Tatort Stadion
Eine Ausstellung wird zum Politikum

Tatort Stadion

   Puh, wo jetzt anfangen? Im letzten ÜBERSTEIGER hatte ich Euch ja von der ersten Station der BAFF-Wanderausstellung "Tatort Stadion - Rassismus und Diskriminierung im Fußball" in Berlin erzählt. In der Zwischenzeit ist nun aber, wie einige sicher auch in den Medien verfolgt haben dürften, so einiges passiert. Also am besten der Reihe nach.

   Über den DFB-Sportförderverein (ab diesem Jahr Egidius-Braun-Stiftung) waren uns mehrmals schriftlich 5.000 Euro Unterstützung zugesagt worden. Nun wird aber u.a. in der Ausstellung die Rolle des DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder (im Folgenden nur noch "MV") beleuchtet und seine (mindestens) fragwürdigen Aussagen und Taten dokumentiert. Noch am Abend der Eröffnung am 07.11. in Berlin wurde der DFB (in vorauseilendem Gehorsam?) vom ebenfalls anwesenden VdV-Geschäftsführer Ernst Thoman über die kritischen Inhalte informiert.

   Nach vielen Telefonaten in den folgenden Tagen (u.a. mit Horst R. Schmidt in Kiev beim Länderspiel!) kam am 19.11. der DFB-Chefjustitiar Götz Eilers zur Begutachtung vorbei. Ergebnis: Inhaltlich konnte nichts von unseren Texten widerlegt werden, lediglich Kritik an der Darstellung wurde laut, die wir aber auch einsahen.

   Die Stelltafel sollte nun also für die nächste Station in Hamburg geteilt werden in eine Wand mit den haarsträubenden Zitaten von MV, wo er z. B. von Germanen, genetischen Voraussetzungen und verlorenen Kolonien faselt, in Bezug gesetzt auf seine "Vorbild- und Beschleunigungsfunktion" als DFB-Präsident, sowie jetzt sogar zwei Wände mit den durchaus vorhandenen DFB-Bemühungen gegen Rassismus, aber auch Kritik an Alibi-Veranstaltungen wie "Mein Freund ist Ausländer" oder an der reichlich diffusen Geschichte des Verbandes.

   Diese Trennung war auch eine der Forderungen des DFB, man könnte also auch sagen, dass sich hier der DFB von seinem Präsidenten distanziert, nun ja... Eine weitergehende Forderung war allerdings, die ursprüngliche Wand bis zur Fertigstellung des Ersatzes abzuhängen, das haben wir strikt abgelehnt, was zur Folge hatte, dass die o.e. 5.000 Euro nunmehr gestrichen waren und wir den (auch für den DFB tätigen) Prof. Pilz als Schirmherren verloren (zu dessen Rolle in der ganzen Sache lest bitte den Extra-Kommentar auf Seite 13). Das war uns die Wahrung des Gesichtes aber mehr als wert, auch wenn nun eine ziemliche Lücke im Etat klaffte.

   Im Grundtenor der beiden DFB-Wände überwiegt eindeutig das Lob für antirassistische DFB-Aktionen. Die Kritik am Präsidenten ist räumlich getrennt davon. Deshalb muss gefragt werden, ob nicht der DFB durch sein Verhalten BAFF gegenüber einen "albernen ideologischen Grabenkampf", wie er BAFF vorgeworfen wird, eröffnet hat. Auch wurde dem DFB angeboten, eine eigene Schautafel zu konzipieren, dieses Angebot wurde leider abgelehnt.

   Diese "Verhandlungen" fanden aber zunächst in aller Stille statt, derweil die Ausstellung in Berlin weiter lief und am 06.12. mit einer überaus positiven Bilanz von knapp 3.000 Besuchern, darunter viele Schulklassen, zu Ende ging.

Das Medieninferno beginnt

   Kurz vor der Eröffnung in Hamburg am 10.01. machte BAFF die Verweigerung der DFB-Zahlung öffentlich und nun ging der Rummel richtig los. Der DFB reagierte in einer scheinbar hektisch, weil ziemlich inhaltslos, erstellten Presseerklärung, in der es u.a. heißt: "Der Präsident wird unzulässig mit Aussagen zitiert, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Die Absicht, ihn in die rassistische Ecke zu stellen, ist unverkennbar. Diese Verunglimpfung seines Präsidenten kann der DFB nicht hinnehmen."

