Ist das jetzt aber lange her......oder so ähnlich muß jetzt vielleicht ein Vorwort beginnen, welches einer Jubiläumsausgabe vorangeht. Das ist es auch wirklich und allen, die jetzt schon anfangen zu gähnen: 7 Jahre und 50 Ausgaben sind für rein ehrenamtliche Schreiberlinge aus der desillusionierten Generation von St.Pauli-Fans ein Riesenerfolg. Dass ich jetzt hier des Nachts an der Tastatur sitze und mir nicht verdientermaßen die Hucke bei der Feier im Knust vollschütte, hat rein private Gründe und hat sicher auch ein wenig mit Amtsmüdigkeit zu tun. Damals, im Sommer 1993 sah dies noch anders aus. Voller Elan begann der ÜS seine Geschichte mit den folgenden Zeilen: "Mit dieser Nr.1 des Übersteigers beginnt aber ein neues Kapitel in St.Pauli-Fanzine - Geschichte (kein Tipfehler, wir haben damals wirklich so gesprochen und geschrieben). Dann folgt das Blabla über MR! Und Unhaltbar! usw. Nun, dieses Kapitel dauert tatsächlich noch an und das hätten wohl die wenigsten gedacht. Während der FC St.Pauli zu neuen Gefilden aufbricht und Fußball in braun-weiß mal wieder richtig Spaß macht, fallen der Redaktion die Ausgaben von mal zu mal schwerer. Eigentlich liegen wir schon danieder, haben wir oft gedacht und dann ging es doch irgendwie weiter. Und auch in Zukunft wird es wohl irgendwie weitergehen, denn erstaunlicherweise haben wir noch einen kleinen Haufen von Leuten, die richtig Lust haben, alle paar Wochen eine eigene Zeitung in den Händen zu haben. Ist auch immer wieder ein schönes Gefühl. Ob es ein paar Änderungen geben wird, wird man sehen, aber ohne daß ich im letzten halben Jahr ernsthaft an den Ausgaben beteiligt war, es muß sich was tun. 50 Ausgaben haben einen Status aufgebaut, der einen förmlich erdrückt. Der ÜS ist ein fester Bestandteil der Szenerie geworden und wir werden so gekauft wir eine Stadionzeitung. Und diesem Status und diesen Ansprüchen rennen wir von Ausgabe von Ausgabe hinterher. Nachwuchs gibt es auch nur vereinzelt, obwohl schon die Nr.1 nach Gastartikelschreibern lechzte und oftmals Aufrufe zur Mitarbeit gestartet wurden. Hat nicht so gefruchtet und so werden wir sehen, wohin der Weg des ÜS führt. Ins Nirwana oder in neue Gefilde, ... So viel zum inneren Status dieses Blattes, das muß aber auch reichen. Zum aktuellen Heft läßt sich nicht viel sagen, nur soviel, zum Jubiläum hätten wir sicher auch mehr machen können, aber es geht nur das, was geht. Viel wichtiger an dieser Stelle ein paar Wort an unseren neuen Präsidenten und seine Liaisonwünsche mit dem HSV. Man kann sich gewissen Aussagen nur anschließen, von einer Kooperation mit dem HSV profitiert nur die Rothose oder glaubt ihr, das Herr Yilmaz nach Ablauf einer tollen Saison am Millerntor bleibt? Pustekuchen, entscheidende Spieler wechseln nach kurzem Intermezzo im Fall ansprechbarer Leistungen wieder die Seiten und bei uns bleiben vakante Stellen auf wahrscheinlich wichtigen Positionen. Kooperation sucks, mit dem HSV erst recht. Dieses ständige Rumgeschmuse, wofür ist das gut? Natürlich sollen Derbys nicht in Massenschlägerein auf Platz und Rängen ausarten, aber woran soll man sich in schlechten Zeiten denn als Fans festhalten, wenn nicht an völlig bescheuerten, aber ungemein wichtigen Hasstiraden gegen den Rivalen. Da kann man endlich wieder richtig schön unfair, dogmatisch, blauäugig und verschlagen sein. Das berühmte Salz in der Suppe. Ständiges Geschwafel von Vorbildern und ähnlichem. Kein Fan wird vom Gewalttäter zum Friedensaktivisten, nur weil sich die Präsidien zweier Vereine mögen oder Spieler die Seiten wechseln. Eher umgekehrt. Da loben wir uns den FC Barcelona, der sämtlichen gekauften Trikots von Figo kostenlos den Namen entfernte. Recht so. Wenn das so weitergeht, enden wir noch als 1860 München, die abseits des Sportlichen nur noch Bayern in blau-weiß sind und als Kopie natürlich keine Zuschauer ziehen. Danke, aber eine braun-weiße Raute wäre ja wohl das Ende. Mir bleibt nur noch zu sagen, daß dies hoffentlich nicht mein letztes Vorwort im ÜS war und euch allen ein schönes Weihnachtsfest sowie den obligatorischen guten Rutsch zu wünschen. Wir sehen uns im neuen Jahr mit einem FC St.Pauli, der uns in dieser Form noch hoffentlich recht lange erhalten bleibt. Die Redaktion wünscht alles gute und wir grüßen all diejenigen, die damals, im Sommer 1993, mit dem ganzen Scheiß angefangen haben (das Kreuz in Klammern bedeutet, das sie noch immer dabei sind, immerhin einige): Sven S., Sven B., Hendrik (X), Thorsten (X), Jens, Sabine, Imme, Bernd, Katrin, Thomas (X), Sascha, Georg, Michael, Ralf (X), Stefan (X), Klaus, Ronny (X), Claudi. Euch und allen späteren Redaktionsmitgliedern vielen Dank von den aktuellen Übersteigern. |
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