Der ÜBERSTEIGER
vor 5 Jahren

Heute:
Der ÜBERSTEIGER bekommt ein Gesicht

Ja, unsere Nr. 1 war ja nun sehr schnell ausverkauft gewesen, die Nr. 2 erschien erst am 18.10.93 (näheres hierzu also in ÜS 36), was geschah aber währenddessen? Nun, zunächst ereilte uns der Glücksfall Benno, er hatte zwar keine Ahnung davon, daß ein Fußball rund ist, dafür legte er ab jetzt den Grundstein zum heutigen ÜS-Layout und ist auch weit darüber hinaus ein äußerst angenehmer Zeitgenosse. Außerdem nutzten wir die kreativen Anfälle von Hendriks Freunden Francisco Hartwigo und Corinna (einige Beispiele könnt Ihr auf dieser Seite sehen), um uns ein festes (und bis heute gültiges) Logo zuzulegen. Der in der letzten Folge bereits kurz angeschnittene Gastartikel unseres Amateurstadionspechers verfolgte uns nun auch zunehmend. Wir hatten nämlich in unserem Übermut eine Formulierung übersehen, die dort auf keinen Fall so hätte stehen dürfen, worauf wir allerdings erst nach Erscheinen des Heftes aufmerksam gemacht wurden. Ich will nun hier nix hochkochen - wir waren jedenfalls peinlich berührt und beschlossen, sofort (am 02.09.93) einen Entschuldigungsbrief an den MoPo-Sportchef zu senden, und dachten, diese "interne Lösung" wäre auch in seinem Sinne. Weit gefehlt, denn am 16.09.93 erreichte uns aus der Kanzlei Dr. Klein (!) eine Schmerzensgeldforderung in Höhe von 5.000,- DM. Uups, was der selige MR! in 29 Ausgaben nicht geschafft hatte, "gelang" uns direkt mit der Debutnummer. Nun ja, das Geld war natürlich nicht mal eben so da, und so zog sich das Ganze bis zum Gerichtstermin am 24.01.94 so hin. Dazu dann also in einer späteren Folge. Was aber war denn Anfang der Saison 93/94 sportlich am Millerntor so los? Die Mannschaft hatte ja nach der vorjährigen Horrorsaison ein recht neues Gesicht bekommen. Hochkarätige Ballkünstler wie Jens Richwien, Rachid Belarbi, Karsten Surmann oder Michael Fischer wurden z.B. durch Carsten Pröpper, Holger Stanislawski, Jens Scharping oder Andreas Reinke ersetzt. Wo wir gerade bei dem sind, er war zwar 'n recht guter Keeper, aber so "bodenständig und humorvoll" und ans Millerntor passend, wie die damalige Stadionzeitung "FC St. Pauli am Ball" ihn charakterisierte, war er dann ja wohl doch nicht. Allerdings wünsche ich unserem jetzigen B-Jugend-Coach Dirk Zander weiterhin prophetische Gaben, denn er sagte Herrn Reinke schon am Anfang der Saison Einsätze in der ersten Liga voraus... Sportlich lief's eher durchwachsen, nach 9 Spieltagen (Stand 25.09.93) standen 9:9 Punkte auf dem Konto, der Zuschauerschnitt war mit knapp 17.000 aber immer noch erstklassig. Bester Torschütze war bis dahin Martin Driller mit 5 Treffern, unser heutiger Co Joachim Philipkowski durfte sich bereits vier gelbe Karten ansehen, über den ersten Platz unter der Dusche freuten sich die Herren Schlindwein (gelb/rot beim 1:1 in Meppen) und Hollerbach (ganz rot beim 0:0 in Essen) (na, wer hätte jetzt andere Namen erwartet?). In unserem Lieblingswettbewerb DFB-Pokal war der FC St.Pauli selbstredend bereits ausgeschieden. Nach einem (gewonnenen!) Elfmeterschießen im Osten (diesmal bei der BSG Chemie in Leipzig) reichte eine 2:0-Führung durch Martin Driller an der Hafenstraße in Essen immerhin noch zu einer 2:3-Pleite nach extra time. Es hatte sich also eigentlich nicht viel geändert. Wie's mit dem FC und dem ÜS weiterging damals, lest Ihr, so Ihr denn wollt, im nächsten ÜBERSTEIGER. Bis dahin.
thomas

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