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Zur Zeit hat man es mehr als schwer Antifaschist zu sein. Jeder Politiker, Sänger oder Sportler ist auf einmal der Vorzeige-Antifaschist, der zu Zivilcourage aufruft und etwas gegen die bösen, auf einmal aus dem Nichts aufgetauchten Nazis zu tun. Durch deren Aktionen, Aufrufe oder Konzerte machen sie jeden gelebten Antifaschismus lächerlich und geben den "Antifa - ha,ha,ha!"-Rufen Nährboden. Die zuvor durch ausländerfeindlichen Parolen aufgefallenen Politiker der Regierungskoalition ("Das Boot ist voll !") versuchen verbal das Volk zurn' "Aufstehen gegen den aufkeimenden Neofaschismus" zu animieren und sind doch die, die das Feld für die Dummglatzen und national befreiten Zonen bestellt haben. Die Faschos rund um die Freien Kameradschaften und Christian Worch rufen jede Woche zu neuen Demonstrationen, Märschen und Mahnwachen auf. Egal welcher nichtige Anlaß, und wenn auch nur einer seiner Laufburschen in einem Supermarkt nicht den gewünschten Käse bekommen hat, wird benutzt jedes Wochenende in irgendeinem Teil Deutschlands die Leute mit seinen Reden und den häßlichen Antlitzen zu beleidigen. Leider können antifaschistische Gruppen nicht mehr agieren, sondern es bleibt nur noch das Reagieren und das Hinterherlaufen. Und das frustriert. Jedes Wochenende wird einem das Programm von der rechten Seite vorgeschrieben und doch läuft man nur nebenher oder wird von tausenden Polizisten aus ganz Deutschland abgedrängt, in Gewahrsam genommen oder auf hunderte Meter Entfernung fortgehalten. Die viel zitierte Zivilcourage, die unsere Politiker einfordern, ist nicht möglich. Man kann die Routen nicht blockieren, teilweise wird man nicht einmal in den Stadtteil gelassen und man hat keine Möglichkeit, den Scheitelköpfen seine Meinung zu sagen oder anderweitig zu zeigen. Jegliche Gegenwehr wird von staatlicher Seite verhindert, was ziemlich frustriert und die geringen Zahlen der Gegendemonstranten erklärt. Ganz bitter ist es, wenn die staatliche Seite (Politiker und Polizei) auch noch von bürgerlichen Kräften unterstützt wird, wie Anfang Januar in Elmshorn. Die Organisatoren der Gegendemonstration (politische Parteien und Gewerkschaften) schaffie sich Ordner an, die nur dafür da waren auf die bösen zugereisten Autonomen einzugehen und Gewalttaten bzw. Störaktionen zu verhindern. Man mußte sich also nicht nur auf die Repressionen der Polizei, sondern auch noch auf Diskussionen und Nervereien durch Elmshorner Bürger einstellen. Das hielt viele von einer Aureise ab und nur knapp 150-200 versuchten zur Strecke durchzukommen und den Zu- und Abweg zu blockieren. Diese wenigen wurden dann auch noch von der Polizei ohne Grund in Gewahrsam genommen und auf dem überfüllten Polizeirevier die Personalien, sowie das gesamte Hab und Gut kontrolliert. Dabei saß ein Teil der eingeknasteten im zugigen Gefangenenbus und mußte bei der Kontrolle sich auch noch rektal betatschen lassen. Völlig überflüssige und peinliche Maßnahme zur Nötigung. Viel Polizei war auch nötig, um zwei Wochen später die Straßen im beschaulichen Bramfeld Antifa-frei zu halten. Bei dieser von Worch angemeldeten Demonstration kann man sehen, wie sehr die Faschos es wurmt, wenn man sie in ihren Stadtteilen besucht und dort einen Büchertisch oder eine Informationsveranstaltung macht. Über mehrere Wochen gab es im Zentrum Bramfelds einen Infotisch der Antifa, eine Demonstration durch die Straßen und schließlich eine Informationsveranstaltung im Brakula für die interessierten Bürger Bramfelds. Der Erfolg war sichtbar. Nachdem die örtlichen Kameraden den Stand einmal attackierten und ihre "befreite" Zone rennend verlassen mußten, waren sie sichtlich angeschlagen. Das ist die Rolle, die die Antifa und die Linke in Hamburg wieder übernehmen muß. Den ersten Schritt machen und die Rechten zum Reagieren zwingen als wöchentlich hinter irgendwelchen Polizeiketten "Nazis Raus" zu brüllen und ohnmächtig zuzuschauen. Immerhin gelang in Bramfeld auch dieses Mal ein weiterer Erfolg. Nach 300m Marsch war bereits wieder Schluß und Worchs Tross mußte umkehren. Die Polizei wurde den vielen, mobilen Protestlern nicht mehr Herr. Durch Hinterhöfe, auf gesetzlich vor Räumung geschützten Kirchhöfen, auf Fahrrädern und in den unübersichtlichen Straßen Steilshoop trieben sich die Leute rum und hielten die Polizei in Atem. Selbst sechs Zivilbeamten auf Fahrrädern konnten nur entnervt und müde aufgeben. Die 150 (Nicht-)Marschierer mußten wieder in die Autos steigen und an dem weit verteilten Mob vorbei abfahren. Dabei kam es noch zu einigen Übergriffen, u.a. wurde der Demo-Bus des Herrn Worch von zivilcouragierten Mitbürgern attackiert. Was mal wieder auffällig war, daß in den ersten Reihen der freien Kameraden (durch mehrere Schals), sowie auf den Autos derselben diverse hsv-Fans (Autoautkleber, Nummernschilder) erkennbar waren. Aber laut offiziellen Verlautbarungen der Vereinsführung des Vorort-Clubs sind im neuen Stadion keine bekannten Rechtsextremen zu erkennen. Wer verarscht da eigentlich wen? Leider muß man erkennen, daß auf unseren Seiten es immer weniger Leute gibt, die mal den Arsch hochkriegen und sich einen Samstag oder Sonntag um die Ohren schlagen. Auf der anderen Seite haben es die Faschos die letzten drei Male (Bramfeld, Elmshorn, Altona) nicht geschafft zu marschieren, sondern mußten entweder abbrechen oder im Nebel auf einer abgelegenen Kreuzung eine Standkundgebung durchführen. Also macht mit, rafft euch auf, damit das weiterhin so bleibt. Kommando August Postler |
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