Rebel with no cause????
Ein Drama in einem Aktfrei nach William Shakespeare
Einziger Akt, 1. Szene
Die Burg zu Hansa. Die Gemächer des Königs. Ein Gewitter tobt, Blitze durchzucken die Nacht. Den König quält ein Traum, er scheint zu erwachen.
König
Ha, wer da? Der Laute seltsam in meinen Ohren klingen
und was ist dies? Ein Trugbild nur? Ich seh Dich scharf!
Unscharf erscheint ein Tisch, leicht schwebend in dem Raum, an dem die Anhänger des McSteff, Than von Karo, zu einem finsteren Gebete sich versammelt:
Anhänger
Kommt Fans, die ihr wartet auf unseren Sieg
nehmt alle Skrupel uns, die wir noch haben.
Füllt uns vom Wirbel bis zur Zeh, randvoll
mit wilder Grausamkeit, macht braun und weiß das Blut.
Sperrt jeden Weg und Eingang dem Erbarmen
Daß kein anklopfend Mahnen der Mitglieder unserer Heimstatt
den grimmen Vorsatz lähmt; noch friedlich hemmt.
Trinkt Bier statt Sekt, ihr wahren Fans
wo ihr auch harrt in unsichtbarer Kraft.
Auf - Unheil der Gegengerade, komm- schwarze Flagge
Umgebe uns mit dem dicksten Dampf der Hölle
daß niemand sieht die Wunden, die wir schlagen
und uns Einhalt gebieten soll keiner wagen
McSteff schwebt an den Tisch, die Mähne wirr um den Kopf zerzaust, die Augen wild und entschlossen, die linke Faust zum Gruß erhoben
Seine Anhänger im Chor
O großer Than! Edler Leiter unseres Willens
Größer als beides durch die künftige Wahl!
Der König erwacht schweißgebadet
König
Welch garstīger Traum mir da erschien
doch warīs denn wirklich nur ein Trugbild meines Schlafes?
Den Than von Karo sah ich deutlich
und seine Mannen waren an seiner Seite.
Zerstören wollen sie, was ich erschuf
schmarotzen von meines Körpers Schweiß.
Aber König bin ich und will es bleiben.
Doch nur so zu sein ist nichts, sicher sein, das ist das Ziel.
In McSteff wurzelt tief unsere Furcht, in seinem Wahlbegehren
herrscht was, das will gefürchtet sein. Viel wagt er;
und außer diesem unerschrockenem Geist hat Weisheit er,
die Führerin des Muts zum sichīren Wirken.
Außer ihm ist keiner, vor dem ich zittern muß.
So muß verhindern ich McSteffs Gang in meinen Rat,
die Mittel habe ich, denn König bin nur ich.
Macht sollst du spüren McSteff,
auf daß im Staube wieder du versinkst
Einziger Akt, 2. Szene
Durch die leeren Hallen des Millerntores stapft McTheb, der Fürst der Gegengerade
McTheb
Des Nachtes Qual, nun enden soll sie
auf daß des Tages braun und weiß
ein Schimmer bringt in unser Dasein.
Der Tag der Wahl naht nunmehr schnell
und Wilhelm Koch im Grabe lauscht.
Des Fanīs Stimme wird nun bald erklingen
in diesem Moor der Glückseligkeit.
Des Königs Worte sollen nicht verklingen
doch weiser Rat soll stehen ihm zur Seit.
McSteff, dein edles Wort, du Kind der Redlichkeit
tilg aus der Seele nur jeden Argwohn; und versöhn
mit deiner Treu und Ehre mein Gemüt.
Des Königs List hat oft versucht
durch kunstreiche Worte mich ins Garn zu locken,
doch sieh, was jetzt zu werden droht.
Der jungen Recken gibtīs nur noch wenige
die einst sollten halten unser Banner.
An der Tafel der 18 speisen wir nicht mehr,
doch noch immer spricht unser Herr von Glück
der Weisheit Hüter will er sein, doch hören
will er unsere Worte nicht. Allein allein
das ist sein Ziel, doch nicht das unsrīge
Ich sagt es euch im letzten Jahr, daß meine Seele ihr nicht kriegt
und so schreiten wir alsbald zur Tat
auf daß McSteff soll unsere Stimme sein.
