...wurde als eines der niederträchtigsten Schimpfwörter gegen die Mannen (oder einen??) des FC St.Pauli beim letzten Heimspiel von den Rängen vernommen. Inwieweit dies nun damit zusammenhängt, daß das Spiel am Ende siegreich ausging und ob der Angesprochene sich jetzt eine Kabine anschafft bzw. nur die Großraumduschen im Clubheim nutzt, kann hier nicht beantwortet werden. Klar aber ist, daß spätestens mit den folgenden Beschimpfungen (u.a. "Haarkämmer") endgültig geklärt werden konnte, wie dünnhäutig wir Fans auf den Rängen geworden sind. Gerade um diese Jahreszeit ist dies fatal, haben wir doch ohnehin aufgrund der Reduzierung des Zuschaueraufkommens (Harter Kern???) ernsthaft Probleme, uns zu wärmen, denn enges Kuscheln ist nicht mehr drin. Sogar in Hannover haben wir uns dem Schnitt von 96 angepaßt und mit ca. 1000 Anwesenden den St.Pauli-Minusrekord seit ca. 10 Jahren aufgestellt. Mißerfolg macht sicher nicht hungrig, aber das war schon enttäuschend. Den Aachener Tivoli wollten dann doch wieder im Verhältnis einige mehr sehen und kamen zugleich in Genuß des neu entwickelten Aachener Kessels (ACAB). Hierzu an anderer Stelle sicherlich mehr, doch Aachen war erst gestern und auch der Schreiber dieser Zeilen war beeindruckt von der dortigen Atmosphäre. Da gibt es im Vergleich leider nur noch folgenden Kommentar: Totentanz am Millerntor. Egal, dafür leben wir wieder ein bißchen. Zweimal gewonnen, der Abstand zu Platz drei war zeitweise auf sechs lächerliche Punkte geschrumpft und das Stadion ist auch schon gebaut. Irgendwie sind wir doch alle bekloppt. Da quälen sich die Braun-weißen mit viel Glück zu einem Sieg bei 96 (1:5 wäre übrigens auch möglich gewesen) und schlagen die 10-Mann-Elf des KSC mit einem unbedingt notwendigen Pflichtsieg und alles dreht am Rad. Hinzu kommen die Äußerungen aus der Hansastr., daß das Stadion auf dem Gabentisch liegen würde und der AR schweigt nach der Neuwahl auch zu allem (was soll er auch kommentieren, wenn man es nicht mal schafft, sich innerhalb von 4 Wochen mit dem
Präsidium zu treffen?). Hat sich wirklich so viel verändert seit dem 10.11. im CCH? Doch eigentlich nicht wirklich. Ein paar Punkte mehr, den Abstiegsplatz verlassen und ein paar neu gewählte Personen. Das war`s. Viel besser spielen wir nicht wirklich, das Präsidium ist nicht entlastet (was uns noch immer die Lizenz für die laufende Saison kosten kann) und das Wetter ist auch nicht viel besser geworden. Allerdings kann es natürlich sein, daß Ihr vor drei Tagen einen grandiosen Heimsieg gegen Cottbus gesehen habt und wir heute den 1.FC Köln weghauen. Dann, aber auch nur dann gehen wir mit einem etwas beruhigten Gemüt in die längst überfällige und hochverdiente Winterpause. Oh wie schön, dann einmal ein paar Wochen nicht malträtiert zu werden von sensationellen Leihspielern, desinteressierten Profis und keinen Stadien. Nein, vielmehr gehen wir frohen Mutes in ein neues Jahrtausend, welches uns wie folgt beschert:
- 17 ungeschlagenen Spiele mit Platz 3
- 4 Heimspiele am Millerntor und 4 an der Flurstr. (von wegen überdachten Stehplätzen)
- Den Abriß der Haupttribüne und die Fertigstellung von 50% des neuen Stadions (wir wollen ja nicht übertreiben)
- Den Absturz des HSV auf Platz 10
- Den Abriß des Volksparkes, weil das Dach nicht paßt
Und viele tolle Sachen mehr. Wenn das kein Grund ist, sich auf die zweite Halbserie zu freuen, wissen wir auch nicht weiter. Bis dahin aber viel Spaß mit ÜS 44, den Berichten zur JHV, dem Interview mit Neu-Vize Koch, vielen Kleinstberichten, tollen Buchtips für die fußballose Zeit und vielem anderen mehr.
Der nächste ÜS erscheint zum ersten oder zweiten Heimspiel der Rückrunde. In welchem Stadion auch immer. Ansonsten gesegnete Weihnachten, prost zur Jahrtausendwende und alles Liebe an alle LeserInnen von den
Übersteigers
PS Vor einiger Zeit kam es im Kamin, einer rege nach Spielende besuchten Kneipe zu einigen rassistischen Äußerungen von einem der Wirte. Dies wurde von Betroffenen per mail bekannt gemacht. Wir wollen uns hier erst einmal nicht äußern, da keiner von uns vor Ort war, würden uns aber über eine lebhafte Diskussion darüber freuen.
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