Kampf um St.Pauli
Ein weiteres Drama in vorläufig einem Akt
Zwar auch frei, aber ziemlich eng an W. Shakespeare
Einziger Akt, 1. Szene
Das Feld der heiligen Geister. Eine Gruppe Fans tritt auf. Martensus und Schultus hinzu
Martensus: Packt euch nach Haus, ihr Tagediebe! Fort aus des Papas heiligem Grund.
Ist dies ein Spieltag? Was? Wisst ihr nicht,
dass ihr als Kurvenvolk an Nichtspieltagen
nicht hier sein dürft ohne klare Aufgabe?
Umherlungern- Was treibt ihr hier? Sprecht!
1.Fan: Nun Herr, eine Karte will ich kaufen.
Schultus: Karte. Ha. Des Pappus, des Tribunen Wege ihr verschmutzt.
Wo ist euer braun-weißes Kleid, wo euer Wille, was zu tun.
2.Fan: Oh Herr, so arg ist es doch nicht. Im Ernst, wir machen Feiertag, um die zu sehen,
die braun und weiß noch sind. Unsergleichen.
Martensus: Über die wollt ihr euch freuen. Was haben sie denn getan?
Was für Erfolge führten sie ans Millerntor?
Ihr Blöck'! Oh harte Herzen. Arge Männer St.Paulis.
Habt den Pappus nicht gekannt? Wie oft stiegt ihr
Des Deutschen Bundes steile Stiegen
Zu sichern unserer Zukunft Heil?
Die Fahnen in der Hand, so saßt ihr da
Bis aus des Paters Hand das Heil für ein Jahr uns widerfuhr.
Und für wen legt ihr die Feierkleider an?
Für euch? Für was ihr haltet euch?
Dem Tribunen letzte Last seid ihr.
Spart ihm den Festtag aus. Streut ihm die Blumen in den Weg.
Schultus: Geht, geht ihr guten Fans! Und versammelt
Für dies Vergehen eure armen Brüder;
Führt sie zur Hansa und weinet eure Tränen
Für den, der euch erhielt.
Fans ab
Martensus: Sieh, wie sie von dannen
Sie schwinden weg, verstummt in ihrer Unwissenheit
Nun auf, das Volk soll unser bleiben.
Der Tribun naht.
Einziger Akt, 2. Szene
Im Heim auf dem Feld der heiligen Geister. McTheb, der Fürst der Gegengerade und Agimus treten auf.
McTheb: Steht's noch um St.Pauli so?
Agimus: Ach armes Land, das fast vor sich erschrickt.
Nicht unser braun-weiß Herz kann es mehr heißen, sondern unser Grab
Wo nur, wer von nichts weiß, noch lächeln mag
Wo Seufzen, Stöhnen, Schrein die Luft zerreißt
Und keiner achtet drauf;
Sieh auch du nur hin.
Die Heimstatt welkt schneller als der Blick schweift
Wir sterben eher, als wir krank sind.
McTheb: Oh Tabelle, oh Stadion oh monetäre Pest.
Zu herb und doch zu wahr. Was ist die neuste Kränkung?
Agimus: Wer die erzählt, die eine Stunde alt,
wird ausgezählt; jedweder Augenblick zeugt eine neue.
McTheb: Dies wetze scharf Dein Schwert, verwandle Gram
In Zorn, erschlaffe nicht dein Herz, entflamm es.
So lange schon haben wir verharrt,
gesehen wie uns alles genommen.
Unser Schloß ist gefallen, Fans verraten
Grausam gewürgt von des Pappus und seiner Schergen Hand
Das Trauerspiel von unseres Hauses Fall
Hat kein Beispiel in der echten Welt
Er, der Tribun, beschreitet die enge Welt
Wie ein Kolossus und wir kleinen Leute
Wir wandeln unter seinen Riesenbeinen
Doch der Fan ist manchmal seines Vereines Meister.
Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Agimus
Durch eigene Schuld nur sind wir Schwächlinge
Uneins in der Zukunft Angst
Verstummt durch Pappus große Worte.
St.Pauli, du verlorst die Kraft des eigenen Tuns.
Wer sagte jemals, wenn er sprach von St.Pauli
Es fass sein weiter Kreis nur einen Mann?
Sie gehen schweigend ab.
Einziger Akt, 3.Szene
Im Schloß zu Hansa: Pappus, der Tribun mit seiner Gemahlin Gabriela
Pappus: Was geschieht in meinem Reiche
Sprich Gabriela, was wird geschehen?
Gabriela: Es zerbrechet was zerbrechen soll, denn ohne euch,
oh mein Tribun,
wird St.Pauli niemals wieder auferstehen.
Sein braun-weiß Angesicht ist wie ein Buch
Wo wunderbare Dinge geschrieben stehen.
Sie warten nur auf euch. Willfährig ist des Fannes Geist
Auf eure Worte wird er hören.