Ach armes Land, das fast vor sich erschreckt
dein braun und weiß doch unsere Hoffnung ist
durch all die Dekaden schrien wir für dich
all unser Gold, all unsere Zeit waren Opfer nicht zu groß
doch unser König glaubt, dies Land das wär nur seins
er weiß alles, wir dagegen nichts.
Doch lausche auf du weiser Vater
wo Seufzen, Stöhnen, Schrein die Luft zerreißt
und keiner achtet drauf.
Du magst die Hülle schaffen, den Rahmen, das Gerüst
doch wir dein Volk, wir quälen uns
auf daß der braun und weiße Geist erwacht
wir danken dir für all dein Gold
doch Seelen kaufen kannst du damit nicht.
Wenn einst dein Werk leer dastehīn wird, kein Mensch mehr
brüllen wird für deinen Staat,
dann wirst du wissen wie deine Schöpfung wahrlich ist.
Du konstruierst, doch wir sind das Herz.
Auf nun, so weit soll es nicht kommen
wir grämen dir, du weiser König, doch deine Feinde sind wir nicht.
McSteff verlangt nicht nach dem, was dir gehört
er will nur Stimme heben für das was uns gehört.
Dein alter Stamm wird bald von dannen gehen
und du wirst sodann die düstīre Zukunft sehen.
Doch hier steht McTheb dein kritischer Vasall
bereit dir zu helfen und zu leiten,
auf daß wahrer Geist in braun und weiß
den Weg zur Zukunft dir wird geleiten.
Er geht ab.
Einziger Akt, 3. Szene
Ein grauer Morgen. Der weise König sitzt auf seinem Thron in der Burg zu Hansa. Herold Manni tritt auf
Herold
Oh König mein, lausch meiner Botschaft nun.
Es steht zweifelhaft so kurz vor dieser Wahl
dein Rat ist nicht besetzt schon heut
starke Kräfte an seine Türe klopfen
so wie zwei Schwimmer ringend um sich klammern
erdrückend ihre Kunst, so steht es auch in dieser Schlacht
ihr Ausgang ist wahrlich ungewiß
Er geht ab
König
Fan bist du,Than von Karo sowie Fürst von Scharf
und willst werden ein Teil meines Rats- doch fürcht ich dein Gemüt,
es ist zu voll von Gedanken vieler Fans,
die nicht verstehen, was ich hier tat.
Nur sehen sie ihr eigenes Wohl, doch mein Schaffen,
das wollen sie nicht ehren.
Ha, Than von Karo - das ist ein Stein
der muß - sonst fall ich - übersprungen sein.
Weil er mich hemmt. Verbirg dich Sternenlicht
schau meine schwarzen tiefen Wünsche nicht
sieh, Auge, nicht die Hand, doch laß geschehen
was, wennīs geschah, das Auge scheut zu sehen.
Die Königin tritt auf
Königin
Oh du mein König, mein weiser Gemahl
ich tat wie wirīs beschlossen, wieīs Schicksal uns befahl.
All unsere Herolde, sie ziehen übers Land,
auf daß kein Mensch, kein Vieh, kein Wurm
je mehr das Gute in Mc Steff gekannt.
Apellus, der künftīge Rat aus Bonnerland tritt auf
Apellus
Heil dir mein König und auch dir, sein holdes Weib,
der Tag des Rates ist nun nah, die Wahl des Volkes wird bald fallen
König
Heil dir Apellus, der Sorgen Falten kannst du glätten.
Was du dich scheust zu tun, dies taten wir.
Eil hierher, auf daß ich mein Plan ins Ohr dir gieße. Lausche nun.
Des Königs Herolde im Lande finstīre Worte singen,
so daß McSteffs Verheißungen im Herzen des Volkes leblos klingen
Apellus
So wird der Sieg dann unser sein.
