|
Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich schon ein Vorwort in einer depressiven Stimmung begonnen habe, aber so langsam muß man das wohl als manisch bezeichnen. Kann nicht einmal etwas Positives rund um diesen Verein geschehen, etwas, was gute Laune und Frohsinn schafft? Das 2:2 in Nürnberg war ja schon einmal ganz nett, aber wirklich geholfen hat es uns auch nicht. Wenn wir heute nicht gegen den CFC gewinnen, dann sollten wir uns langsam ernsthaft mit dem Gedanken an die 3. Liga anfreunden oder dies zumindest nicht mehr vehement verdrängen. Es ist auch nicht so, daß wir tollen Fußball verlangen, aber das derzeitige Gekicke ist mehr als eine Katastrophe. Auch die Amateure verlieren Spiel um Spiel, zeigen dabei aber wenigstens Leistungen, die auf mehr hoffen lassen und liefern unvergessliche Höhepunkte wie beim 3:1 gegen Lübeck. Schade, daß solche Highlights so selten bleiben, sie geraten ob des ständigen Dauerfrustes gleich wieder in Vergessenheit.
Und rund um den Verein herum? Lethargie, Frust, Langeweile und Ärger. Das Geschehen auf dem Rasen ist kaum noch kommentierbar und der Frust und die Aggression rund um die Spiele und auch dazwischen sind fast greifbar. Unter 10.000 bei einem Ligaheimspiel ist längst keine Utopie (aber auch der realistische Stamm dieses unseres Vereins) mehr, und von Freude am Fußball sprechen wir lieber gar nicht erst. Was zählt ist auf der JHV,
Eigentlich war für diese Ausgabe eine Sonderbeilage JHV in Kooperation mit Hossa, Splitter und Unhaltbar! geplant. Leider ist dies gescheitert und so müssen wir euch "alleine" informieren. Ganz alleine nicht, ein wenig Unterstützung haben wir erfahren und dafür Dank. Dieses Heft ist dementsprechend geprägt. Im Mittelpunkt der Versuch, euch ein wenig Licht im Labyrinth der Vermarkter rund um den Fußball zu geben, sowie Kurzkommentare vom AR, dem ÜS und der Splitter-Redaktion zur JHV. Daß dies aber nicht die einzigen Probleme sind, mit denen man sich rund um den FC St.Pauli herumschlagen muß, zeigen die Fanladenseiten. Die Totenkopfgeschichte findet hier ein neues Kapitel und vielleicht ihren traurigen Höhepunkt. Freuen tun wir uns darüber, daß noch Menschen in unserem Verein Sport treiben wollen und sogar eine neue Abteilung gründen (Softball), und mit dem Sieg der Frauen gegen Viktoria wird vielleicht doch noch der Umbruch auf dem grünen Rasen oder besser dem wie auch immer gefärbten Grand eingeleitet. Ansonsten gibt es glücklicherweise auch noch ein paar andere Themen, über die sich zu schreiben lohnt. So machen zumindest unsere Freunde aus Glasgow ein wenig Spaß und versüßen einigen St.Paulianern den Herbst 1999. Und auch ihr habt Themen gefunden und beschert uns eine volle Leserbriefseite. Darüber freuen wir uns besonders. Über was wir uns sonst noch freuen, bleibt unser Privatgeheimnis, ich glaube aber nicht, daß es etwas mit dem FC St.Pauli zu tun hat. Deswegen hoffen wir, daß ihr den November genauso übersteht wie der Verein und ich für das Vorwort von ÜS 44 gegen den 1.FC Köln (Spieltermin steht natürlich noch nicht fest, danke DFB) etwas Nettes finde und sei es, ich erzähle euch eine Geschichte vom Räuber Hotzenplotz. Schließen wollen wir heute mit dem berühmten Zitat: Froh zu sein, bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König. Eure ÜbersteigersP.S.: Ansonsten weisen wir euch noch auf die nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln stattfindende Jack D.-Weihnachtsparty im Docks, u.a. mit Rantanplan, hin. |
|
Titelseite dieser Ausgabe |
|