In Zung und Hand bist du so sanft, blickst harmlos wie die Blume
Doch drunter bist du wie die Schlange, der keiner kommt zu nahe.
Wohl versorgt muss der sein, der sich dir naht, doch deiner Hand
Will ich vertrauen
Das große Werk der Nacht zu enden
Dass alle künft'gen Tag und Nächt' uns lohne
Allein'ge Königsmacht und Herrscherkrone.
Pappus: Ich bin standhaft wie des Nordens Stern
Des unverrückte, ewig stete Art
Nicht ihresgleichen hat am Firmament
Der Himmel prangt mit Funken ohne Zahl
Und Feuer sind sie all, und jeder leuchtet
Doch einer nur behauptet seinen Stand
So in der Welt auch; sie ist voll Fans und Missgönnern
Doch empfindlich sind sie, in dem Verlangen nach Erfolg
Und in der Menge weiß nur einen ich
Der unbesiegbar seinen Platz bewahrt
Vom Andrang unbewegt, dass ich der bin
Auch hierin lasst es mich ein wenig zeigen
Dass ich auf St.Paulis Sockel fest bestehe
Und darauf bestehe, dass dies in meinem Hause bleibt.
So sei es, so wird es geschehen.
Einziger Akt, 4. Szene
Agimus und Förderus treten auf
Agimus: Wir wären erfreut, oh Förderus, wenn unsere schwachen Worte
Dir so viel Funken als Not entlockt.
Es steht nicht gut um unser Feld
Du selber hast dies oft erfahren.
Des Tribunen Tat uns oft beraubt
Nun ist an der Zeit für eigenes Schaffen
Wer sah den Himmel je so zornig drohn?
Kein Pfennig mehr in des Staates Säckel
Keine Heimstatt so des Martensus Lügenwort
Und doch in güldenen Träumen schwelgen
So weit ab der Tribun sich hält
Pappus war ein Ehrenname, vergeben zu einer anderen zeit
Als Lügen auch schon Lügen waren
Doch Wahrheit nie das Licht erblickt
Heut nun, kurz vor Ultimo
Ist's an der Zeit, hier Einhalt zu fordern
Uns aller Untergang sonst naht.
Förderus: So großer Argwohn spricht aus Dir, Agimus.
Ich glaub es, unser Land erliegt dem Joch.
Es weint und blutet; jeder neue Tag
Schlägt neue Wunden ihm, auch glaub ich wohl
Dass Hände sich erhöben für euer Recht
Doch bei alledem,
wenn ich nun tret auf des Tyrannen Haupt
es trag auf meinem Schwert, wird größere Laster
mein armes Land noch tragen als zuvor,
mehr dulden und auf schlimmere Art als je
durch den der folgen wird.
Agimus: O Förderus! Ihr seid stumpf; der Lebensfunke
Der glühen sollt in St.Paulianern, fehlt euch, oder
Ihr braucht ihn nicht. Ihr seht bequem von eurem Sessel zu
Von Selbstgefälligkeit ergriffen und versenkt in Staunen
Des Tribunen Grimm zu schauen.
So werdet glücklich mit den euren,
auf dass ihr sie hinter euch wisst.
Agimus ab
Einziger Akt, 5. Szene
McTheb am Denkmal der Südkurve
Welch Grauen hat mein Land gepackt
Wie sehr muss es nun leiden
Kein Held ist da mit großen Taten
Nur Angst und Unentschlossenheit scheint zu herrschen
Der Tribun in Selbstgefälligkeit erstickt
Martensus uns in seine Mär verstrickt
Auch Agimus scheint ohne Kraft
Und Förderus lässt all im Stich.
Quo vadis St.Pauli, edles Reich dein Weg scheint hier zu Ende
Der Hoffnung viel ist nicht mehr da
So bleibt uns eines noch zu tun
Auf dass wir siegen in der letzten Schlacht
Und wenn auch dies wir verlieren, so ist der Tag der Tat erreicht
Den Tribun zu stürzen, der uns dies gebracht
Toll heißt ihn mancher, wer ihn minder haßt
Nennt's tapfere Wut; doch ist's gewiß, er kann
Den wild empörten Zustand dann nicht mehr schnallen
In den Gurt der Ordnung
Wo's nur möglich ist, empört sich hoch und niedrig gegen ihn
Und niemand folgt ihm als erzwungenes Volk
Dass nicht vom Herzen dient.
Dann, an diesem letzten Tage heißt es
Jetzt kommt zum Tribune, fertig steht das Heer
Es mangelt nur noch, uns die Angst zu nehmen
Pappus ist reif zur Ernte und dort oben
Bereiten ew'ge Mächte schon das Messer.
Fass frischen Mut, oh mein St.Pauli, so lang ist keine Nacht,
dass endlich nicht der helle Morgen lacht.
To be continued
lüh
Ob und wie es zur Schlacht kommt, wie Pappus, Martensus und Schultus scheitern oder nicht
Sagt euch gleich das Licht. (oder der nächste ÜS oder die Realität. We will see)
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