| Und so verlassen wir also das Heiligengeistfeld, überqueren die Budapester Str., biegen ein in die Clemens-Schultz-Str. und schwupp, 100m weiter können wir schon die erste Frage stellen, die natürlich lautet:
Gibt es denn auch für Euch was zu feiern?
Aber wie hat denn eigentlich alles angefangen?
Hat denn der Pfennig nun endgültig die Szene um den FC St.Pauli gesplittet? So, als Gegenpol zu "Hermann"?
Kaum mehr als drei qm, da stellt sich die Frage, ob dies überhaupt finanzierbar ist. SpießerlochWer weiß schon im voraus wie ein Laden so läuft?K: Das läuft schon so, wie wir uns das vorstellen. Wir würden uns schon freuen, wenn wir noch mehr Gäste gewinnen würden..., aber ich habe immer so das Gefühl, daß das Äußere der Kneipe viele Leute abschreckt, weil sie das hier so als ein Spießerloch empfinden. M: Es gibt wohl so eine Schwellenangst bei vielen Leuten...Der Pfennig hat auch so ein Fußball-Image, was wir ja auch wollen. Das schreckt auch halt viele Leute ab, die mit Fußball überhaupt nichts zu tun haben.
Was verändert sich eigentlich, wenn man auf der anderen Seite des Tresens steht?
Gab es denn irgendwelche Enttäuschungen?
Habt Ihr denn das Gefühl, daß Freundschaften am Tresen ausgenutzt werden? Von Nachbarn, Hools und den grün BekleidetenProbleme gibt es ja leider immer wieder und einige müssen hier einfach angesprochen werden:1. Die Nachbarn K: Die Nachbarn haben hier halt ständig die Pächter wechseln sehen. Die waren hier keinen massiven Publikumsverkehr gewohnt. Und am Anfang haben sich die Leute, die keinen Bezug zu der Kneipe oder der Szene hatten, benommen wie...na ja klar, früher war ich auch so drauf. M: Die Nachbarn hingen an den Fenstern und die Leute gehen rüber und pinkeln in die Vorgärten. Sodom und Gomorrha halt. K: Bei dem APPD-Parteitag haben die natürlich große Augen gemacht, die ganzen Spießer, die da abhängen. Zwar hat sich die Szenerie auch wegen der Jahreszeit ein wenig beruhigt, aber auf den nächsten Sommer sind die beiden sehr gespannt, auch wenn jetzt eine Konzession für Außenbedienung existiert, so daß Polizei oder Ordnungsamt nicht so schnell auftauchen. Und dann aber schildert Klaus den Fall, als ein Nachbar sich in der leeren Kneipe über die Lautstärke beschwert und Zettel an den Bäumen mit dem Hinweis auf mehr Ruhe verlangt hat. Klaus’ Kommentar: Wir sind hier auf St.Pauli und nicht in Pöseldorf. Das ist hier kein Sanatorium, sondern eine Kneipe. Aber wir wollen auch kein schlechtes Verhältnis zu den Nachbarn haben und haben deswegen auch von uns aus einen Dialog gestartet.
2. Die Polizei Wohl im Gegensatz zu der Davidswache, denn Marc schildert den fast repräsentativen Fall, als einer von dieser Wache vor der Kneipe aus dem Auto stieg und sagte:"Was ist denn das für ein Saustall?"
3. Hooligans
4. Sanierung des Viertels
So, zum Ende hin dürfen die Beiden natürlich noch ihre Wünsche für die Zukunft äußern. Eigentlich sind die Beiden also recht zufrieden, nur ein wenig Kohle könnte es halt sein, denn große Anschaffungen oder Reperaturen sind nicht drin, ganz abgesehen davon, daß sie leider im Inneren nichts verändern dürfen. Man verdient sich hier halt keine goldene, sondern, so Marc, nur eine rote Nase. Wir danken Euch für das nette Gespräch, wünschen Euch, daß alles in Zukunft noch viel besser als erwartet läuft und weisen im Namen von Marc & Klaus daraufhin, daß es demnächst, wie angekündigt, auch richtig abgeht im Pfennig: Ab 6/7.12 jeweils um 22.00 Uhr heißt es: Pack die Plattensammlung ein. Mi: Ska, Reggae, Soul. Do: Punk, Indie. Meldet Euch am Tresen.
6.12. Ska/Soul mit Pagger (lüh)P.S. Vielleicht ist der Pfennig noch kein Sanatorium, aber wenn er noch lange existiert, kann es sein, daß sich ein Umbau durchaus lohnen könnte. Saufen, Aller.Am 4.12.1994 öffnete eine Schänke ihre Pforten, deren Existenz wir in den vergangenen 12 Monaten so viele fantastische Abende und so herbe private finanzielle Verluste zu verdanken haben, daß heute, zwei Tage vor dem ersten Geburtstag, diesem Ort eine entsprechende Würdigung zuteil kommt. Und so geben wir Klaus und Marc die Chance, einmal selbst das zu sagen, was schon immer gesagt werden mußte, immer in der Hoffnung, daß wir damit ein wenig dazu beitragen, die Kneipe so bekannt zu machen, wie sie es verdient hat. Der Steckbrief: Name: Zum Letzten Pfennig
Wirte: Klaus & Marc oder Marc & Klaus
Ort: Clemens-Schultz-Str.9, Hamburg-St.Pauli
Alter: so wie sie jetzt ist, 363 Tage
Größe: mehr als 3 qm
Zustand: pssssssssss
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