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Können wir davon ausgehen, daß alle von Euch wissen, was am Samstag, den 5.12.98 am Stuttgarter Hauptbahnhof geschehen ist. Vielleicht. Und doch wollen wir kurz resümieren, eine Quellenanalyse betreiben und ein bis zwei Fragen und Forderungen aufstellen. Nicht mehr und nicht weniger.
An diesem besagten Tag fuhr gegen 18.30 Uhr der ICE mit den Spielern des FC St. PauliPauli im Bahnhof ein. Dort warteten ca. 400-500 HSV-Fans auf die Abfahrt ihres Zuges. Da jeder die Ankunft unserer Mannschaft aus der Presse entnehmen konnte, hatten sich ein kleiner Teil der Stellinger entsprechend vorbereitet. Was dann jedoch geschah, entbehrt jedes Kommentares. Pöbeleien, Eierwürfe, tätliche Angriffe, die gesamte Palette einer mittleren Fanauseinandersetzung traf unsere Mannschaft, initiert von ca. 20, 30 oder vielleicht 40 HSVern. Vielleicht ein Lerneffekt für Profis (damit ihr seht, was uns so oft erwartet), aber vor allem ein unglaublicher Skandal. Schnell waren Begriffe wie Hools und Chaoten im Raum, aus 40 wurden 400 Gewalttäter, Helden waren geboren (unser Mannschaftsarzt) und der HSV zu recht an die Wand gestellt. Da nützte auch die schnelle Pauschalaussage: "Diese Leute haben nichts mit dem HSV zu tun" gar nichts, denn es war schnell klar, wer daran beteiligt war. Chronische St. Pauli-Hasser, darunter normal organisierte Fans, Supportersmitglieder und sonst wer. Auf jeden Fall war die harte Fraktion nicht vor Ort und allen war klar, nun kann sich der HSV nicht mehr aus der Affäre ziehen. Wer dies noch versucht wie Mitobersupporter Kriwitz im Abendblatt am 7.12.: "Die Supporters haben sich ruhig verhalten. Aber auf dem Bahnhof liefen einige Hooligans herum", hat sich inzwischen endgültig disqualifiziert. Doch das hatte dieser Herr ja schon vor Jahrhunderten. Off. Glücklicherweise blieb es nicht bei den Distanzierungen vom Montag, sondern der HSV hat eingesehen, daß hier andere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Auch der FC St. Pauli wollte zunächst einen längst überkochenden Topf mit einem im Handel nicht erhältlichen Deckel verschließen, bemerkte aber, daß sich die Kochplatte nicht mehr abstellen ließ und ging den Weg der rechtsstaatlichen Instanzen. Nun werden also strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet, der HSV schließt Mitglieder aus und die Supporters wollen wohl auch aufräumen. Doch ist das die einzig wahre Konsequenz. Ist mit mal wieder repressiven Schnellschüssen ein oder mehrere Grundprobleme zu lösen? Wir glauben nicht und fordern daher:
Wir harren der Dinge, sind aber aufgeschlossen, wenn Ernsthaftes aus Stellingen uns erreicht. Die Redaktion |
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