ist wohl die letzte aller Floskeln, an die wir uns derzeit halten können. Als zuletzt unser aller Papa in einem Interview mit der Bildzeitung auf die Frage nach dem Stadion sagte, dass es ja noch nicht Sommer sei, wussten wir, das nichts mehr schief gehen kann. Bei derartig präzisen Angaben lehnen wir uns nur noch bequem zurück und freuen uns auf den 20.6. Zumindest ist das der Sommerbeginn. Sollte er aber die Wetterlage gemeint haben, dann könnte es doch August werden. Wie auch immer, alles wird gut.
Früher konnte man Stadien noch mit städtischer Unterstützung errichten, irgendwann brauchte man die Europacupmillionen und schließlich endete alles bei den Vermarktern. Als antiquierter Verein, eben traditionalistisch und altbacken, verzichten wir auf so modernen Krams. Warum auch ein Jahr lang über die Notwendigkeit eines Vermarkters zur Errichtung eines Stadions lamentieren, wenn man jetzt feststellt, dass es auch ohne geht. Ist eh viel besser. Alles wird gut. Über die Lizenz soll sich derzeit ja auch sorgenvoll unterhalten werden. Warum denn? Die kriegen wir eh immer, auch wenn wir nicht ganz so genau wissen warum. Zumindest einer weiß es und deswegen: Alles wird gut. Sponsoren und Ausstatter. Alles Firlefanz. Die laufen uns doch nach, da wir ja auf Platz 9 der Beliebtheitsskala in Deutschland liegen. Tolle Sache, aber hat irgendwer eigentlich mal darüber nachgedacht, dass das Ergebnis der UFA-Studie noch aus Erstligazeiten stammt. PAPAlapapp. Alles wird gut. Und weil alles gut wird, machen wir uns auch keine Sorgen mehr. Seitenlange Berichte über die Lage des FC St.Pauli werden dieses Heft nicht füllen. Das überlassen wir kurz der AGiM und einem Gastschreiberling. Wir haben definitiv andere Sorgen, z.B., dass seit der Schließung des Pakistani-Restaurants in der Thadenstr. unsere Versorgungslage echte Engpässe aufweist. Auch die vehementen Proteste des HSV gegen das Bierverbot in deren Stadionruine spaltet das (V)Olck. Da reicht der Fanladen ihnen die Hand zur Biersolidarität und was passiert: Herr Hackmann hat nichts besseres vor, als sich über die Autonomen zu beklagen, die auch weiterhin Bier trinken dürfen. Was beweist uns das? Alles wird gut, denn beim HSV entsprechen sogar die Vereinsoberen allen bekannten Klischees. Stellt sich abschließend die Frage, warum wir denn noch ein Heft machen, wenn sowieso alles gut wird. Nun, dann schaut euch mal die Seitenüberschriften an, überdenkt die Glaubwürdigkeit unseres Blattes und seht nach, wie groß in diesem Heft die Wurfecke ist. Sollen wir wirklich all diesen lieben Kleinen die Wahrheit erzählen und sie sämtlicher Illusionen berauben? Die sollen schließlich mal später unsere Dauerkarte bezahlen. Deswegen: positive vibrations. Den ersten Schritt habt ihr ja schon gegen die Stuttgarter Kickers getan. Endlich wurde mal wieder ein Gegner über lange Zeit penetrant ausgepfiffen. Das ist doch tatsächlich wie beim Fußball. Und wenn jetzt noch ein paar von uns lernen, dass nicht jeder Gästefan unser persönlicher Feind ist, dann lebt die gute Zeit vielleicht doch mal wieder auf, egal in welcher Liga. Demnach schön relaxen und viel Spaß mit diesem Heft, welches euch einen klasse Gastartikel aus Chiapas, die neuesten Infos aus dem Jahr 1910, Stanis Worte des Monats, neoliberale Einblicke in unsere Gefühlswelt und vieles mehr präsentiert. Und bedenkt immer: Alles wird gut. Viel Spaß mit dem FC St.Pauli in den nächsten Wochen wünschen euch und uns bis zum Spiel gegen Nürnberg die freundlichen Übersteigers. P.S.: Irgendwas ist zum Thema Weisener im Internet im Busch. Augen auf. Man wird sehen. |
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