Viele Tränen bei der Meisterfeier

Während der Feierlichkeiten nach dem Pinneberg-Spiel ging der eine oder andere Gedanke schon in Richtung des letzten Saisonspiels in Heide. Ohne Streß eine nette Tour in die Dithmarschener Tiefebene zu machen, und nicht dort auch noch die/den nötigen Punkt(e) für den Aufstieg zu holen, das wäre auch eine emotional angenehme Erkenntnis gewesen. Nur hatte während der Woche der VfR Neumünster Protest gegen die Wertung des Spiels gegen Raspo Elmshorn eingelegt, weil ein Spieler namens Matthias Bruszies nicht spielberechtigt gewesen wäre. Eben jener Spieler hatte aber auch beim 1:1 von Raspo gegen Pansdorf mitgewirkt und somit bestand die Möglichkeit, daß nunmehr Pansdorf gegen die Wertung ebenfalls Protest einlegt. Die Folge waren einige Anrufe um Klärung einerseits hinsichtlich der Einspruchsfrist herbeizuführen (1 Woche oder 10 Tage) und andererseits ob Pansdorf auch diesen Weg gegangen ist. Bis Samstag stand nichts in der hiesigen Boulevardpresse über einen Protest, was mich jedoch auch nicht beruhigte. Wie sich herausstellte, hatte Pansdorf nämlich doch 10 Tage Zeit für einen möglichen Protest und somit stand vor Beginn der Abfahrt fest, daß unsere Amateure einen Punkt bräuchten, um bei einem möglichen erfolgreichen Protest der Pansdorfer immernoch Meister zu sein. Drei Busse mit insgesamt ca. 150 Amateurfans + etliche Autobesatzungen hatten sich dann neben weiteren Amateureanhängern aus Schleswig-Holstein auf den Weg nach Heide gemacht. Insgesamt waren wohl so ca. 300 St.Pauli (A)-Anhänger unter den insgesamt 600 Zuschauer dann im Stadion, die es sich nicht nehmen ließen, die Sitzplatztribüne zu entern. Kurz vor Spielbeginn tauchten dann noch zwei Nazi-Skins auf, die uns zu verstehen gaben, daß nach dem Spiel mit einer Auseinandersetzung zu rechnen ist. Diese Info machte natürlich schnell die Runde, wurde aber erstmal für 90 Minuten verdrängt. Schließlich stand das Spiel ja im Vordergrund, oder etwa nicht? Vor Spielbeginn wurden dann zu meiner Überraschung und auch manch anderem Supporter die Amateure von Vertretern des NFV u. HFV offiziell als Meister geehrt. Also nix mit einem Protest von Pansdorf??!!. Mit dieser Erkenntnis ließ es sich dieses Spiel sehr entspannt angehen, was wohl auch für unsere Amateure galt. Den Heidern merkte man nämlich an, daß in ihrem letzten Spiel den Mannen um Dröge u. Co Paroli bieten wollten, jedenfalls gingen sie sehr engagiert zur Sache und hatten auch die eine oder andere Chance. Ein Tor wollte jedoch nicht klappen. Das störte uns jedoch weniger, denn es galt unsere Amateure gesanglich abzufeiern. Dies klappte auch endlich mal etwas besser als an der Sternschanze, was auch hauptsächlich an Hirscho lag, der seine Stimme dermaßen malträtierte, daß mir schon ein wenig mulmig wurde ob seines Durchhaltvermögens. Den Titel "bester Amateur-Vorshouter" hast Du diesmal redlich verdient!. Nachdem die Angriffsbemühungen der Heider abflauten, kam unsere Mannschaft besser mit ihnen zu recht und erzielten schließlich das 1:0 durch Damian Bankowski. Nach der Pause plätscherte das Spiel ein wenig dahin. Schließlich schoß Piotr Staczek noch das 2:0, bevor die Heider eine Unachtsamkeit der St.Paulianischen Abwehr ausnutzten und das 1:2 erzielten. Nach Abpfiff stürmte ich mit etlichen anderen Fans den Ground um die Amateure ob ihrer