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Man möchte als Fanzine-Macher ja gerne auch mal wieder ein Heft machen, das vor Optimismus nur so strotzt, das Perspektiven aufzeigt, eine durchweg positive Grundtendenz hat und den Schreibern wie den Lesern einfach nur Spaß macht. Pustekuchen! Letzter Anlaß, sich zu ärgern: die Komödie um den vermeintlichen Abriß des Millerntorstadions zum Saisonende.
Man stellt sich in solchen Momenten dann schon mal die Frage, ob man selbst zu blöd ist, um das Ganze zu begreifen, ob teuflische Kräfte am Werk sind, oder ob man einfach nur nach Strich und Faden verarscht wird. Das Millerntor-Stadion wird abgerissen, das Stadion wird neu gebaut, wir ziehen in das Volksparkstadion um, Lübeck ist zu weit weg, eigentlich kann man noch Jahrzehnte am Millerntor spielen. Mich kotzt das an! Was ist nun eigentlich wirklich Sache? Die Beantwortung dieser Frage fällt mir in diesem Falle relativ leicht, weil wirklich alle Indizien dafür sprechen, dass es relativ problemlos möglich ist, auch weiterhin auf dem Heiligengeistfeld zu kicken. Vielleicht hat Ex-Präsidenten-Verlautbarer Florian Marten sich ja nur voreilig mit einem Lebensspruch aus seinem Zitatenbuch für Anfänger wappnen wollen und ist dabei der ugandischen Volksweisheit aufgesessen, die da sagt: "Wer nie lügt, wird nie groß" Hätte er doch nur ein paar Zeilen weiter gelesen, denn dort wäre er auf dieses Kleinod gestoßen: "Magst du die Lüge noch so gut in das Gewand der Wahrheit kleiden, der Dümmste ist nicht dumm genug, um beide nicht zu unterscheiden" (Friedrich Bodenstedt, 1819-1892). Tja, und so fiel sein (i.A. Papa Heinz?) Konstrukt schnell wie ein Kartenhaus zusammen, weil man dümmer kaum hätte die Unwahrheit sagen können. Attestiert von "Ich weiß eigentlich immer erst hinterher, was ich gesagt habe - wenn überhaupt"-Reinhard Kock, seines Zeichens angestellter Architekt im Büro Weisener und zuständig für die Planung des neuen Stadions, bollerte das Duo Infernale erstmal ziemlich sinnentfremdet los und behauptete dreist, in der kommenden Saison sei Fußball am Millerntor nicht mehr möglich. Geht's denn noch, meine Herren? Alle Synapsen noch im grünen Bereich? Mag man kaum glauben, denn umgehend dementierten die Behörden die angeblichen Auflagen. Der Verein hätte nicht einmal angefragt, ob Fußball auch weiterhin im Millerntorstadion möglich sei. Was soll man dazu noch sagen? 'Augenwischerei' ist da mein erster Gedanke, die Vorbereitung auf eine Situation, die irgendwann gar keine andere Lösung mehr zulässt, als die Heimspiele im VP durchzuführen. Stichwort 'Sachzwänge'. Ihr seid so scheiße, ihr bringt so viel Unruhe in den Verein, ihr verunsichert so viele Fans und Mitglieder. Habt ihr hierüber eigentlich schon einmal nachgedacht? Ich glaube nicht. Wenn das alles ein Alleingang von Florian "mir ist der Verein ziemlich Latte" Marten gewesen sein sollte, kann die Konsequenz nur heißen: Hau weg den Scheiß! Da "Papa Heinz" hinterher explizit eine Entmachtung Martens dementierte (siehe hierzu dessen Pressemitteilungam 5. Mai auf den offiziellen Internetseiten des FC), muss wohl davon ausgegangen werden, dass unser Präsident inhaltlich hinter dem aalglatten Lautsprecher Marten steht. Fakt ist, dass der Stadionbetrieb absolut nicht gefährdet ist, dass die Gegentribüne mit ein wenig Rostschutzfarbe wieder auf Vordermann gebracht werden kann, dass die Haupttribüne tatsächlich asbestverseucht ist, dies aber seit Jahrzehnten wirklich niemanden interessierte, dass ein paar hunderttausend Mark aufgewendet werden müssen, um einigermaßen vernünftige Verhältnisse am Millerntor zu schaffen, und Fakt ist, dass weder der DFB noch die Stadt Hamburg ein Interesse daran haben, UNSER Stadion still zu legen. Alle Presseerklärungen des Präsidenten bzw. seines Sprachrohrs zum Thema sind nur peinlich. Und besonders perfide und hinterhältig ist deren Versuch, die Kritik an diesem Hin und Her in Verbindung mit Carsten Wehlmanns Wechsel zum HSV zu bringen (aus der Pressemitteilung des Präsidenten vom 28.4., nachzulesen auf den offiziellen Onlineseiten des FC: "Wie wäre es sonst denkbar,...Wehlmann...in einer geradezu unglaublich persönlichen Weise zu attackieren"). Wie arm muss man eigentlich sein, um diese Verbindung als letzten Strohhalm zu bemühen? ro. |
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