   An keiner Stelle der Ausstellung wird MV als Rassist o.ä. bezeichnet. Es fällt auf, dass die meisten Kritiker (und das ist die deutliche Minderheit, wenn die umfangreichen Presseberichte zur Grundlage genommen werden) die Ausstellung bislang noch nicht gesehen haben, in der Öffentlichkeit wird ein Bild gemalt, als wenn es sich um eine Anti-MV-Ausstellung handeln würde, der Präsident wird jedoch lediglich auf einer der insgesamt 23 Stellwände thematisiert.

   Für die Medien war das Thema natürlich ein gefundenes Fressen, wir wurden mit Interviewwünschen von Presse, Rundfunk (z.T. live) und Fernsehen überhäuft. Eine flächendeckende Berichterstattung, die bis ins europäische Ausland reichte, war die Folge. Und bis auf einen eher peinlichen Kommentar im "Kicker" ("MV formuliert mitunter etwas flapsig", "BAFF sucht eine neue Plattform, um die ideologischen Schlachten der 60er und 70er Jahre neu zu beleben") waren die Reaktionen auf unserer Seite, teilweise mit deutlich schärferen Tönen in Richtung DFB, als sie von uns zu hören waren.

   Am Nachmittag des 10.01. zog dann auch Michael Preetz seine Schirmherrschaft zurück - gut zwei Monate nach der Eröffnung und seiner bemerkenswerten Rede, die auch Einzug in die die Ausstellung begleitende Broschüre gefunden hatte, warum also hatte er seine Bedenken nicht bereits viel früher geäußert? Frech auch die entsprechende Erklärung der VdV, wo von einer "deutlichen Veränderung der Ausstellungskonzeption" und einer "nachträglichen Veränderung der Zitatensammlung" die Rede ist, was beides natürlich völliger Unsinn ist.

   Immerhin hat sich Preetz am 14.02. im "Tagesspiegel" (diesmal selber, zur Zeit der VdV-Erklärung war er im Trainingslager...) zur Sache geäußert und dabei auch MV aufgefordert, die berühmten Zusammenhänge zu erklären, da klang das Ganze schon deutlich differenzierter.

   Erst später wurde uns bekannt, dass der DFB ein Schreiben an die DFL gerichtet hatte. In diesem Brief schreibt DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt u.a. folgendes: "Vielfach agieren die örtlichen Fanprojekte als Ausrichter - zumindest aber unmittelbar Beteiligte. Unsere Bitte geht deshalb an die DFL, sich einzuschalten, wenn die Ausstellung in Ihrem Bereich gezeigt werden soll und dann von einer Unterstützung abzusehen, wenn die erwähnten Tafeln weiterhin gezeigt werden. Gegebenenfalls wäre auch eine Intervention über die Trägervereine bzw. Beiräte der Fanprojekte ratsam." Die DFL hat dieses Schreiben mit der Anmerkung "Ohne das Vorhaben im übrigen zu behindern, bitten wir darum, dem Teil der Ausstellung, der die Person des DFB-Präsidenten diskriminiert, keinen Raum einzuräumen." am 11.01. an alle Vereine der ersten und zweiten Bundesliga weiter geleitet. Hierzu die Aussage von DFB-Pressesprecher Gerhard Meier-Röhn: "Eins ist aber klar, dass der DFB keinerlei Druck, keinerlei Repressionen ausübt, das ist ganz wichtig, das ist auch schon fälschlicherweise so dargestellt worden, es gibt von uns keinen Druck auf diese Ausstellung." Interessante Interpretation!

   BAFF liegen tatsächlich zahlreiche Ausstellungsanfragen von Fan-Projekten vor, die gewöhnlich zu einem Drittel aus DFB-Geldern finanziert werden. Dieses DFB/DFL-Schreiben stellt somit einen gravierenden undemokratischen Versuch dar, die Ausstellung zu behindern und zu zensieren. Weil der DFB den Inhalt der Schautafel nicht widerlegen kann, versucht er diesen zu verhindern.

   Eine unmittelbare Wirkung zeigte sich sofort, der Hamburger SV verweigerte die für die Hamburger Ausstellung gemachten finanziellen Zusagen und schickte auch keinen Vertreter zur Eröffnung (in Bochum wird sich der VfL ebenfalls nicht beteiligen).

   Bei der Eröffnung in Hamburg am 10.01. waren reichlich Presse und sechs Kamerateams zugegen, die Hamburger Schirmherren Klaus Thomforde (Ex-Keeper des FC St.Pauli) und Sozialwissenschaftler Prof. Richard Sorg (2. Vorsitzender des Vereins Jugend und Sport e.V., des Trägers der beiden Hamburger Fan-Projekte) hielten eine Rede, ebenso wie Vertreter des DGB, des FC St. Pauli und von BAFF. Hierbei muss die uneingeschränkte Unterstützung in jeglichen Bereichen lobend erwähnt werden, die uns vom FC St. Pauli und von dessen Hauptsponsor "Securvita" zuteil wurde.

