem der Herzstücke eines evtl. neuen Stadions, einem Architekturbüro und haben innerhalb ihrer Führungsriege keine sportliche Kompetenz. Ihr Retter-Image wird immer durchschaubarer und verkehrt sich in das gegenteil:TOTENGRÄBER! Geht es Ihnen um den Gesamtverein oder doch nur um die Profilierung mit ihm? Realistisch muss man davon ausgehen, dass sie bei einem Aufstieg der 1. Mannschaft, der irgendwann dann mal kommen mag, sofort die Profiabteilung ausgliedern und damit von allen Kontrollen und Zwängen entbunden werden, die ihnen ins Handwerk pfuschen könnten. Sie allein tragen die Verantwortung für die aktuelle Situation des FC St. Pauli. Sie haben fast alles vernichtet was hier über Jahre, ja fast Jahrzehnte aufgebaut wurde und es riecht nach Betrug und Bilanzfälschung. Kommen Sie uns nicht mit fadenscheinigen Ausreden und schreiben Sie sich hinter die Ohren: Gönner-Populismus ist `ne billige Masche, die Weisener schon lange vor Ihnen abgezogen hat! Damit werden Sie nicht sehr alt. Und das ist überaus begrüßenswert. Herr Littmann gehen Sie. Bauen Sie ihr Theater wieder auf. Von Theater verstehen Sie nämlich eine ganze Menge. Und nehmen Sie bitte die Geschäftsführung, den Aufsichtsrat und Ihre Vizes mit. Aber mal unter uns Corny, würdest Du Fechner, Uhlig, Aich, Burmeister und die anderen Konsorten in DEINEM Theater an der Reeperbahn arbeiten lassen?

Wer ist noch mal St.Pauli??? Einzig und allein WIR, die Fans, die aktiven und passiven Amateur- Sportler und ihre Abteilungen. Du aber Herr Littmann, bist es nicht und wirst es nie sein. In Hamburg sagt man Tschüss, auf St.Pauli LITTMANN RAUS!

In diesem Sinne

Die Redaktion

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