Die unerträgliche Leichtigkeit des (sympathisch) SeinsWar das ein Spiel gegen Leverkusen. 5:0 verloren, das schafft üblicherweise auch der HSV, aber wie. Ich denke, ich muß hier nicht mehr viel über das Spiel erzählen, denn wer 67 Minuten ein Unentschieden gegen eine drei Klassen höhere Mannschaft hält, dem gebührt schon eine gehörige Portion Anerkennung. Das einzige, was mich wirklich gewurmt hat, war, daß nur knapp 5000 Leute ihre vier Buchstaben ans Millerntor bewegt haben. Und hört mir alle auf mit den dümmlichen Ausreden. Am Freitagabend um 19 Uhr gegen einen Bundesligisten, der mehr Nationalspieler in seinen Reihen hat, als Hamburg in den letzten zehn Jahren hervorgebracht hat. Besser geht es doch eigentlich gar nicht. Aber alleine die Tatsache, daß diejenigen, die zu Hause geblieben waren, arbeiten mußten oder einen Kuchen im Ofen hatten, das gänsehauterregendste Ereignis der letzten fünf Jahre am Millerntor verpaßt haben, verleiht mir ein gewisses Maß an Befriedigung. Danke an alle, die dieses möglich gemacht haben: Den Suppen-Block, der Block darunter, die Akteure und Christoph Daum, der uns per Megephon nach dem Spiel für unseren kritischen Umgang mit dem Thema Fußball salbte. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal solche Gefühlsausbrüche beim Fußball hatte und die Stimmung am Millerntor 90 Minuten durchgehend geil war. Klar, daß in solch einer Euphorie auch mal die Profis verhöhnt wurden, ist doch eigentlich logisch nach doch eher bescheidenen Leistungen. Für ein Spiel ist das auch sicherlich o.k., doch wenn ich sehe, wie in Meppen Leute, die noch nicht einmal wissen, wo die Amateure spielen, aus Provokation 90 Minuten lang selbige supporten, wird mir echt anders. Aber das war ja auch Thema der Aussprache und eigentlich haben wir uns sowieso alle lieb.
Und wo wir gerade bei neuen, jungen Spielern sind, muß natürlich auch der Deutsch-Türke Berkan Algan Erwähnung finden, der im seinem zweiten Spiel gegen Billstedt mit einem herrlichen Sololauf und dem anschließenden Tor die Herzen der 538 Zuschauer (Rekord in diesem jungen Jahr) höher schlagen ließ. Nach einem verpatzten Gastspiel beim 1. FC Köln und einem ebenso erfolglosen Versuch beim türkischen Profiklub Burzumspor landete Berkan wieder in HH. Leider hat er nur eine Freigabe bis zur Regionalliga, so daß Kleppo sich die Sichtung zumindest in diesem einen Fall erstmal sparen kann. So, das als kurzes Resumee der Vergangenheit, bei dem natürlich auch das Stichwort Henna Meyer nicht fehlen darf. Ihr erinnert Euch? Vor über einem Jahr hatte es in Neumünster und so weiter und so weiter. In einem Gespräch mit den aller-aller wichtigsten Personen von Fan- und Vereinsseite konnte nun, one year later, das Kriegsbeil begraben werden. Henna hat sein Fehlverhalten in einigen Dingen eingesehen und ist bei einigen Punkten hart geblieben - menschlicherweise. So hat er z.B. eingesehen, daß er die Situation falsch eingeschätzt hat und seinen Gang zur Wache 16 relativiert, so daß alle Beteiligten nach dem Gespräch damit leben können. In einigen Dingen gaben wir Henna dann wiederum auch recht, so daß sich keiner verkauft fühlen muß. Es war sehr sachlich und Henna wird bei einem der nächsten Fan-Talks Euch Rede und Antwort stehen - wäre schön, wenn die Sache jetzt damit abgeschlossen ist und Ihr beim Fan-Talk eher auf sportliche Fragen kommt. Ich will hier keinem irgendwelche Verhaltensweisen diktiteren, aber wenn jemand den, zugegebenermaßen sehr späten, Mut hat und sich stellt, sollte man auch irgendwann das Thema beenden. So, genug der Meyerei und des Alten, kommen wir zur optischen Innovation der Amateure. Nicht nur, daß der Fan-Laden eine schweinegeile Black-A.-Kollektion, bestehend aus Sweat-/T-/Polo-Shirt und Tour T-Shirt, herausgebracht hat, die richtig kultig aussieht und obendrein noch saugünstig ist (vielleicht sollt ich doch in die Werbung gehen) - nein, auch die Amateurseiten sollen sich verbesseren. Nachdem mir jetzt zwei meiner Sekrätere einen großen Teil der Berichterstattung abnehmen (Danke ra.+ro.), gibt es ab dieser Ausgabe endlich einen Statistikteil mit Tabelle, Torschützen und - ganz wichtig - die Wegbeschreibung zum nächsten Gegner. Auf daß noch mehr Leute die Amateure auswärts supporten - es lohnt sich sowiese immer, davon mal abgesehen. Hossa!!!
MiG |
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