   In diesen Zusammenhang fällt auch die hervorragende Kooperation mit dem DGB, hier besonders der DGB-Jugend, die ebenfalls hervorgehoben werden muss, wie bereits bei ver.di in Berlin wurden wir hier in jeder Weise unterstützt. Die gut vier Wochen des Verweilens der Ausstellung in Hamburg können guten Gewissens als voller Erfolg gewertet werden. Etwa 1.300 Einzelbesucher und um die 20 Gruppen (zumeist Schulklassen) mit ca. 400 Personen, fanden den Weg in das Gewerkschaftsgebäude am Besenbinderhof. Das sind zwar in der Summe weniger als in Berlin, jedoch waren dort deutlich mehr Gruppen gekommen, in Hamburg überwogen die individuellen Besucher, auch wurden sämtliche 1.800 gedruckten Broschüren verkauft.

Ein Wunder - MV gibt Laut

   Am 18.01. meldete sich auch MV höchstselbst endlich zu Wort, mit einer völlig nichtssagenden Presseerklärung unter dem Titel "Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Rassist bin". So ist es MV selbst, der nun seine Zitate interpretiert. Es kann ja wohl nicht sein, dass junge Fußballspieler und Fans den DFB-Präsidenten erst kennen lernen müssen, um zu wissen, dass er kein Rassist ist. Die Öffentlichkeit kann sich nun mal nur auf seine medial zugänglichen Aussagen stützen. Auch begründet er das Zurückziehen des Geldes damit, dass man sich "in einer Demokratie schließlich wehren dürfe", dazu das übliche "aus dem Zusammenhang gerissen" und mittlerweile auch "teilweise nicht authentisch".

   Einen Tag zuvor hatten wir es immerhin schon bis auf die Titelseite der "Zeit" geschafft (mit der Endung "Eine Zukunft hat der DFB nur, wenn er endlich die Gegenwart ernst nimmt") und jetzt bekam MV auch noch seine hilflosen "Rechtfertigungen" von den relevanten überregionalen Zeitungen um die Ohren gehauen. "Kein Wort verliert er über das vorhandene Problem des Rassismus in deutschen Stadien, reflexartig steuert ihn allein der Selbsterhaltungstrieb", "Demokratie ist also, wenn die Mächtigen sich gegen die Ohnmächtigen wehren, in dem sie diese aushungern" oder aber "Wenn einer der größten Sportverbände der Welt einen Chef hat, der nicht zitierfähig ist, dann ist das bedauerlich. Peinlich wird es, wenn dieser Verband mit Zensurmaßnahmen zu verhindern sucht, dass sein Oberhaupt zitiert wird. Anstatt zu beklagen, dass der DFB-Präsident "in die rassistische Ecke" gestellt werden solle, wäre es allemal besser, sich einen zu wählen, der in diese Ecke gar nicht erst passt".

   In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" am 23.01.02 sagte DFL-Boss Werner Hackmann, dass MV "uns im DFB-Präsidium sehr ausführlich dargelegt hat, wie diese Äußerungen aus dem Zusammenhang gerissen wurden." Das würde uns doch auch sehr interessieren, BAFF forderte daher zum wiederholten Male den DFB-Präsidenten auf, auch der Öffentlichkeit darzulegen, welches der Zitate nicht authentisch seien bzw. aus welchen Zusammenhängen einige gerissen sein könnten. Aber MV hat sich bislang zu keinem seiner Zitate inhaltlich geäußert hat, es muss davon ausgegangen werden, dass er weiterhin zu seinen Aussagen steht.

   Auffällig war, dass sowohl die PDS als auch besonders B90/Grüne neben finanziellen Zuwendungen (insgesamt immerhin 3.000 Euro) sich auch um die Ausstellung an sich bemühen, sie in mehreren Städten zeigen wollen. Als BAFF den Grünen in München mitteilte, dass dort eher erst in der zweiten Jahreshälfte Station gemacht werden könnte (also nach den Kommunalwahlen im März) schwand das Interesse doch merklich. Auch deshalb will BAFF sich so weit wie möglich unabhängig von Parteien bewegen, Zusammenarbeit besonders mit Fans, aber auch den Vereinen, steht an vorderster Stelle.

