Seelen, Strukturen und Bruchbuden. Alles DM 1,- billiger
FC St.Kölmel siegt mit zwei Körperlängen vor FC St.Weisener
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Dr. Michael Kölmel, the man who could work miracles, so erscheint der Name in allen Fachblättern. Fast wöchentlich steigt der Filmrechtemillionär bei einem neuen Verein ein und verspricht eine goldene Zukunft. Gerade letzte Woche beim 1.FC Magdeburg. Da er nun schon zum zweiten Mal mit dem FC St.Pauli in Verbindung gebracht wird, müssen auch wir uns ein wenig ernsthafter mit dem Thema auseinandersetzen, vor allem weil laut Boulevardpresse der Vertrag schon kommende Woche unterzeichnet werden kann.
Der Verkauf an einen Großinvestor war eigentlich nie das Ziel des Vereins, Entschuldigung, der Hansastraße, was nicht wirklich dasselbe ist. Soweit so gut, nun aber ist es soweit. Neben der UFA, ISPR ist Kölmel der dritte Großsponsor, der sich im deutschen Fußball bewegt. Und nach allen bisherigen Infos scheint er zunächst auch der angenehmste zu sein. Kein Mitspracherecht in den Vereinen soll er fordern, Fernseh- und Marketingrechte sind sein Ziel. Viel mehr läßt sich dazu auch nicht sagen. Ein mögliches Vereinsmodell ist uns derzeit leider nicht konkret bekannt und das Modell des Hamburger Abendblattes ist wohl nicht ganz ausgereift. Kern seiner Herangehensweise sind zwei Aspekte: 1. Das Investitionsobjekt muß einen traditionsreichen, also gut zu vermarktenden Namen haben. Nur dann lohnt sich die geplante Verwertung der Femsehrechte bei der Freigabe derselben. 2. Das Investitionsobjekt, sprich Verein, muß finanziell am Boden liegen. (Der FC St.Pauli liegt schon 3 Zoll tiefer). Selbstverständlich ist dann die Bereitschaft der Selbstaufgabe größer. Und bei Punkt zwei sind wir auch schon beim eigentlichen Knackpunkt. So sehr Kölmel euch als Retter erscheint, sein Interesse am FC St.Pauli zeigt auch, wie tief wir gesunken sind. Um es deutlich zu sagen: Wenn das Stadion nicht gebaut wird und so sieht es derzeit aus, heißt es Kölmel oder Konkursrichter. In dieser Situation läßt es sich für den Filmmagnaten natürlich gut verhandeln, denn wer am Abgrund steht, hofft auf jedes Sprungtuch, welches ihm aufgehalten wird. Den meisten Leuten ist es eh schon egal, wer unseren Verein finanziert, Hauptsache es tut überhaupt jemand. Und wenn wir ganz ehrlich sind, ob wir nun FC St.Weisener oder FC St.Kölmel heißen, das ist doch egal, in einer einseitigen Abhängigkeit befinden wir uns eh schon seit Jahren. Wenn wir hierbei die Wahl hätten, dann erscheint doch die Sportwelt als professionellere Einrichtung. Und falls es, wie auch möglich, zu einer Veräußerung der Marketingrechte an Michael Kölmel kommt, dann ist das in Ordnung, denn schlechter als der derzeitige Vertrag (75% der Einnahmen gehen an Heinz Weisener) kann es eigentlich gar nicht kommen. Entspannung jedoch ist nicht angesagt, denn noch sind keine Verträge unterzeichnet. Michael Kölmel hat Zeit, wir nicht. Die Bedingungen werden mit jedem Tag unserer mißlichen finanziellen Situation schlechter für den FC St.Pauli. Und wenn wir nicht aufpassen, dann springen wir am Tuch vorbei. Schade, daß es so weit kommen mußte, aber wer 7,5 Mio Schulden aufbaut, der hat es auch nicht besser verdient. Was die Zukunft dann bringt, werden wir sehen. Vielleicht aber liegen wir auch völlig falsch und im November wird das große braun-weiße Kaninchen mit Namen Stadion, Lottogewinn oder Bill Gates aus dem Hut gezaubert. Wollen wir's hoffen. |
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