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Am 22. August geht es wieder los: Die Frauen-Bundesliga startet mit dem Spiel 'Sportfreunde Siegen - Turbine Potsdam' in ihre zweite Saison.
Im stadtinternen Lokalstreit konnte der FSV Frankfurt den Titel des Deutschen Meisters 97/98 letztendlich klar mit sechs Punkten vor der Lokalrivalin SG Praunheim gewinnen. Verabschieden mußten sich der HSV (Tabellenletzter mit 5 Punkten) und der SC Klinge Seckach (Vorletzter mit 18 Punkten). Aufgefüllt wird die 1. Liga der neuen Saison durch die Aufsteiger WSV Wolfsburg-Wendschott (Sieger der Aufstiegsrunde Gruppe Nord) und den SC Freiburg (Gewinner Gruppe Süd). Die 12-Team-Liga hatte, wie auch das Oberhaus der Männer, mit Trainerabgängen während der Saison ebenso zu tun, wie mit kurzfristigen Spielerinnenwechseln. Besonders krass hierbei das Beispiel von Klinge Seckach, die, um den drohenden Abstieg doch noch zu verhindern, zum Beginn der Rückrunde im Februar als Tabellenletzter zunächst sechs Spielerinnen des russischen Meisters Energia Woronesch verpflichteten. Ab April (die Saison in Rußland endet zu dem Zeitpunkt) stand dem Verein aus dem Badischen gar die komplette Frauschaft (Nationalitäten-Beschränkungen gibt es bei den Frauen nicht) plus Trainer aus Woronesch zur Verfügung. Zum Selbstkostenpreis von Unterkunft und Verpflegung wurde den Russinnen somit ein permanentes Trainingslager für deren neue Saison geboten, und Klinge Seckach hatte auf einen Schlag ein paar Nationalspielerinnen mehr in seinen Reihen. Der definitive Erfolg, der Nichtabstieg also, blieb zwar aus, doch konnte mit den Verstärkungen immerhin der Drittletzte der Liga (Bad Neuenahr) bis auf einen Punkt erreicht werden. Sicher wird dieser Schachzug die Funktionäre jedoch dazu bringen, über Einschränkungen beim Einsatz von ausländischen Spielerinnen nachzudenken. So hat der allmächtige DFB auch schon mal laut über eine mögliche generelle dreimonatige Sperre für ausländische Spielerinnen nach einem Wechsel sinniert. Ein weiteres nennenswertes Highlight dieser Serie setzte der damals noch so genannte FC Eintracht Rheine: Nach dem Vorbild von Klinge Seckach (1981) hat sich die Frauen-Fußballabteilung im März vom Kernverein getrennt und ist jetzt ein eigener Club, der ausschließlich Frauen-Fußball anbietet. Der neue Name: FFC Heike Rheine. Das FFC steht für Frauenfußballclub, und der Zusatz Heike ist im Vornamen der Trainerin Heike Kinder begründet. Der neue Verein besteht aus zwei Frauen -, vier (!) Mädchen - und einem Ü30 -Team und zählt rund 150 MitgliederInnen. Durch die Abspaltung versprachen sich die Initiatoren für die Zukunft bessere Vermarktungsmöglichkeiten. Und tatsächlich konnte bereits Ende März ein für drei Jahre gesicherter Etat von rund 300.000 Mark pro Saison vorgewiesen werden. Kein Wunder also, daß sich auch Brauweiler und Praunheim ernsthaft mit Überlegungen zur Selbstständigkeit befassen. Die Zuschauer-Resonanz der zurückliegenden Meisterschaft blieb wohl weit hinter den Hoffnungen und Erwartungen zurück: Durchschnittlich 282 ZuschauerInnen sahen die Spiele; insgesamt kamen lediglich 37.215 BesucherInnen (also weniger als nur bei einem einzigen Spiel von bspw. dem BVB) in die Stadien. Das Spiel mit den meisten SupporterInnen war das Lokal-Match 'Praunheim - FSV Frankfurt (knapp 1.000), 'Siegen gegen Brauweiler' -als trauriger Negativrekord genannt - konnte nur 75 Unentwegte begeistern. Interessanterweise fanden beide Spiele am gleichen Spieltag (20.) statt. Krösus in der ZuschauerInnen-Gunst ist der diesjährige Pokalsieger FCR Duisburg, der mehr als 500 Neugierige pro Begegnung verbuchen konnte. Und die Duisburgerinnen sind auch die heimlichen Gewinnerinnen dieser Saison. Sie wurden nicht nur souverän Deutscher Pokalsieger (6:2 im Berliner Finale gegen Meister Frankfurt - bringt zwischen 100.000 und 150.000 Mark) und Dritter der Meisterschaft, sondern konnten nach ihrer Namensänderung vom FC Rumeln zum FCR auch weit höhere Sponsoren-Gelder verbuchen, die vielleicht dazu beigetragen haben, daß für die Saison 98/99 die Vize-Torschützenkönigin Sandra Smisek (20 Tore; Team-Kollegin Birgit Prinz erzielte als Goalgetterin Nr.1 23 Dinger) vom FSV Frankfurt verpflichtet werden konnte. Birgit Prinz wechselt übrigens zum Stadtrivalen Praunheim. Ja, mittlerweile regiert auch in der höchsten Fußball-Liga der Frauen das Geld: Smisek wechselte für einen Ausbildungsplatz und eine nicht genannte Summe, Prinz erhält ein vierstelliges Monatssalär (plus Auto und Miete) vom neuen Arbeitgeber. Der finanzschwache FSV Frankfurt muß, als bis dato erfolgreichster Verein des deutschen Frauen-Fußballs, in den nächsten Jahren wohl eher kleine Brötchen backen, will aber durch eine weiterhin gute Jugendarbeit die Abgänge kompensieren und den Anschluß an die Spitze nicht verlieren. Der Sportliche Leiter des FSV, Jürgen Strödter, ist für die Zukunft allerdings eher pessimistisch: Er hält die Entwicklung im Frauenfußball für gefährlich. Geld werde immer wichtiger und für ein paar Vereine sei das Ende vorprogrammiert. "Erst wenn sich der Erste gegen den Letzten richtig in's Zeug legen muß, wird es interessant. Davon sind wir weit entfernt." Wer sich über das Internet nicht nur ein paar kurzweilige Stunden bescheren möchte, sondern dort auch ein paar Infos über Frauenfußball abrufen will, ist derzeit noch recht schlecht bedient. Dennoch: Versucht es mal über den Begriff 'Frauenfußball' über eine Suchmaschine (mein Favorit: altavista) im Web. Über die Seiten des DFB (http://www.dfb.t-online.de/info/liga/frauen) könnt ihr immerhin ein paar Basis-Infos (Geschichte, Ergebnisse, aktuelle Tabellen, Spielpläne und Adressen) abfragen. Über die Sites der Uni Oldenburg ist außerdem ein umfangreiches Archiv (inkl. aller Frauen-Ligen der Republik) abrufbar. Und außerdem ist eine Web-Adresse installiert (www.frauenfussball.de), von der ich hoffe, daß sie demnächst auch mal mehr bietet, als die Mitteilung, daß es hier leider noch nichts zu sehen gibt. ro. |
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