Jaaaaaaahaaaaaaaaaaaa wir haben einen Titel. Einen richtigen Titel mit Pokal, Champagner, TV-Interview und und und... Einen richtigen Titel: Hamburger Toto-Pokal-Sieger 1998. Danke, ihr Amateure. Ihr habt das geschafft, wofür die Profis noch mindestens ein Jahrzehnt brauchen werden. War das ein schöner Tag. Alles ist wieder gut, Papa Heinz war da und hat mit der Sonne um die Wette gestrahlt, die Gänseblümchen wurden von Göbels und Klasnicschsch Schüssen entwurzelt und freuten sich bei einem Salto-Rückwärts über den 4:0 Finalsieg über Vorwärts-Wacker. Alle lagen sich in den Armen und hatten sich gerne und...
HALT!!!
Genug der Säuselei. O.k., die Amateure haben den Pokal und darüber haben wir uns alle sehr gefreut, doch sollten wir trotzdem nicht vergessen, was die letzten Monate so alles im Gebüsch war. "Jetzt meckert der Dauernörgler wieder, der soll sich doch freuen" höre ich euch sagen. Doch was in den letzten Monaten lief, läßt sich nicht mit einem kleinen silbernen Ding ausräumen und schon gar nicht mit der Hoffnung, doch den Bayern oder Dortmundern in der ersten DFB-Pokalrunde mächtig den Hintern zu versohlen. Alle hatten sich lieb am gestrigen Finaltage - Da herzte Heinz Weisener Kurt Hesse und wenn er es noch könnte, hätte er ihn wahrscheinlich noch vor den Kameras von HaHa 1 geschultert. Mir blieb mein piwarmes Bier von Minimal fast im Halse stecken. Um an dieser Stelle mal ein bißchen Plan in die Sachen zu bringen, fangen wir mal mit dem Thema Aufstieg an:
![Helge & Kurt [12.5kB]](ama2.jpg) Stephan Beutel hat beim Fan-Talk ein klares "Nein" zum Thema Aufstieg abgegeben. Da sein Job nunmal im finanziellem Betätigungsfeld unseres Vereines liegt, ist dieses Statement auch durchaus nachzuvollziehen. Kurt, Hermann und Helge wußten mal wieder von gar nichts. Einige Wochen später sagt Ahrens dann, sie dürfen doch aufsteigen und auch Joachim Phillipkowski würde die Herausforderung durchaus annehmen. Während wir Fans, der Tus Hoisdorf und der TSV Pansdorf etliche Wiesen plünderten, um mit den Blumen "Sie dürfen aufsteigen, sie dürfen nicht, sie dürfen..." zu spielen, ließ der Verein mal wieder alle direkt Beteiligten im Unklaren. Ich dachte das neue Konzept sei so der Kommunikationsknaller. Warum setzen sich dann Herr Weisener, Ahrens, Beutel, Hesse, Klauck und Phillipkowski nicht mal in der Winterpause zusammen und beratschlagen ? Es sei kein Geld da, hieß es im März von Vereinsseite. Im Mai hieß es, der Etat stünde noch gar nicht fest. Und überhaupt, wieso soll jetzt im Nachwuchsbereich gespart werden, wenn der Verein so auf den Nachwuchs setzt. Wenn man die Ablöse von Radlspeck und die Stütze für Carlo Werner zusammenrechnet, könnten die Amateure wohl locker in der Regionalliga spielen und weiterhin solche Helden wie Ivan Klasnic zu Tage fördern. Da macht sich schon ein gehöriger Unmut breit. Wieder mal ist es eine Sache der Kommunikation. Wenn das alles in der Winterpause durchdacht worden wäre, hätte es bestimmt nicht solch einen Wirbel gegeben. Wenn das das Konzept 2000 ist, sollte man sich ernsthaft Sorgen machen, ob die Zahl 2000 vielleicht eher für die Anzahl der offenbleibenden Fragen steht...
Kommen wir vom Aufstieg gleich zum Sportlichen:
Gegen Cordi gab es ein trockenes 1:1. Nicht ganz so trocken war dieser lockere Lebensgemeinschaftsverband, dessen minderbemittelte Mitglieder bereits morgens völlig unbeteiligte Marathonläufer in ihrer Sektlaune penetrierten. Schämt Euch!!!
