Rot und weiß - wat'n scheißFanartikelkatalog, die ErsteNun sollte an dieser Stelle eine längere Abhandlung über unseren neuen Fanartikel-Katalog folgen, aber wie ich so dasitze und diese nun schon das dritte Mal beginne, denke ich mir auch zum dritten Mal, daß es doch eigentlich nicht soweit kommen dürfte, daß wir schon Kataloge rezensieren. Und dann blättere ich noch einmal und guck mir die tollen Sachen an, die unter dem Motto "Walk on" (so fragen übrigens auch die meisten nach der "You'll never walk alone" CD: "Einmal wark onn bitte") an den treuen und reichen Fan gebracht werden sollen. Nun, über Geschmack läßt sich streiten und ich will auch gar nicht anfangen, jetzt jedem vorzuschreiben, welches T-Shirt nun toll oder nicht toll ist oder gar erzählen, daß jeder echte Fan sowiese im Fan-Laden zu kaufen hat o.ä. Das ist alles Humbug, denn das soll jeder selber entscheiden und so schlecht sind die Sachen bei der Marketing nun wirklich nicht, als daß man hier jetzt die Verdammungsorgie starten sollte. Aber irgendwie gibt es dann doch so ein oder zwei Dinge, über die es sich herrlich lamentieren läßt. Nein, nicht daß der Katalog erst einige Wochen nach dem Beginn der Saison erschienen ist und die meisten Sachen lange Zeit gar nicht existierten. Dies sind Dinge, die zum FC St. Pauli gehören und schließlich ist unsere Marketing auch noch eine ganz junge. Ich meine auch nicht, daß man sich über die nonexistence des awayshirts ärgern sollte, denn das gehört wohl in die Pumaverantwortlichkeit und das wäre ein Thema für sich. Nein, richtig ärgern tun mich vier Dinge:1. Nicht nur das Regen kein Fest ist, wie auf Seite 14 beschrieben, sondern vor allem, daß es nun rot-weiße Regenkleidung gibt, ist der absolute Hammer. Da aus Designerkreisen verlauten mag, daß braun nicht unbedingt der Chic der 90er ist, kann ich ja noch glauben, aber trotzdem haben wir nun einmal die Vereinsfarben braun-weiß und sogar noch die Alternative schwarz, die ja nun Modefarbe Nr.1 am Millerntor ist. Warum also Rot-weiß? Grausam! 2. Warum ist der Mindestbestellwert DM 50,-. Warum ist es nicht möglich, nur ein T-Shirt zu bestellen. Ich kenne mich in Versandangelegenheit nicht gut aus, aber das halte ich schlicht und einfach für Ausbeutung. Basta! 3.Wie kann es sein, daß Fan-Club-Mitgliedern bei der Marketing zwar ein 10%iger Nachlaß gewährt wird, diese aber nicht vor Ort kaufen können, sondern nur per Versand bestellen können, womit der Preisnachlaß wegen der Versandgebühren gleich wieder futsch ist. Das ist ein verwaltungstechnisches und organisatorisches Defizit, welches schnellstens behoben werden muß. 4. Und nun zum schlimmsten aller Dinge, und da lande ich dann doch wieder beim Geschmack. Es gibt seit einiger Zeit eine nicht unerhebliche Käuferschicht, der sehr viel daran liegt, auch einmal etwas dezentere Fanartikel zu erwerben. Warum also eine Bomberjacke mit farblich abgesetzten Ärmeln und riesigem Wappen auf dem Rücken? Warum muß immer alles so mörderisch plakativ nach außen getragen werden? Natürlich gibt es viele Leute, die immer noch ihre Meinung am liebsten in drei Meter großen Buchstaben auf der Brust tragen. Aber ebenso gibt es Menschen, die sehr gerne nur das Vereinslogo oder den Vereinsnamen in dezenter Form auf Jacke, Pullover oder Poloshirt sehen würden. Etwas, was auf der Insel und das ist nun mal das Mekka des Fußballmerchandise, schon lange üblich ist und hierzulande von privater Seite organisiert werden muß, weil die Vereine diesen Markt nicht sehen. Dieses Manko empfinde nicht nur ich, sondern recht viele Fans im Umkreis des FC St. Pauli. Mode und Geschmack ändern sich nun einmal mit der Zeit. Dem genüge zu tun, hat die Marketing leider verpaßt, ja sie hat sich scheinbar nicht einmal darüber informiert. lühOriginal oder