Am 31.08. trafen sich 220 Mitglieder der AFM zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung. Besondere Brisanz erhielt die Versammlung durch den Antrag auf Abwahl des gesamten Vorstands der AFM. Im Vorfeld wurde daher eifrig versucht so viele Mitgliederinnen und Mitglieder wie möglich zu diesem "Event" zu mobilisieren: Die 10 Antragsteller durch das Verteilen eines Flugblatts im Sonderzug nach München und beim DFB-Pokal der Amateure und die AFM durch die Verschickung einer 12-seitigen Hochglanz "Clubzeitung", in der noch einmal auf die Erfolge der Abteilung hingewiesen wurde. Auch berichteten etliche Fan-Club-Mitglieder von Briefen und Telefonanrufen seitens des AFM-Vorstands, in denen nun die Durchführung aller versprochenen Aktionen, bzgl. Polohemden und Banner angekündigt wurden (basierend auf Verlosungsaktionen und Freundschaftswerbung) und darum gebeten wurde, doch bitte zur AFM-Versammlung zu kommen. Es herrschte also Wahlkampf pur und schon im Vorfeld war klar, an diesem Abend könnte es hoch hergehen. Dies zeigte sich schon gleich am Anfang der Veranstaltung. Aber der Reihe nach!In einem Grußwort beschwor der Vorsitzende der Amateurvertretung Rummelhagen die AFM-Gemeinde, wie gut doch die Arbeit mit dem AFM-Vorstand klappen würde. "Ohne Eure Unterstützung (gemeint waren Tonny Burggraaf unad Michael Witzorrek) wäre die gute Jugendunterstützung nicht möglich gewesen." Denn die damaligen Kampagnen der AgiM zur Mitgliederwerbung seien nicht vom Erfolg gekrönt worden, da nur 200 Neumitglieder dadurch erreicht worden seien, die AFM hingegen hätte es verstanden, eine gute Mitgliederwerbung auf den Weg zu bringen. Nun ja, Herr Rummelhagen, leider hatten die AgiM-Aktionen ca. 600 Neumitglieder zur Folge und die Kohle für die Jugend haben immer noch die Mitglieder bezahlt. Aber gut, es sei Herrn Rummelhagen für den Support für den Vorstand gedankt. Kurze Zeit später war es dann soweit: der Bericht der Abteilungsleitung stand an. Tonny Burggraaf machte sehr deutlich, wie gut die Arbeit der AFM mit allen Vereinsgremien klappt und stellt dar, wie gut die Unterstützung der Jugend aufgrund der steigenden Mitgliederzahlen durch zahlreiche Serviceangebote, vonstatten gehen würde. So gingen über 105.000 DM an die Jugendabteilungen und die Zahl der Mitglieder sei auf knapp 2900 angestiegen. So zitierte Tonny einen Brief von Jugendfrau Schnell, in dem für die "schnelle und unbürokratische Hilfe" gedankt wurde. Die Kommunikation mit allen Vereinsgremien sei "konstruktiv und alle ziehen an einem Strang", so Burggraaf weiter. Hier möchte ich einwerfen, daß dies ja nun auch logisch ist, denn das Ziel der Jugendförderung steht schließlich in der Satzung der AFM. Da braucht man nicht voll auf dicke Hose machen. Doch dann wurde von Herrn Burggraaf schon sehr deutlich gemacht, was weiter mit der AFM passieren sollte: Es solle später von der Versammlung beschlossen werden, dass die AFM in Zukunft alle Abteilungen des Vereins und nicht nur die Jugendabteilungen unterstützen solle. Daher solle die Satzung geändert werden und später solle dann die bestehende Abteilung des FC St.Pauli - Passiv (die gute alte NO1) in eine reine Jugendförderung umgewandelt werden. Jedem der bei der Gründung der AFM dabeigewesen ist, war klar, dass nun innerhalb der AFM völlig andere Gewichtungen vorgenommen werden sollten, wie noch bei Gründung und im letzen Jahr von der Mitgliederversammlung der AFM beschlossen wurde. Doch dieser Punkt sollte nicht mehr zur Abstimmung kommen. Zur Kritik am AFM-Vorstand, der auch im ÜS geäußert wurde, hatte Tonny genau zwei Sätze über: "Wir haben nicht alles richtig gemacht" und "Wir lernen ja noch dazu". Dann ging es mit Sachen weiter, die der AFM-Vorstand in Zukunft durchsetzen möchte.