In Altenholz gab es dann einen glücklichen aber verdienten 1:0 Sieg, wurde mir zumindest erzählt. Der Frust nach dem vortägigem Leipzig-Spiel lähmte mich so sehr, daß ich erstmal jegliche Lust auf Fußball und seine Begleiterscheinungen verlor. Dies sollte sich aber am selben Abend bei wilden Debatten und Diskussionen bei einer sehr netten Familie im Karoviertel wieder ändern. (Na, Ihr Füchse, habt ihr den Widerspruch bemerkt???).
![[29.3kB]](ama3.gif) Gegen den HTB konnte ich leider auch nicht anwesend sein, weil zeitglich der ETV Meister wurde und das ja auch irgendwie Erwähnung finden muß. Wie mir berichtet wurde, war das auch eine sehr knappe Angelegenheit. Langsam schlich sich bei mir der leise Verdacht ein, daß die Jungs gar nicht aufsteigen wollen. Außerdem redete ich mir ein, daß Göbel nur so viele entscheidende Tore macht, weil er den Verein mit dem Aufstieg bestrafen will. Ja, diese paranoiden Dinge surften durch mein Hirn. Doch das 2:1 im Pokal gegen VfL 93 ließ mich zwischenzeitlich wieder all diese ketzerischen Dinge vergessen. Und dann kam das Lurup-Spiel. Fliegt Robert Meyer eigentlich mit nach Kreta, an den Tagen, wo eigentlich die Aufstiegsspiele stattfinden. O.k., ich möchte hier keine Verleumdungsklage riskieren, aber daß 1:2 sah schon dunkler aus als ein "Black out". Leider warīs das wohl mit dem Aufstieg, so daß sich alle Debatten und Diskussionen in den Vormonaten gar nicht gelohnt haben - denkt ihr jetzt wahrscheinlich. Und verdammt sie haben sich gelohnt. Auch wenn ich 10 Stunden fürīn Arsch diskutiere, habe ich mir wenigstens Gedanken gemacht. Zurück nach Lurup: Otti macht den Übersteiger, ich wär bei 1:2 am liebsten überīn Zaun gestiegen (ist ja nur schlappe 2-3 Meter hoch) und bitte-bitte lieber Verein: Schickt Kai Dittmer in die zweite Amateurmannschaft. Das ist ja nicht mehr mit anzusehen. Zumindest waren wir doch alle ziemlich geknickt nach dem Lurup-Spiel. Aber jetzt ist ja alles wieder gut, jetzt sind wir ja Pokalsieger. Daß wir (Fans, Kurt, Helge, Pansdorf, Hoisdorf) ein Jahr lang vom Verein verarscht wurden, ist auf einen Schlag vergessen. "Der Erfolg hat einen Namen: Kurt Hesse muß bleiben". Danke für dieses Transparent, das bei all dem Jubel (auch ich hab mir den Arsch abgefreut - ist doch klar) wenigstens nochmal an die ganze Scheiße der letzten Wochen und Monate erinnert hat.
Wo wir schonmal bei Scheiße sind. Die Sache mit Henna Meyer ist nicht in Vergessenheit geraten. Die Fans haben sich in einem offenen Brief diesmal direkt an den Verein gewandt, um das Thema Meyer und seine Ausfälle vor und nach dem Neumünsterspiel endgültig abzuschließen. Mehr darüber gibt es im nächsten Heft.
Zu dem Philippkowski-Interview möchte ich an dieser Stelle noch einiges vorweg sagen: Zum Thema AgiM meinte er, daß er zwar durchaus das Engagement zu schätzen wisse, sich aber nicht näher damit beschäftigen wolle, weil dieses ja Vereinspolitik sei. Die Sternschanze ist der Heimspielort, damit müßten wir uns abfinden und als Bonbon dürfen wir ab und zu mal ans Millerntor (Wieviel Lust ich hätte, die erste DFB-Pokalrunde an unserer Heimspielstätte auszutragen...). Insgesamt wirkt das Interview sehr hart. Sicherlich ist es das auch, doch ist es ebenso ehrlich. Bildet euch selber eine Meinung. So, dann wünsche ich allen Amateurfans eine schöne Sommerpause. Bis zu nächsten Saison...
MiG
|