So ergab die Frage nach dem Alter eine Range von 103, einen Modus (Maßzahl der zentralen Tendenz) von 26 und einen Durchschnitt von 29.23 Jahren; allerdings besitzen einige BesucherInnen die Fähigkeit, ihr Alter je nach Zeitpunkt (vor und nach dem Besuch des Pfennigs) zu variieren.
Zunächst aber ist es interessant, wo denn die vielen Menschen (w 31,43%; m 42,86%; sonstige
31,43%; weiß nicht, Jaks, Pfennigmänner und keine Angabe je 2,86% bei möglicher
Mehrfachnennung) eigentlich herkommen. Eine enge Beziehung zu den Wirten weisen die 1,35%
der Menschen auf, die vor dem 4.12.94 die Zeit rund um die Spiele des
FC St.Pauli bei Klaus und Marc zu Hause verbrachten. Dagegen war es nicht weiter überraschend, daß in der Folge der
Pfennig-Eröffnung ein großer Ablauf aus diversen Institutionen quer zum Umfeld des FC stattgefunden hat und der Pleitegeier
nunmehr seit einem Jahr über "Hermann" (16,22%), dem Fan-Laden (10,81%) und dem Clubheim (6,76%) kreist. Erstaunlich
neben den weiteren erwarteten Nennungen wie Sparr oder Cocteau (je 5,41%) waren jedoch Örtlichkeiten wie nirxwo, Kolibri
oder "fast nie" (je 1,35%), die die Spuren der typischen Pfennigvisiteure als arg verwischt erscheinen lassen.
Nun aber seid Ihr alle am richtigen Ort und haltet Euch hier im Schnitt auch zwei Abende in der Woche auf (nicht 246 wie ein altkluges Rechenass zu meinen glaubte). Und was macht Ihr hier? Richtig! Ihr gebt Geld aus, und das nicht zu knapp, denn die höchste Zeche Eurer Pfennig-Karriere beträgt im Schnitt 95,14 DM bei einer Range von 501 und Streuungsmaßen von 136,88 (Varianz) und 78,07 (arithmetisches Mittel). Ob jedoch wie angegeben diese Zeche sich auch in Tränen umrechnen läßt, bleibt den Inhabern überlassen. Dafür könnt Ihr aber die Wochenzeche (Gesamtdurchschnitt 29,01 DM) in Abhängigkeit zur Anzahl der Besuche dem Schaubild "saufffen" entnehmen.
Daß dieser Konsum von hauptsächlich alkoholischen Getränken (z.B. Astra 28,57%, Osborne 2,86% oder alle Bierarten zusammen 68,57% der angegebenen Lieblingsgetränke) aus Idioten Verrückte macht, beweisen Angaben wie 5:0 bei der Wochenzeche (latent fußballzentriert) oder das Zusichnehmen von Getränken wie zu 5,71% Holsten, die im Pfennig gar nicht ausgeschänkt werden. Sollte hier etwa ein unbekannter Schwarzmarkt blühen?
Auf der Reise durch den Alltag des Pfennigbesuches haben wir nun unsere Blase gefüllt und wünschen, diese wiederum zu entleeren. Zum Zählen derartiger Zwangsläufigkeiten eines Kneipenbesuchs mögen zwar einigen von Euch die Finger an beiden Händen nicht reichen, aber von einem Daueraufenthalt bzw. dem Einhalten einer ständigen Spurtgeschwindigkeit zu sprechen (1.000.000 Besuche der Toilette pro Abend) erstaunte doch sehr. Zum besseren Überblick könnt Ihr die Anzahl der durchschnittlichen Klobesuche der jeweiligen Besuchsgruppe dem Schaubild "sex & loo" entnehmen.
Festzuhalten bleibt aber, daß 23jährige (11 Klogänge) und 34jährige (6,5) eine gegenüber 35jährigen (1) klar bessere Nierenfunktion besitzen und Astra (6,1 Klogänge) mehr treibt als Jever (3), Kaffee (4) oder gar Alsterwasser (1). Na gut, da jedeR von Euch pro Woche 2,44 l Bier im Pfennig (anderswo 2,69 l) zu sich nimmt, sei Euch diese ständige Herumwanderei zugestanden. Nicht akzeptabel ist jedoch das Ergebnis des Vergleiches der verbrauchten Getränke insgesamt, denn 0,3 l nichtalkoholischer Flüssigkeiten im Pfennig pro Woche stehen 107,7 l an anderen Orten gegenüber und 12,1 l Kaffee (Pfennig 0,15) sollen auf 7 Tage verteilt auch nicht gesund sein. Es ist jedoch anzumerken, daß die Werte der interviewten Jaks hier das Bild ein wenig verfälschen.
Zumindest, und das finde ich schön, vergißt der durchschnittliche Pfenniggast das Bezahlen nicht, denn die Deckelschuld
beträgt bei allen Befragten zusammen nur 47340,43 Lira oder im Schnitt 1,48 DM (Wechselkurs vom 18.11.1995), wobei drei
Personen ihre Schuld nicht kennen (nachfragen, ihr Deppen). Im Gegensatz zu den Finanzen scheint jedoch die Räumlichkeit in
der Clemens-Schultz-Str.9 intensiver auf das Großhirn einzuwirken, denn nicht wenige können sich an diverse Besuche nicht
mehr erinnern wie folgende Antworten auf die Frage nach den teilweise vergessenen Abenden belegen: 10-15, viele, öh!, die
meisten, an keinen, zu viele oder keine Ahnung. Doch im Widerspruch dazu sind dann einige Abende besonders
erinnerungswürdig geblieben. Hierbei stechen sowohl spezifische (30.4, 26.5, 4.12.94) oder persönliche Daten (Geburtstage,
"einen Heiratsantrag bekommen", "als ich ? abgeschleppt habe" oder "als ich Brux die Hose auszog") als auch
Pauschalisierungen (alle, viele) hervor.
Und so lieben wir alle den Pfennig, weil er melancholisch, asselig, dicht dran, billig oder anders ist, weil das Bier so grün ist oder einfach, weil wir eben unser Zuhause lieben. Daran wollen die Gäste dann auch gar nicht herummäkeln, aber Malzbier, mehr Asozialität, eine Klimanlage, ein Anbau, eine Dachterrasse oder mehr Handpuppen werden als Wünsche geäußert.
Viel mehr bleibt an dieser Stelle auch nicht zu sagen, denn der Ruf des Pfennigs, eines der zentralen Anliegen dieser Befragung, definiert sich als: moderne Tötungsmaschine, versoffen, grauenhaft, skandalös, legendär, weit in die Welt geeilt oder einfach nur 316065.
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