Es sei hier jedem empfohlen, sich die verschickte AFM-Zeitung durchzulesen, um genauere Punkte zu erfahren. Nach der Beendigung von Tonnys Rede kam es zur Aussprache und da wurden einige Punkte angesprochen, die einem wirklich die Nackenhaare aufstellten. T-Shirts-AktionEs gibt ein T-Shirt von ASTRA und der AFM. Es wurde vom Vorstand behauptet, dass dieses mit der Vermarktung abgesprochen wurde und ausschließlich als "Dankeschön" an neue Mitglieder verteilt worden sei. Richtig ist: Hendrik Lüttmer (Leiter des Merchandise) betont, dass dies im Vorfeld nicht geschehen ist und diese T-Shirts auch an Nicht-Mitglieder verkauft worden seien und dies erst nach Intervention seitens der Vermarktung gestoppt wurde, um diese dann nur noch zur Mitgliederbindung zu benutzen. Postkarten-MotivEs kam an diesem Punkt zu einer nochmaligen Forderung der Entschuldigung des AFM-Vorstands wegen des sexistischen Postkarten-Motivs. Der AFM-Vorstand behauptete, alles getan zu haben, um sich dafür zu entschuldigen. Nun, der ÜS berichtete und muß sich hier korrigieren: Nach einem Gespräch mit der Firma CARTEL gab es tatsächlich einen Anruf des Herrn Burggraaf, um die Verteilung des Motivs stoppen zu lassen. Warum dennoch die Verteilung fort gesetzt wurde, entzieht sich wohl daher jeglicher Erklärung. Richtig ist: Erst nach mehrmaliger Aufforderung verlas Herr Witzorrek ein Entschuldigungsschreiben. Auf dem Treffen mit der AFM bzgl. dieses Flugblattes verteidigte Herr Witzorrek dieses Motiv solange als lustig, bis Vize-Präsi Pothe darauf hinwies, dass dies nicht ginge. Es muß daher davon ausgegangen werden, dass der Vorstand der AFM inhaltlich nicht hinter der Entschuldigung steht, sondern nur auf Druck gehandelt hat. AFM-ZeitungDer Vorstand erklärte, diese Zeitung diene der Außendarstellung der AFM und habe pro Stk. 2,-DM gekostet. Richtig ist: Diese Zeitung strotzt vor Wahlkampf: 1. Die Grafiken und Kostenaufstellungen vermitteln den Eindruck, als handele es sich hier um solide buchhalterische Berechnungen, dies hält aber der genauen Betrachtung nicht stand. 2. Es werden Aktionen angekündigt, z.B. Shuttle-Service zum Volxpark, die weder mit Polizei, Fanbeauftragten noch Verein abgesprochen wurden. 3. Auf Nachfrage muß zugegeben werden, dass die Kosten mit Porto auf 3,04 DM pro Stk. angegeben werden müssen. Also insgesamt bei 3000er Auflage, auf 9120,- DM. Die zeitnahe Verschickung dieser Zeitung zur Versammlung und der Abdruck des Antrags zur Abwahl und die Nichtberücksichtigung anderer Anträge, vermittelt den Eindruck der Manipulation und nicht der Außendarstellung. Weitere Abspielstationen für AFM-TVDer Vorstand schilderte, dass gemeinsam mit dem Verein und der Vermarktung beschlossen wurde, dass weitere Fernseher aufgestellt werden können. Richtig ist: Es gab erste Gespräche, beschlossen ist noch gar nichts. AFM-LogoDas Logo der AFM wurde bei Gründung der AFM von Tonnys Firma angemeldet und geschützt. Da dies jedoch nicht geht, weil sowohl ein Stück des Vereinslogos, als auch der geschützte Name FC St.Pauli auftaucht, wurde das Logo wieder auf den Verein überschrieben. Warum dies ca.1 Jahr dauerte, konnte nicht ausreichend erklärt werden. Auch wurde behauptet, dass der Logo-Schutz keine Kosten verursacht habe. Richtig ist: 5 Minuten später wurde auf Nachfrage erklärt, dass der Schutz sehr wohl zwischen 500 und 1000 DM gekostet habe. JugendförderungskonzeptEs wurde bemängelt, dass die AFM kein Jugendförderungskonzept habe. Richtig ist: Der AFM-Vorstand erkärt, es gebe keine offenen Forderungen der Jugendabteilungen. Daher sei der Zweck 100% erfüllt worden. Die Nachfrage, ob zu einem Konzept nicht ein wenig mehr gehört, blieb offen. Soweit ein paar Beispiele.Es gab natürlich wesentlich mehr Wortmeldungen und Widerreden, aber schon jetzt überspanne ich den Bogen. Es fiel nur auf, dass viele Mitglieder sehr polemisch argumentierten und sich auch zu einer Gewaltandrohung gegenüber einem Kritiker hinreissen ließen. Die darauffolgenden TOPs der Berichte des Kassenwartes und Kassenprüfers wurden vergleichsweise schnell abgehandelt. Der Vorstand wurde