|
Nee, so richtig traurig bin ich über den Abstieg eigentlich nicht. Eher sauer. Sauer auf die teilweise katastrophalen Leistungen etlicher St.Pauli-Kicker, bei denen es mir wirklich oft ganz schwer fiel, auch weiterhin daran zu glauben, daß die sich für den Verein schon den Arsch aufreißen würden. Es gibt eine Ausnahme, und die ist Carsten Pröpper. Ein Kämpfer vor dem Herrn, der in den Jahren beim FC scheinbar gelernt hat, was es heißt, für diesen Verein zu spielen. Hut ab! Ich bin sauer auf die Vereinsführung, weil sie drei Spiele in den Volkspark verlegt hat und wir dort von möglichen 9 Punkten lediglich nur einen erringen konnten, obgleich alle 3 Kicks sehr ausgeglichen waren. Am Millerntor hätten wir 6 Punkte geholt. Ich bin weiter sauer auf die Vereinsführung, weil sie aus gar nichts lernt! Weil sie vor sich hinmauschelt, die Anhängerschaft permanent im Unklaren läßt und sich einen Dreck um die Interessen der Fans schert. Und 'Volksheld' Schulte ist Teil des Problems, zumal der nicht einmal ansatzweise etwas von seiner ihm angedichteten Volks- will heißen Fan-Nähe gezeigt hat. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, aber in der Konsequenz ein vereinsloyaler Hardliner, der es scheinbar genießt, an den Hebeln der Macht zu agieren. Ich bin stinkig, weil das Amateur-Team und deren Supporter verarscht werden. Keine Heimat, keine Perspektiven und keine Unterstützung vom Verein. Höhepunkt der Perfidie waren aber die zum Saisonschluß getätigten Ausleihen von Spielern der Hesse-Elf für das Profi-Team. In einer Situation, in der das Profi-Team nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt hatte, die Amateure aber drauf und dran waren, sich aus dem Abstiegsstrudel zu befreien, wurden, nachdem bis dahin schiere Ignoranz gegenüber dem Regionalligisten vorherrschte, die für den Abstiegskampf wichtigen Leistungsträger Pfennig, Göbel und Tholen abgezogen. Wenn dies nicht Absicht war (so ein Regionalliga-Team ist ja auch nicht billig), so kann wirklich nur absolute Dummheit und Ignoranz der Grund für das skandalöse Gebaren sein. Natürlich weiß ich, daß ich an dieser Stelle ungerecht bin, zu subjektiv, zu emotional und zu sehr faninteressen-bezogen. Aber ich weiß auch, daß ich mit meiner Meinung nicht alleine bin, sondern etlichen anderen FC-Fans aus dem Herzen spreche. So soll es sein. Und selbstverständlich werde ich weiterhin 'meinen' Verein unterstützen, mir eine Dauerkarte für die Profis kaufen, regelmäßig die Amateure besuchen, Artikel für den Übersteiger schreiben und meinen Freunden und Bekannten mit meinen Faible auf die Nerven gehen. Aber ich bin vorsichtiger geworden, denn die "Familie FC St.Pauli" gibt es nicht mehr. Nur noch gute Kumpels und FreundInnen in den Stadien, die ähnlich denken und fühlen wie ich und mit denen es Spaß macht dort zu stehen. No pasaran! ro. |
|
Titelseite dieser Ausgabe |
|