Aber sonst geht’s noch?Nein, sonst geht leider auch gar nichts mehr in diesem Verein, und immer wenn man denkt, es kommt nichts mehr, kommt von irgendwo der Hammer her. In diesem Fall kommt er aus der AFM, nur kann diese da überhaupt nichts für. Erwähnen wir zunächst einmal etwas, was komplett untergegangen zu sein scheint, eine kleine Randnotiz im BLICKPUNKT mal ausgenommen: Der zweite Vorsitzende der AFM, Stefan Groenveld, ist Ende Dezember von seinem Posten zurückgetreten. Angabe von Gründen nach außen, seitens der AFM: Fehlanzeige. So bleibt Raum zu Spekulationen, diesen füllen wir doch gern. Möglichkeit eins ist die, die man auch hört wenn man sich im Reihen der AFM mal umhört. Es gab Kritik aus dem Plenum der AFM, die die Art und Weise seiner internen Kommunikation kritisierten. Das Einsehen dieses Fehlers, wo er sich doch genau eben diese Kommunikation so auf die Fahnen geschrieben hatte, verbunden mit privaten Gründen, trieb ihn dann zu dieser Entscheidung, sein Amt niederzulegen. Kann man verstehen, muss man nicht, auf jeden Fall aber muss das so akzeptiert werden. Bei Möglichkeit zwei wird es hingegen wirklich interessant, und hier fragt man sich, ob der Präsident unseres Vereins eigentlich weiß was im Verein so passiert. Der Verein
Im vergangenen Jahr hatte sich der Verein bekanntlich übernommen, und die einzelnen Abteilungen angepumpt. So gab es auch von der AFM Gelder, die dieser dann fehlten, als das neue Jugendhaus bezahlt werden sollte. Dies war vom Verein "großzügig" abgesichert worden, man wollte die "Schulden" bei der AFM u.a. dadurch bezahlen, dass man die Rate für das Haus tragen würde. Nun traten durch das Zahlen der Rate erneute Liquiditätsprobleme auf (solche lustigen Begebenheiten, wie das Sperren einzelner Vereinskonten seitens der Bank wärmen wir jetzt gar nicht mehr auf, ging ja schon durch die Öffentlichkeit) und der Verein wollte eben jene Gelder vom DFB vorab abfordern. Leider haperte es etwas an den notwendigen Begründungen, und der frische Kauf eines Hauses konnte auch nicht angegeben werden, schließlich würde man vom DFB wohl etwas belächelt werden, wenn man sich ein Haus kauft aber in Liquiditätsprobleme gerät. Frank Fechner, Geschäftsführer des FC St. Pauli, trat also an die AFM heran und bat um das Fälschen eines Vertrages. In diesem Vertrag sollte die vorhandene schriftliche Vereinbarung zur Rückzahlung der Gelder an die AFM um einige Punkte "erleichtert" werden. So sollte zum Beispiel verschwiegen werden, dass das Haus in Vereinseigentum übergeht. Während sich das traditionell liberale Mitglied der Abteilungsleitung nicht so recht entscheiden wollte, sprachen sich der zweite Vorsitzende und die Jugendwartin dankenswerter Weise vehement gegen dieses Geschäftsgebaren aus und verhinderten somit eine Unterschrift. Es folgte die Drohung, dass bei einer Weigerung der Verein in die Insolvenz gehen müsste, weil die Gehälter nicht bezahlt werden könnten. Als von Seiten der AFM Abteilungsleitung andere Möglichkeiten aufgezeigt wurden, wie man legal die Gelder abfordern könne, wurde dann von Fechner behauptet, der Verein stehe damit vor dem Aus, denn sein Weg wäre der sicherere gewesen und er wüsste nicht, wie der DFB nun entscheide. Wie wir inzwischen wissen, sind wir (noch) nicht insolvent, scheint also geklappt zu haben. Man stelle sich nur mal vor, dieses "Geschäft" wäre zustande gekommen und hätte dann später irgendwie den Weg ans Licht der Öffentlichkeit gefunden, wie es ja bei unserem Verein auch nicht unüblich ist. Hätte dies nicht vielleicht auch Konsequenzen für die Lizenz gehabt, Herr Fechner? Solch böse Worte wie "Betrugsversuch" wollen wir hier jetzt gar nicht erst anführen. Und im Übrigen: Bei solchen Methoden fragt man sich dann schon, wie solche Leute dann eigentlich noch unfallfrei in den Spiegel gucken können, wenn sie andere wegen 38,10 Euro aus dem Job schmeißen, selber aber weitaus größere Summen auf viel abenteuerlichere Weise herumbewegen. Apropos Haus: Es deutet sich eine Entwicklung an, die bei den Mitgliedern der AFM sicher für erneute Diskussionen sorgen dürfte. Der Verein plant, das Haus an die Vereinseigene Beteiligungsgesellschaft zu "verkaufen". Diese nimmt dafür wohl einen Kredit auf, der von den zu erwartenden immensen Erlösen aus den Kunst-Aktionen zurückgezahlt werden soll.Vorteil für den Verein: Er kann schon jetzt das Geld in den Etat der ersten Mannschaft für die nächste Saison stecken. Bleibt die Frage, ob das so im Sinne dessen ist, was auf der AFM Mitgliederversammlung im letzten Jahr besprochen wurde. Ja, das Haus bleibt in seiner ursprünglichen Verwendung, weiterhin wohnen da die Jugendlichen, um gezielter gefördert