   Einen neuen Schirmherr neben dem weiterhin fungierenden Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse können wir seit Anfang Februar allerdings präsentieren. Der Tübinger Rhetorikprofessor und Literaturwissenschaftler Walter Jens übernahm dieses Amt. Jens, geb. 1923 in Hamburg, hatte in seiner denkwürdigen Festrede zum 75-jährigen DFB-Jubiläum 1975 für einen Eklat gesorgt, als er die Verflechtungen des DFB mit dem Nationalsozialismus kritisch beleuchtete. Damals forderte er den DFB auf, seine politische Vergangenheit aufzuarbeiten, was den DFB dazu veranlasste, den Kontakt mit ihm abrupt abzubrechen. Walter Jens bezeichnet seine Rede als "vielleicht meine wirksamste Rede".

   In der "Frankfurter Rundschau" äußerte sich Jens am 15.02. u.a. wie folgt: "BAFF ist für mich eine fortschrittliche Gruppe." Zum Thema MV meint er dies: "Mayer-Vorfelder ist ein rabiater und zu keiner Selbstkritik fähiger Erzkonservativer. Man sollte sich endlich auch gerade mal im Kreise der Aktiven überlegen, ob man durch solch einen Mann angemessen repräsentiert ist" und weiter "Unter dem deutschnationalen Regiment Mayer-Vorfelders wird es bestimmt noch so manche Schlacht geben, aber ich bin trotz allem zuversichtlich und sage: Wir sind auch noch da. So schnell gibt BAFF nicht klein bei."

   Da ließ zur Abwechslung eine Reaktion des DFB mal nicht lange auf sich warten: "Das DFB-Präsidium ist gerne bereit, Professor Jens in einem Gespräch über den wirklichen Sachverhalt zu unterrichten", heißt es in einer Presseerklärung vom gleichen Tage: "Etwa über die zum Teil falsch und Sinn entstellend aus dem Zusammenhang gerissenen Äußerungen, die als Zitate von Gerhard Mayer-Vorfelder auf der BAFF-Ausstellung dokumentiert werden." Ihm wollen sie die "Zusammenhänge" also erklären, so so, da sind wir aber mal gespannt...

Bochum ist der Nabel der Ausstellungswelt

   Momentan ist die Ausstellung seit dem 18.02. und noch bis zum 16.03. in Bochum (City-Point, Kortumstraße 89, 44787 Bochum, Mo.-Fr. 10:00-20:00, Sa. 9:30-16:00 Uhr, Eintritt: frei) zu sehen. Weitere Orte sind bis auf Jena (03.06. bis 22.06., Jugendzentrum "Treffpunkt", Erlanger Allee 114) noch nicht terminiert, in fester Planung sind jedoch z.Zt. Düsseldorf, Hannover, Frankfurt/M., Dresden, Leipzig, München, Stuttgart und Basel/Schweiz. Interessenten gibt es noch viele weitere, so dass voraussichtlich auch im kommenden Jahr getourt werden kann.

   Die Ausstellung eröffnet hat in Bochum der stellvertretende Ministerpräsident von NRW, Michael Vesper (B90/Grüne), eine angetragene örtliche Schirmherrschaft lehnte er jedoch ab, nach "ausgiebiger Sichtung und Prüfung", ebenso einen Antrag auf Fördermittel, den das ausrichtende Fan-Projekt Bochum eingereicht hatte. Seine Begründung: "Man verniedlicht das Problem Tatort Stadion, wenn man Herrn Mayer-Vorfelder mit seinen Äußerungen, die man kritisieren muss, in genau diese Reihe stellt. Er ist weder Neonazi, noch Faschist oder Rassist und kann nicht mit SS-Siggi und anderen in eine Reihe gestellt werden." Das dies so nicht geschieht, hatte ich bereits erwähnt...

   Der VfL Bochum hat ebenso jegliche Unterstützung verweigert, um so bemerkenswerter, dass das Fanprojekt Bochum weiterhin als örtlicher Veranstalter in Bochum fungiert. Der VfL-Geschäftsführer Ansgar Schwenken begründet die Absage wie folgt: "Wir mussten leider die Begleitung der Ausstellung zurückziehen, weil wir aus unserem Selbstverständnis heraus, wir sind Mitglied beim DFB, uns nicht an etwas beteiligen können, wo sich jemand - das ist ja das paradoxe der Ausstellung - selbst durch diese diskriminiert fühlt." Aber er würde sich immerhin freuen, wenn "auch Spieler diese Ausstellung sehen".

   Eins ist klar, NRW steckt in einem Dilemma, will möglichst viele WM-Spielorte 2006 und nur ein wohlgesonnener DFB-Präsident wird dafür sorgen. Das sagt zwar keiner, aber alle verhalten sich so.