Er faßt die Königin und den König bei der Hand und alle drei singen
Unheilsboten Hand in Hand
Ziehen wir über Meer und Land
Rundum dreht euch so, rundum
Dreimal dein und dreimal mein
St. Pauli wird nimmer McSteffs Reich sein
Einziger Akt, 4. Szene
McTheb kauert vor den Hallen der großen Wahl
So istīs geschehen wie in dunklen Träumen schon erahnt,
des Königs Macht ist nicht die Weisheit sondern der Zorn der Nacht.
Der Herolds Worte sprachen Zeugnis vom bösen Willen des McSteff,
doch waren sie unwahr, bezeugen will ich dies.
Kein unbedingter Argwohn sprach aus des Thanes Geist,
doch unser Volk erlag der bösen Zunge der herrschenden Macht.
Falsch Zeugnis reden sollst du nicht, so sprach der Gott,
doch welcher Gott nun in des Königs Palaste haust,
daß er dieser Mittel nun bedarf.
Und unser alter Stamm, willfährig und bescheiden in seinem Geiste
just folgte ihm in tiefem Glauben und ließ die neuen Kräfte darben.
Oh Graus, oh Schrecken was für eine Schlacht,
wir haben sie verloren, doch nur wegen heimtückischer Macht
Nicht die Taten warenīs, die gegen uns sprachen
nur der Worte falsch ließ viele erblinden
und zaghafte Mannen in des Königs Schoß verschwinden.
Auf dann, wenn dies die Mittel sind
mit denen man St. Paulis Macht erringt
so sei es wie es sei.
Ich schwör McSteff auch weiter Treue
denn die Art des König istīs, vor der ich scheue.
Wo sind sie denn, des Königs Tugenden:
Wahrheit, Gerechtigkeit, Starkmut, Geduld,
keine Spur von ihnen fühle ich.
Der König, des Name uns schon die Zungī uns schwären macht
galt einst für ehrlich, wir haben ihn geehrt,
doch gekränkt hat er uns nun mit bösen Worten.
Nicht zum Feinde, aber auch nicht zum Freunde hat er uns gemacht
Ich tat nichts Böses, doch jetzt denk ich dran
Dies ist die irdische Welt, wo Böses tun
oft löblich ist und Gutes tun zuweilen.
schädliche Torheit heißt.
Ja, hätte ich Macht, ich würd der Eintracht
süße Milch zur Hölle gießen,
verwandeln allen Frieden in Empörung.
Oh St. Pauli, mein St. Pauli, warum entfernst Du dich von mir?
Er fällt in ein Delirium.
Ein Zauberer erscheint
Zauberer
McTheb, McTheb so lausch den Worten.
Um den Kessel dreh dich rund
wirf das Gift in seinen Schlund
Rangers, die im kalten Stein
Tag und Nächte, dreimal neun
schwarz-weiß-blauen Schleim im Schlaf geboren
sollst zuerst im Kessel schmoren
Faschisten Schlange Schweif und Kopf
Brat und Koch im Zaubertopf
Rostockaug und Herthazehe,
Seelermaul und Hirn der Krähe
Mächtīger Zauber würzt die Brühe
Höllenbrei im Kessel glühe.
McTheb
Was macht der Becher dort vor meinem Platz
ich träumt, es wär des wahren Fanne Schatz.
voll Kampfeslust gegen unsere Feinde Taten
ist er gefüllt, will ich erraten.
Wenn dies der Weg ist, der mir beschien
so will ich ihnen dann entgegenziehen.
Erst auf dem Platz und in der Kurve
dann im Palaste, in des Königs Hause
holen wir die Macht uns in braun-weiß
so war es in dem Traume mir verheißt.
Lausch, König, unserer Worte nun
nicht stoppen werden wir unser Tun
McSteff voran, wir sind an deiner Seite
auf daß wie Orkan und Sturm erscheinen
wir unsere Macht mit der Königs dann vereinen.
Er geht singend ab
Immer noch werden Fans verkannt
in den Zentren der Funktionäre
irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter
mit erhobener Hand
in die heiligen Kriege ziehen.
lüh
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