KopieKatalog, die Zweite"Ich hätt gern mal das original St. Pauli-T-Shirt." Mit diesen Worten wird ab und an im Fan-Laden ein Totenkopfshirt angefordert. Lange ist es her, als wir noch Diskussionen um den symbolischen Wert dieses Utensils führten. Bei den Verkaufszahlen und dem Hintergrund der Leute, die Totenkopfsachen tragen, hat sich das aber inzwischen erübrigt. Bis auf die bayrische Polizei und Peter-Michael Diestel erkennt wohl niemand mehr einen revolutionären, anarchistischen oder gar gewaltverherrlichenden Aspekt hinter diesem Symbol. Im Gegenteil, ein nicht unerheblicher Teil der Fanszene nimmt immer mehr Abstand von diesem Stück der St. Pauli-Geschichte, es ist halt verwässert. Deswegen hatte natürlich auch die Marketing GmbH keine Probleme, eine Skull-Line in ihr Programm zu nehmen, auch wenn sie sich im Vorfeld noch einmal über den ideellen Hintergrund informierte und wissen wollte, ob es mit einer derartigen Maßnahme Probleme gäbe. Da es die aber nicht gibt, ist der Totenkopf nun endgültig auch Bestandteil des offiziellen St.Pauli-Merchandise. (Achtung: Die DM 69,-, die man bei der Marketing für einen Totenkopfpullover bezahlt, der beim Fan-Laden nur DM 50,- kostet, sind nicht Folge eines unverschämten Preiswuchers, sondern außerhalb des Fan-Ladens normaler Verkaufspreis).Und brav wie sie sind, nennen sie die übernommenen Sachen Classic-Skull, ihre eigenen dagegen nur Skull, das ist dann wohl echte Verbeugung vor dem Klassiker mit einem Tupfer Marketingsprache, wobei anzumerken ist, daß alle Sachen außerhalb von T-Shirt und Kapuze wieder deutschbanal Totenkopf heißen (Schal, Pin etc.) Wer's versteht. Bei diesem Wirrwarr stellt sich natürlich gleich wieder die Frage, welcher Totenkopf nun echt, welcher unecht, welcher original und welcher Kopie ist. Ist eigentlich egal, das ist des Streitens schon lange nicht mehr wert, kauft am besten im richtigen Laden und ihr könnt nichts falsch machen. Doch mit dem Original ist das so eine Sache. Nach den vielen Streiterein um Köpfe oder Skulls und dem aktuellen Disput zwischen Marketing und Stylepass (Trikot vs. Fan-Trikot und Beendigung der Lizenzvergabe) sah sich die Marketing gezwungen, auf der letzten Seite ihres Katalogs dem unbedarften Konsumverrauschten darzulegen, was denn nun echt ist und was echt unecht. Das ist ja auch in Ordnung, wird doch im Text zu Recht auf die vielen fliegenden Händler hingewiesen, die jeden Scheiß verkaufen wollen und viel zu oft auch Kunden dafür finden. Nicht i.O. jedoch ist, darauf hinzuweisen, daß auch im Fachhandel (das geht wohl vornehmlich gegen Stylepass und ein wenig gegen Karstadt u.a.) Sachen ohne offizielles Logo und/oder dem Schriftzug St. Pauli statt FC St. Pauli verkauft werden. Liebe Marketing. Erstens findet sich auf Seite 10 in eurem Katalog ein Sortiment von Totenkopfsachen mit dem Schriftzug "St. Pauli". Also verkauft ihr selber Kopien, ihr Schlingel. Und zweitens ist das hier ein Stadtteilclub und der Stadtteil heißt St. Pauli. Demnach ist das voll i.O., auch nur St. Pauli als Aufdruck zu haben. Vielleicht nicht aus eurer Sicht (aus marktstrategischen Gründen verständlich), aber nicht nur die T-Shirts & Pullover gegen rechts lauten "St. Pauli-Fans gegen rechts" und wären dann ja wohl echt ein fieser Betrug. Also vorsichtig, nicht immer nur auf die Schriftzüge achten, liebe Käuferschar, sondern besser auf die Örtlichkeit bzw. dem Laden , in dem ihr kauft. Und zur Zeit gibt es drei verschiedene Stellen, bei denen ihr direkt Fanartikel von St. Pauli erstehen könnt: Fan-Laden, Marketing und Stylepass (abgesehen von Sportfachgeschäften als Weiterverkäufer), wobei wir uns in den Streit zwischen den letzten beiden nicht einmischen. Entscheidet selber. lüh |
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