Ficken, aller!

Hallo Uwe und hallo liebe Leserinnen und Leser. Tja, da haben wir sie immer noch: Unser aller Sexismus-Debatte! Längst überfällig und daher um so packender. Sicher einige interessiert das einen Scheiss-Dreck, denn die Welt ist ja super und Titten gucken is' geil! Wer sich also für diese Diskussion nicht interessiert, der sollte nicht weiterlesen oder vielleicht gerade deswegen. Wie dem auch sei:

   Im ÜS 55 schrieb Uwe Doll über seine persönlichen Eindrücke zur derzeitigen "Ich sehe was, was Du nicht siehst"-Sexismus-Diskussion. Und da kann einem schon ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen. Der erste Punkt den Uwe nicht richtig einschätzt, ist, daß der überwiegende Teil der Diskussionen von Männer geführt würde. Nun, Uwe ist das beileibe kein Argument und dazu auch noch falsch. Wärst Du bei Fan-Club-Delegierten-Treffen gewesen und hättest Dich mit mehr Frauen über die MAXIM-Werbung unterhalten, dann hättest Du das so nicht geschrieben.

   Die Empörung innerhalb des weiblichen Teils der Fan-Szene ist ziemlich groß und da ist es egal, ob sich Männer oder aber Frauen über diese geschmacklose MAXIM-Werbung aufregen. Das willst Du anscheinend nicht sehen. "Wer also wird denn unterdrückt? Ich sehe niemanden. Okay, der Dummspruch weist Frauen beim Fußball ihren Platz als Sexobjekt in der Spindtür zu. Aber die Frau, die sich den Schuh anzieht, ist doch wohl selber Schuld." (zitiert nach Uwe aus ÜS 55)

   Nun, da können wir dann alle erleichtert sein! Diejenigen Frauen, die sich an dieser Werbung stoßen, sind dann ja quasi selber schuld, weil Sie zu doof sind und sich den Schuh des Sex-Objektes anziehen. Das kann nicht Uwes Ernst sein, oder weiss er nicht, daß eine solche Werbefläche gerade auf Öffentlichkeit zielt und es den KritikerInnen um das damit verbreitete Frauenbild geht?

   Tagtäglich werden uns Frauen in der Werbung präsentiert, die durch das Zur-Schau-Stellen ihrer Verfügbarkeit dazu animieren sollen, dieses oder jenes Produkt zu kaufen. Ganz nach dem Motto: Titten bringen Aufmerksamkeit, also nach vorne mit den Dingern. Das Beste Beispiel: Verona Feldbusch, die nicht schnallen will, das ihre Darstellung des kleinen sexy Dummchens sehr wohl Folgen für das gesellschaftliche Frauenbild hat.

   Uwe outet sich "als bekennender Anhänger kulturell höherwertiger pornographischer Erzeugnissse". Nun Uwe, da sind wir doch alle ganz gespannt was denn kultutrell höherwertig ist und wer das beschliesst? Playboy, Coupè, Gina Wild, Naddel oder Clementine aus der Ariel-Werbung, Bitte schicke eine kleine Auswahl an die Redaktion mit den Kriterien, die Du für kulturell und höherwertig ansiehst, danke. Nun kommt auch schon der nächste Hammer: Uwe kritisiert nämlich sehr wohl die Maxim-Werbung, denn er "steht auf Sex", sieht jedoch durch das permanente Zur-Schau -Stellen von Titten und Erotik "Die Übersexualisierung aller Lebensbereiche" und dies schließlich "beraubt uns am Ende des Erotischen.", denn Sex sei etwas Heiliges.

   Nun Uwe, gut gebrüllt. Wir sind uns dann ja einig, daß Sex zum Leben dazu gehört. Gut das! Nur wie soll mir etwas leidig gemacht werden, wenn es eh Teil meines Lebens ist und ich damit auf der Strasse konfrontiert bin? Nein, nein lieber Uwe, ich finde das Thema Sex in der Öffentlichkeit o.k., es geht jedoch um seine Darstellung und seine Botschaft. Wenn damit Frauen nur als verfügbare Lustobjekte dargestellt werden, man(n) aber ausblendet, daß Sexualität auf beiderseitigen Wollen und Verständnis fußt, dann geht das zu weit. Nichts anderes wird hier von Seiten etlicher weiblicher und männlicher Fans kritisiert. Denn auch wenn man über Erotik als Kunstform streiten kann, wird doch mit einem Spindluder wohl kaum ein künstlerischer Content vermittelt. Hier geht es nur ums VERKAUFEN und wenn das durch die Herabsetzung der Rolle der Frauen bei uns im Stadion passiert, sollten wir das nicht hinnehmen.

   Den Vorschlag von Uwe mit der Unterstützung einer Hureninitiative sollte mal der Verein, der sich ja so mit dem Stadtteil vereinigen möchte, ruhig angehen, als Gegenleistung und Zeichen, das diese unsägliche Maxim-Werbung immer noch auf der Haupttribühne zu sehen ist. Und alle Werber dieser Welt sind aufgefordert, mal darüber nach zudenken, ob sich Sex immer noch sells, denn das ist unendlich langweilig, doof und unkreativ!

In diesem Sinn frechdax

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