Und was war mit BAFF?

   Tja, die Arbeit der BAFF-Aktiven hat sich naturgemäß in den letzten Wochen so gut wie ausschließlich um "Tatort Stadion" gedreht. Immerhin aber fand sich Zeit, am Wochenende 18.-20.01. in München das jährliche Wintertreffen abzuhalten, hervorragend organisiert vom Fanprojekt München und den "Löwen-Fans gegen rechts". Etwa 70 Fans von 20 Vereinen versammelten sich zu ausgiebiger Diskussion (und selbstredend abendlichen Gelagen), bei der u.a. folgende Themen behandelt worden: Stadionverbote (zu diesem komplexen Thema wird es demnächst eine ausführlichere Einschätzung geben), Öffentlichkeitsarbeit (neben dem in Kürze erscheinenden Begleitbuch zur Ausstellung wird BAFF in Kooperation mit dem Werkstatt-Verlag eine Neuauflage des Klassikers "Holt Euch das Spiel zurück - Fans und Fußball" von 1995 herausgeben, ebenso wird die veraltete und sowieso längst vergriffene BAFF-Selbstdarstellungsbroschüre neu erstellt und auch die lange geplante Zusammenstellung "Die 100 schönsten Polizeiübergriffe" nimmt langsam Formen an), Internetauftritt (die BAFF-Homepage (www.aktive-fans.de) wird überarbeitet und durch regionale Newsverteiler aktueller gemacht) und logischerweise war auch die Zukunft der Ausstellung ein wichtiger Punkt.

   Durch den erfreulich hohen Anteil an Gästen aus Österreich (Innsbruck, Wiener SC und die beiden Linzer Clubs) entwickelte sich daraus eine eigene Arbeitsgruppe mit dem Ergebnis, in Zukunft enger zusammen arbeiten zu wollen. Schöne Sache! Beschlossen wurde ebenfalls, dass das Sommertreffen traditionell im beschaulichen Oer-Erkenschwick stattfinden wird, und zwar vom 28.-30.06., das ist das Finalwochenende der WM.

   Eine Woche später gab es auf St. Pauli ein weiteres, kleineres Arbeitstreffen, um das im letzten ÜS bereits angekündigte Dokumentationsarchiv über rassistische und diskriminierende Vorfälle im Fußball auf den Weg zu bringen. Die Seite ist inzwischen auch online und unter www.tatort-stadion.de/aktuelles/index.htm zu finden.

   Diese Seite ist ein BAFF-Projekt und kann nur leben vom Engagement der bundesweit verstreuten Mitglieder. Darüber hinaus arbeiten wir an einem bundesweiten Netz von MitarbeiterInnen, die uns aus der jeweiligen Fanszene mit Informationen und Neuigkeiten versorgen. "Tatort Stadion-aktuell" kann im besten Falle ein Update der gleichnamigen Ausstellung sein und werden. Unser Ziel ist es, faschistische Umtriebe, rassistische Vorfälle und ähnliches im Stadion (und auch im Fußballumfeld) zu dokumentieren. Selbstverständlich werden wir auch Aktivitäten gegen Rechts dokumentieren. Wer also entsprechende Dinge zu berichten hat, wende sich an aktuell@tatort-stadion.de.

   Das Projekt ist also eine Unterseite der Ausstellungs-Homepage www.tatort-stadion.de, wo die Texte der Ausstellung nachzulesen sind, ein virtueller Rundgang möglich ist und Infos zu den einzelnen Ausstellungsorten zu finden sind. Ermöglicht wird dies weiterhin durch die außerordentliche Unterstützung des FC St. Pauli-Hauptsponsors "Securvita"!

   Über unsere europäischen Partner im Netzwerk FARE (Football Against Racism in Europe) kann ich Euch momentan nicht sehr viel mehr berichten, als bereits im letzten ÜS stand. Die Erweiterungskonferenz hat Anfang Februar in Sheffield stattgefunden und neben BAFF waren aus Deutschland noch Gruppen aus Rostock (RoPiraten/Barmy Army), Leipzig (Roter Stern), Mannheim (Doppelpass) und München (Löwen-Fans gegen Rechts) anwesend, die auf Empfehlung von BAFF eingeladen wurden. Ergebnisse liegen mir aber leider noch nicht vor, dazu sicher mehr im nächsten ÜS.

   Ich hab Euch nun eh genug mit Fakten gequält, der Dank geht wiederum an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die hier in Hamburg zum Erfolg der Ausstellung beigetragen haben. Das solls gewesen sein, bis zum nächsten Mal.

thomas/BAFF

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