Grußwort zur 50. Ausgabe des ÜBERSTEIGERSLieber Übersteiger, ein Grußwort zu Eurer 50. Ausgabe gehört auf jeden Fall schon mal zu den angenehmen Aufgaben des Präsidenten des FC St. Pauli. Ich kann nicht von mir behaupten, daß ich ein großer Kenner der Fan-Magazin-Szene bin, nichtsdestotrotz Euer Fan-Magazin ist weltoffen, kritisch, ironisch - wenn auch manchmal recht bissig - rebellisch, kämpferisch - eine amüsante, aber auch lehrreiche Lektüre, bei der man viel darüber erfährt, was die Fans denken, was sie bewegt und interessiert. In meiner neuen Funktion als Präsident des Vereins könnte mir durchaus bange werden, da Ihr mit Personen in diesem Amt in der Vergangenheit oftmals recht schonungslos umgegangen seid. Vergangenheit ist Vergangenheit. Eure Ironie gefällt und ich gehöre durchaus zu den Menschen, die auch über sich selber lachen können. Kritik kann ich gleichfalls vertragen, allerdings finde ich es immer am besten, wenn sie mir direkt vorgetragen wird. Ich habe zu Beginn meiner Amtszeit gesagt, daß ich für jeden im Verein - und dazu zählen selbstverständlich auch die Fans - ansprechbar bin. Wer den direkten Weg geht, vermeidet Mißverständnisse und bei vielen kosmischen Störungen stellt man im Nachhinein fest, daß sie auf einem Mißverständnis fußen. Ein erstes gab es gleich dieser Tage. Was in der Presseöffentlichkeit einen Riesenwirbel verursachte - nämlich die sogenannte Kooperation mit dem HSV, über die sich der eine oder andere erregt haben mag - ist von meiner Seite nicht mehr gewesen, als die Bereitschaft zu einem regelmäßigen Gedankenaustausch. Das ich als Präsident des FC St. Pauli den Club nicht zum Farmteam eines größeren Vereins machen will, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wir alle wollen im sportlichen Bereich Erfolg und ich schätze die gesunde Rivalität. Für mich heißt das nicht, das wir unsere Talente dem HSV auf dem Silbertablett servieren und im Gegenzug dazu noch deren Spieler ausbilden, sondern das man vor allem auf Vorstandsebene versucht, respektvoll miteinander umzugehen, ein gutes Verhältnis zueinander pflegt und vor allem, was bundesweite Entwicklungen im Profifußball angeht, darüber diskutiert, seine Anliegen, wenn möglich, beim DFB gegenseitig unterstützt und die Leistungen des anderen anerkennt. Ich würde es allerdings auch begrüßen, wenn die Rivalität zwischen St. Pauli- und HSV-Fans irgendwann ein normales Maß erreichen würde. Aber das sind Entwicklungen, die man mit Sicherheit nicht allein auf Vorstandsebene regulieren kann, gleichfalls aber ein Thema das mich sehr interessiert. Doch in erster Linie sind wir zur Zeit damit beschäftigt, die Zukunft des FC St. Pauli zu planen und unsere Pläne und Ziele umzusetzen. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Dabei setze ich voll auf unser Team, unseren Trainer, mein Vorstandsteam, alle die sich für den FC St. Pauli engagieren und unseren Club unterstützen und natürlich unsere Fans vom Millerntor. Und ich freue mich, das uns auf unserem gemeinsamen Weg ein intelligentes und originelles - sicher eins der besten - Fan-Magazine begleitet. Ich wünsche dem Übersteiger für die Zukunft viel Erfolg, Eurer Redaktion viel Spaß bei der Arbeit und gehe davon aus, das dieses Grußwort nicht mein letzter Beitrag für den Übersteiger gewesen ist. Also Glückwunsch zur 50. Reenald Koch |
|
Titelseite dieser Ausgabe |
|