ALLES NEU MACHT DER MÄRZ

   ... oder so ähnlich. Neu am euch jetzt vorliegenden Übersteiger ist Einiges - und nicht nur optisch. Nachdem wir 50 Ausgaben mehr oder minder unfallfrei auf den braunweißen Markt schmeißen konnten, haben wir uns im Januar für ein spaßiges aber gleichwohl arbeitssames und letztlich auch erfolgreiches Wochenende in einem Haus in Dänemark eingeschlossen und darüber nachgedacht, wie man das obskure Objekt eurer Begierde verbessern kann. Vierfünftel der Redaktion war dabei, diskutierte und stritt um den neuen Auftritt des ÜS, und lediglich Hallenspieleverschieber Fuck-Wack sorgte für einen nicht unerheblichen Wermutstropfen.Dabei ist ausdrücklich zu betonen, dass an diesem Wochenende auch die Beendigung des "Projekts Übersteiger" zur Disposition stand. Dass wir uns schließlich gegen diese Möglichkeit entschieden haben (immerhin einstimmig!), ist allein schon darum klar, weil ihr gerade die Nummer 51 unseres Elaborats in den Händen haltet. Was aber waren für uns die Beweggründe, diese Option überhaupt in Erwägung zu ziehen? Ohne jetzt kokettierende Nabelschau betreiben zu wollen, muss zuallererst von Frust, Enttäuschung und Lustlosigkeit gesprochen werden. Frust darüber, dass wir es trotz langjährigem Fanzinemachens nicht wirklich geschafft haben, all jene negativen Begleiterscheinungen (Stichworte u. a.: Kommerzialisierung, Nazis) rund um unseren Tretsport, die man immer wieder thematisiert hatte, einzudämmen. Die Enttäuschung macht sich daran fest, dass die Resonanz unserer Leserschaft auf unsere Hefte leider immer geringer wurde. Unsere Auflage hielt sich zwar relativ stabil, auch wenn es in den letzten Jahren einen leichten Abwärtstrend gab. Was uns aber ziemlich stutzig macht, ist der Umstand, dass wir selbst auf bewusst provokant formulierte Artikel keine oder kaum noch Leserbriefe, E-Mails oder Reaktionen anderer Art erhalten. Da denkt man dann schon mal darüber nach, für wen man das Heft eigentlich macht.

   Der wichtigste Aspekt für unsere Frage nach dem Weitermachen aber war die schleichend eingetretene eigene Lustlosigkeit. Nicht, weil wir nicht mehr von unseren Storys, den Heftinhalten (okay, mal mehr, mal weniger) überzeugt waren oder gar vom Club enttäuscht wurden, sondern weil mit der Heft-Produktion in den letzten 1-2 Jahren einfach so viel Stress verbunden war, dass die ehemals vorhandene positive Grundstimmung in eine "Wir müssen den aktuellen ÜS irgendwie fertig kriegen"-Haltung mutierte. Waren früher unsere Layout-Wochenenden echte lustvolle Happenings, ist die Produktion heute einem Aktualitäts-Wahn unterlegen, dem wir einfach nicht mehr gerecht werden können - und wollen!

   Die Konsequenz für euch, auch dies haben wir in DK entschieden, ist ein seltenerer Erscheinungsrhyrhmus des ÜS. Hatten wir bislang eine Frequenz von 6-8 Ausgaben pro Saison, werden wir in Zukunft nur noch 5-6 mal erscheinen. Unsere Texte werden, so zumindest haben wir auf dem Papier entschieden, prinzipiell kürzer, die Informationen sollen dadurch aber nicht weniger werden. Leserbriefe, die sich relevant mit einem Artikel aus der vorangegangenen Ausgabe beschäftigen, werden wir ab sofort ganz weit vorne im Heft platzieren, um auch formal zu dokumentieren, wie wichtig uns der Austausch mit euch ist. Leserbriefe, die allein Lob für den ÜS formulieren und/oder den achten Blick auf eine Auswärtstour beleuchten, werden wir prinzipiell nicht mehr veröffentlichen (aber immer erst nach Mehrheitsentscheidung der Redaktion im Einzelfall), aber mit den Schreibern persönlich Kontakt aufnehmen und ihnen antworten bzw. dies erklären. Soweit zu den grundsätzlichen Veränderungen des neuen ÜS. Wäre schön, wenn es von euch da mal eine Reaktion gäbe.


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