genialen Saison hochleben zu lassen und zu feiern. Während des Spiels wurde bekannt, daß die angekündigten Nazi-Glatzen im Vereinsheim des Heider SV saßen und in Ruhe ihr Bier tranken. Das wiederum führte dazu, daß etliche Amateure-Anhänger nach dem Spiel den Weg zur Kneipe vorzogen. Die Folgen waren schon sehr verheerend: Die schon angedeutete Auseinandersetzung war die Folge, wobei einer der mittlerweile 6 Nazis eine Gaspistole zog und schoß, ein anderer wie wild mit einem Messer herumfuchtelte. Einige St.Pauli-(A)-Fans bekamen die volle Ladung CS-Gas ab, konnten jedoch dem Scum auch noch zeigen, daß sie nicht erwünscht sind. Danach war ein kurzfristiges Tohuwabohu die Folge, das ein Skin nutze, in die Kabine des Heider SV zu flüchten. Dort wurde er festgehalten und der Polizei übergeben. Apropos Polizei. Während des gesamten Spiels war ein "grünes Männchen" sowie ein weibliches Pendant anwesend. Mehr nicht ?!. Nachdem die Situation sich ein wenig beruhigt hatte, wollte die Polizei (jetzt zu viert) die Pappnasen wegbringen, während unser aufgeheizter Mob immer noch vor der Tür des Clubheimes stand. Das war ein Fehler. Die 6 Nazi-Skins grinsten freundlich in die Menge, was zu einer erneuten Eskalation führte. Alle Skins konnten nach einer kurzen, aber heftigen Abreibung, leider das Weite suchen (zwei stark humpelnd). Schließlich verzogen sich die (A)-Anhänger in die bereitstehenden Busse. Das ganze wirft bei mir natürlich einige Fragen auf: 1. Warum hat die Clubheimbewirtung nicht die Pappnasen rausgeschmißen ??. Dieser Umstand an sich ist schon die dunkelrote Karte des Monats wert. 2. Warum ist dann plötzlich das letzte Spiel unserer Amateure so unwichtig geworden, daß einige direkt nach dem Spiel die Rasen-La Ola nicht mitmachten und zum Clubheim gingen ? 3. Früher hätte mensch sich ein wenig in dererlei Situation (300 gegen 6) zuruckgehalten, aber jetzt geht´s wohl "nur" noch darum ? 4. Es ist sicherlich richtig, daß die 6 Skins das bekommen haben, was sie verdient haben (Einer soll der Anführer der rechten Heide-Szene sein). Aber was wäre gewesen, wenn keiner von uns das Clubheim betreten hätte?. Wäre dann das politische "Selbstwertgefühl" einiger St.Pauli (A)-Fans gewissen Schwankungen ausgeliefert gewesen? Es gibt sicherlich noch mehr Fragen und Meinungen zu dem ganzen, beenden möchte ich diesen kurzen Exkurs dennoch. Kommen wir zum netten Teil des Tages, der anschließenden Feier im Clubheim. Ausgehungert kamen die drei Fan-Busse sehr viel früher im Clubheim an als der der Mannschaft, was zur Folge hatte, daß die Grillerzeugnisse nicht von uns genossen werden durften. Die ersten Steaks etc. waren nämlich für die Mannschaft vorgesehen, so Brigitte´s Begründung. Schließlich habe ja die Mannschaft gespielt und nicht wir. Anderer Meinung zu sein half nichts und so genoß ich die leckeren Salate. Nach dem der Hunger gestillt war, übernahm die Mannschaft das DJ-Pult. Die Stimmung stieg, besonders dank Berkan Algan, der seine Entertainer-Qualitäten zeigte. Auch Hermann Klauck legte eine heiße Sohle auf´s Parkett und war richtig gut in Form. Tja, aufgrund des frühen Starts der Feierlichkeiten war ich dann doch schon gegen 0:00 sehr geschaftt und verließ die Lokalität. So soll´s sein, mit einem dicken Schädel am Sonntag aufzuwachen.
Ra.

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