Und wo wir grade bei der Lizenz sind: Der Verein hat für die Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison Gelder der AFM im Jugendetat verplant. Nun mag dies ja auch in dieser Saison in der Praxis so gewesen sein, nur leider hat man die AFM im Vorfeld nicht mal gefragt, ob man das denn tun dürfe. Zwar war vor Abgabe der Lizenzunterlagen auf Betreiben der AFM die Höhe der Jugendetatübernahmen in beiderseitigem Einvernehmen geklärt worden, aber hatte man da auf der JHV nicht noch etwas von verbesserter Kommunikation erzählt? Müssen wir uns wohl grob verhört haben. Wie schon bei anderen Vorfällen, wieder mal eine Frage der Art und Weise, an der sich hier die Kritik entzündet. Nächster Punkt, Mitgliederverwaltung: Man stelle sich vor, man hat ein Unternehmen, dessen Kunden für - vier lieblos zusammen geschusterte A5- Publikationen mit dem Umfang eines Gemeindebriefes - einen lustigen Abend mit ein paar abgedrehten Rednern in einem großen Saal - eine Anstecknadel - eine E-Mail-Adresse und noch ein paar andere relativ obligatorische Leistungen 120,- Euro im Jahr bezahlen. Was sollte da die Konsequenz sein? Richtig, man sollte versuchen, diese Kunden möglichst langfristig zu binden, denn soviel Geld mit so wenig Mühe kann man sonst wohl auf legalem Wege nicht einnehmen. Nicht so der FC, dem sind seine Mitglieder nicht ganz so wichtig. Im Gegenteil: Das Geld wird zwar gerne mitgenommen, aber wo es bleibt, wissen die Mitglieder nicht wirklich. Schlimm genug, dass diverse Abteilungsgelder vom Hauptverein einkassiert und zum Teil bis heute nicht zurückbezahlt wurden. Doch wie ist es eigentlich um die Verwaltung der Mitglieder bestellt? Seitdem Thilo Schütt, früher für die Mitgliederverwaltung beim FC zuständig, im Sommer aus Kostengründen weggespart wurde, wird das Thema beim FC St. Pauli gerne mal verdrängt. Zuletzt kümmerte sich die ohnehin schon mit Arbeit überhäufte Susanne Lyss (Sekretariat Vereinsführung) nach allen Kräften um die Mitglieder. Dabei bezahlt jedes Mitglied seine Verwaltung selber, der Verein könnte locker eine Teilzeitkraft für dieses Geld beschäftigen. Bei derzeit rund 6000 Mitgliedern, die vierteljährlich den so genannten Verwaltungskostenanteil von 1,- Euro zahlen (so steht es in der Beitragsordnung), stehen dem Verein pro Jahr 24.000 Euro zur Verwaltung seiner Mitglieder zur Verfügung. Dieses Geld versickert momentan irgendwo zwischen der Kollaustraße und der Geschäftsstelle, während eine einzelne Mitarbeiterin mit allen Mitteln versucht, den "treuesten Kunden" des Vereins wenigstens noch das Notwendigste Ihrer Mitgliedschaft zu ermöglichen. Geschenktes Geld zweckentfremden – das gibt es wohl auch nur beim FC St. Pauli. Aber wenigstens hat Corny Littmann intern doch mehrfach bewiesen, dass er das Wort "Fanpräsident" mit Leben füllen kann. Er ist nämlich Fan unserer ersten Mannschaft, mehr nur eben leider auch nicht. Intern ließ er angeblich schon oft verlauten, der restliche Verein interessiere ihn einen Dreck, und sobald die erste Mannschaft wieder in Liga zwei spielt wolle er ausgliedern, damit er sich "mit den anderen Abteilungen" nicht mehr rumärgern muss. Schönes Verständnis von einem Sportverein, ganz abgesehen davon, dass er sich im Sommer mehr als bereitwillig an den Geldern dieser Abteilungen bedient hat und diese zum Teil noch heute auf die Rückzahlung warten. Und wenn man ihn mal drauf anspricht? "Doch, ich kümmere mich um alle in diesem Verein! Ich war schon mit allen Mannschaften in meinem Theater, nur mit der 1. noch nicht. Ist das nicht Beweis genug?" Genau! Darum geht es beim FC St.Pauli, er hat es ja doch verstanden? Die Redaktion |
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