Das DebakelDie Sonne schien, und so machten wir uns mit drei Taxen auf den Weg zum großen Fan-Match gegen die Celtic-Fans. So richtig motiviert war eigentlich keiner, da wir aber alle gewillt waren, den Schotten ihre Grenzen aufzuzeigen, packten wir unsere Sachen. Es gab allerdings schon zu dieser Zeit lustige Verhandlungen über die Besetzung des Torhüterpostens, standen doch ein überaus qualifizierter Landesliga-Keeper und eine
langhaarige, bewährte Übersteiger-Kraft zur Verfügung. In der absolut totesten Ecke Glasgows trafen wir fast als erste ein, erst im Laufe des frühen Nachmittags versammelte sich die etwas müde wirkende Pauli-Truppe. Nachdem auch endlich ein Ball organisiert war und der rote Sandplatz freigegeben wurde, konnte das Spiel beginnen. Vor allem die jüngeren Kräfte von uns waren völlig heiß auf das Spiel, und so brauchten Ulf und ich glücklicherweise nicht aufzulaufen. Im Tor aber stand ein großer Wilsteraner (zu diesem Zeitpunkt waren die anwesenden Kiwis noch sehr stolz), da Holger zwei rechte Bolzer eingepackt hatte(was fummelte Hendrik auch nachts an dessen Tasche rum!?). Unsere in Pauli-Trikots auflaufenden Vertreter waren bemüht, aber erfolglos und schluckten viele Tore. Sehr viele. Wer stand eigentlich im Tor? "Holger, Holger"- Rufe ertönten in Hälfte 2 . Wir zwei waren recht traurig und versuchten mit den anderen enttäuschten Fans, das Spielfeld zu stürmen, letztendlich bejubelten wir aber noch den verdienten Ehrentreffer. Hohn und Spott prasselte auf uns nieder, obwohl diese demoralisierende Packung später schnell vergessen war. |
Nach dem Spiel stellte sich die örtliche Ghetto-Kids-Fraktion vor und einige kinderliebe Mitfahrer machten sich mitschuldig an der Zerstörung einer Bushaltestelle, da sie die Kleinen auf's Dach hieften, und diese von da aus das Stationsschild plätteten. Die Reaktion der Kids, als ein Bullenwagen vorbeifuhr, war jedenfalls köstlich. Nebenbei wurde noch etwas in Sachen Rekorden aufgestellt und so quetschten sich ca. 15 Leute in einen Ford Transit. Er fuhr Ford und kam nie wieder... Wir zogen den Linienbus vor um ins Mc.Nees zu kommen und da war wie immer Tombola und Rebel angesagt. Wir zogen dann durch die City um irgendwo Rangers zu kriegen, doch führten die Geschäfte leider nur Martens.
Dann sollte es noch einmal ins Brazen Head gehen, wo man merkte, daß die Fahrt an die Substanz ging. Einige versuchten, ihre Erkältung wegzusaufen - mit mäßigem Erfolg - andere vergnügten sich an Billys merkwürdigen "Zigaretten" und der Abend eskalierte in einer Tekkno-Disco im oberen Stockwerk, wo angeblich eingefleischte Punkrocker oben ohne zu der Tekkno-Version von 99 Luftballons getanzt haben sollen. Kein Wunder, daß einige Herrschaften die Schneidung des Videofilms vehement forderten!!!
Bei Billy war es dann wieder soweit: Volles Haus, ein zwei Hooch und ab in´s Bett.
Rebel goes TechnoÜber eine Treppe in der Ecke gelangte man nämlich in eine Disse, die zunächst einmal gar nichts versprach.Techno-Mucke ohne Ende, relativ langweilige Leute, etc.. . Dann aber brachen alle Dämme. Immer mehr von uns strömten in den Laden, war es doch quasi unsere Abschiedsvorstellung. Selbst die Musi konnte uns nicht mehr stoppen, wir steigerten uns in einen Rausch. Angefeuert durch den Gruppenleiter SB bewegten wir uns auf anormale Weise, vollführten ekstatische Bewegungen, hauten uns mit den Händen auf den Kopf und rissen uns schließlich unsere Leibchen vom Körper (und Ulf schrie noch: "Frank, tu's nicht!"). Das Schauspiel dauerte gute zwei Stunden, bis wir vom mittlerweile begeisterten Publikum gefeiert und vom Personal zum Nachhausegehen aufgefordert wurden. Schaut euch mal das Video später an, ihr werdet staunen. |
Die Abfahrt rückte näher, aber es stand noch eine Stadionführung auf dem Programm, die alles in allem sehr beeindruckend
Celtic Park IIDann ging es wieder in Taxen ins Parkhead-Stadion, wo wir uns mit grün-weißen Artikeln eindeckten (ich war abermals sehr aufgeregt). Anschließend machten wir eine Stadionführung mit. Großartig: Der St.Pauli-Wimpel hängt in einer Reihe mit den bedeutendsten Clubs der Welt (vollkommen zu Recht!), ein HSV-Teil wollten wir mit einem Aufkleber versehen, was das Ordnungspersonal aber nicht so richtig klasse fand. Die Ehrenlogen durften wir auch antesten und nochmals von einem möglichen Stadionumbau bei uns träumen. Dann gab es ein nettes Essen in der Jock-Stein-Lounge, und kurz vor der Abfahrt konnte niemand Pat Bonner, den legendären Freund von Svenna M., stoppen, uns ein fröhliches "Hallo" zuzurufen. Es wurden etliche Fotos gemacht, auch Hendrik und Ulf mußten unbedingt ein Foto machen, um es stolz Sven zu präsentieren, trägt doch sein Lieblings-T-Shirt den Aufdruck "I saw history" mit einem Bild von Pat Bonner in Aktion, bevor unsere Busfahrer zum Aufbruch riefen. |
Danach wurde dann noch der Celtic-Shop geplündert und sich mit Proviant eingedeckt und schon waren wir auf der Autobahn in Richtung: The South. Auf der ersten Raststätte traffen wir dann eine Kleinbus mit 3 Rangers an Bord, die wohl nach Amsterdam zum Championsleague-Spiel wollten. Der Fahrer hatte wohl noch spontan einen kleinen Umweg in unseren Raststättenmob geplant, doch sich im letzten Moment anders entschieden.
Auf der Fähre waren dann noch mehr von dieser Sorte, doch das Schiffspersonal zeigte sich kooperativ und wir bekamen unsere Privatbar, in der dann noch das eine oder andere Bier eingenommen wurde.
Nach der Fähre wurde dann Stadt-Land-Fluß in etwas umgewandelter Form gespielt; über den p.c. Faktor schweige ich mich lieber aus. Höhepunkt war der Wirt, dem anscheinend die dauernde Betrachtung seines Geschlechtsorganes beim Entleeren auf die Nerven ging, und sein Ausspruch zu diesem Thema: Ich kann meinen Pimmel nicht mehr sehen.
HeiratsantragUnser Fahrdienst (Frank hatte dafür gesorgt, daß wir mit "Mama Kelly" persönlich nach Hause fuhren) brachte uns drei nach dem Fest glücklich nach Hause, ich überreichte der Tochter des Hauses mein Pauli-Trikot (grins)(wo ich doch noch einiges einfügen muß: Frank sagte, jetzt kommt ein großer Moment, da er sein St. Pauli-Trikot an Paddys Schwester verschenken wollte, worauf die irischen Freunde von Paddy gröhlten: "Er macht ihr einen Heiratsantrag". Kaum war das Wort Heirat ausgesprochen stürmte Mama Kelly aus der Küche und schrie: "Say yes Caroline, say yes!!!" |
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