Auszüge aus der Rede des Amateurvorstandes auf der JHV:

   Nun zu einem Punkt uns auf der Seele brennt: Die Situation in unserem Verein insgesamt. Ihr wisst alle, wie es vor der Situation um unseren FC stand. Das zur Erlangung der Lizenz nötige Geld war nicht vorhanden, der Verein auf gut deutsch gesagt am Rande der Pleite. Das Präsidium sprach mit den Gremien des Vereins. Und für uns alle war es eine Selbstverständlichkeit, dass wir, dem Verein - im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten helfen u.a. auch mit Abteilungsvermögen. Es ging ja um unseren FC St. Pauli. Mit allen Beteiligten wurden schriftliche Vereinbarungen über bereitgestellte Geldmittel und deren Rückführung getroffen.

   Selbstverständlich haben wir gern geholfen! Wir möchten auf diesem Weg allen die Engagement, Geld und Zeit zur Rettung des FC eingebracht haben noch einmal ganz herzlich danken. Mit Erschrecken müssen wir nun allerdings zur Kenntnis nehmen, das die finanzielle Situation trotz Spenden, Retteraktion usw. schon wieder dramatisch ist. Wo ist es geblieben, das ganze Geld?

   Letztlich hat das Präsidium so zu wirtschaften, dass der Verein keine Schulden hat und der Aufsichtsrat hat dieses zu überwachen. D. h. auch: Es darf nicht einmal der Eindruck entstehen, dass im Lizenzspielerbereich mehr Geld ausgegeben wird als man dort einnimmt, weil man in Hoffnung auf - letztlich nicht planbaren - sportlichen Erfolg Vabanque spielt oder man dem, augenscheinlich auch vom Trainer mit entfachten Druck der Medien meint, nachgeben zu müssen. Diejenigen Gelder andererseits die von der AFM, dem Amateurvorstand, der Jugendabteilung, der Fußballabteilung usw. zur Verfügung gestellt wurden sind Beitragsgelder, hierzu gehören im übrigen auch die NO 1 Gelder. Wer meint, hierüber frei verfügen zu können, gefährdet nicht nur Glaubwürdigkeit und Seele des Vereins, sondern letztendlich auch die Gemeinnützigkeit.
Das kann ja wohl keiner wollen.

   Dies kann man auch nicht lapidar damit abtun, dass im Falle einer Insolvenz das Geld ja eh weg wäre, so wie von Mitgliedern des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung geäußert. Die Fragen, die wir beantwortet haben möchten sind folgende: Wie stellt sich das Präsidium die Rückzahlung der von den Abteilungen zur Verfügung gestellten Gelder vor? Eine Rückzahlung, die als Etat ausgewiesen wird, werden wir in keinem Falle akzeptieren. Des Weiteren war uns vom Präsidium ein Gespräch über die Zukunft der NO 1 – Gelder zugesagt worden, dieses hat leider bis heute nicht stattgefunden, stattdessen werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt und heute mit einem Antrag auf Änderung der Beitragsordnung konfrontiert, der beinhaltet, dass die Gelder in der Zeit der Regionalligazugehörigkeit nicht mehr zur Unterstützung der Jugendarbeit verwendet werden sondern in den Gesamtverein fließen sollen. So geht es ja nun nicht. Auch wenn Vorgehen nach Gutsherrenart in diesem Verein ja durchaus nicht ungewöhnlich ist. Im Übrigen fordern wir eine Verbesserung des Informationsflusses und der vereinsinternen Kommunikation. Es kann nicht sein, dass der Kassenwart einer Abteilung – seiner Aufgaben nachkommend – Überweisungen vom Vereinskonto vornehmen will und dann von Haspa-Mitarbeitern erfährt, dass alle Konten des FC von der Steuer gesperrt sind. So etwas wüsste man schon gerne vorher.

   Wir möchten in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass lt. Satzung sich das Präsidium, und zwar das Gesamtpräsidium, zweimal im Jahr mit dem Amateurvorstand zu treffen hat. Dies muss dringendst wieder aufgenommen werden. Seid im Übrigen versichert, dass wir auch in Zukunft den vereinsinternen Weg nehmen werden, wenn es darum geht unsere Anliegen vorzubringen.

   Wir werden uns dabei vor keinen Karren spannen lassen, nicht von Fraktionen und Seilschaften welcher Art auch immer. Und schon gar nicht vor den der Herren aus Grieg und Kaiser-Wilhelm-Strasse. Zum Ende möchte ich eines auf keinen Fall vergessen: mich im Namen des Amateurvorstandes und der Abteilungen ganz herzlich bei Susanne Lyss und Jutta Kadri für ihre Arbeit zu bedanken.

 


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