schließlich entlastet. Auffallend war nur, das bei Nachfragen an den Kassenwart nicht Michael Thiel selbst, sondern immer Burggraaf oder Witzorrek ans Mikro traten. Aber ist ja auch klar, denn nun kam der Antrag auf Abwahl der einzelnen Vorstände. Die Versammlung einigte sich darauf, den Abwahlantrag auf den gesamten Vorstand auszuweiten, um nicht in vier einzelnen Abstimmungen Zeit zu verlieren. Denn es war inzwischen schon ziemlich spät, und es gibt nun mal Menschen, die auch am Samstagmorgen aus den Federn müssen. Uwe Doll begründete den Antrag auf Abwahl stellvertretend für alle Antragsteller mit dem fehlenden Vertrauensverhältnis zwischen Vereinsgremien, Mitgliedern und Vorstand, dem Versuch des AFM-Vorstands die Jugendförderung aus der Satzung zu entfernen, dem Versuch eine hsv-supporters gleiche Gemeinschaft auch beim FC St.Pauli durchzusetzen und der Schaffung einer Konkurrenzdiskussion zwischen AFM gegenüber dem Fanladen und der Marketing. Vielmehr solle ein richtiges Jugendförderungskonzept erstellt werden, die Kultur des FC St.Pauli innerhalb der Fanszene und der Mitgliederebenen gestärkt werden und eine Kommunikation zwischen Vorstand und Basis der AFM hergestellt werden. Zu diesem Antrag gab es reichlich Wortmeldungen. An dieser Stelle seien einige erwähnt: Tonny stellte dar, dass eine Konkurrenzsituation zwischen Fanladen und AFM nicht existiere und die Zusammenarbeit hervorragend sei. Demgegenüber stellte Heiko vom Fanladen dar, dass von einer Zusammenarbeit nicht die Rede sein könne und Tonny nicht die Wahrheit sage. Auch Kalle Schwensen, der die Veranstaltung interessiert verfolgte, meldete sich zu Wort. Seinen Beitrag bitten wir in der letzten "viertelnachfünf" nachzulesen. Nach dem Ende der Aussprache hatte Tonny das letzte Wort, und nun folgten einige Äußerungen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muß. Bei allen Emotionen sind Sätze wie: "Ich bin stolz ein St.Paulianer zu sein" und "Frage nicht, was der Verein für Dich tun kann, sondern was Du für den Verein tun kannst." ein Rückfall in längst vergangene Zeiten des FC St.Pauli. Mehr kann man dazu nicht sagen. Er beschwor das Auditorium, diesem Antrag nicht zuzustimmen, da er die weitere erfolgreiche Arbeit der AFM gefährden würde. Es war die Zeit der Emotionen und dennoch muss man sagen, dass alle Seiten heftiger hätten agieren können. Es spricht wohl doch dafür, dass es beim FC St.Pauli möglich ist, auch schwierige Diskussionen unter halbwegs erträglichen Umständen durchzuführen. Es kam nun zur Abstimmung des Antrags auf Ablösung des AFM-Vorstandes, oder wie Holger Scharf (einer der Antragsteller) es ausdrückte: zur Abstimmung über den Weg der AFM "in die Jugendförderung oder zum Service-Center". Die Zählkommission zog sich zurück und relativ schnell wurde das Ergebnis verkündet: Der Vorstand der AFM wurde mit 100 Ja zu 71 nein und bei 7 Enthaltungen abgewählt. Ich möchte meinen, ein Debakel für die Führung der AFM, die nun wirklich alles getan hatte, um für ihr Konzept zu werben. Allerdings wurde direkt nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Versammlung vertagt, da die Handwerkskammer Feierabend hatte. Daher erklärte sich der bisherige Vorstand bereit, zeitnah zu einer Fortsetzung einzuladen, um dann einen neuen Vorstand zu wählen, zu denen auch die Mitglieder des alten Vorstands wieder kandidieren könnten. Es bleibt also spannend, welchen Weg die AFM fortsetzt. Damit war es die zweite MV in Folge, in denen sich der AFM-Vorstand nicht durchsetzen konnte und nun die Quittung für ihr Verhalten gegenüber den Mitgliedern und den Vereinsgremien erhielt. Es liegt nun an den Antragstellern, Alternativen aufzuzeigen, um den weiteren Weg der AFM fest zu stellen. Ich halte diese Entscheidung für längst überfällig und bin gespannt, wie es weitergeht!!! PS: Tonny, wenn Dir als einzige Entgegnung zu meinen Artikeln nur einfällt: "Das hat doch kein Deutscher geschrieben", so ist dies nicht inhaltlich. Außerdem kann jeder die Rechtschreibfehler behalten, die er findet! Frechdax |
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